Skip to main content

Full text of "Friedrich Preller d. ä."

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



I 




. //fr Uf'uC Öf'/frr/ffv/ . 





rv ' 



£icbl?abcr=2tu5gaben 




Mti^lEr-Mun^graphiBti 



3n tJerbinbung mit Tinbttn herausgegeben 



oon 



#. iinatSifu^ 



LXIX 



JxxttxÜii ^ttUn tfu Mint 



Vetla^ pon Pelt^a^en & Klafing 

190'* 




^reifer 6 



VJ 



♦ ♦ 



U 



< 



Von 



au«u^ (ßenfel 



mit \51( ^bbilbun^m unö einem Citelbilbe 




Sfelefelb mb Xtipfia 

Perlag pon Del^agen & Klaftng 




on btefem Wtth ifi fnr £iebt|aber unb Jreunbe befonbers In^urtds 
ausgeflatteter Bücher an§er btt oorliegenben Uns^ahe 

eine numerierte ^u^ga&e 



oeranfialtet, von ber nttr \2 €semplare auf ^ftra'Kunfibntcfpapier 
i^erdeßettt finb. 3ebes €semplar ifi in ber preffe fordf&Iti^ numeriert 
(von X — \2) unb in einen reid^en <5an3leberbanb ^ebunben. Per 
preis eines folc^en €$emplars betr&^t 20 DT. €in tlad^brucf biefer 
^ns^ahe, auf veld^e jebe Bud^I^anblung Beflettun^en annimmt, mirb 
nic^t oeranfialtet. 



^ie l^erlas^gantiluns. 



^TUd t)on %\\&jn A SBittig in Sei^aig. 



I 



\\ 






«« 







I 

* 



« 



/« 






I ■ ~' 









;l 11.1 






;; 



■ i 






\ 



.H 



^. '} 









r. 




.* . 



' -', 



«Ibb. 1. 2)aS alte Sifeiiac^ mit ber SBartburg. SSIeiftiftfli^jf. (ßu @fite 5.) 



ed ift eine tDunberltc^e utib boc^ in ber menfd^Iic^en Statur tief begrünbete äBal^r« 
ne^mung, bag jebed ©efd^Ied^t geneigt ift, fic^ ald im 93eginn einer neuen Qtii, 
im ®egenf Q^ gu ber feiner 93clter fte|enb gu betrad^ten , »ö^renb und boc^ ein Ueber» 
blicf itber bie SSergangen^eit ein aUmö^Iid^ed Sortfd^reiten }eigt, bad %xoax bem 9(uf 
unb 9(b einer äBeUenbemegung ähnelt, bei bem aber boc^ immer eind aud bem anbern 
folgt. 2)em \tXDt\U lebenben @lefd^Ieci^t tDtrb ed immer am fc^merften, ben redeten 
SRaßfiab für Sie Beurteilung bed öorl^ergel^cnbcn ju finben, auf beffen Schultern ed 
ftel)t; erft ein fpfttered (Sefc^Iec^t ift baju berufen. Stuf feinem Gebiete gilt bad 
n)oI)I me^r ald auf bem ber ßunft. 

3d^ »in l^ier öon einem ffiünftler reben, beffen lob um fünfunbjtt)anjig 3a^re 
gurüdliegt, für beffen 93eurteilung alfo bie redete ^txi noc^ nic^t gefommen fein mag. 
3c^ toiQ ober auc^ nid^t foloo^I über i^n urteilen ober gar il^m einen 9lang an« 
toeifen , ald öielmel^r il)n fc^ilbern , toie ic^ i^n fennen unb — ba§ barf id^ xotiiji 
öon öornl^erein l^injufügen — öercl^ren unb lieben gelernt I)abe. 
1 8118 „Db^ffee^^retter^ ift unfer Jfünftler toeit unb breit befannt. 3n ber %ai\ 
bie JReil^enfoIge öon Silbern, burc^ bie er „bad alte, ba§ etoig junge Sieb" unferen 
©innen unb unferen ^er^en nä^er gerücft l^at, ifi fein I)auptfäc^Ii(^ed Sebendn^erf, ja 
ein »efentlic^ed ©tue! feinet Sebend felber; unb folange bie Oefänge $omcrd ein« 
ber l^errlic^ften SWittel für bie ^eranbilbung unferer Swgenb bleiben, tt)irb auc^ biefed 
fein SBerf nic^t leicht öerbröngt ober öergeffen »erben. Slber ed fd^liefet boc^ nur 
einen Seil feiner latigfeit in fid^. SBenn bai8, »ad er fonft gefc^ajfen I)at, »eniger 
befannt gen^orben ift, fo liegt bad baran, ba§ i^m aQed SludfteHung^n^efen jun^iber 
toar unb bafe er feine Silber faft jietd auf SeftcHung malte ober öon ber Staffelei tt)cg 
oerfaufte ; in öffentliche Sammlungen finb fie, wenn übcrfiaupt, meift erft fpöter burc^ 
Sermäd^tnid ober ©c^enfung gefommen. Sine nid^t geringe Slnjal)! l)at im Sauf ber 
Igal^rje^nte bie ©rofel^erjogin SKaria 5ßauIowna nad^ if)rer ruffifc^en ^eimat gefanbt, 
of)ne ba§ fie öor^er in 3)eutfc^lanb befannt geloorben njaren. 

167235 



1 



I 




. y/ff UryC Ör'/frr/f'<rv/ . 





.'TV 



£icbl?aber=2tusgaben 




Künjiljr-Iföunußraphien 



2n tJcrbinbung mit Tinbtm herausgegeben 



oon 



H. {tnattifuB 



LXIX 



:Jmtrr^ greller tn Mint 



Perlag von X^eli^agen & Klafing 




♦ ♦ 



reifer 6. u 



Von 



guliu^ (ßenfel 



ITitt \3^ 2tbbtIbungcTi unb einem Citelbtlbe 




Derlag oon Del^agen & Klafing 



3)ur4 bie ffitießöerelßniffe , bte bem ruifift^en Sclbjufle fotflien, tuurbe bei: ßc- 
iDÖf)nIi{^e SebendlQuf ^elodltfam unteibioc^en. gür bie (Sltertt eine DueQe Kairoern 
Sorgen unb Iiarter 3Jer[uile, tica^ten ben ßnaben Xniptienbucc^jüge unb Sinquai' 
Hetnnflen roiKfornmene ©c^aufplefe unb ctnregenbe Unterlialtunfl. Sefonberö befteun« 
beten (ie fi^ mit ben Sofafen, beten einer unfern ijri^ reiten Ie£)rte unb il)n ßunben^ 
lang ft(& auf bem $fetbe tummeln lieft, '^it ^aben Deimilberten Wo^I elmad, bafflt 
etweiterte [\äi Oft ®t\ii^t$htii. 

3in :£)erbfi 1813 mürbe gti|j in bie Ouatta beS O^mnartumiS aufgenommen, 
bad ti bann met)rere ^a^ie I|in&ut(^ befuc^te. SüaS geringere SKag Don ^eif)eit be- 
t)aflte i^m juerft Rienig, boifi geroötinte er fi^ balb baran unb galt aia ein peiniget 
©(^ötet. JJni^ etmoc^te ober au4 bet Irieb in if)m, felb|i etroa« ©iffttboreä )u 
fc^ttffen, unb fo liefe et nic^t Su^e, alö bis il)m bet SBoter ein Stürf Sirnbaum^olj, 
©(^neibeifen unb äßejfer onöetttnute. Sr öerfut^te fi^ juerft an einem Eic^enblatt, 
unb ha iijm bte gi^eube be« SJaterS batübet nid|t entging, tot et ^infort in ben 3rei= 
punben nichts liebet alä fc^neiben. Botb oerft^affte er fitfi aut^ SSac^S unb SKobet> 
Iiert|öljer unb übettofc^te ben Sßater mit ber Siai^bilbuna eine« gaunä no(^ bem 
Sbgufe einet ^ntife. ^er 9Jater motzte ben fünftigen Mnftlet in tt)m at)nen; et 
liefe it)n gern geniä^ren, unb fo entüanben unter feinen §önben gifc^e, Stüfc^e, Safer, 
bie et n(i($ bet SRatur Sllbete. Dabei lourbe er ber 9Iotmenbig[eit inne, jeii^nen ju 
lernen, unb übte fic^ batin gunäc^ft auf eigne $anb. 

:3n ber Üfä^e beg grofeettetlic^en ^aufeä auf ber Xei%affe, in bem au($ bie 
(Stiem Stufua^me gefunben l)atten, molinte bet Xl)eatetmaler ^eibeloff, ein IBtubet 
beä befannten Saumeifter«. Jttft mor mit beffen ©üljnen befteunbef, nomentlitft mit 
bem jüngeren, Sllfreb. Sßatet |ietbeloff ertannte SPtellerä SBegabunß unb erteilte it|m 





flctn flcinc Sluftrftgc in fct= 
HCT 3Berfftatt. ;,®clcflcnt« 
m/' erjftlilt bicfcr, ^retc^tc 
et mit SSotlageblättet , unb 
ein Sob übet meine fc^n^a« 
(^en $tobu!te tegte aQed in 
mit auf, fo bafe ic^ oft 
fc^Iaflofe Slac^tc baöonttug. 
Untct feinet Scitung SRalet 
ju metben, fc^ien mit bad 
fc^önfte Sebendglüd. 9^0^ 
el^c ic^ fonfttmiett toutbe, 
Detunglücfte bet btaoe 3)2ann 
butc^ einen ©tutj üon bet 
Scitet. 3^ ttJö^ öieUcic^t 
ttoftlofet aU bie eigenen 
Sinbet. 3)te gteunbfc^aft 
mit älfteb abct toutbc immet 
enget, unb toxi toaten einig, 
betbe SKalet ju toetben." 

Seit 1814 befud^tegtife 
neben bem ®Qmnafium bie 
fteie Seid^eufd^ule , bie auf 
@(oet]^ed9(ntegung fc^on aU^ 
balb nad^ beffen Übetfiebe* 
lung nac^ SBeimat, 1775, 
JU bem SttJede begtünbet 
tDotben n)at, „bet allgemein 
nen Slefd^macfdbilbung unb 
Qnbufttie ju bleuen ". Sie 
ftanb ie|t untet bet Seitung Don ®oetl^ed gteunb, bem ©d^tueiiet ^eintic^ alteret, 
^oftat SWe^ct, genannt „ffiunfc^tme^et'', öon bem ®oetl^e tül^mt: „6t fptic^t nie» 
mald mit mit, ol^ne bag ic^ aSed auffd^teiben möchte, n)ad et fagt," galt gleich» 
loo^I bei bcn ©d^ületn nic^t aU ein antcgenbet Seiltet. 3)e^ iungen ^teilet ieboc^, 
bet fid^ ftül^jcitig üot feinen aKitfd^üIetn au^jeic^nete , nal^m et fic^ mit bcfonbetem 
6ifct an, unb nac^bem biefet ba^ ©^mnafium öetlaffen f^atte, täumte et i^m in 
feinem ^an^ an bet @dplanabe (je^t ©c^idetfttage) , too ftc^ bamald bie Untettid^td« 
taume bet ctften Slaffe befanben, ein fleined Siinmet ein unb untettt)ted il)n in bet 
Runft bet Ölmaletei — eine pctfönlic^e SSctgünftigung , bie etft butd^ SSetfügung 
t)om 7. 3)2ät5 1820 }u einet (Sintic^tung etl^oben tDutbe. ^teilet etmatb fic^ untet 
feinet Seitung gtoße gettigfeit. 3)a§ bet SKalet bamate noc^ fettet füt bie S^' 
beteitung bet gatben fotgen mufete, wat ^toax befc^metlid^ , bafüt xoutbe et mit ben 
Glgenfc^aften bet öetfc^iebenen götben unb mit i^tem SSettjalten jueinanbet, ju ben 
®inbemitteln unb ju ben ©inflüffen öon Suft unb Sic^t nol^et öetttaut. 

@d fel)lte nic^t Diel, fo mäte ^teilet bet ^unft abn^enbtg gemad^t tootben, unb 
itoax butc^ einen ^ünftlet. 2)ie 9iabietungen bed alten ^ol^ann @Iiad Slibinget, Don 
bem man il^m gefagt ^atte, et fei gotftmann getoefen, machten butd^ bie natutgetteuc 
3)atftettung bet jagbbaten liete fo lebl^aftcn ©nbtud auf if|n, ba§ et eine S^itfang 
etnfllid^ mit bem @)ebanfen umging, auc^ gfotftmann ju loetben unb bie äRaletei nut 
nebenbei ju betteiben. Sefötbett mutbe biefe Steigung butc^ bie 93efanntfc^aft mit 
bem ©ol^n eined in bet 3läf}t öon SBeimat »ol^nenben CbetfötjietS, ben et übet ben 
@onntag öftetd nad^ feinet ^eimat begleitete. 2)oc^ bad toax nut ein Xtaum. 

2)utd^ eine nad^ bamaliget Slnfc^auung übetaud n^eitl^etjige SSetfügung bed i^et« 
gogd Saxi 9luguft Dom 29. 2)e3embet 1810 n^at bie Dotl^anbene Sammlung Don 



«66. 5. Vlaltv tan 9toti. OleiftiftfCiaa^ Vnttoer^en. 

(3u Seite 16.) 



^n^etlen, au# bei t)ter nui bte auf @oti\)ti SBetrieb tmozbtntn Sarftenäfcfien 
3ei(^nun{|en tieivoige^otien mexbtJi mögen, auc^ ben @(^ülein ber 3't(^enf($iile ltid)t 
jugäitQli^ gemalt tcerben. 3^ fetfiiger ahn ^teßei bif# Genügte — aQinäl)Iic^ 
fling et auc| on iai flopieten älterer ©emfitbe — , befto mefir put^ä feine SBegierbe, 
me^r ju fetten, unb inä&efonbeie toat ti fein ^eigefter SSunf^, bie ^leäbnec Valerie 
tennen ju leinen. $ie Slterit fiätten üfm bie Wiittl baju nic^t getoäl^ieR lünnen. 
3)0 iot fid& it)m Gelegenheit ju eigenem Secbienft, junödifi burc^ eine Stibeit fiic ben 
Snc^I)änblei ^ofntann in SQeintai, bie ei gemeinfam mit feinem ilrreunb ^eibeloff 
audfüt)rte unb bie iebem von itinen „einige fiebrig Sialei" einbrachte, daneben übei= 
na^tn et noc^, um \iä) bie SßDglii^Ieit eineä längeren ^ufent^altä in 3)re<^ben gu 
Oerfc^Qffen, eine öufeerfi longroeilige Slrbeit: ba* 9lugmal«n uon S'iipferftic^en für bad 
mit SRe($t berülimte iSilbeibuc^, baä bei früliere ^etgoglti^e @el|. ^abinettäfefietär 
^iebricfi ^ufttn i8ertui$, ißegrünber beä SonbeS=3tibuftiiefontotiä, feit 1790 'i)tvani' 




gab, foluie für ein SDJeif bedfelßen SJeilagö übet Obftjuc^t. Sr ei^ielt fünfjtg obei 
aud^ ^unbeit 3lbjUge, baju lüaiben unb eine ^oif^iift für bie SIuäfitl)rung. 2)er 
^Dcftfte ßo^nfag toax i^m oerwifligt, er erhielt fünf Saler fürä ^unbert. 3m etften 
ffifnter, 1820/21, brat^te er'* boit auf fünfzig Später. Sauec genug roaz'i üim ge« 
moiben, tiogbem natim et bie eintönige Slrbeit audi im näc^ften hinter miebet auf, 
um feine 3>iegbnei @tubien fortfegen gu tünnen. 

„ajlit meinet Steife na(^ IneSben," fagt $ieQet in feinen 9ufjei($nungen, „he 
gann für mic^ ein neuer Sebendabff^nitt.'' 3"[i> ctftenmal fanb et fi(^ in einet 
großen @tabt, allein unter lautet ftemben SDIenfc^en. ^et Charge d'afTaires be* mei* 
marif(^en $ofeg, Sflaior SJeilo^ien, an ben ei empfolilen mar, na^m fii$ jmat feinet 
fofoit liebenSmittblg an unb fam für it)n um bie Qttaubniä ein, auf ber ®a!eite ju 
atbeiten; roeitei gettaute fic^ übet ber ftfiüc^terne junge SDienfc^ nii^t feine Qtit in 
91nf))ru($ 5u nel)men. Unb ba bie (Sitaubnie ni(t|t eben eilig erteilt touibe, füllte 
et fii$ fo veilaffen , bag et fic^ ntt^t einmal hai |ieij fagte , ein @peife^aud auf- 
)ufu(^en , fonbetn etnja Oietje^n 3:age lang nur Oon Stot unb Db|i lebte. 3)lef( 



3eit tienu^te ex ju SJatibeiungen in hie Umgegenb, itiottbtvi in ben $(auenf(^en 
®runb, wo « oiel jeic^nete; gegen Slbcnb fe^rte et bonn in ber Dleumü^I^eini mo 
et aQmÖtilii^ audi einige junge ^ünftlet aui Srei^ben fennen [einte. 

©nblic^ tarn bie erje^nte Erlaubnis, ffilo^ifenben ^etjenä betrat er baö ^eillfl* 
tum ber ©ülerie am 3übenl)Ia6. SJer etile ©inbiuct übetmöltigte i^n fo, ha% et 
Wioetflenb an ber 3:ür fielen blieb, bis ber ajtena it|n fragte, ob er jemonb fu(5e. 
3nf;)eftor ^emiani, ju bent er mit feinem Erlaubniäfc^eln geführt mürbe, beutete nur 




IRiiA einn f^otogcoti^li 



mit bet $onb auf baS ^tn^a ^in, ido er feine 95er!ftatt auf|<^lagen tbnnte. 3)ie 
Sßitte, ein ©Üb Don ^nfob Muiöbnel unb etnö öon $aul ipotter fopieren ju bütfen, 
trug it)m ein l)ö^nif(Iie« Sachen ein. dtfl baö freunblic^e 3uteben beB ©ienerä — 
ber maifere Sßann ^ieg Se^er, luar Supfeiftei^ei unb tuurbe [päter jroeÜer ^nfpeltor 
— ■ brachte il)m bie ©pta(^e miebet bei; bem Mate gegenübet, etmaS £eicf)tere8 ju 
möljlen , be^arrte er boi$ auf feinem SSotfa^. Stroa eine Wo^e »erroanbte er auf 
baö ftumme fflettuttiten ber ®alerie. §Qiiptfä(^Iict| jogen t^n bie SRieberlänber an, 
Vor allem ^afob Slulöbael, mälirenb i^n bie Italiener noc^ fremb onuiuteten. ^^^t 
n)ieberI)olte et feine Sitte , unb — o ffiunbet ! — SuiSbaelS ^lofter routbe l^ut 




geietc^t. ^en i^tn ütiqu 
iDiffenen SßloJ bcf)errf^te 
tc ganj alletn : n (ag an 
ber SnittaQäfette, roo nif= 
tnanb aitieiten mod^te. 
„%to^ aUtx Unfiequemllc^' 
feit," logt er, „Bei bent 
fc^Iec^ten Sid^tf oerUfite 
ic^ unenbltc^ glürflii^e 
©tunben Dot biefetn ganj 
einjigen SBetle." JJer Sn- 
ffiettox ^atte t^n ht\ fet= 
nen SäJanbeningen biirc^ 
bte ®aletie immer fie^ 
obodtet. 3(rä bfe Untet= 
matunfl fetrtfl mot, ttot 
et ^eiatt, be|a^ fic^ mit 
Xeilnat)ine bte Arbeit unb 
mied bem Eunftjüngei avti 
freien ©fütfen einen be(- 
fern ^lofe an. SKit bem 
goxtfi^retten be8 ffltlbeä 
n)U(^!ä mt^ fein WotjU 
raoHen, unb greller ^tte - 
feiner ®üte manchen Sor« 
teil ju banfen, u. a. bie 
fÜHfd^ineigenbe ©rloubnil, 
fi(^ über Sßilfag ein- 
fc^Iie^en ju laffen , um 
weitet ju arfteiten. 

9Bit ber fertigen Sopie be« erwähnten Silbe# unb einer jmeiten nai) einem 
Sie^ftücf Don Rottet fofflie ja^Ireic^en 9!aturftubien U^^rk ber junge ^iinftlet im 
§er6ft 1821 nad) SBeimat jurüct. 9tn ben Selben ©ilbetn ^atle ÖSoet^e, bet ben 
Slnpalten füt Sunft unb 2Biffenf(6aft Dorftunb, folc^e Sreube, bafe er fie Quö ben be= 
fd&rönften SDIitteln bet 3ett^en(c5u(e für 80 3:aler anfaufen liefe, {^t^t befinben fie 
fttg, ebenfo mie bie nac^l)et ju eriDä^nenbe ßopie Don @(^lofi !6entt)etm , im @rog' 
^erjuglidien ailufeum. SSlaä) feinet eignen @rjal)Iung fiätte ^ßreHer ©cftlofe SBent^eim 
f^on 1821, baö ffloftet 1822 topiert, fein im @DEtfie.3[a^rbuc^ 23, ©. 3 mitgeteiltet 
SBrief erroeipt iai jebocfi aiä irrig.) 

3n ben §etBft 1821 ift rootil am^ ^BreDerä erfie petföntic^e »efonntfc^aft mit 
@toet^e JU fegen, tiefer lieg il)n eineä %aqei ju \i<i) rufen, „^i^ füllte," eigä^It 
^teilet, „aU idi bie 2;reppe Quffüeg, mein ^etj ft^Iogen, meinen 3ltem ftoden. äH 
iif in feine ©tubietftube eintrat, flanb er ^oc^aufgericfetet Dor mir, feine ^errli^en 
Slugen ft^ienen Sunfen ju f)}rü^en , icf) fiil|Ite , ba§ mit bie @)ebanten Dergingen. 
©eine Stimme, feine Dötetlitiie atntebe braute ml(^ in« ®Ieiä jutüd." ©oet^e lobte 
junät^ft feinen Spleiß, ermutigte i^n, feine SRoturftubien fortjufegen, unb erteilte i^m 
bann einen Sluftrag, Don beffen Suiäfü^tung et bauernben ©eminn ^aben netbe. Sä 
tianbelte fii^ um 3)atfteIIung ber Derfd&iebenen aBoIlenbitbungcn , in Slnk^nung an 
ein ©c&tlftcben Don 2u!e ^orootb, beffen Uberfe^ung et l^m ein^onblgle. 2Sie bie 
noc^ Dor^anbenen SBlätter geigen, ^aiit greller junäc^ft iBoetiit^ eiflen[)änbige SHjjen 
Itti Steine gu jei(bnen , bann aber na^ eigner üSeobac^tung äSoItenbilbungen bar^ 
guftellen. ,^et junge SßreHet brachte meine StßoKenäeittinungen InB Steine," Reifet ti 
in ®Det^e8 9lufäel(^nungen über bü8 3flt)r 1821, unb ba« ^agebuc^ entl)ält unter 
bem 9. ®egember bie fflemertung : „fflaler greller, meteorifc^e Btif^nungen bringenb"; 



81(ifti|lieii6ming Vi 



II 

am 18. fptit^t er mit Wfqn „über 5ßreIIerä SHemunetaliDn". 3)0^ ^ßreller in ber 
%at QuS bet it|m Dott Soet^e aufgetragenen ^xbtit gcogen Slu^en gejogen ^at, lefirt 
bte Jßetiac^tunQ fetncE ^emiilbe unb felbft feineE ^^it^nungen. 9iä[^^ ©onne unb 
^inb waten i^m bfe aSoIfen bad SBetefienbe in bei Sanbfc^aft. @« flttt fieser loentge 
Sanb{ii|afteE , beren SSetfe folc^e SßannigfaUigteit ber SQoIfenbilbungeR unb suglett^ 
fo feine iSeobac^tung bei Derft^iebenen Wolfen nai$ @eftalt unb 0aibe unb na4 
f^rem Serratien jur Stimmunfl in bei Sanbfi^aft jeigen. Ceiber geloä^ten bie p^oto= 
grafi^ifc^en DladibUbungen bei @einälbe (eine rechte äjorfledung baoon , tueil fie ben 
®egenfog äioifi^en blauem $imntel unb lichten SBoIfen nl^t erfennen laffen. 

%[U ^eQer gegen @nbe Slpiit 1822 mieber naü) Stiedben ging, gafi i^m ®oett)e 
einen ausführlichen ©mpfe^lungöbrief an Dr. SatI ©uftau ßaniä mit, ber i1)m einige 
3a^ie juDor fein ße^rtiui^ bei Oergleic^enben 9InaiDmie gefc^idt unb bomif einen 
fiud(|tbaren gelfhgen iSnhijv eingeleitet ^tte. (@. ®. Satuä, Soet^e. 3^ beffen 
uöi)erem SBerftänbniä, Seipsig 1843.) ©ift 33 3o^te att (geb. 1789), genofi earuä 
bereits btn SRuf clneö überaus tü^tigen 2tijte8 unb (Bele^rieii. Ur roai aber in- 
gleiifi ein ^etoorragenbei ßunflfennei unb übte felbft bie Sanbft^aflämaleiei , beten 
aufgäbe et in feinen SBtiefen botübet {Seipjig 1831) fo beseic^net: „SJatftefluna einet 
gemiffen Stimmung bei ®emütölebenä burc^ bie Sta^btlbung einet entfprec^enben 
Stimmung beä 9taturlebenS. " B^ei Sanbfc^aften Dou feiner $anb befinben fi(^ in 
bei Steäbnei Valerie. „@ie Dereinigeu," tonnte i^m ®oet^e mit DoHer Slufttcfitigfeit 
t(i)teiben, „fo Diel etgenftfiaften, gä^igWten unb ffertigfelten , beten innigfi lebenblge 
ißetSinbung teilne^menbeö SBelounbein ettegt." 3üt ^teHetS empfänglic^eö ©emüt 
wai bei Umgang mit biefem SRanne Don unfdjö^batem ä^ert. 9iid[it nur ba| biefei i(|n 
Üfterd )u jic^ einlub, i^n in baS SerftänbniS bei älteien Sunf) einführte unb öbtt 
afletlei auftau(^enbe Stagen ouffläite, bot i^m nui^ beffen teic^e anatomifc^e ©ammlung 
®etegenf|ett ju ireiteren Stubten; ein mit uotliegenbeä ©lijjenbui^ öon 1822 enthält 
eine SKenge foigfättig üu8gefül)rtEt SEti$nungcn nai^ 3:ierf4(ibetn unb @eti|)pen. Qu 
ben ßieblingSfiubten beö üielfeitigen ®eleliiten ge^ötte ferner bie ©^mbolif ber menfc^' 
liefen ©eftalt — bet ?Iu8biu(f beS inioenbigen älienfdben in Haltung unb ®ebätben; 
ou(^ batin I|at greller fi<$er mancherlei Anregung Don tt)m empfangen. @ein üStlbniS 
batf bat)et ^iei nitl&t fehlen (9lbb. 3); ti ift bag früt)efte untet ben mir betannten. 

Stuf ber ®oIetle topierte freuet je^t ©c^Iog aSenl^etm von 9{uiäbael. Sieben 
biefem gog i^n bamaU, Wie er fic^ auSbrüift, „ein bunfleS ®efü[|l unwibetfte(|Ii(^ ju 




Hbb. 9. ai(fl(iibet ^uitti. Sepin-StiMe. (8u Stitt !1.) 



12 

fSloube ßortflin unb 5ßou[fin ^in." (Ob 9ItcoIoä $ouf|in ober fein ©(^Waßet unb 
@[^ülei: @aä)]aib ^ugt)d gemeint ijl, miig l)ier, mit oud) roeiter^in inef|rfai$, ba^tn< 
gejleat bleiben; beibe mürben bamaie faft mie eine ^^erfon tie^anbelt. i)ie SCiieSbner 
®alerie lueift Don jenem nur wenig Sanbitfiaftlic^eö auf , e6en(o @0Elt)e8 ffupferptic^= 
©amratung,} Sei oHet ffieifi^ieben^eil bei bret gtoßen SKeifter fanb ''^Stellet boc^ 
eine ßeiftiße a^nlic^Ieit in bem tnnern Seben unb bet 3Jaturroa^r^eit i^rer ©d^ilbe^ 
rungen, bie fic^ bo(^ uon peinlic^ec S^dta^niung fern tialten. ,3Kic festen,* lagt 
et, „bie Sanbf(t|dftdmaleiei (|abe in biefen bret Sltenfc^en i^re ^öc^fte ^ß^e eneid^t. 
®D n)u<$fen fie mii ins $erj, uitb fie tjaben i^ien ^(o^ nodi bann.' 

®Ieic§aeitiß »ibmetc '■^teBer ber Äunfl ber ©egenroart inel)t aufiner(|am!eit. St3 
Dor tutgent I)atte in 2)iedben im Sanbfc^aftlii^en bie Sietiic^fdie @{^ule fa^ unum^ 
fc^Tüntt ge^eir[(bt. ^n jeinem @inn unterricbteten fotnot)! fein Si^üler 2lo^in @[)Tt= 
Jüan ^lengel m auä) ^brtan Singg, ber ^ate Submig SUc^terö. ^n aQet ©tiQe 
^atte ber pnnige ffinSpar 3)Qöib griebri(6, ber, 1774 in ©reifSronlb geboren, gcßcn 
Snbe beä o^tje^nten l^a^c^unbettä ani Sopenfiagen naä) Bresben gefommen roar, 
but<^ feine frifc^e, oetgeifligte 3(uffQffung eine neue 9tit$tung angebaut ; an i^n I)atte 
fteg namentlich au<^ Saruä angefdilofTen. ^e^i toat ber Stormeger ^o^ann S^rifHan 
Olafen 5>of)I, feit 1818 ^rofeffot an- bet Slfabemie, in ben ^orbetgrunb getreten, 
beffen .railber dlatuialiämuS" Don ben einen Der^o^nt, von ben aubem bemunbert 
mürbe. Seibe tereint machten unroiberfte^Iic^ bem aWen ^opf tin ©nbe. Unter ben 
jüngeren SRetßem getc^neten fii$, neben bem frül) Detftotbenen $etnrl<^, ffimfl 3etb. 
OeEime unb ^oil 9BiI^. @ä^lDf| auä. Seibe gingen nocb ^ii^Iien, Don wo bie Flamen 
3ofef hinten &o<^ unb S^riftian Sfein^art b^i^überllangen , obne bag iebocb ^f rfKei 
ftbon burc^ fie berührt inorben märe. S)ur^ feinen Sanb^mann ben äjlaler @eorg, 
ber fein ©tubcnburfi^ mutbc, machte biefer bie Selanntftbaft ber etroa gleic^alterigen 
©(^üler ber Slfabemie Srnft Sttietfc^el unb 3uliuä S:i)äter, Don benen nodbmal« jener 
ali Silb^auer, biefer alg Supferftec^er ju ^obem ^nfe^en gelangte. iBeibe ^aben 
i^m Jfteunbfctiaft bcmo^rl; noi^ finb au(b bie fteinen ifliättet aui $tellerä Stomm- 
bu(b Oorlianben, auf bie fie fetbft i^re iBilbniffe gejeic^net Ratten. 3)ag mar am 
@c|Iuffe feine« britten Slufent^altä an ber @Ibe, ben er tiaufitfäi^Iicb bem 91atut= 
ftubium, namentlich im Uttenialber ®tunb in ber ©äcbfifd)en Sctiroeiä, gemibmet ^atte. 
„3cb befleißigte mic^,* fagt er felber, „bet giöSten Strenge in bet 3<icbtiungr foioo^I 
mit bem Stift olä mit Satbe. Sliefe ^Blattet, Don benen faft niditS me^t flbrtg ift, waren 




13 



vr *• 



^ 




trodcn, ober bte fo erreichte 
fienntnid ber 9tatur l^at mir 
burc^d ganje Seien Stüc^ie 
getrogen. 9tur auf biefem 
SBege fonnte ic^ ju einem 
XQXxlXWxi SBiffen fommen." 
9ta(^ SBeimar jurücf« 
gefeiert, füllte ber junge 
ßünftler ben 2)rang in ft(|, 
feine Rraft an einem felb« 
fiänbigen 9Ber!e }u t^er» 
jucken. (£r tt)ä^Ite einen 
©egenftanb, mit bem er ftc^ ^ 

anfc^cinenb fc^on im SBinter s- 
jut)or befc^öftigt ^atte : ^%- 
fa^rt auf bem ©c^tnanfee 
\^\ SBeimar (Abb. 4) — ein 
glüdlic^er ®riff in« öotte 
SOlenfc^enleben, toie er felber 
e« mit feinen gfreunben in 
ben frö^Iic^en @tunben ber 
@r^oIung lebte. 2)ie ®tim« 
mung ber 9Binter(anbfc^aft 
ift treffenb toiebergegeben, 
bie Stellung unb 93emegung 
ber menfc^Iic^en ®efta(ten 
für ein ©rftlingdtoerf rec^t 
iebenbig. 2)er auf bem 
©tu^lfd^Iitten fi^enbe junge 
aRann ifi fein gfreunb Slfreb 
^eibeloff, ber fnieenbe beffen 
trüber, t|inter i^m fielet 8te» 
gierung^rat ^ufelanb, unb 
ftc^ felbft ^at ber analer, 
toeiter hinten linfd, im ®e> 
f))rac^ mit einem anbern bar» 
gefteSt, ber ßatte toegen in 

bie $anb ^auc^enb. S3on ber %xt%t feinet SBagnlffed toar er fo burd^brungen, bag 
er, nad^bem er bad 93ilb auf bie StuefteUung ber 3cic^^iif(^ule gebracht t|atte, ed nic^t 
über ftd^ gewinnen tonnte, biefe tt)ieber }u betreten, obgleich er oiel Sob erntete. %tt 
(Srogl^erjog ^ar( Suguft fanb bad Silb „\t\)x geiftreic^ erfunben unb Iom))oniert unb 
fet|r forreft au9gefü(|rt''. Sm Dfiermontag 1824 fragt er ®oetl^e brieflich um feine 
äReinung über ben Gebauten, ben jungen äßaler mit nac^ 9tnttt)erpen ju nehmen, 
too^in er bemnäc^fi reifen tt)o(Ite, unb i^n bort bei t)an 93ree, mit bem ®oet^e be» 
reitd in Serfel^r ftanb, in bie @c^ule ju geben. ,,3e^t foftet mir ^reüeriS Steife 
nic^t oiel. Sd ift boc^ ber einzige Crt auf biefem Srbenrunb, ttio noc^ etmad grünb» 
lieber Untenic^t in ber SOlalerei u. bergl. gegeben mirb." greller felbft ^atte Don 
biefen Vorgängen teine Slt|nung, ald er eined Saged burc^ SJermlttelung ber gfrau 
t)on ^e^genborf bie Sufforberung bed (Srogl^erjog^ erl^ielt, fid^ am näc^ften äRorgen 
— ed »ar in ber erften ^ölfte be« SKonatd 3Wai — am JRömlfc^en $au8 im ?ßarf 
einjuftnben. 9Bie er bort feinen ®önner ®oet^e, bie ^anbe auf bem Stücfen, t)or 
bem ^aufe ^in» unb ^enoanbeln fie^t, ift i(|m bad eine gute SSorbebeutung. ®oet]^e 
prcift ben Haren äRorgen, er fiimmt freubig ein, benn er miD ^eute oiel fertig bringen. 
Xoc^ nun mag er felbft tueiter erjölilen. „2)ie %vx öffnete fic^, ber alte ^err trat, 



9»6. 11. 3ofef91ntonfto(^, Wont 1830. Oletftiftsnt^nunQ. 

(3u (Seite 28.) 



14 

tbenfaüs ble ^änbe auf bem 91ü(fen, i)tvaü$ utib itii^tt Sott^e bie $onb mit einem: 
,®uleii SKoiflen, aiter!' — ^fet ift ber junfle ?ßtet(er,' (Oßte ©oet^e. Sotl Mufluft 
menbete fii^ mit b« Stofle an raii$: ,^aft Iiu bte EiBfa^rt a^nalf?' — ,3a, gnä' 
biflpet ^tr.* — .aSer finb ble jungen Seule batauf, ro« ber Strfe ^inter bem Stu^I- 
fi^tiiteu?' — ,(J« finb meine JJwunbe, ber ^int« bem ©c^Iilten tft ^ufetanb.' — 
,9{i(^ti(|, aU ben ^ab' i(t) it)n eilannt. WaS benift 2)u biefen ©ommer gu unlee' 
nehmen?' — ^(^ {jobe öor, no(ö ©alaburg gu flef)en, um laubfi^oftllt^e ©tubien ju 
machen.' — .^ötteR 3)u rool)I Suft, nac^ ben Sßlebeitanben ju ge^en?' — ,D jo, 
gnäbigjier ^terc, boi^ boffli möditen meine öeftfiränflen SRtttel (c^ttietli(!& au^tel^en.' 
— ,9hin, baffit foll geförgt werben , nätrifc^er Secl. $arfe Iieine fieben @ä(6eli^en 
unb pnbe 35i(^ morgen frü% 0(^1 U^t ouf bem ©t^IoSöof ein, um biefe geU ße^t'« 
foct.' — 3(^ banfte i^m mit einigen Derlegenen SSoden, na^m Don Sioet^e fogtcidd 




STbft^ieb unb empfo^l mt4 38ie icti na^ |ioufe getommen, oti eegangen ober ge- 
flogen, iü) mtii ti nic^t.' 

gür bie aSuttet roat eS fein ffleineä, ben ©o^n bU jum nä^iten SKorgen für 
eine folc^e Seife aui^iuftatten. ^Unftlic^ fonb et fic^ auf bem ©c^loßfioi ein. 3)et 
©rofilietjDg beftieg mit @enerai ©eebodi feine alte Sttoftöfe, niöl)«nb für 9lat §age, 
ben fiammertiiener unb ben jungen SKafer, bem bie gauäe ©otfee noi^ wie ein Staum 
mar, ein bequemet iRetfeioagen bereit flnnb. 3n ®ent belüfte ber ®to6t)erjoö feinen 
jüngeren ©ot)n ^'"iog iBcnit)aTb, bet ali SlnttliQlter in t)oaänbifc^Em SJienft bort 
feinen ©ig ^atte unb bte Seifenben bei fitf) aufnahm. ^JJreHet aber ettranüe on 
einem gaftttfd&en Slcber unb mufete 17 Sage baö fflett pten. „Donnerroetter , 3)u 
^aft mir bte 3ett lang gemni^t," fagte ber Surft; et ^ti^U i^m ober noc^ gebulbig 
aQe itunftfc^äbe bei ©tabt, M« ti eine« aßoigend ^ieg: „^e^t rnac^ ^i(^ reifefertig, 
i* nitE S^tc^ gu oan iöree fn Mntnierpen tringen." Siie Sa^tt ging übet SBIiffingen, 
Bon ba auf einer taniglic^en ^ac^t über mibbelburg, jdd bai ^laufl be8 Sürgetmetfter« 
mit feinet gebiegenen Einrichtung bie Semunberung beä jungen fiünßlerä etregte. 



15 

3n SHntmetpen fu^x Äorl äuflwft, nat^ einfiünbifler SHafl, mit i^m ju ooti ffltee, 
bei furj juODi 3)irettor ber Ufobemie getDorben toat , itnb übergati l^n biefem qB 
©ctiület. Slm noc^ften SRorQcn trat er bie Sftarfrcife an, unb %xoax aiif ber ©dielbe. 
„aiä et," etjä^lt SßreHei, ,baä 83oot befilegen ^atte, letjrle er lit!^ nac^ mir um unb 
fptac^ bie mir für meine Sebtnöjeit unDerge^Iic^en 5ßiorle : ,^öre, *ßreller, t^ ^titie in 
Meinet ^unft gar manchen jungen Slßenfc^en reifen laffen, eä tft aud teinem etioal ^üd)- 
tigeä geWDiben. 3" ^i^^ ^Q^^ i(^ iStrtiauen. Strebe banat^ , Seinem ^aterlanbe, 
asir unb mit E^te ju motten, jjun berufe %i^ @oti !' — @r reichte mir bie §anb 
unb Ile^ mlc^ ttauemb iuriitf." 

3nirotfd)en Ijtitte oan SBree fi^on füt ffio^nung unb ffleföfttgung gefotgt. Ut 
m«r ^tftorienmalet ; fein grofeer Süiiftler, nfiet ein oorsügfic^et Se^rer, ber nomentIt(^ 
Ihcng auf jmeifDiäitge S^iteinteilung [|ielt. ^reKec ^at, fo fe^r i^m jeber 3>i>(tiiQ in 




bejug auf SRittel unb 9Bege bei getftiQen SluSbilbung jumibei mar, fletS banfbat an« 
ertannt, roal et bei il^m gelernt t^atte : cor allem gtünblic^ Kenntnis beS menfi^Itc^en 
SötpetS, nii$t mtnber aber bie ^^rtidfett im üßalen. 9lu^ menfc^lii^ jt^eint er bem 
©t^üler nalie geftanben ju ^oben; „ic^ rooflte," ft^reibt biefet fpäter, „l(| fönnte i^m 
nodd einmal um ben ^olä follen". 

SBeli^ei SSeit ouf bie Senntnig bet menfc^tic^en ®eftalt gelegt niutbe, jetgen bie 
^lüfungäaufgaben ; ba maien in ber iRegel biet Sertpfie ju jetc^nen: bon Dorn, bon 
hinten unb liegenb (n ber SSerfßrjung, unb bann mußten alle brei „in SKuSleln ge- 
fegt" Werben, Setnet wat baö lebenbe SfiobeH mit Sic^t unb ©c^atlen oM bet ©c- 
inneiung ju jeic^nen ober bai ®tz\f)ft in bte Umtigjeic^nung cinjufügen, :3^E"b* 
meiere ^ilfömittel burften babei nit^t benu^t werben. „Sei folc^en arbeiten," fagt 
^wUer, „Waren mir unfete eigne ^oltjei, benn e3 ^anbelle fit^ um bie tjöd&fte 3Iu«' 
jeii^nung." ^t) fiatte fi^ in i^m bie Überjeugung auägebifbet, bag bte genaue 
^enntnid beö menfc^dc^en S'ötpetö bte unerlägti^e @SrunbIage bet btlbenben ^unf) fei, 



16 



auf ber ftc^ alled SSeitere leidet aufbauen laffe. SEBem fic^ in ber menfc^Iic^en (Sieftalt, 
aU ber ^one ber Sd^öpfung , bie ©c^önl^eit , b. 1^. ba^ ^armonifd^e @benmag aller 
Seile unter fid^ unb im S3erl)ältni^ jum ©anjen, einmal erfc^Ioffen l^abe, bem tuerbe 
fie auc^ in Steren unb ^flangen, in ber Sanbfc^aft, in ber Strc^iteftur offenbar unb 
toerftänblid^ merben. Slnberfeitd n^erbe man eS auc^ bem Sanbfd^aftdbilbe leidet an^ 
merfen, menn feinem ©c^öpfer bicfe Orunblage fel^le. 

Sm äRalen förberte il^n Md ^o))ieren in t^erjüngtem äRa^ftabe nad^ Stuben^, 
beffen flewaltiger @eiji, reiche $ßl|antafie unb blü^enbe ^axbt i^n öor anberen anjogen, 
unb nad^ öan 2)Qcf. 8ln biefen erinnert in ber geinl^eit ber garbentönung ein SilbniS, 
ba^ greller in jener 3cit öon bem il^m befreunbeten SKaler öan Slo^ gemalt l^at. 
9ln biefer ©teile mag eine Sleiftiftffijje ju biefem Silbe $Iafe finben (?lbb. 5). 

9lm ©c^luffe ber $ßrüfung mürben bie Seften j|ebe«mal öor einer gelabenen Ser= 
fammlung, an ber bie erften gamilien ber ©tabt teilnalimen, gefrönt — eine ®in= 
ric^tung, ber greller bie frül^e ted^nifc^e Sleife ber jungen Seute, aber aud^ ben äRangel 
an ibealem ©treben jufdörieb. 

Über bie öon ben ©d&ülern gefertigten ffo^jien alter Silber l^atte fid^ ber S)ireftor 
bie Serfügung t)orbeI)alten. Um nun bod^ ettpad nad^ $aufe fd^iden ju lönnen, magte 
fid& ^reEer loieber an eine eigne Sompofition. Slbermalö ein ©tücf Solföteben: ein 
Särenful^rer mit feinem (befolge, öon 3ufc^auern umgeben. 2)ad Silb befinbet ftc^ je^t 
im ®rofel^erjoglic^en äRufeum ju SBeimar; ffanjter öon äRüller fal^ e§ Sonntag ben 
9. 3anuar 1825 bei ®oetI|e unb bejeic^nete e^ ate wol^lgetungen. 3d^ gebe I|ier ba^ 
n^eniger leicht jugöngUc^e, flott gemalte ©tubienblatt toieber (Slbb. 6). 

©päter fd^tcftc ^retter noc^ ein jmeite^ Heinere« Silb nad^ SBeimar : Oretd^en am 
©pinnrab. S)iefe« bel^ielt ber ©rogl^erjog für fid^. gal^rjel^ntelang ^at e« im ©d&lofe 
geljangen, jefet l^at mir niemanb fagen fönen, wo eg l^ingefommen ift. ^üx unferen 
^ünftler l)atte biefe« Silb eine befonbere Sebeutung: bad äRäbc^en, ba« il^m baju 
gcfeffcn, l^atte fein $erj geioonnen, unb er l^attc ftd& mit il|r öerlobt. SRarie ttjar 

bie Soc^ter be« ©^iffgfapi» 
tcn« aKat^iag gric^fen, ber 
au« eJlen^burg nac^ 9lnt- 
werpen öerjogen toar. Sl^n 
Ijatte ^reHer nur flüd^tig 
fennen gelernt, jefet war er 
auf einer längeren ©ee= 
reife begriffen. 3)ie SRut- 
ter machte ibre (Einwilligung 
JU bem Sünbni« t^on ber 
feinen abljängig, liefe e« fic^ 
aber gefallen, baß fie ber 
junge ffünfller, ber burd^ 
fein offene« , treul^erjige« 
SBefen unb burd^ feinen 
gleife unb feine Scgeifte* 
rung für bie ^unft balb i^r 
Sertrauen gewonnen ^atte, 
fd^on je^t äRutter nannte. 
SKit ber §eirat l^atte e« 
noc^ gute SBeile; SRarie 
(geb. im äRärj 1811) war 
nod^ ein l^albe« Sinb, unb 
ber junge Serlobte mufete 
noc^ fcf|r ötel lernen ; baju 

3tbb. U. ©uonaöenturaQJcnelli. »Icifltftfüaäc 1833. ^^^ ^^^ ^^^^ ^^^ ^^^' 

(8u Seite 32.) lobuug ein froftiger ©porn. 




3)ad t|tec mit' 
bergtQt&ene SUbniS 
(f. atb. 7), bai bet 
[unge Mnftt» Don 
(einet Staut gemalt 
^at, foHnat^ bet iJa= 
nttUenüberlieferung 
in jener 8eit entftan= 
ben fein; in Sßa^t- 
^eit ift ti mljl erft 
fünf Sa^te (pätet, 
nad) feiner JRüiffe^T 
ou« Stauen, gemalt. 

Diac^ älalien 
näntltc^ flanb jU' 
nä^fl fein ffünfllet. 
Ttnn, fD filmet i^m 
au(^ bie Trennung 
Don bei (Steliefiten 
iDutbe. ®eine ^oäf' 
at^tung Dor ben nie> 
berlänbtft^en Sanb= 
fc^afiern, nomentlit^ 
oot Stut^bael unb 
€onbtngeR, tvat voä) 
biefelbe. 2)aneben 
aber mar i^m baS 
Sßerflänbniä für ben 
,I|i)^eten Sing ber 
©ebonlen'' aufgegan» 

gen, ben er in ben Sßerfen Don Slaube Sonain, $ouffin unb ^ijion DettÖi;iert fanb ; 
jugteid^ für bte teic^ere @[^5n^ett ber italieitifc^en 9iatur gegenübet ber nieberlänbifc^en 
Sbene. SHc^r unb me^t tiatte fitft in i^m bie ©rfenntni« gefefiigt, ba& et nur tn 
Slolien finben tonne, wo« il)n bem 3l«I« nä^tt fü^tte.. ©o faßte et fit^ eineä SRotgenS 
ein $et5 unb bat Don Stee, fii^ beim ®to6^etäog ju Derroenben, baß et nac^ Stntien 
gelten bürfe. iSait $ree ftimmte ju; er entlnffe i^n, fi^deb er bem @tog^etjog, „mit 
Set fc^önften Hoffnung, fic6 in Stalten gong awöjubirbEn". 9Iuc^ ®oet^e unb 9Meqet, 
bie feine Sortfc^ritte \ltii im Singe behalten ^tten unb befonbetd mit feinem eifrigen 
©tubium bet menft^Ii^en @eflalt jwfrieben waren, mögen feinen SBunfc^ befürwortet 
^aben. ^urg, er et^ielt bie ^iifiiG^ »n^ fefirte tm Suni 1826 noc^ SJBeimat gutüd, 
um ft(^ jur Steife nai^ bem ©Üben jn litften. 

Sßieber erWieä fi(^ i^m ©oet^e ali treuer unb funbiger 93erater; „nie," fagt er 
felber, „bin id) Don @oet^e meggegangen, o^ne eine Stntegung In meinem ©etuf ober 
eine gute Se^re mit nai$ $aufe gu bringen." ^n feinet ©egenwatt fal) ber alte ^ett 
bie ^appt mit ^faturftubten buri$ , bie er auS üntwerfien mitgebracht ^atte , unb 
ließ nur Bon 3eit i^ 3"* fein $m.' ^m! ^üren. „SBeim legten Statte taufperte er 
fic^ , unb groat fo ftatt , baß i(^ einen Sc^red befam , unb begann folgenbermaßen : 
S(| fe^e mit gteuben, baß S^nen bie 9iatur am $erjcn liegt. Doii} bamit @ie fii$ 
mit it)rem SBefen im ©engen Dctttaat madien fönnen, wiE it^ ^iintn einen Sot 
geben, ^n ber gangen 9!atur ift tein ^robuft, t)eiße ti wie ti wolle, o^nt trgenb< 
eine Sejiet)ung jw einem anbern in feinet SRö^e fte^enben. Um 3ft)nen ein beutItÄeS 
SBelfpiel gu geben: metlen ©ie genau auf beifammenfle^enbe ©äume ober geringere 
^flangen. 3)ie, welche bic^t beifammen flehen, entwideln fti$ gang anbete ali foldie, 
welt^e größeren SRaum gWifc^en fiit i/abtn. 9Iu(^ bet ©oben, auf Welkem fi(^ Me 




eicllll|'l*14nune, nm IBSO. (3u Sti» SS. 



14 

eknfaQä Ut ^änbe auf btin ^üdtn, ^naui unb lett^te (SoetEie btt $onb mit einem: 
.©Uten SHorgin, affer!' — ^ier ift ber junge IßteKec,' fügte ©ott^e. fiml «uguft 
menbete r«i& mit btt Stage an mii^: ,$nft SJu bie SiBfa^tt gemalt?' — ,3a, gnä- 
btgftet §err.' — .^et finb bie jungen Stute barauf, Wer bet äjirfe hinter bem Stu^I- 
ft^Utten?' — ,6a finb meine ^'^funbe, bet ^intet bem ©glitten ift |iufelanb.' — 
,JRi(^tig, al« ben l^ab' id) i^n etfannt. 3Ba8 benfft 3)u biefen ©ommee ju untet= 
nehmen?' — .^t^ I)abe bor, naH) ©aljtiurg ju Qtiitn, um lanbfc^offlici&e ©tubien ju 
mof^en.' ~ ,$ättefl Iiu too^l Suft, mt^ ben 9iieberIonben ju ge^en?' — ,0 ja, 
gnäbißfler §erF, bo(^ bofßr möchten meine befc^ränüten SRittel fc^metlfcfi auSteli^n.' 
— ,9(un, bafür foll geforgt loerben, ndtri((^er Kerl. ißoÄe ®eine fieben ©äi^eli^tn 
unb finbe S)tcb morgen fiü^ oc^t U[|r auf bem @<^(o6I)of ein, um blefe 3eit ge^S 
fort.' — 3*6 banftt i^m mit einißen Derlegenen SBorten, no^m oon ®oet^e fogleic^ 




Äbft^ieb unb empfahl mtc^. 3Bie tc^ mäj §aufe ge!ommen, ob gegangen ober ge« 
flogen, i^ luei^ i& ntc^t." 

3ür bie aßutter tonr eä fein ffleineä, ben ©oI)n biä jum näc^ffen aHorgen für 
eine foli^e SReife auääuflatten. ^ünttltc^ fonb er fii^ auf bem ©(^loPuf ein. ikt 
®to6f)etäOfl bejiieg mit ®cneral ©eebnc^ feine alte SSrof^Ie, roäl)renb für JRai ©age, 
ben ftammetbienet unb ben jungen Stalet, bem Me ganae ©nrfte noi^ roie ein Staum 
mar, ein bequemet SReiferoagen bereit ftanb, 3n ®ent befuc^te bet ©toß^erjog feinen 
jüngeren ©o^n ^etjog $ernl)atb , ber aI8 ©tatt{)altei in IjoHönbifc^em ^ienft bort 
feinen ©i| ^atte unb bie SReifenben bei fic^ aufnahm. ?ßteKer aber etfranftc an 
einem gafttifi^en lieber unb mufite 17 läge hai ffletl ^ülen. „3)onnemiettet , iBu 
^üft mir bie ^^it lang gemai^t," fagte ber gürft; et geigte it)m aber no^ gebulbig 
aUe Sunflfc^äje ber ©tobt, biö eä eineö iffiotgenS ^iefe: „^e^t mac^ 5)ic^ reifefertig, 
i(Ö Witt ^td6 ä" O"" *"f tn atniroerpen bringen." 3;ie Sa^rl ging über Sßltfringen, 
Bon ba auf einer löniglicften Sac^t über aJIibbelburg, »o bai ^ou8 beä Sürgermeiftet« 
mit fetner geWegenen etntic^tung bie SBetounberung beö jungen SünfiktS erregte. 




Ungern entließen i^n btc Eltern in hai fiembfprof^lge Sanb — i^m felber motzte 
boä feint Sorge. 'Bitjwn tvurbe il^nt ober baä $erj beim SCbfi^ieb Dont @ro|[)erjDg, 
bei bamalä ernftlic^ leibenb mav. 

9tlB 9tufentt)flIf8ort in gtalien mar itim junäc^fl SKailanb angeWiefen, lUD et 
unter Seitung beä 3)ire(iorB Sattaneo feine Stubten on bcr SHtabemie fortfetjen foHtc. 
@r reifte über SRün^en unb ben Sienner unb machte jenfeiliä ber Sllfien junöi^ft noi^ 
einen ^bftei^er nat^ ^enebig, idd i^n bie in folc^er SDienge unb ^rai^t no^ nid^t ge= 
fe^enen ©emälbe ber bortigen ©i^ule, Oor allem lijian*, mächtig anjogen. %n bet 
SRailänber Sfabemie loaren gerien , ßattaneo War netreiff , aud) bebiirfte tä erft be- 
fonberet Sitaubniä auS bem fernen Sßien. ?(m liebften l)ätle greller ganj auf jie 
Derjiditet; auf ben iNat beg ^;]ferfted|erd Steinla, ber fic^ bamalö in 3JiaiIanb auf= 
^lelt, melbete er fidi Im ^erbft bot^ aU Schüler an, befonberä um uacE) dem lebenben 
SßobetI, „al nudo", jeti^nen unb malen ju fönnen. 5iie 9lntunft öer Erlnubnil öer= 
j5gerte fid(i aber bis anitte ^ebruar. greller ^at fie alsbatb unb bann luä^renb be^ 
aStnierä 1827/28 fleißig benu^t, ou* für baS ©tubium ber ^BerfpelHöe, TOä^renb et 
fii^ oom grü^ljo^t hü jum Epätl)erbfl bem IRoturftubium wibmete; juerft om ßomet 
©ee, im jtüeiten ©ommer am ®aibO' unb am 3feo-©ee, im t5iüf|iaf)r 1828 in ben 
äRonti bi ^ianja, fübli^ Don Secco. ^ag er bie f|oE|e äReinung beä ©tog^erjogS 
über Sattaneo nic^t ju teilen oermo^tc, ifl in feinem SBerirfit an jenen (®Detf)e= 
3iaf)rb. 23, ©. 4f.) beutli($ genug iiolf^en ben QeiUn ju leffn. ^lofe biefer iifm jum 
^ofiieten Serfe beö in Stnlien lebenben $oEönbei6 §enbrif SBoogb, eine« 9Iacöül)metiS 
beä (Staube fiorrain, em))fnf|I, mar eine bittere Snttäufc^ung. 9(uct| Dermigte er ben 
peifönllt^en 9Jer(el)t mit Sünfttern, beneu er tjätte narfietfern lönncn. ^n ber Sc^nif 
fötbcrte i^U'bet feit 1811 in Sfiailanb oni^nltlicfie, an einem ber bottigen 3nftitute 
angefteUle ^uguft Sderlin; einer fc^raäbifi^eii, nai^ bem ^arj übetgefiebelten gomilie 
entftaramenb, nat)m et (tc^ beä jungen üanbömannä freunblic^ an unb fonnte i^m 
Bermöge feiner ©teHung «uc^ bie ÜJJailönber Sunflfc^äße in auägiebigerer SQJeife ju^ 
gängig machen, alö bnä fonft grembe ju eneic^en pflegten. 



21 

®ef(^äftlt($ roar ^Breuer — unb rfienfo fein ßanbömcnn Stbolf ffialfet, btt il)m 
im ^erbfl 1826 oon SKüiK^en au« folgte, — nn baö Sont^ou« SH^tiu« ßemiefen. 
@(e «tiielten jeb« iäl)clit5 300 Salet, batet Iiattcn fie Untcrricfit unb SKalgeräte frei. 
$eri: anqliuä, ein fiünflli^ei, oiellfii^t manc^inal etniaä fieintic^et ©ef^äftemann, unb 
feine ®altin, eine Sßetmaranerin, mai^ten ein flto^eä ^aai unb moten geflen bte jungen 
Seute I|Ö(^ft liebenömüibig, boc^ fonnte il|ie aufä ^iugeilt(^e genietete Slit biefeti auf 
bie ^auer m(^t reifet äufagen. Xoju tarn, ba6 fitö grau aKgltuä, »ie $teEer fagt, 
,auS Sangetiueile iai fdlalta angeiDül)nt" ^atte uub fitfi berufen fül)Ite, fte übet fi'nnft 
oufjulläcen. 

3unä($ft finben loti unfein jungen gieunb , ftü^ Don fünf U^i an eifrig mit 
Dlaturftubten befcfeäftigt , in fioveno Dberbalb änenaggto, an jenem iacfeenben (Srben< 
roinfet, wo fi[fe ber ßomer ®ee naät ©üben t|in teilt ; unb gmar ali ©oft ber SSam'lfe 
$enfa, an bie et butc^ äRgliu« empfohlen ift unb bie t^nt, ald fie eine Steife anttitt, 
bte 9Bo{)nung im $aufe beläßt. (Sinen guten ^ametoben finbet er an bem jungen 
Sarlo ^lincabelli , ber in bei St^metj Xeutfcfe gelernt t)at, mit bei @egenb genau 
Oetttaut ift unb i^n Don iDIenaggiD aui öfter« befucfet. Sein $erj ober ift in 9lnt' 
Merpeu , unb minbeflenl einmal im 37ional mai^t ein iSitef , biei gro^e Seiten eng 
bef4>^ietien, bie lange Steife baf)in unb ein anberei Don ba nacfe Italien. iSalb nac^ 
feiner Mnlunft ^at et erfahren, bafe bet Satei feiner äRarle Don ber iHeife jurüd» 
eimartet mirb, unb am 4, aiuguft legt et feinem ©rief an bie ®eliebte ein @ct|ieiben 
an biefen bei, in bem et feieiltcfi um i^ie $anb bittet. 

$agä baiauf abei eitianFt et an ber 9lu^i, bie i^n — im ^eiein mit ben ht- 
liebten ^eilmittetn be« 91berlaffenä unb ber iBIutegel — tläglicfe Don Säften bringt. 
3)et Siiftonb »itb immer etnfter , unb bem Sranfen bleibt nic^t Dcrborgen , ba§ bie 
SÜttöIeute Don Sooeno, benen feine Pflege antietttaut ift, feinen 2:ob erioaiten. S)a 
erfi^eint eine« Xageä ftatt feine« tJreunbe« (£atIo, ber eine tleine 91eife t)at antreten 
müfTen, ein ®eiftli(5et, ber i^m oiel Don bet ©eligleit beä 3enfeit8 fptic^t unb i^m 
rät, baS legte Ibenbma^l 5u net)men. „^uf bie Scll&iung," eijä^It ^leCler weiter, 
,ba^ i^ Sut^eraner fei, Derlie| mtcfe bei S^renmann, inbem er meine Xüt fo ^eftig 
5uf(fetug, bo6 i(fe im fetten Stugenblid eine ginfterfi^eibe »eniger ^atte . . . S3on ba 
an fa^ ic^ aber »ebet ben Sltjt, nod) jemanb, ber mit eine Sobung jugeteicfet ^ötte," 




abti. 18. »oniii BiiHia. Slutiit in «Kiftift, Sipin unt InW. ^- Ü'^ri 



(flu Siil(»U.U,) 



22 

Sunt ISlüd tarn fein Sieunb am biitten äRorgen Don feinei; iHeife guiUd unb b-ca^tt 
^ilfe, oI)ne ble er ffiol)! faum ben Sag üfier[c6t ^ättc. $teQei ^at in jenen ^o^ren 
noi^ Öfterg in Sefeenägefa^r gefcftweit — fo nitfc^te n einmal, baö SKeflei jum 99Iei- 
ftififvi^en in b« $onb, Don einem fjtlfen ob, ein anbermal Detfcfeludfe et eine Siabel. 
Slbec jene« Stlebniä tiatte fic( i(|in um tiefflen eingeprägt; unb mai ei f(^on nac^ 
feiner Snloge üon je^et aUem fd^ein^elligen SBefen feinb geioefen, fo toor er je^t fiit 
fein ganjed Seben gegen beiartige Sinflüffe gefeit. 

^reHei; ^atte, fobalb ei mieber reifefä^ig roor, SoDeno Deilaffen unb war nac^ 
9)iailanb gegangen, ^m <B)tpttmbtr FeE)rt er mit ^atfer in bie äJiUo $enfa jurud, 
IDD man inimif(^en 6effet für bie fflecpflegung geforgi ^nt. ffleiftig arbeilen fie ju= 
fommen ; erft bte äjefpetftunbe , loenn ble ®(o(fen tfinen , bie Reiben Iieimgie^en unb 
bie SBerge übet ben Wolfen im Slbenbtot erglühen, ift bem gemeinfamen ®ebenfen in 




bie (Ifcine geroibmet — au<i) Saifer I)at eine SBrnut in üßUnc^en jurürfgeloffen — , unb 
fie fingen jur Saute beutfc^e ßteber. ^m SStnlet moUen fie bonn fflilbet molen unb 
bei beten Übetfenbung ben ©cog^etjog um bie &Iaubni# bitten , nai^ Stom ju 
äietien. 

Srft im SJDDember festen fie ju Suge nact) SRailanb jurüd. 9(uf bet $oft in 
Somo aber empfängt ^retter bie Xrauerbctjc^Qft, ba6 SBctei Stii^fen auf bet ^eimreife 
in JBliffingen fc^roet etftantt unb geftocfien ift. iröffenb tenoeift et bie Stout an 
feine Sitein, benen et hai füge (Me^eimniä anceitinut ^nt unb bie bem ©c^niieger^ 
töctitet^En fofort i^te öoDe Siebe entgegenbringen. Um biefelbe 3elt ift f"« ^reunb 
^eibeloff, ben et no{6 auf bet 9ieife nac^ SBeimot in ^tanffutt gettoffen l)atte, in $<iri« 
Dom Sob creill iDOtben. 3lie Sflarfiritfit, bie er erft nac^ SlKonaten etl)ält, etf(^üttett 
ifin tief; „er war mit adeä," ftfiteibt er ber Staut, „et loar bec ttcuefte unb brovfte 
SDienft^ . . . ®u mu^t unb roitjl mit afleä etfcgen." äKit bemfelbeit ©riefe ftftidt 
et it)r fein SBtIbni« — DieHeii^t eine tetlleinette 2ßiebetf)oIung bee ^ier (W^b. 8) 



23 

tDiebetfltfletenen , baS wm biefe 3''* ber tupferftedict Subwla ®tunet in SDiailaitb 
gejetc^net ijai. 

3njit)if(^en ^atte bec ®Tog[)erjo{| burc^ feinen <Selxtiüx feinem iSc^ü^llnQ fageti 
laffen, n tt^at ganj Dotgügli^ auf il)n unb [)offe ialh ttmai Süc^tigeä uoii tl)ni jn 
eriialten. 0reubig teilt ei bied bei; iStaut mit unb fügt ^in}u, eS raitrben bemnä^ft 
fünf Silber abgeben: „SJon mir erfiält er eine grofie a^Iorgenlanbfc^aft unb eine Heinere 
in Dlai^mittagdlic^t , Don meinem greunb jmei tieine ^benblanbfc^aften , unb meine 
guten Altern foUen fic^ audj tnWä) einer fleinen äirbeit von mir erfreuen." O^ne 
i^orroiffen ber jungen Seute Iiatte ßattancD ben Oro^IieräDfl nm SSerlängerung ifire« 
Sufent^Itä in Stoli*" gebeten, unb biefer l^atte baranf oerfügf, bo6 fie ni(^t Dot 




Oftetn t830 jutüdiufiimmen brauchten; bis aJtic^aeliä 1829 foOten fie bieSfeitS beä 
$0 iileiben, bann ober SreiE)eit l)abtit, mdj IRom, Mtapii unb meitei ju gelten. <Bo 
bnntbar freuet bafiir ift, bangt er bo<^ , ob aui^ bie @leliebte in bie tange Trennung 
roittigen wirb, er fc^relbt an ifire SKuttet unb bittet um eine berul)iflenbe Blntiuort. 
®et nä(^fte Brief jeigt feine überqueEenbe Seligteit über becen 3nl)alt, burcö ben et 
fid| gugleidj ob feineiä S^ti^tÜ befc^ämt fü^lt ^urj banacb fann ei audt bencbten, 
bag bie Silber in Sjeiuiar günftig aufgenommen iDorben finb. Sie erfte ^ugerung 
be» ©rofi^ergogä , bet biä iur ?Infiinft roörfienilicö ät^^l^ breimaf beim ißatet banadj 
^atte fingen Inffen, lautete: „3iun, e^ freut mti) fe^t, bei benen ift baö @elb ttn= 
getuenbet." ®r nbct übertragt bog Sßerbienft auf bie ©eliebte, bereu Siebe it)n &e= 
fcttntinge: „9Iicöt« tue Icö allein. SBoö id) tue, wirb mit Siebe getan, »eil id) ge- 
liebt roetbe . . . Senn aUe^ lun unb ^anbeln bei SKenfi^en ift ja nit^tö anbeieS 
als ber retnfie Spiegel feinel ^nnern." „SBie fe^r," ftfireibt er i^t in einem nnberen 



24 





• .>^ 



/ 



mal, nur einen Sugenblicf bie 
@elt$!ett beS Sün^Ierd jn füllen, 
ber feine SBünfc^e fo fc^ön erfitllt 
fte^t mie ic^. 3<ir i^ toätbe unter 
bie SOerglücfHc^ften gehören, loenn 
nic^t bie taufenb Sc^mierigfeiten 
in ber ßunft mic^ oft unmutig 
machten. 2)oc^ ic^ toiQ nic^t ru^en, 
bis i(^ fugen fann : ic^ l^obe getan, 
maS in meinen Gräften ftanb.'' 

äßtt fiaifer mo^nt er in einem 
3tmmer. 2)a biefer aber bei fc^man^ 
fenber (Skfunb^eit oft überaus reig» 
bar i^, gibt eS gutoeilen @treit. 
2)a nimmt $reQer eines SageS in 
aUer 9tu^e ein ©tüd Sol^Ie unb 
giel^t einen ©tcic^ mitten burc^S 
3immer bis jur Sür : ^5)a ift S)ein 
9lei(^, l^ier ift meinS." ©c^ieb» 
lic^, frieblic^ — in ber Zat leben 
fte Don je^t ai gang einträchtig 
gufammen. äSegeic^nenb für feine 
%ct ift auc^, ba| er ben ©eburts^ 
tag ber 93raut toöl^lt, um in il^rem 
Flamen jtoei Sefannte, bie fic^ l^ef- 
tig entjtpeit I|aben, mit einanber jn 
öerföl^nen. 3)aS SBer! gelingt, cS 
fommt ju allgemeiner Serbrübe« 
rung, unb baS erfte $oc^ erfUngt 
auf ben fernen griebenSengel. 
Set ben grauen unb ben mun- 
teren jungen SMöbc^en beS SefanntenfrctfeS ift er mol^Igelitten ; ba^ er toegen feiner 
jurücfgejogenen SebenStuetfe als aKelanc^oIifer gilt, tut bem feinen Sintrag. ®r be= 
fommt Diele Seftellungen auf Silbniffe, nimmt fie aber nur auSnaI)mSttjeife an, um 
feine l^auplföd^lid^en ©tubien nic^t ju Derfürgen, ®ie ©ifeungen bieten i^m treffliche 
©elegenl^eit jur Übung in ber ©^)rac^e, bereu SEBoliIflang il^n immer mel^r entjücft. 
Die 33raut necft er bann, fie fei ttJoI|l etferfüc^tig auf bie fd^önen Stalienerinnen. 
S)u Slärrc^en — fo titoa fc^lie^t er folc^e Slecferelen — , ®u toeigt böc^, ba^ 3)ein 
grife nur S)ir gel^5rt! 

3){e ga^rt unb SBanberung ber beiben greunbe nac^ bem ®arba=©ee Derjögert 
fic^ bis 9Kitte 2Rai. Sur ©ic^erl)eit gegen röuberifc^e SlnfäHe, bie nic^t fetten Dor» 
fommen, ^at fic^ ?ßreHer einen großen ©unb angefd^afft, unb mit biefem jeic^net er 
für bie Sraut auf ben 8tanb eines SSriefbogenS fic^ felber, im altbeutfd^en SRocf mit 
toeiten ttjei^en ©ofen unb breitem ©trol)l)ut. S^ feinem ©d^merge tourbe fpäter auf 
ber Steife nad^ S^om ^^^ treue Sefc^ü^er fo überfalircn, bag er getötet toerben mu^te. 
SBol^l jum Slnbenfen an i^n l^at ^reÖer, als il|n einige 3ctt banac^ ®runer um eine 
3eic^nung bat, einen licgenben ©unb {^bh. 9) gejeic^net. 8lm längften galten fid^ 
bie greunbe in ®efenjano auf, too fie, ber ©i^c locgen fc^on mit S^ageSanbruc^ bie 
Arbeit beginnenb, reiche SluSbeute finben; fie loolinen am ©ee unb I|aben lierrlic^e 
SluSfid^t über biefen. „3c^ ijcibt il)n," fd^reibt greller, „fd^on frül^er auf meiner 9leife 
Don SScnebig gefeiten, ic^ l^ätte nid^t geglaubt, ba| fol^e ©c^ön^eiten in ber Sßatur 
JU finben ftnb/ B^Ö^ctct) Derfprid^t er ber Sraut eine ä^tc^wunö ^^^ ^^^ näheren 
Umgebung am Ufer, bie il^n an 9tnttoerpen erinnert, unb gibt feiner greube barüber 



Wif), 22. (Bräfin ;)[ulie Don Sgloffftein. 
»leiftlftseirfinunö, 1830. C8u Seite 37.) 




25 



Stu^brud, bafe fic mit feinen ©ttern in fo fleißigem Srieftoec^fet ftel)t unb biefen übet 
il^ren gri^ berichtet. 3lad) einem metirtüöc^igen Slufentl^alt in Soöcre am Sfeo = ©ee 
ftnben tt)ir bie beiben jungen SRaler toiebcr in Soöeno tnie im $erbfl judor. 

3n ÜRailanb bietet ftc^ il^m im SBinter ®elesenl)eit, ^ur Srl^olung bie föunft 
beg ©d^IittWul^taufen« augjuüben, ba im großen Stmpl^itl^eater eine Sal^n bafür l^er» 
flerid^tet ift. S)ie 5)amen finb aU Sufd^aucrinnen beteiligt. ®onn fommt ber Same* 
öat mit feiner auiJgelaffenen Suftigfcit. 5)ie greunbe tool^nen je^t bei einer gamilie 
Doria, beren Xöc^ter fid^ balb gefd^n^ifterlic^ ju i^nen fleQen, fo Sag il^nen bai^ Seben 
unb treiben leichter t)erftanb(id^ n)irb. Segeiftert fc^reibt er bann t)on bem l^errüd^en 
(^l|Iing, ber fid^ fd^on im Januar ju regen beginnt, unb ei^ bangt il^m t)or bem 
^fc^ieb t)on bem fd^önen Sanbe. „92ur ®u lannft mid^ gang glütfltc^ machen, tpenn 
id& ben italienifd^en ^immel nic^t mel^r fc^aue/ 

Sei attebem ift er angeftrengt fleißig gen)efen. ?lm erften Dfterfeiertag aber 
ergreift er ben SEBanberftab unb gef)t in aller grü^e jum S:or l^inau^ nad^ ben SRonti 
bi SJrianga, ber Sinlabung einer mit ben 2)oriaS t)ermanbten Familie folgenb. ^n 
Ijerjttd^fter SBeifc toirb er ba empfangen, auc^ öon ben %'öd)kvnf bie er erfl jefet 
lennen ternt. Eigentümlich überrafd^t il^n bie groge 9l^nli(^fcit ber einen, eineiJ 3Räb= 
c^en« öon funfjelin Salären, mit feiner Sraut, fo bag er biefer fc^reibt: „3(^ toar 
in il^rer ©efellfc^aft ganj bei ®ir." am Dienstag aber brid^t er frül^ toieber auf, 
um über Sf^o, 93ergamo unb 93regcia nad^ 3Rai(anb ^urüdgufel^ren. @päter begibt 
er fic^ auf längere 3eit in jene ©egenb, um einS feiner Silber in SRufec ju üoHenben 
unb weitere ©tubien ju machen. 

änfang SKai fann er jttjei Silber nad^ SBeimar abfenben, ttjo^renb feine ©tubien« 
blätter, ettoa 200 ©tücf, teil^ gematt, teifö gejeic^net, erft !urj öor ber Slbreife nad^ 
atom, 3U beren balbigem antritt ber ®rog]^ergog Erlaubnis erteilt l^at, iljnen nac^= 
folgen fotlen. „Die SKomente," fc^reibt er, „möd^tc ic^ feigen, in benen fid^ mein 
Sater mit biefen ©ac^en befc^äf« 
tigt, ber fo ganj für bie Sunji 
eingenommen ift unb mic^ gleid^^ 
fam il|r in bie ?lrme fül|rte. 3eber 
Strich ttjirb itjxi intereffteren." ®r 
barf fid^ geftel^en, ha^ er in ben 
beiben ^af^vtn gut öortoärt« ge= 
fommen ift, unb freut fic^ nun 
boppelt auf 9tom unb 92eapel. 
/riefet f^flnc ic& bie 3ciir bie ic^ 
^ier gugebrad^t unb bie mid^ gu» 
rücf^ielt, frül^er bortl^in gu fom* 
men, ba ed bann gemig nic^t t)on 
fo grogem Slufeen getnefen njöre." 
S)ie Slbreife öerjögert fid^ aber 
nod^, ba gteunb fiaifer über Er* 
toarten lange in Senebig öertoeilt. 

3n bie tefete 3eit bed Stuf' 
entl^alt« in Dberitalien fiet noc^ 
ein für greller überaus fc^merg= 
lic^ed Ereignis: ber %ob feinet 
geliebten ©rogl^erjog^. ©c^on im 
gebruar 1827 l^atte biefer über 
il^n unb Saifer an äR^liu« ge= 
fd^rieben : „SieHeic^t ertebc ic^ il)re 
SRüdfunft nic^t. E^ finb meine 

legten BögKnge, möd^te fie ®ott «öb. 23. Dr. jur. i>crmann ^drtei. 

cr|alten unb gu guten SRenfd^en ©iciniftffiMe, 2tWq isu. (3u scuc 37.) 




26 

unb ßüiiftletn btlben!" 9lun ^altt bet lob if|n am 14. Suni 1828 auf einet 
dleift, in ®iabig bei ^orgau, getioffen. Site trrooitelen Silber t)atte er nic|t me^r 
Qefel)en. Sür ben Sufenttialt bei: beiben jungen ^ünftlei in ^itdlic" nxii^ füi^ Diefen 
gaU but^ lelttDtHige fflerfügunfl ßefDtflt. SQJte ftt^ unlet bem 5RacftioIfler bie Weitete 
äufunft geftalten Würbe, war unfic^er. Sor aUem aber ^atte ^teilet pettünllt^ ölet 
Detlonn: bet Dätetltc^en ^tt, Wie fic^ ber Sütft ju bem jungen SRenfd^en gefteOt 
fiatte, ift nicftl leit^l etKio# ju Betßleic^en, unb (eine ©aat roat auf bantbaten Soben 
gefaScn. 93iä anä @nbe feineS bebend ^at il)m ^teilet ein tteue# ünbenten bema^tt. 

SIui 3. @e)>tembet, bem @lebuitätage beö Dereniigten ©togtierjogS, traten bie beiben 
Sreunbe bie Steife mä) SHom an. 5)er utfpcüngHcfie $fati, über ®enua unb 31o«ii3 
ju reifen, mar — root)! ber Setjögetung toegen — aufgegeben lootben; fie natinten 
it)ren 9Seg über $aima unb Bologna naä) ERimtni, Don ba auf bet alten ^ia glantinio, 
bie am ^eere I)in biä Sano, bann übet t^offombrone unb bui(^ ben gtogattigen 
(ÜurlO'^ag faft getabeätcegd naäi Slom fü[)rt. 3Iur in 93olDgna marb ein tttoai 
längerer §att gemacht, um bie bottigen reichen Sunftfi^Qöe ju bettai^ten. Eßteller 
gebenlt befonbetd ber ^eiligen Säcttie Don Slafael: „Zit^ ergriffen freute ic^ mit^ 
meiner SCugen in ber Stipfinbung, ba« lDaI)r^Qft ©roöe iia^füf)fen gu fönnen." ©Jiätet 
tiat et bebauert, ba§ fie butc^ bie fo Ijerrlicfte Siatut nii^t langfamcr gereifl Woten. 
ilamalä ober brängte fie bie Se^nfuc^t natfe 9tom Doiroättä. „Tnö £anb," f^teibt 
^teKer in feinen ©rinnetungen, „wirb, je füblic^er man tommt, bcfto fc((öner, bie SJorm 
audbructdbDQet , bie garbe ptöc^tiger. (Enblic^ lamen toit Det tömifc^en Sampagna 
imoier no^er. C^ngefä{)r Diet @tunben Dor ^om, auf einer mäßigen Hni)öi)e, bitit 
bet iSetturin an, trat an ben SSagen, jeigte in floljer @ebärbe DorroärtiS unb rief 





fwubifl erregt: Eeco, Signori, Roma! ©ptat^Ioä Dor Jlfreube ftürjte i(5 auä bem SSoflen 
unb liefe meinen tränen fre*"i Saal Siä ju biefem Uu^etibüd i)alit id) immer boä 
@efüt|I fleticbt, ic^ tonnte boä 3te( meinet ^eifeeffen SKünfc^e ni(^t erteilen . . . 3n 
einem fieöerä^itlic^en 3uftanbe näl)erten mir mS immer mei)r ber emißen Stobt." 
tun einer fleinen Socanba — ti mar ben 15, ©eptember — roirb ^aU gemotzt itnb 
eine 3ta((5e DrBteto geleert; „nie »ieber l)at mir ein 2'run! Jo I)errlici& defcftmedt". 
3>en ISinbrucf beS erften Slnbtide Don 91om t)at ^reder fpäter einmal in einer ©tt^je 
ju fc^ilberii öetfutfit, bie ^ier «ßlnf finben mag (!(b£i. 10). Sn ber ^otta bei ^opolo 
t|ätt man e# nictjt ber TOüIje Wert, lf)r Oitpäi ju unlerfud&en. Sie fteißen in bem 
beutfdien ©aft^ofe Don 3ronj ab, neben Cafe greco, bem befonnten äJiittelpunft ber 
beulten ^iin|)Ier, nat)e bec Spanifi^en treppe. @ie maien in Siom! 

S)ie neuen ^inbrüde irirften auf $relIeT junöc^ß Demirrenb, faft betäubenb. 
,0bf(6Dn ben 3. %aq iikr," ji^reibf er an bie ©Item, „bin ic^ wie in einem Iraum, 
unb {)ölte ic^ nic^t ®. Petro gefetien , iü) mürbe nic^t glauben , uirtlic^ in ber fie<^ 
rüE)mteften @tabt ber ^elt ju fein. ^(^ eile nii^t, it|re Heiligtümer ju fe^en, fonbern 
gei)e fc^on in einigen Xagen auf baS Sanb, um mic^ nur ein roenig mieberjufinben 
unb bann rut)ig aUeä l)iet geniefien ju !ünnen." 

©eine ©el)nfutfit noc^ SRom tjatte — nä(6ff ber ©tabt felbff, iijren Sunftfc^äjen 
uub i^rer Umgebung — mefentlic^ au($ ben beutft^en Mnftlern gegolten, bie bamalä 
bort lebten; in erftet 9letl)e ben beiben Sanbfcfeaftern Sod) unb SReinljart, EorueliuS 
unb ©c^norr roaren bereite nat^ SUfünc^en übergefiebelf , erfteret (am 1830 auf ein 
^a^r mieber. 91eint)art^ 9tabierungen roaren unferem Sunftjünger gum S^eil betannt; 
Dom alten to^ — fo Ijiefe er fc^on lange, obgleid^ er jeCt erff fe^jig 3at|re alt war 
— ^otte et noi$ nid^t^ gefe^en, unb mai er über it)n gefjött fiafie, loar ju tptber= 
fpre(^enb, um fid) eine flare ^jorfteßung Don if)m ju matten, liefen fuc^te er juerft 
auf. Mn ber (Staffelei fi^enb, bie pfeife im SKunbe, begrüßte Sio($ ben fc^üc^fern gin^ 
tretenben mit einem buttöbtingenben, obet iDcIjIrooIlenben Slid, richtete einige Sragen 
an il)n, o^ne fitb in ber 9(rbeit flören ju laffen, unb gemährte freunbUc& bie Sitte, 
bie auf Staffeleien um^erfte^enben SBilber bettni^ten ju bürfen. 3)a8 SSilbniS, boä 



28 




W}f>. 26. 3)a8 nteliergeb&ube in SBeimar, hinter bem ^äger^aui. 

©leiftiftfKjje, um 1853. (3u (Seite 44.) 

?ßrcncr 1830 öon il^m flejcid&nct f)at (WA. 11), gtbt fein SBcfcn trefflid^ totcbcr. „^ä^ 
öcrticftc mlc^/ crjöl^It bicfer, ^tn einer SBeife, ba^ td^ Seit unb ^öflid^Ieit gonj 
üetfla^ — id& toax gwei ©tunben bei il^m getüefen. 5)er Sefud^ bei ffoc^ Ift ent= 
fc^eibenb für mein ganjed föünftlerleben gemorbcn. 3)ad bunfle ©efül^I, bog mlc^ 
bi^l^er in meinem @treben geleitet l^atte, tvax burc^ bad 9(nfc^auen feiner SBerfe jum 
flaren Scttjufetfein getüorben. 3cÖ Ijatte einen ÜberblidE bcffen, toa^ tcö foHte, jugleic^ 
aber fal^ ic^, n^ie t)iet noc^ t)ox mir lag unb n^ie n^enig id^ noc^ t^orbereitet toax, um 
auf eine $ö]^e 3U fommen. äRein (Snifc^Iug ftanb fd^on auf bem ^eimtpege fefi; tc^ 
tooUit lireng unb reblid^ ba« 81SK bon neuem öorne^men." SBie freunblid^ il^n Soc^ 
felber babet unterftü^te, bat^on nac^^er. 

®er jmeite 33efuc^ galt bem älteren S^i^g^w^^ffcn unb greunbe Äoc^S, Sol^ann 
Sl^riftian Steinl^art, ber mit unferm @d^iSer in freunbfd^aftlic^em SSer!ef|r geftanben 
f^atitf nun aber auc^ fc^on feit faft brei ^ai^xf^ti^nkn in 9tom I)eimifc^ mar. (kt toax 
jeboc^ nac^ feiner ©ewol^n^eit auf einem längeren 3agbaudflug begriffen, ^ßreHer 
fud^te be^l^alb sunäc^ft nod^ ben ^iftorienmaler 9(nton Sraeger aui^ Xrier auf, ben er 
bereite in 5)regben fennen gelernt unb beffen 5ßetfönlic^feit unb fünftlerifc^e« Streben 
i^n tjon öorn^erein angezogen Iiatten. 3)er l^od^gefinntc , öielfeitig begabte SKonn, 
ber nur »enige ga^re ölter toax, na^m fic^ feiner fofort freunblid^ an unb üer^alf 
il|m rafc^ ju einer jjaffenbcn SBol^nung. ®r toax e« auc^, ber für ben beabfic^tigten 
9ludf(ug bie (Segenb t)on OIet)ano unb @ubiaco t)orfc^Iug. 

5)ie gal^rt baljin mad^te greller in ^aiferg ®efettfc^aft mit bem SSetturin über 
©enajjano. ®a§ ©abiner ®ebirge, in ba^ ffod^g Silber il^n fd^on eingcfülirt f^atttUf 
erfc^ien il)m fofort geeignet, um feine ©tubien ba 5U beginnen. 3n ber tl^nen üon 
®raeger empfofilenen Eafa Salbi in DIeöano (2tbb. 12) fanbcn bie beiben jungen 
ffiünftler freunblic^c 9lufna^me; unb al^ greller ©rüge aug SBeimar öon ber SRutter 
be^ ©erufdgenoffen gran^ ^orn^ überbrachte, ber, gleid^fotl^ ein ©d^üfeling bed ®ro6= 
f)erjog^, ein paar ^di}xt juöor nac^ längerem 9lufentl|alt Ijier no(| jung an ber 
©c^toinbfuc^t geftorben war, übertrug man auf il|n bie Siebe, bie ftd^ biefer erhjorbcn 
l^atte. 9tad^ einem Sluöffug über fHocca bi @. Steffano nac^ ©ubiaco, loo fte eine 
größere 3^^^ junger ÜWaler fanben unb einige Sage üertoeilten , feierten bie Jreunbc 
nac^ Dleöano jurüd unb blieben, eifrig mit ©tubien befc^öftigt, bi^ fte bie Stegenjeit 
im ©pötl^erbft wleber in bie ©tabt trieb, greller toar ber lefete ®aft. 9tuc^ in ben 



29 

folQenben 3at)ien blieb biefei Ctt mit beut @t(4entuälbct|fn ouf bei na^in ©trpentara, 
bem ©d^longenliiigel (ti maztn iingefä()cli^e ©^langen), fein liebftei 9tufentt)alt. „SSo 
rodre aud) niol)(," faßt et, „eine reijenbere Stntux, fo fertig in 3Drm unb 3orbe, fo 
unetlbliä) reic^ unb gtojiSä, auf ©otteä Erbe ju finben?" Unb an einer anbern ©teile: 
„Sthgenb mar mir ber organtfi^e ^ufiinmen^ang in bei Statur fo flai mie [)iei, unb 
barauf ging Dotjüglit^ meine i^eobai^tung." 

äjllt ift ni^t begannt, ob ftiion jemanb bnrauf l)ingen]iefen ftnt, baß geiobe bie 
Segenb bon Cleoano unb nauientlii^ bie ©eipentara in aäobengefialtung unb 9oum= 
roüiiji mefii: ^^nlit^feit mit ben fcbänftcn iletlen unferei beulfc^en Sißittelgebirde geigt 
alä mo[)I fpnft iigenbeine @egenb in Italien. 3iieCleicf)t erflört fid) barauä, voaä 
Eßteller nci^ ber ^eimfe^r an Seftnei fc^reibt; erft in Italien bfbe er fe^en gelcrnl, 
luie frfiön bü# beuiftbc fianb fei. — äRotioe ani ber ®egenb Don OleDano finb auf 
Ofelen ^reüerfi^en Silbern ju finben. 2)ie Sebeijei^nung 91bb. 13 gibt baS Gepräge 
ber fteileien S^eite hei ®ebtrged treffenb mieber; einige anbete folgen melier unten. 

*Run aber 9tom! „5let einbrud, ben SRom mit äü feinen biflorifctjen ©rinne* 
lungen , mit ben I)Sd)ften ^unftmeiten au§ bem SHteitum unb SDttttelaltei, mit feinen 
unenbli* fi^önen Umgebungen auf mi^ mai^tt, mar me^x als gewaltig, ^a ben 
elften 3Kouaten mußte i(b in bei lat nic^t, mit unb mo ii^ beginnen foHte, um ju 
einiger ätu^e ju gelangen, um meinen dielen nä^er ju rüden. Sie Ülegenjeit benutzte 
i(b für ben ^atilan unb bie ©alerien, an benen !Rom fo tei(^ ift Slacbbem t(4 baä 
Sefte obenhin gefe^en, fing id| mieber beim ^atifnn an, unb jmar mit bei @[ulptux . . . 
®Dn je^ei bitte mtc^ bie Stulptur mäi^lig angejogen ; l)ier lam mir oft ber ©ebante : 
t[$ mi^tt vaoijl Silb^aiter gemorben fein. ©3 mä()ite ni^l lange, fo t)ntte id^ meine 
Siebltnge gefunben, bie gu betraditen id) nidit mübe rouibe. 3n bem @tabium, in 
bem ic^ mar, fielen mir bie SBefc^äftigung mit bex Slntile befonbevä förberlic^. Srft 




nad^bem it^ in Ut\tm %tUt bei fßatitani einige Slaitieit etlangt Iiatte, toanbte ic^ 
mii^ ju ben ^o^en aneilüermetfen bet SRolerei. 3i§ fing mit 9tttfael an unb ging 
bann ju SRicftel Ulngelo ü6et, beffen gc^etmittäDtiae ©rüge unb ©tnfi nit(^ nf^t TOteber 
logliegen. ^ie @tfttnifdCie So^ene fc^ien mir ba« ^öt^fte, Wai bie ^elt in ber analeret 
befäge. 3n ben ®aterien nuger^alb beS SSattfanä befc^öfttgten mii^ am meinen bte 

Seife Don Slaube Sorrain 
unb ben 6eiben ^ouffmä, 
Dot aßen aber Stjian« 
l)etrlidie Sanbfdiaft in b« 
©aleiie Samuccini (flötet 
nadi Snglanb veifauft), 
beten Staffage, ein ©ötter- 
mat|t, t)Dn®iDtianni9eEini 
(lemalt ifl. ®tefe3 ©tlb 
festen mir bie Stone aQer 
Sanbfc^aften, unb ic^ i)abe 
bana^ ftubiect, folange i<^ 
in iRom not." Son ben 
antifen Sßeiftermerfen, bie 
an öffentlichen ^läfen ouf= 
gefteOt finb, befuc^te er am 
t)äuftgften bie Reiben ^o- 
loffe bes ÜRonte Saenao. 
gnjmifc^en ^attt *)JreQer 
nun ou(^ 3lelnt)art fennen 
gelernt, bet, eine ffraft= 
geftalt, in feinem SSefen 
tietti unb Derfd)fi)ffen, Bon 
feinem Steuniie ffocft auf« 
fatlenb abftac^. „@ein 
ftopf," fagt «ßtettei, „mar 
Oon eblet ^Dtm, ber "Hui' 
bturf feiner SDiienen gto6= 
artig, aber etniaä tou^. 
iSei näiieier Setanntfc^aft 
trat balb eine ^D^e geiftige 
iBilbung unb groleS SBiffen 
l)erDot. Si mar fditDetei 
jugänglid) ali föoc^ unb 
fiatte "oaijfc andf iotaiq 
Hinflug auf bie jüngeren 
Siinftler. ^(^ ^abe felbp 
oft ben ^5(!gften ®enu^ gt= 
[)Q6t, roenn et mit eine 
feinet gefüllten Sßappen 
Dotlegte — eine StuSieidi- 
nung, beten fi^ nur fe^t 
loenige rühmen fonnten." Slein^art fub il|n au^ jut Xetlnal)nte an feinen ^agb- 
auiSflügen ein, bed) gönnte fic^ Sßtellet biefeä SBetgnügen nut aHönnt)inäH)eife. 

SBon ben fonftigen älteren fiünfllern jogen it]n befonbetö ber 33äne St)ormaIbfen 
unb bet Sübedet Duetbed an. ^ener, bamalä auf bet $öt)c feincä Slu^mes ftetienb, 
fiel, oblDD^I nut oon millleter ©rbfee, burtft fein äufeeteS fofott auf; ein ptäi^tigtt 
föo))f mtt ^D^et ®titn, DoIIem graublonben Soäen^aar unb leuditenben blnuen klugen. 
ffit ^ielt ftc& getn ju ben -benlfc^eu Siinftlern, unb fein licbensroürbigeS 5Befen initfte 




Hbb. W. Enntunfl ttt CSsütuS out Slftata. 
b cintt ¥ioW(|M|jBi[ Doti ft. Boflcl in SEiDjlfl. (3ii Seil 




itoBHPtif Don $. SDgd 



bejau6ernb. „Sioc^ im Serte^t," fügt ^xtütt, ,inet!te man balb, ba6 fetn au^ex' 
otbenHit^eS lalent iDtfenflli^ iitftinftiD IDot. 9Jon einet mWIictien Silbunfl TOat 6et 
t^m laum etron« ju entbeden. 3t6 fuc^te feine Serie auf. Unter ben früheren ent* 
jüdte ntic^ Doi atlen bei ^afon, bei bie Urfac^e {(tne# ^eibleibenä in Stom setnorben 
roar unb nai) meiner Sneinung bei 91ntile im beften @inn am ndi^ften {lanb; Don 
ben (pQteren $errae§, ben Mrflul belniifc|enb , unb ber §irtenfnabe. ©eine Heine 




©emälbefammtung bon Steifen lefeenbtr ^iinftler entl)ielt tiiele Ic^öne iÜitieiteEi , i($ 
fe^rte gern öfterä baf)in iuriid." — JJrteöricö Cüerbed, bamol^ Di"itöJQ^tig , TOor 
baä ^aupt iener ®ruppe oon Sünftlern , bie lange Bot ben englifc^eit ^täcafaelittn 
bie tielonberen Steije ber jugenbfrifi^en Waleiei beS Cuottiocento eiFannt Ratten unb 
bort, in bem alten ftlofiec S. 3fiboto ^aufenb, it)re S8or6iIber fucdten, tuegeu i^«r 
frdmmelnben Siii^lutig bie dlajorenei; genannt. Sag biefe 9tid)tung ^leKerä gefunbem 
©inne fern, fo Fonnte ei fic^ bod| bem Sinbiud bei bebeutenben ißecjünlic^feit unb 
ben ^erbienften OoeibcdS um baä ^tebecaufleben bei monumentalen 3)laleiet nii^t 
üerj(^liefien. 

5tn woDem ©egenja^ ju ben 3iüä«renern ftanb narfi feinei tünffleiif(^en 9tic^tung 
mif feiner Set)en<^anf<$duung ^uDnaoentura ©enelli (9lbb. 14), Don feinen tfreunben 
nachmals Wegen feiner antiten SinneSact „ber legte ber Kentauren" genannt. Sünftlei 
mit Seib unb ©eele, geifieiSDerwanbl mit bem aajufrü^ OEiftotbenen l«muö 3aföb 
ßarftenö unb botfi bnii^auö eigenartig, roarb er nur oon nientgen bet Seitflenoffcn 
uerftanben. 8« biefen wenigen getiörte oor oüen i\oä); er matf)te i^n mit ^reOer 
befannt, unb aflmätjlicö einiucf)ä äniifttien betben eine fieunbfc^oftlit^e ^odifdiägung, 
bie bis überS ®rab bauerte. Unter ben jüngeren Snnbfc^aftern, mit benen ^reßer 
»ätirenb feineä tÖmifiiiEn ?Iufent^QltS ali mit ®leictftiebenben gern Derfef)rte, mSgen 
t)ier genannt werben bei ^onnoDeiöner SStl^elm ?If)(boin, ber 5)Qrmftäbter %ugu|l 
SucQd, ber ©rfurtcr gnebrii 9!cl)rliri), genannt geberigo Sierl^. 9(u(6 bei 99ilb^auer 



33 

fforl SotW QU* ffiarlötu^e gehörte ju ben nö^eten iBernnnten. 33ie olelen @eI(|äfW- 
ntdler, bie für bie 3temben StiiMten bet Don biefen teDotgugteit ©egenben na(^ 
bei«n Seji^tnaif malttn, ))a|ten m(^t in bUfen ^tdd. 

SBd^I aber gehörte in bcn Sün^leitieiä ein HBann, btr jnwtt bie Äunfl nic^t 
berufemäliQ übte, aber ciii Steb^abet, Stenner unb Saininler t)öc^fte Sichtung genog, 
bellen Dornefjmea ^unggefeHen^eiin — et ftonb bamaW in ber erften ^dlfte bet günfjiget 
— einen onieöenben Sammelpunft für bie StuSetlüäljIlen bilbete: ber f|annööetfc(ie 
SRinifferrefibent SegationSrnt Sluguft Seftner, ein @o^n beä ^aaxtS, bad in 9SettI)eE« 
Seibeii unflerblicfi fortlebt. „Einen SJitenntann'' nennt it)n 93unfen, „»el^er in ben 
öffentlid^en ^ienft einQelieten mar, nic^t um fii^, fonbern um bem Stilgemeinen ju bienen, 




unb ber (ein fieben baran fe^te , bieä in ber Sat , olio mit ^tingebung unb 8tuf < 
Opferung burc^gufu^ren. " Unb SiinfenS eble ®atlin fügt ^inju, nur bie greunbf^nft 
l)abe ben ganjen Qn^olt feineö ffleiteä ermeffen fönnen. SSeit über bie ®renjen feiner 
9tmW^fIi(6ten I)inauö naifta er fitb felbfitoiS unb feinfühlig ber beutfc^en Äünfüer an 
unb förbcrte fie mit 9tat unb iat. S)n6 « bem Sc^üftling ®oel^eä mit bejonberer 
Steigung entgegenfnm, nerftanb fic^ für if)n oon felbft; eingefüf)rl ^atte jenen ber jum 
Oerttanteften Streife geftöiige S5rüeget. SJutcti Sffiitteilung beä ^ilbniffeiS, bog <ßrener 
Don bem Berel)rlen @ünnet gejei^net t)at, ^offe ic^ manchem ßefer eine jjreube ju 
bereiten (8lbb. 15}. 

^ir fef)en : eä toaz eine Sude eigenartig geprögter $erfönlii^teiten unter ben 
benlfc^en fiünftfern, bie (it^ im etfien 5)rittel beä Borigen 3a^rt)unberl8 bauernb ober 
medifelnb in 9{om gufammenfonben ; ben Deifdiiebenften beulf(^en ©täntmen onge^ürig. 



duc^ i^itt fünftlerifc^en 9Iic^> 
tung nac^ tnonnigfai^ aai' 
einanberge^enb. 3Bad fic 
jufammen^ieU, hai tuar Dpi 
aOetn bad im SBaterlanbc 
felbft untei ben tioilIo(en 
öffenflti^en Sßett|fiItiiifTen 
no<$ (c^Iutnmembe !0ett)ugt- 
fein bei 3ufätninenge^5rig< 
feit als Sieiitftöe. Übet- 
jeugenb ^at iiai bei loacftre 
Julius ©d^noit in einem 
^rief an ®oet^eä (jh^eunb 
gtlebrifö Mot^Iife ou^ge- 
fpro(ften. OtitDO^Ier, f^teibt 
ci biefem , bei 3uDttfi(6t 
lebe, ba| eine 3cit tDminen 
merbc, luD bte beutft^en 
Silnftlei nii^t nte^i nac^ 
9iom m Rionbcm biaut^' 
ten , nieil in Teutfc^Ianb 
\tVb\i ein Smittelpunft für 
bie ßunft eimaddfen fein 
loeibe, fo muffe er boä) be< 
Tennen, bag, rate bie ^ingc 
einmal lögen, Som bet 
flünftigfte Ott füt ba# Äuf- 
blü!)en einer neuen beut' 
ft^en Sunft fei. ,®er 
3}eutfc^t iß ntc beut' 
fi^ei geroefen, als er 
ed jef^t ^iei ift . . . 3)aiuni ifl iai ^ei^ältnis bei fHlttftler unter einanbei ebler 
ate oft felbft in iieulftölanb." S)a8 raut nii^t blofe eine perfönn(^e SKeinung, fonbern 
ber Sfuäbcud bei ^errfc^enben iStimmung. 

(Solange Soineliu^S in 9tom meide, roat er, eine ^eiifcbeinatui, baä anerfannte 
$au)>t geraefen. @in folc^e ©leQung lag Sotiii befc^elbenem ^efen fern. (Sletc^motil 
übte ei in aDer StiQe großen Qinflug auf bie jüngeren. „SSenn So(^ mit lE|ien 
Mtbelten aufrieben War," fagt ffeftner, „frogten fie nat^ feine« anbcrn So6 ober 5:abel 
melti." ^ei aUei 33eib^eit, ja @SiDb^eit in feinen ^uäbrüifen unb feiner Siebe ju 
nedenbem ©c^erje Oerbanb ber e^ematlge Xirolec ^trtenbube mit einem gefunben unb 
fc((Qrfen fQeiftnnb ein übetauiS feine* Smpfinben, unbefte(t)Ii(^e 9iJa^ri)eitöHe6e unb 
rü^ienbe ©eibftlofigfeit. 9Im mo^Iften füt)(te et fi^ in ber aHecDotne^rnften ®e(en= 
fctiaf t : bei feinem ^umei, feinem plante, feinem @^afef))eaie. %ucb in bei Sibel laä 
er gern, befonberg in ben 93ii(^em SRofe. (&t xoat ein benfenbei ^ünfller. ^ejttcb' 
ncnb ift fein Sluöfprut^ , ber unfein Subluig tRitfeter anfangs ftarf beficmbete , bann 
aber Iebl)aft anlegte: bei ber IfoBipDfition muffe baS @anje uor ben teilen Dor^anben 
fein, — bie SInraenbung be@ bamalä noc^ jungen Segriffä beS JDiganigmuiS auf hai 
(ünftlerifc^e Schaffen, 5)er in feiner ifitc&tung fo nbnjeii^enbe Doerberf tü^mt Don 
i^m: ,93ec Don uni märe nad) 9lom gelommen unb ^ätle ni(^t anü feinem gei^eic^en 
Umgang iDefentlictie 10ele^iung gef(^ö))ft, mem märe er nic^t fogar burt^ feine gang 
neiblofe Stnerlennung füibetli^, haxdi feine finblicfie unb lebenblge Seilnntime nü^lic^ 
gemefen?" 

3n bem jungen ^letler ^atte ädc^ bnlb einen ©elfte«- unb ©inncSCetroanbten 
erfnnnt; i^m mürbe beffen greunbfcfiaft Don unff^figbnrem *iert. ffoc^ füljrte Hn aud) 




Seile 51.) 



in feine Somtlte ein. 3n 
feiner SSegleitunQ burfte ec 
Üftetö bie tömifci^e <£am- 
pagna butcftftreifen ; bann 
fafeen bie Selben neben 
einanbtt niebei unb geicfi' 
nelen Mefefte Sanbff^oft. 
„®o6ei ecfu^t ic^," fegt 
lyteDet, „rootouf e9 an- 
tommt, um einen ®egcn= 
ftanb in beftei SBeife jut 
flnfd^auung ju bringen. @r 
ging nur auf boi SSefent< 
lic^e ein , 3iifött'g'«'t*"F 
xoiiäjt nii^t bejeicbnenb roa' 
len, fc^ienen für it)n goi 
ntd)t Dorl|onben. ^oburd) 
iDutbe feine ^eic^nung fletä 
rior unb t^aialteTiflifc^." 
aSefonbern ^ert legte ^d(^ 
auf baiä S''<5iiE" Wofeet 
Umrifft , hai ben Sttii' 
net nötigt , gett)iffen!)af t 
auf jebe iSobenfalte gu qc^' 
ten — nit^f nrnfonft roar 
er als junger SRcnftf) bei 
ber Sanboermeffung tätig 
gemefen. Einem erfreu« 
li(^tn BufoU banfe i<^ ed, 
bag ic^ in STbb. 16 eine 
^ti^nung Dorlegen fann, 
bie „mit S¥oc^" cnt|tanben 
ift. üßant^er Sefet wirb fie oieHelt^t überfdilngen — befto me^r fagt fie bent Senner. 

üuf folc^en ©pojiergängen erfi^lofj fic^ bem jünger erjt gonj bie eble Sinfalt 
iei SReifter^S, bie 0nba(^t, mit ber er @otteä fc^Öne Sibe betrachtete unb auf fti^ 
Wirten ließ. §ier ging i^m auc^ immer mef)r ber ©inn für bie t|Dt|e, ernfte SKatwr 
bei Sampagna auf, uon ber er noc^ tm Dejembet 1S29 an ®oetfie gefc^rieben ijatit, 
ta.% fie i^m tro^ beä etfiigflen Semü^enä, ftc^ mit i^r ju befreunben, tonge unber- 
ftänb(i(6 geblieben fei. ©ct)lie6Ii^ jog fie if|n noi^ mei)r an ali bie la^nben Ufer 
be« ©übenä, pe war i^m Uertraut geworben wie fnum einem ämelten ffiünftler. ^ü) 
ftftalte ^let eine feiner 3**(biii"ia*i* ""^ jpäterer 3"' *'"; bie bieS betätigt (Slbb. 17), 
Xie Stimmung, bie ber Önblid ber Sampagna ju guter (ätunbe in i^m erzeugte, 
Derglitö er gern mit bem Sauft^en auf baö ®e(äut ber Stbenbglotfen. 3ür biefeö ®in= 
leben in bie Statur förberte iljn aber auii baS Stubium ber 93erfe beiber ^ouffinä, 
con benen er gegen ®oetI)e befennt, bog fie il|n eigenllii^ fe^en gelelirt Ratten. Unb 
befonberl gern befudgte er baö nac^ einem uon biefen — uermutlic^ nacb bem in 9{om 
^eimift^eren ®oSparb — genannte ^ouffin=3:aI, linfa Bon ber «ia Slnminio (91bb. 18). 

^ier möatn "od) jlcei ©tubienblöttet Bom 3riit)in^r 1829 qu8 ^Jom unb beffen 
nä($fter Umgebung folgen. Stbb. 19 jeigt bie !Refte mittelalterlicher iSurgen an ber 
Sia latiuQ , Itnfö Oon ber aiipifc^en ©trage ; Wib. 20 ein ©tütf biS Malaiin« — 
ju einer 3fili ba baS SJorum noc^ Cam|>o vaccino, ffu^roeibe, War. 5)er SReij beä 
feinen ©egenfageö gwifc^en ber Sepia beä 3Jorber= unb ber S^ujt^e be« ^intergrunbeö 
ift auf ber Siac^bilbung freiließ Derloren gegangen, ^ie ber iunge ^ünftler feine 
^luäflüge in bie weitere Umgebung Som« ma^tc, oeraufc^aulidit Mit. 21. 




(8u ©.ile 



36 

%üii) am italienifc^en 
SoUe leinte ^ceOeT immer 
me^t bie fluten ISigen((öoften 
achten. 91t()|t nur an bei 
DDcnefimen ^altungbtSHDr» 
petä, befonberö tittm Eta- 
gen Don Soften auf bem 
ÄDijfe, an ben auebrud«' 
Ooden $anbbeiiie(|un(|en unb 
fonftigen ©ebäiben, an bei 
gemanbten unb anmutigen 
ffleberoeife fanb er ©efaDen 
— ni^t minbet mußte er 
bie raWe S(uffalTung, boS 
I)öilict|e Stne^men o^ne Un= 
teitnüifigfeit, bie ^anfbai^ 
feit für bie fleinfle ®abe, Bie 
»ereilroinigfeit ju lienft^ 
leiftungen, cor aOem aber 
baö 3ar'fl*f"ll' i« ft^at«". 
bod er aucfi beim [leinen 
SRonne fanb. ®in SBeijpiel 
führte freuet gern an : ^m 
jineiten ^eibfte roai er nod) 
\pät in ©ubiacD; ba bie 
ermattete ©elbfenbung auf- 
blieb , offenbatie et [lä) 
ft^liefelii^ bem Sßttt, unb 
bietet gab if)m fojort ba« 
nälige @(elb jur Steife, mit 
bem Semerfen, et Werbe ficf) ben ^etiag gelegentlich in 91om ^olen. Sr fam iuiilli(^ 
unb brachte aHen feinen ®äßen tieine @ef$enFe mit, nur i^n fuc^te er nii^t auf. 
3m nö^flen tJiü^jaöi barübet befragt, ciroibette et na[fibtü(Ilit^, et ^abc bocb ni(^t 
ben @d)ein erroerfen mögen, als rooQe er mahnen, ©ol^e tieine ijüge btnia^tte 
greller treu im (Mebäc^tniä. &r tiei[el)tle gern mit Ritten unb anbeten fieuten au« 
bem SBoIIe; befonbetö an^önglicb erroieö fic& bet junge (Siacomo SMampteri auö Oleoano, 
ber ifju auc^ in bet Sptat^e fo fbrberte, bafe er jumellen felbfl für einen S'altenei 
get)aUen mutbe. 

$on ben Briefen an bie Stnut finb aus bec ti^mif^en ^eit nut menige noi^ 
eiljalten. Sei etfte ift in ber teufen 3tunbe be« 3af)re« 1825 geftbtieben. 3n ber 
aKitte unterbliebt et fitb: »Sben fc^lägt ti 12 U^r Den San ^ietro." ©4 folgen 
bie @läifmün|cbe be« äiebenben unb bann eine X'iugetung fiegreicfi befämpften ^eim' 
toe^d: ,^et 9tuälänber bleibt ^ier einig Ibreslicre it^rtembling), luee^tiiegen mancher fii^ 
unglüdlic^ fc^ägt, ber ficfi mit ben f(^ünften Hoffnungen auf ben 3Seg machte. 91uc^ 
S)iei tut roabre Siebe Sunbet, bet Siebenbe ift nie oHein." ^ ffinbe SRärj, gerabe 
um bie 3"'r lt> t><>^ ^ic ''ben tciebergegebenen fcbünen <nalurftubien entftanben, i|l er 
ipiebet einmal in oerjagict Stimmung: ,9!ie, barf icfc moi)l fagen, empfanb icfe Rätter, 
roie flottier bie Sunft ift, unb it^ loiitbe mic^ aui^ nic^t enticbloHen tioben ttroai au«- 
}ufü[)ren, i)ätten mi(^ nii^t mefiieie meiner ($teunbe gleii^fam gejlDungen. SKut unb 
Siebe f^nianb, unb ii^ Detficfiete lir, id) babe juioeilen 3:obe'*angft auegeftanben." 
3BaS itin befonbeil bange macfal, finb bte iiberau« günftigen ^S^ugnifje aui Viailanb, 
mit beten 3ffitteilung il)m bei ^atet bat eine rficube bereiten luoKen unb bie er nun 
nitbl rechtfertigen ju fönnen füicbtet. ^ut» ^cil mag bet ®runb fol^er Stimmung 
batin gelegen Ijoben, baß et ficfi, um mil feiner 9itbfit — jwei für bie Iresbuer 




( aabclbiiiti-ffiic 



. 9 (dilti 11(1 An ung : i 



37 

91u$fte(Iung beflitnntlen fflllberit — wutTOärtä ju fommen, langete 3*it ^inburtfi ben lag 
übet mit ein ^ooc hoffen Kaffee begnügt unb bie SDia^Ijeit auf ben Slbenb berfc^Dben 
ifal. 'Um @c^luf|e bei^felben ISnefeS becicbtet er noc^ über bic Dränung be^ $o))fltd 
^iu« Vm. „3cfi bnbe gemeint, oH id) ja^, mit roelttjec Siebe b«S SBoIf auf ben 
ffnien ben Ijeiligen SBalet uin feinen ©tgen anrief. iRiit)renb mar e#, ben e^rmSibigen 
@reiä, ^eubenttänen Dergiegenb, bem ^immel für btefe Siebe banfenb, baö ^dU [egnen 
JU feljen." 

3tDei SRonate fpätcr berit^tet er quo i'Slticcia im Sllbanei ®ebitge übet ein 
ftaifeä Srbbeben, ba^ er mit einem Slnlniet^ienet gteunb etlebt ^at, unb über bie 
^rojeffionen, mit benen bie Scroo^net ben $imme( ju berfS^nen fu(fien. ßaifer roaz 
injiotfc^en in bie ^einrnt jutürfgefe^rt, bo er baö fiUmü nic^t Bertrogen (onnte. 

3m grü^ja^r 1830 (am bie ®räfin ^ulie oon Egloffftein (?ttb. 22), früher 
^ofbame in SBeimai, ^reunbin 
be^ @oetl)e[i$en Kaufes, no^ 
fRom , um ji^ in ber äitaleiei 
fortjubtiben , für bie fie bur^ 
lebhafte $^antafie unb Seid|tig> 
leit bei |ianb veranlagt mar. 
3((ä i^i Sanbämann roat grel- 
ler öfters mit i^t bei ffiefhier 
JU @oft , f)>ätet begleitete et 
fie nac^ 9tea^el unb ©orrent. 
3n flitaptl traf er bann mit 
Dr. .Ciermann ^äitel auä Seipjig 
(9Ibb. 23) jujammen , Üen et 
f(^on Dot^et mit feinem fpäte^ 
ten ©i^moget Dr. ftnri ^ofe, 
bem na^malö betuttmttn 7^eo> 
logen, in iRom lennen gelernt 
(alte. 2IIil t!)m unb einigen 
iiteäbner SKalern, baruntet bem 
mit Stoi) befreunbeten SRubolf 
SWeget, genoß et bie ^lerrlidt- 
feiten betllmgegenb. Setn©!ij' 
jenbud) tcetft für ben 14. ^uli 
ben 91ufenl(|fllt auf ^))n na^, 
ben i 7. in ömolfi, ben 22. auf 
bem SBefuo, wo et tto^ ,ftef' 
tigei Stüge" bie munbetl^en 
fiabogebilbe ju jeic^nen oerfui^t 
^at, bonn toiebet in ©oneni, 
ben 29, tn Samulboli, ben 
1. üuguft an ben Scoglie (gel^ 
fen, eigentli^ Sc^ilbfrbten)}an^ 
jer) 6t aSitgilio, bonn roiebet 
auf Sapri. Sin lulflug nacf) 
$ößum mugte unterbleiben, 
meil bort bäfeä gieber I)ertfc^te. 
„©apri," berichtetet, „jag micft 
Dot aDem an, unb gern I)älte 
i(^ bort einige 3eit Uerlebt, boc^ 
bie ®elbet langten ni(6t Weit." 

3n biefet ®egenb erfnl)r 
freuet, maä Diecjig ^ai)x Bot 




38 



i^m fein ä3efc^üger ®oetI|e an fic^ etfal^ren l^atte: bie @eftalten bet Ob^ffee, bie nod^ 
in DrtSbejcic^nungcn unb Sagen fpufen, gctpanncn in biefcr Umgebung Seben. „3d& 
gejiel^e/ fagt ©oet^e, ,,ba§ e« mir aufl^örtc, ein (Sebic^t ju fein, e« fc^icn bie SRatur 
fclbft." @o »urbc auc^ 5J5rctterd ®inbilbung«feaft reic^ bcfrud^tet, unb feit bicfer 3^it 
liefe il^n ber l^ometifd&c ©agenfreid nid^t »icbcr lod. 

3n^ @abiner Gebirge jurüdgefel^tt , fc^reibt er am 27. S(uguft an ®oetI|e, um 
il^m für bie in jtoifd^en. eingelaufene ,,fro]^e Sotfc^aft" feine« öerlängerten Stufent^altd 
in Stttlien gu banfen. Sie erfreute il^n um fo mel^r, aU er fd^on an bie ätbreife 
gebadet l^atte ^unb fo rcd^t fül^Itc, toie l^art e« bem Äünftler toirb, biefe« geliebte 
fd&öne fianb öietteid^t für immer öerlaffen ju muffen". 9lun »aren il^m nod^ fiebcn, 
ad^t SRonate gegönnt. -i^" 

3n bemfelben ^erbft aber traf il|n ein erfc^ütternbe« ©rlebni« : in feinen Armen 
ftarb ju JRom am 28. Öftober nad^ furjer Äranfl^eit ®oetl^e« @oI|n. 21m 18. @ep= 
tember l^atte greller t)on Oletano au« feiner Sraut gefc^rieben, Sluguft üon ®oet^e 
unb ©dtermann »ürbcn in 8tom ertoartet. Scfeterer toar j[ebod^ tion ®enua jurütf= 
gereift, ©oetl^e fam aHein über 9ltaptl. 5J5reIIer« au^fül^rlid^er Serid^t ift bei Sloquettc 
(@. 78 ff.), allerbing« mit ftarfer Umarbeitung, »iebergegeben, id^ wieberl^ole nur bie 
©auptfac^en. ^S«^ ^^^^^ Ö^ofee greubc, il^m aI8 gü^rer. gur Seite §u fein, unb 
fonnte mid^ nic^t fatt feigen , ba er groge ^^nlic^feit mit bem äSater ^atte . . . Sr 
toax ebcnfo Iieben«toürbig toie fd^ön.'' Sie toaren fel|r Diel jufammen, öfter« mit ben 
jungen Sünftlern, oft aud^ bei Äcjiner. Qu biefem fam ber ®aft eine« 9lbenb«, an 
bem er Sl^orn)a(bfen lennen. lernen foQte, ungemöl^nlid^ ff)ät, ettoa« bleich; er meinte, 
er l^abe fid^ tool^I in S. 5ßietro erfältet. ®r erjäl^lte bann aber fe^r lebl^aft öon 
SSeimar, Sl^ortoalbfen toax entjüdEt unb bat il^n um eine Sigung für ein 9leliefbilbni«. 
^eftner fd^Iug für ben nac^ßen Sag einen (Sr]^oIung«au«fIug nad^ Stibano tor. S)iefer 
lourbe au«gefü]^rt, ber &a\t tarn jebod^ fc^toer fteberfran! nad^ 9lom jurücf. greller 
toad^te bie Sla^t bei il^m unb l^olte frül^ ben Slrjt, ber eine ^autfranf^cit in Slu«* 

fic^t ftettte. gür bie jmeitc 
SRac^t teilte SKe^er, ber 
lür an Sür mit bem Sran= 
len mol^nte, bie 9lac^t)oac^e 
mit il|m. ®egen ein Ul^r 
l^atte fic^ 5J5reIIcr, ba bie 
gieberunrul^e nad&Iiefe, auf 
gmei Stüljle gelegt, balb 
tourbe er jeboc^ t)on äRe^er 
toieber getoedt: id^ glaube, 
®oetI|e ift fel|r franf, fotten 
toir nid^t ben 9lrjt rufen? 
„911« id^ an feinSett treten 
toottte,'' berichtet ^ßrettcr 
meiter, „fprang er auf unb 
umflammerte mtd^, bafe ic^ 
glaubte erbrücft gu tuerben. 
SBir Iiatten bcibe aWül^c, il^n 
in« ^tti jurücfgubrlngcn. 
3d^ legte il|m eben ben ffo|)f 
auf« Siffcn, al« er bie 
9tugen l^od^ auffc^Iug unb 
einen tiefen Ätcmgug tat. 
®« »ar ber le^te gemefen." 
2tu« bem SKunbe be« eiligft 
herbeigerufenen Slrjtc« ^ör= 

«bb. 36. (Stubie für baS ffilelanb-Simmer. (8u Seite 53.) teu fie nur ba« furd^tbarC 




39 

aSott : e morto. 9tai$ Öffnung bei 
Seilte fonb blef« alfi Ut(ß*e: 
®e^h:nt(^laa, infolge etiler jurüd' 
(jetrefenen ^oulfronfi^eit. Äeftnet 
übecnabm fofoit bit <Box^t füt 
bie öeftaHunfl. „23tt beutf^en 
^ünlller trugen U)n pi ©ruft, 
ec liegt an bei ^Qtamibe beS 
Sajud Sefttu«, in ttnttn ^albe 
öon SgiiiefTeit." SJnö iHelief= 
bilbniä, iai nun baä @rab jieit, 
^ot 2:I)omaIb[en na(^ bent ^oten 
gefettigt. Sunbei&ate t^ügung, 
ba| @Det^eä ®o!)n in dtom buic^ 
ben ©D^n ber gugenbfreunbtn 
tieerblßt toetben (ottle — an bet 
Stette, bie er [elbet Diet 3a^t= 
je^nte juddi fii^ in einet ]il)mtx-- 
mfitigen @tunbe ald {egte ERii^e^ 
liätte gebotet unb burt^ eine 
Srti^ining feftge^olten ^atte! 

^redti aber lata haut Don 
bei Xiaueifeiei juiiicf, ec mugte 
fic^ gu 93ett legen, unD balh fteQte 
fit^ ^trau^, ba6 er, tro^ friit)e' 
rer :3'>tt>fung , mit ben fdnuar^ 
jen Slattein angekeift mat. Um 
bie 5ßflege mar neben ßeftner be- 
(onberö Dr. gärtet beforgt, ber 
no(^ in 8{om meilte. @ä folg- 
ten noi^ etliche &;hanfungen im 
^nftlerheife. ^reUer genaä, 
au(^ liefe bie 8rttnTt)eit nur ge' 
ringe Spuren jurüd, bocb bauerte 
ti lange, Ui er mieber läftig 
an bieSlrbeit gt^en tonnte. Sie «" "• stuHK j« ««..»t., witi«ii».8imtB.c. 

3ett ber ©enefung bcnu^te er, (8" ®<iw ss.) 

um „feine geliebten olten SKeifler" 

in ben ©aletien befto öfter ju befui^en. Son t^nen, über^upt oon 3fülien ((Reiben 
ju muffen, ging i^m tjort ein, um fo Rätter, als er (i^ „no(^ nic^t für fertig genug" 
flielt, um mit feiner Sunft oot bie Cffentlii^feit gu treten. Sin tieHet Sii^tbliil mar, 
bafe §ärtel Der feiner ?lb«ife it)m ein S8ilb auä ber ßampagnci in Auftrag gab. Unb 
in ber $eimal wartete feiner bie Sraut, bie mit i^rer SKutter, olö 5t«inbe bet ben 
kämpfen um Selgienä Unab^ängigfeit bfbtoI)t, au# Stntioerpen geflo(|en loai unb bei 
feinen Sltem liebeDDae 9{ufnat)nie gefunben fiatte. 

Um iKltte aprtl 1831 oeranftalteten bie beutfc^en Sünftler ju gftren beä SKeifterö 
Korneliuä ein glän^enbeg geff in ber ffilQa Stlbani. 9lm nöc^ften 9lbenb folgte eine 
befcbeibnere SIbftl&ieböfeier , Cem lieben SPteüet Don feinen greunben gegeben. Sinige 
SBocfien fpöter traf er in SJeimnr ein. %ie eigentlichen fie^r^ unb ^anberjatire Ingen 
^tnter i^m ~ bag i^etnen aber feilte bamit ni(^t aufböten unb ebenfowenig bad 
ffianbetn. 

©leben Qo^re Maren Oerfloffen, feit ber ^lonnäigiö^rige Dom ®to6^erjog S'arl 
Sluguft nai^ Slntmerpen gebracht toorben mar. ©eitbem ^atte er In Heimat nur 













^% 






t'J) 


Di 


^. 






^ ^ 


^^ 


/ 


i 








^-r 


-,1- 






> .'■!" 


^ 





40 

einmal lurje 3ett geroeitt, Dor ffieginn beö fünfjäfirigen Slufent^alW in ^tolien. Sein 
9Bunbec, bafi et fit^ in bei (tetnen Stobt — fie bfberfte faum ein ißiettel ber jegt 
betauten 3läi^e — mit i^rem im gonjen boc^ rec^t fpiefebürgetlic^en SSefen rote ein 
grembei Dottam unb junöi^ft itiebei Mut nctfi Steigung füllte, etma<$ ju utitente!)men. 
Sinei (einet etften aßege galt bent i8e(ui^ bei ®oet[)e, ber, elioaä betroffen über 
fein oerönberteiS Sluäfe^en unb befonbetö übet ben .ablc^enlit^en" ©(^nutibatl , fit^ 

boi^ baDon nichts metfen 
lieg, fonbetn itin mit bet 
alten J'^'^äl'^'f** empfing. 
£3on feinem Sc^n %uguft 
fptac^ et nic^t, fo loenig 
iDie bei Sdeimannä $eim= 
fe^t — iDDiu au^ ^Drte, 
menn man fi^ o^iie fie Der- 
ftel)l, jumal übet Slinge, bie 
ftc^ boc^ nic^t auäfpret^tn 
f äffen ! 3n ft^lreigenbera 
gegenfeiligen EinDetflänbni« 
gefi^a^ ti aui$, bag ®oeti)e 
auö ^leQerS ©ftigenbudi, 
boä et fn$ jur SJutt^fi^t 
üwäbat, baö «ilbnia feine« 
©ot)ne3 — übiigenä eine 
nut mit ein paai iStric^en 
^ingerootfene 3ei<$>tung — 
jurflcfbet)ielt. Singe^enb 
übet lieg er fic^ üUt 3to= 
Uen betit^ten. 

@tnen fi^önen unb itoä) 
wehmütigen Slai^Tlang bet 
römifc^en 3»t bilbete für 
IßteQet bet Sttef, ben an 
Soetbel ©ebuttetag 1S3I 
Seftner unb t>iet ber t^m be- 
fceunbeten SDtalet au4 OIc 
Dano an il)n obgefanbt 
Ratten (®oet^e ^ 3al)tb. 24, 
©. 107ff.), mit einet ge^ 
malten Mnfit^t beS gelieb= 
ten Selfennefted. ^ag M 
@Det^e au(^ biefen IStief, bei 
ja jugleic^ aU ^ulbigung für 
tl)n gemeint mar, füt „feine 
rbmifdien (sa^en" au^bat 
unb bem (Empfänger nut 
eine Mbf^rifl iuftenie, roat 
nit^t gouä noc^ beffenSinn, 
Sem Sürnjotte ©oet^eS War eS idoI)( jw bonfen, bQ§ ißieHei Don bet ©rDf- 
^etjogin SRatia ^^aulottina Slufltag auf eine fleine italienifc^e Sanbfc^aft erhielt unb 
baf; il)m ein — fteilic^ fe^r bef^cibenet — SHaum angemiefen routbe , in bem et 
aibeiten fonnte. JJaä liebeDctle Bulben bet ©tout belebte aui^ ben iDiut balb roicbei. 
©(^on am 21. 3uli fonnte ®oet^e bem alten Steunbe äRe^er mitteilen, 5ßreIIet I)abe 
ben Sntmutf feineä 33ilbe3 (tua^ifi^einlic^ bie veduta della Sabina, im SJotbeigtunbe 
grauen mit Siegf) ««f^t niadet" ju $apiet gebiac^t. „®ie roüfte ©egeuB ^at et 




41 

i)uii$ eine fe^r gut geiiiäE)lte ©toffage Mtbt, unb man tanu mit bem Sangen fe^r 
looI)l aufrieben [ein, SKöge ti ^fjnen unfa fobann unfetet teuren gürftin aaÜf in 
bieftnt ®inn erfieulii^ fein." (Sbenfo ^tte ber alte ^etr fctn SBoliIgefallen an bem 
ffintniurfe befl Bon Dr. ^örtet befteHten SBtIbel, für boä greller bie toire del quinto — 
ben beim fünften SDIeilenftein jcnfett Pont** raolle gelegenen alten %mm — geroö^It 
t)atte; ^iet lobte ei befonbeiä ben @ebanlen, bie ^trten gum <S(^uf$ gegen bie aria 
cattiva, bie böfen 3)ünfte, ein J^eueri^en anjünben ju (offen (^bb. 24). ^Kd} gärtet 
roor mit ber SJ8af)I fe^t jufrieben: „®te ftitte ®töfie ber Gampaflna tft mit raiebet 
einmal rec^t lebenbig babet aufgegangen." 

93alb barauf fanb @oeüit 9{ntog, ben jungen Sünftler gegen $errn ton Ouanbt, 
ben Stiftet bed @äi$fif[^en 
fiunftoeteinä, in ©tfiu^ ga 
netimen. S)te beiben Saub- 
f(^often, bie ißteQet auf 
@oet^e8 9Integung Don 9tom 
aui odi feiner Stbretfe mi; 
SHteptt an biefen abgefanbt 
liatte, bamlt baä eine oon 
i^nen na^ 3)reeben jut 
äuSftellung gefcfeitft mütbe, 
niaren Durc^ loibtige Um^ 
ftänbe erft na^ ^a^r unb 
lag, im 3uli 1831, ba^ 
ijxn gelangt, unb bet 
^o(^angefeI)ene SunfiEennet 
glaubte aud ßupferftid^en 
nat^ ^Duffin nac^meifen ju 
fönnen, ba6 „gon^e Stüde" 
auä ^Duffinjdien Silbern 
entnommen |eien ; moiauf 
©oet^e t^n baton erinnette, 
,bo6 ber ß^atflftet bet 
genuinen noc^ immet bet< 
felbige ift, unb bafi flu(^ 
IjJonffin , infofern et in 
biefen @egenben miebet oet^ 
Ie!|tte, fidi fettft roiebet' 
^olen mügte". ®t unterliefe 
babei nic^t ju etmätf 
nen, bog ^retler bei fei- 
net 9lütf(et)t and Italien 
„8<i^i""iflfn unb ©lijsen 

nadd ber 5JIatur jU §un= (B" ®''" "■) 

betten" mitgebra(tit ^abt. 

%Dn CuanbtS Urteil erfuhr greller nid^td. Ubtigenä tonr eS gegen feine Kbfic^t 
gemefen, bag @Dett)e aud| „ben noc^ ganj unfertigen Sturm" mit gut StulfteQung 
gefiltert ^atte. 

!9Sei IßteÜet^ SBerbegang Dcrfolgt ^at, fann ficb borfteaen, roeli^e tiefe Sude im 
SKörj 1832 ®Det^ea 3;ob in lein Seben riß — fanm einer bet Übetifbenben Oetlor 
[oDtel n)ie er. ^röftlic^ mar tl)m , bag er roenigflenä Don bem geliebten Soten für 
fid| unb für Seftnet jene in iljrer ©dilii^ttjeit fo ergreifenbe Sei^nMUB i^^- '34) 
nehmen butfte, Dou ber noä) faft oierjig 3a^te fpötet SeftnetiS Slfäffet 9!effe fc^tieb: 
„Ce deäsin est un vrai monunieut. Rieii ne i)eut niieus donner l'idee du caractere Olympien 
de la tCte de Gcethe." 




42 

3n bemfelbtn Sitef, mit bm er bie B^cl^nuiS fif ^^ilner fc^ttfte, fonnfe ^letltc 
biefem übet «nen Stuflrag bethftten, ber „eiead^t entft^cibtnben Uinflufe ouf fein 
Celwn ^Qben" roetbt. ffiä war bet aufttag für baS „3t3mif(ie $auö", boö Dr. ^drtel 
in Setpjig burc^ bin !SreSbner $rofefioi ^olbemar ^ermann erbauen Heg. @inen 
fleflefienen Soum fc^miitfen ju bürfen — nü(b ©oetfieS auöfprui^ bte fc£)önile Stuf- 
gäbe b« bilbenben Sunft — l)atte er fic^ erfe^nt. Entfernt mar uon einem ©i^IdS 
im $Qtj bie Sebe geioeftn — jejt traf Stfüilunß flteifbar an it|n ^eran, ,$aben 
Sie noc^ Sufl," [(^rieb if)m ^örtel (6. SDiai 1832), „fict) einmal über eine grölere 
Släi^e ju »eibreften? Dtine Umfc^roeif: SBotten ©ie, TOenn im ^oc^flrafIi<ben ©c^leffe 
nicE|t gemalt mirb, in ba8 ^aud eine« Si^eunbeä, unb glpar beS unterzeichneten, iigenb^ 
eine fi^öne Stfe ber SBelt ^ereinmalen? — S)ie <sa(^e Derfiält fic^ [o: ^n bem $aufe, 
roel^eS ic^ baue. Werben im ©rbgefc^ol nadi ber ©artenfette brei tleine ©öle ent= 




ftel)en , Icetdie im @runbe bie erfte Hbfic^t bei meinem !9aut)lan maren. 3d| ^offte 
namlid^ botin filt ©ie nnb ®eneßi, VkütW nod) für einen britten (er meinte ffo(6), 
JRaum ju einem grü&eren 3Berfe fteranfteKen. ®enelli f)at mir auf meine Sitte, eine« 
biefer ©äld^en a fresco ju malen, jufagenb geantroorlet, unb ic^ ermarte i^n noi) im 
Saufe biefeö SRonatS, 9SotIen ©ie baö sffieite äiminer für fi(b onne^men? 35er 
SRnum, ben ii^ 3t)nen bieten !ann, ift 12 CSHen inö Duöbrat groß unb 10 EHen t\oiii 
unb ^at fi)mmetrifc6 georbnete 3enfter unb Suren." Solflt bie ©nlabung, gu einer 
SSeffirec^ung ju Fommen; „benn ti ifl meine ^bfi^t, baö ^nneie beä ^aufed jenem 
Svoed gemäg arc^iteftontldi einjuricgten, fo bag, fo ®Dtt min, auc^ mit meinen ft^mat^en 
Mitteln ein ©anjeä suftonbe gebrncfit Werben [Da." „Sreube unb Mngft im ©erjen", 
eilt SßreHer, für tiai grofie Vertrauen ju bauten; „@ott gebe, baft mlr'S ntc(if an 
Staft gebiete, um oUeä ju Sinter äufriebcntieit ODtlcnben ju lönnen." 2Bqö i^n 
„trüb unb ängfflitb ftiraml", \ptW er gegen ficftner am: ©eneHiä unb Sot^ö, jweier 
auägeäeidinetcr Sünftler, äRitarbeitec fein ju foflen. SSorwiegenb ifl bot^ bie 3reube; 
um fo me^r, aU il)H bie ©e[)n|u(^t nac^ ^tolien wieber einmal Qtpadt ^atte. Weil er 



43 

gu htmttUn glaubte, „tuie Ivenis ivo^rcä Snteieffe an hn ©ac^e" in SBttmai Doi' 
^anben fei. 

$tei mafl eint Slnfit^t \>ti Stötnifc^en $aufe# (m&. 25) $la^ finben , ba« fa|t 
unmiftelbor an her bamaliaen föblii^en ©tabtgrenje I09. 3in gtü^jafit 1833 Wutbe 
ha9 $iau8 Fomeit fertig, ba| bie ^önftlet mit ber Wudfc^miicfung beginnen tonnten. 




^relleT ttonbrai^te feine Slrbett im ©fiätfonimer iti genonnten ^aVtä unb bann 1834 
unb 1836. 3)arübet rolrb no^^ei Im 3"ft"nmen^ang ju reben fein. 

3njn)i|^en geroann ^tellerä l'eben in SBeimor feftete ©eflalt. SßcQer niot feinem 
QTogen ^eunbe im Oftobei 1832 im 7obe nnc^gefolgt. SiQä[)teiib feinei £iant(|ett 
^attt it|n ^teEer in &et I. filaffe ber äeicöenfrfiule oertteten, baä routbe junSt^R in 
gleichet aSeife fodflefeßt. SSom 1. Januar 1834 an iSefret oom 15. Cttober 1633) 



44 






,V 



'//» 



/ 






^ > 



•<-/' 




\ 



l\ 



»/ » 







d/^' 






-'^C*-^.. 



/ 



. t 



« % 



* •' ♦ * ^ 



'/d'/t^ti^Su^tJ 



W)\>. 42. {Reife in 92ortvegen. a^letftiftffisae. (8u @eite 57.) 

erljlclt er cfnc „probtfotifc^c" Sdiftcdung mit 100 Salcrn ©cl^alt, unb c^ mürbe tl|m 
bort ber ©roB^erjogin ber Sluftrag auf je ein 8tlb jäl^rlid^ im ?ßreife üon 40 fioui^bor 
jugefic^ert. ?luc^ Ijattc er bcm ©rbgrofel^eräog Äarl Slleyanber ^cid^enunterric^t gu 
erteilen, ©einem fjreunbe ffoifer »urbe ber Unterricht in ber I. äRöbc^enflaffe über* 
tragen. 

Äaum mar fo bie ©runblage eine^ eigenen $au«l|altd notbürftig gefid^ert, aU 
greller im Scinuar 1834 — faft ad^t gal^re nad^ ber Verlobung — bie Sraut Ijeim* 
fiilirte. ®ie gemietete Heine SBol^nung lag in ber Seid^gaffe; bie junge grau be» 
rcltete eigenljänbig bad ^oc^jeit^mal^I, an bem nur ber engftc gamilienfrci« tcilnal)m. 
Rreunb .f^ärtel, ber erft nad^l^er SWitteilung baöon erhielt, fragte, ob eö aud^ rcd&t 
fei, fic^ fo in fein Olütf l^ineinjuftel^Ien. SSom 1. Stpril 1835 an erljiclt bann ^retter 
mietfrei bie bi<J bal^in bom 9?at Semmler innegeljabte SBoI|nung in ber SKanfarbie bcg 
I3ägerl)aufe§ , in bad injmifd^en aud& bie I. Klaffe ber 3ci^cnfd^ulc — bie beiben 
unteren fc^on 1815 — öerlegt toorben mar; bort l^at er faft brei ^(ä)xit\)Xiit lang 
gcmol^nt. 8tuc^ mürbe je^l für il^n unb einen Kollegen ein eigene^ 5ttelier (9lbb. 26) 
im ©arten f)inter bem ^aud errid^tet. @rl|öl)ung bed (Seljalte^ auf 175 Saler erfolgte 



^ 









t 







1NM<. <S. SKrik in Ütotivrflcn. ^riAiiung Bon Si(t S^on. Olroi(er}oa(. IRuftum, Weimar. .3u Stitt 57.) 



45 

(tft Smiite 1841, im SBiärj 1844 bie ernennung jum ^^rDfelfot. ©eine ©Itern fiatle 
ißteHer fc^on im 9IoDem&et 1834 (urj not^einonbet biiri$ ben lob tetloten. SDIultet 
Qrtc^fett bagegen mav mit inä ^ädei^auiä fl^jogett unb Hieb bit^ ju ilirem Xob (1859) 
baö Detc^rte ältefte ^aufit ber gnmilte. Stet ®öt)ne mutben beren Stols unb (jreube. 
3m Oftober 1832 I)Qtte greller boö obtn eriaQt)ntc Stlb, beffen ©egenftanb, ber 
alte Surm, (urj ^uDor buri$ ein ©elwttter DcHenbä jeift&rt roorben mar, an ^ättel 
abgefanbt unb i^n um fein aufrt^tiQe<$ Urteil fiebeten, bn il)m fel|t barnn liege gu 
wiffen, 100 er no^ ju fernen ifobt. ^ättcl antrocttet barniif „aiiö ^etienlgrunbe", 
bafi er [uij glürfli^ fc^öge, ba« f(^öne SJtlb jit befiöen, unb fic^ seitleben« baran ju 
erfreuen I)offe ; wenn noc^ me^t flefngt werben muffe , bann münblic^. ,3cö roeife 
ni^t," fö^rt er fort, „ob icfi rec^t tue, wenn ii^ 3t)nen, öt)ne borget bei ^l^mn an- 
flefraflt ju ^oben, bie beifotgcnben 50 Soniäbor anbiete. G^ tarn mir aber oor, olä 




müibe ^i)atn bie#, bei unferm freunbfc^aftlic^en ^er^ältniä, DieQeit^t (d am liebften 
fein." 3«9l**'^ fli^'t " i'^t SBeforgniä Sttußbrutf, waS au« ben SÖanbbilbern loetben 
fotte, Wenn greller SReqerä Stelle übernehme. 

aflmä^lii* reift ias SBert. ^äxtel flibt bie aRofee für bie Silber : bie §öt)e foR 
3 eUen 13 3ott (= 1,00 m) betroaen, an ber üoaen ffianb foll \>ai ^auptbiOi 4«I0" 
lang, bflneben jioei je 2''2'/.,", gegenüber, eine breite %äz einfaffenb, jmei flleit^e, 
jmtfc^en ben beiben Senftern unb ben beiben lüren gegenüber je einä 2" 7" breit 
Werben. ©arfleClungen au« ber Cbqffee ju roäl)len, mar jebenfaflS ^reHerä SBotfc^Iog. 
©eine ©fijjen, bie er Snbe ^nli 1833 Dorlegt, finben ®enel)niigung. Sie fetten et' 
gönjt merben burrfi einen gtie« Oon ^arftettungen au« bemfelben ®ebic5t, bie ?tlejanber 
^ruifmann in Sfiünc^en, aucft ein fflefanntet au« bet tömifdien 3*it. '" bet 91rt ontifer 
SJafenbilber entroeifen , ^rettet ober mit ben feinigen au«fü^ren fott. Sür bie Slu«» 
fül)tun9 roirb Xempera — alä SBinbemittel ®ffig mit ro^em Ei — gcniä^lt. Sieben 
bem Obijffee-^immer liegt ber grofie aBtttelfaal, ben ©enetli mit greifen fcbmürfen 



46 

\dÜ; als 2)t(feng(niälbe i{l Sact^uS unter ben 3Kufen aetiadft, für bie Dier grogen 
Siteteife jiuifi^en b«n Sünetten unter bet Dede ßeuS, bet fc^tafenben ^era btn Ileinen 
^eraHed an bie (Bruft legenb, $erafled mit ^tbe, bie btn (Svoi tranft, unb uerraanbte 
Stoffe. SUr baä ^itnif^i^ d" ^^ anbem @eite bed Saaiti foU £dc^ SarfieQungen 
aus bet cnttfen ©agenraetl tntroetfen , beren fijötere ^uäfill)runa buri^ Bretter in 
^uärit^t genommen mtrb. ^ie obere Soggia nai$ ber @tiagenfeite ^at ^att Slugull 
^efi^el aus 3)reSben mit Slialeteten p fi^müden übeinommen. ^n bit Umrahmung 
bed einen (StemälbeS follen bie Stibniffe beS $auf)errn unb ber an bem ^aufe be> 
ft^äftißten fiHnfiler alä SDiebaiaon« eingefüflt loerben, bie ^prellet ju jeiL^nen ieauftroflt 
Kiitb; bieö ber Urfpninß ber oten (WA. 14 unb 23) wiebergeßebenen agilbniffe. 

2)aS Seben in fieipgig geftoltet fii$ für ^^leUet [e^i anrefienb burc^ ben iSerfe^r 
mit ben Kollegen unb bem lunßftnntgen Dr. ^ärtel, foniie mit beffen Scfinager ^of. 
iBoÜmann, bem Sunfl^önbler S. @. SSoerner unb beren ©ottinnen. @nbe Slugufi 1833 
finb, rote er nai$ äBeimar melbet, bie Sod^fc^en 3et(^nungen angelangt, fte ftnben jebo^ 
nfdit bur^gängig SQeifalt. ^Batb barauf berichtet er, ba| fein ^ol^p^em gut DDtroättS 
((^reitet; „icEi benfe," fagt «, „bie gtogen ©c^wierigfeiten im ^e(|ntl^en finb Mti' 
rounben." Stui^ mit bem jWetten Silb rourbe er noc^ fertig, unb im folgenben Satire 
malte er mieber jUiei folnie einen Xeil beS ^riefeS. ^Daneben rourbe abenbS fleißig 
an ben Kartons gejeii^nft. 9iii$t fo gtüctlidi mar ®enelli, feine Slrbeit geriet fe^r 
balb ins ©toden — fei eS, bag es it|m an bei nötigen ©idiei^eit im $anbn>eini(^en 
fehlte, fei eS, baS ber Si^<^H ^^'^ übernommenen Sßertjflii^tung fetn feelifc^eS ®leii^= 
gerottet fibrte. 3"« ^m 1834 fc^reibt ^ottel an prellet über eine Slrbeit beS 
SreunbeS, bie Surofio, beren Entwurf „ftupenb" geworben fei; „mit^ hingegen," fügt 
er ^inp, „f^eint er feit ttoiigem $erbft gan^ auS bem @ebä^tniS uerloien ju iiaben." 
äSie es fd)iiegli[^ jum ^rudd fommen mugte, baS ^at Wa^ ^ozban, ber beiben Seilen 
nafie fianb, tn feiner biograp^ifi^en ©Itjäe Don ©eneClt treffenb bargelegt Oeitfc^rift 
für bilbenbe Sunft V, @. II). 

^in ©ommer 1835 !onnte greller Don Weimar nic^t abfommen, toetl ^aifer, ber 
if|n Oertreien I)aHe, jeftt felbft Oerteifte. 3)afur fanb et fic^ 1836 f^on im Ötü^jalir, 
unb jroar mit feinem ®<^üler Karl Rummel, bem @o^ne beä berühmten Xonfe^etS, 
unb bann roiebei im ^erbfl in Seipjig ein, unb am 6. S)ejember lonnte er bie le^te 




a*», 45. »((iRiftdiäif Don Slubftnl». »rofi^tjOBl. »luitum, Ktimm, (gu Stitt 58.) 




$anb ans SBeif Ifgen. ^ätlel mar \o befciebigt, 6ag ei it)in bte StbfK^t auäfprac^, 
i^m nad) iSoaenbung beö Snitteffaoleä auc^ hai anfänglt(^ fui: bie Soi^fc^en iBilbet 
ifftimmte 3in'inet gut ?lu«füf|rung eigner ÄDmpo(itionen , unb aniar beiitfi^ex Satib= 
f(5aften, ju übecttaflen. äuc^ ba« petfönlit^e Sßei^ältnfS ^ntle fi^ imm« freunb(^aft= 
lii^t geffaltet unb nav, nod^bera ouc^ §ättel fii) Bct^etratet tiatte, auf bie jlfrouen 
mit iibertxagen rootbcn. Eö ttüt eine gwunbft^aft für* gonje Beben genjotben. 

Dix Beltac^tung beS aBerfcS lege i<^ ben 3tuffa6 jugrunbe, ber in ben erften 
tRummetn Dom ^ntirgana 1837 beä Don Dr. Subroig ©t^otn — Jeit 1835 in SBeimor 
— herausgegebenen Sunftblatteä ju lefen ift. SJer STuffa^ ift äindfelto« nnn Sc^om 
felbft gefc^tieben ; er tvar mit ^eQerS f ünftlerifc^en Slnfi^auungen genau sertmnt unb 
l^atte i^n noc^ im ^txbft bei ber 9Irbett befucfit. ©c^on am 9. ©e^itember 1S34 ^tte 
^Her i^ra fle[(^rieben: „Den Sotlon meiner 9iau[iIao oollenbe ic^ ^eute, ii^ bütfte 
fötmlii^ not ÜBegier, i^n in Sarben ju fe^en. Siüdte^renb luerbe i^ ilin mitbringen, 
um 3^re SReinung ^a ^ören." 3Iun flanb ba^S ^etf Dollenbet ba. 

SWeben bera ©ingang fielit man juerft ben tqflopen ^otqp^em, Dot ber Öffnung 
feiner $Ö^le fi^enb. ffir tappt mit auägeftredten Slrmen nac^ beiben ©eilen um^er, 
»ä^renb Db^ffeuS fc^on mit feinen ©efä^rten ba« (Ürtie gewonnen ^at unb am Hb^ang 
im Sorgrunb bie Siöibbet ^erabtreibt. 5018 auf eine fleine StuSfic^t m^ ber ©pifte 
beS ttno ift bie Sanbfcbaft but^ bie gtoue gelöhianb unb überljfingenbe getgenböume 
gefc^loffen, auf wettfien not^ bie ©chatten be8 frühen HKorgena liegen. 3)ie un^eimlit^e 
Umgebung beS Ungeheuers Hgt baS aniggefi^id a^nen, meinem bie glie^enben ent- 
ronnen finb ; glüdDerletgenb beleuctitet fie jeboc^ ein übet bie gelsmanb ^erabfaKenber 
Sonnenftio^I. 

9Iuf bem äWeiten Silbe fie^t man Db^ffeuS, ber bie ^nfet ber ffir(e burcftfpätit 
^at unb nun, Sagbbeute auf bem 9tiirfen, ju ben ©enoffen jurürfte^rt. Sin tjügeligeS, 
mit ^o^en Sid^en bemai^feneS Silanb, hinten baS Siteer unb SRonte StrccIlD. ©tflt< 
mift^et, regnidiiter 9)totgen — ber SBinb f^iittelt bie genialtigen ßaubmoffen unb 
treibt bie SSoKen anfammen ; nur einjelne Sit^tftretfen fallen auf bie 2anbf(^aft. ^ai 



48 

(SrlDaitungdvoUe bet gemajiten unb muffeligen $unbtc()aft tfl treffenb bt^eidixttt. Unb 
boi$ m^t ani Quä biefeni @tuiml|iininel bas @tiüffi bet Stei^eit an, unb bie 99eiite, 
bie bet ^elb t)tntiieatiägt, Derzeit uns feineä fiö^IicE)en Vtuiti. 

SftU bem btitten tBilbe fül|ct unä bei ^ünftlei in ben Sßerei^ tti ddubmit 
fettfl. Sluf onReigenben ^wgeln mit ber Suäfit^t nad) bet bteitcn SReereöftficöe, aber 
im Etüden »du ^otjen (}e[<^n>änben [|e[cE)ü^t utib Don Linien umtnac^feti , liegt ber 
rounbetbate $alaft bet Stile, von $i)geln umiteift. 9iacb Dorn ^eiab liefflt ein iSai^, 
an beRen Spiegel Steiget ein^etft^teitcn ; ein paat jenet Betlttonbelten Unglüdlic^en 
na^en in Q^efklt Don üixotn unb iSeidtoÜlf en , ben gelben gu begtügen. ^tütfenbe 
©c^müle liegt übet bet üppigen Sanbfc^aft, nui im Sorbetgtunb, ido eine ©tuppe oon 
ftaftonien ©chatten Betbteitet, atmet man fteler. ^iet ftel)t Db^ffenä mit bem ®öttec= 




jünflling ^letmeä, ber i^m hai inunbermittenbe fitawt SRolq gum ©d^uf gegen bie 
3au6etfünße bet ^tte borteit^t. @in iStgei t)at fic^ an ben gelben angefc^mtegt, ali 
etwatte et Don i^m iSitettung. ^iefetä EBilb ddD [ilb[i(^et @lut \)tx]i^t ben 99ef(^auer 
DitOig in feinen ^Qu^fttreiä. 

3m Dietten Silb Öffnet fic^ bn§ 9Jteet Dot an«. Sin bem fteilen Ufer, rao l)oI)e 
^inien unb ßaftanien auftagen , E|at ^algpfo , bem 33efe(|le beä 3^u<ä infolge , ben 
gelben gele^tt, ein ©c^iff ju simmern, bamit et feine ©e^nfuiftt ftille unb bet |ieimot 
jueile. ©t^on l)at et üie Sltbeit tiiftig gefötbett, tuftenb fi^t et jeCt, ba8 öeil in ber 
§anb, unb bie fc^öne ®ötlin ftel)t Dot i^m, roeitete SRatfctdäge eiteilenb, Eö ift gegen 
?lbenti; nut übet baä Sa^t^eug gleitet noc^ ein ©onnenfttotil unb ü6et baS ^o^e 
SDteer, loelc^eä in roeitet, abec tiiiber glücke Dot un!* liegt, benn ein Sturm jiefit iti 
bet S^tne t)etauf unb Derfünbet bie ®efal)ten , meiere ber $elb noc^ ju beftei)en ^at. 

auf biefeS ©eitenbilb bet §auptmanb folgt nun baö §auptbllb Don Diet ©Blen 
©reite (9(bb. 27). ®ö ilet)t ber |iaupttüt gegenübet, bie Don bem mittlem ©oale 




•I S^Dlngiaptit Don $. eogtl 



^erttnfüfict. ©innooH ^al bei Mnfllet bie (BegegnunQ ht& Ob^ffeuS unb bei Slaufilaa 
jum ^n|aU gclDäf)lt. ^it ^ain von (|o!)en Steigen unb ßajianitn fc^lie^t ben um- 
mauerten 9Sa|c^))laf) ein, an neldgem Slaufifaa mit i^ren @)e[)?ielinnen beS la^ti 
Arbeit torienbet ^ot. 3)ie ^eiteirfte Sttenbionne beleui^tet bte fern am ^o^en Ufet fi(^ 
auftüimenbe ©tabt unb ben lu^igen äKeettiufen, an bejTen ^ümmung fti^ ber äBeg 
tiingie^t. Obqffeuä t{) eben aai bem biegten ®ebüf(^ im Sjoibecgtunb ^etauSsetreten ; 
etft^totfen fiteiien ble SRäb^en, nur 9!aufitoa, eine l)o^e ©eftalt, fte^t futctitlDö ben 
Sremblfnß anblirfenb unb fcaaenb. 33ie ^eitere @lut beö ©übenä, bnä feiige Seben 
ber 5ßt)Qafen unb bie eble, pütrlac(^allfrf)£ ©tnfolt beS ajläbcgeng finb mit fiöfttgem 
^nfel gej(^ilbett. Qü^lti^ pafet btejeä ®emülbe alS ein ©^mbol unbefangener ®aft- 
freunbf^aft ttefflitl^ in ble aJIttte beS ©angen. 

Auf bem fecfiften {Wib. 28) liegt Dbgf?eu8 fdf|Iafenb in bet pHiflt ber SK^mpöen 
„bdH lieblic^ bämmernber Snmut". — Sie gelfenttiänbe ergeben fii^ übet itfin, außen 
am Ufer grünen bie Clbäume. S)aä Schiff bei ^^äafen, bie ben ©cblummernben mit 
ben ®efi$en!en an« Sanb ge&rai^t I)aben, Oerfi^winbet eben t|tnter einem SBoifptung. 
3)00 roeiteie ©c^idfal beö gelben tft Com ©d&Ieiei ber ^ufunft Oer^üüt. 

3m fiebenten iöilb enblic^ (Sttb. 29) glüdlii^e $eiuitel)i unb t)erali(^e8 ÜBieber' 
fe^en. Obgffeud iü bei feinem getreuen Mittlen Sumaioä, beffen ^ol)nung am ^^ang 
eineä ftcb na(5 bem SKeer öffnenben Saleö liegt. 2)ie Slat^mlttagäfonne lenktet IieD 
burc^ eine SBeinlaube Dor bem Eingang ; Dorn tft baS ®el)ege, too ein Seil ber ^erbe 
ftc^ aufhält. Xetemac^oä ift eben angefommen unb nttb Don Sumaio« begrUgt, 
»äfirenb Db^ffeuö, ben geliebten ©o^n a^nenb, gefiiannf mit ber SBeinfi^ale in bet 
$anb auf feinem @i|e Dei^orrt. 2)ie traultdie Umgebung ermedt baä füge @efü^I 
ber $eimat, bie ber lang umt)eigetiiebene ^anbetet enblti^ eireic^t ^at. 

9Iun ber 93rw(Imannf(^e giie«, bei in fflotbiöun unb ©diffiarj auf Mäulii^grauem 
förunbe gemalt ift: über bem $oI^))fiem Ob^ffeuö, bem Unget)eiici^ bie Weingefüllte 

«tnid, ^Tcncr. 4 




@c^ale teit^fnb; üßer bet feretttn lür bie ©iMtieit; über bem ©tutm — Jo nennt 
$reEer ftlbfl fein jroeifeä fflilb — Db^ffeuö, baä ©ctimert fleßen fiiife äie^enb; über 
bem Zoloft bet fiitfe Db^fieuö mit biefer beim SKo^k, Don einer l^rer 9i^mp^en be- 
bient; über ber ßalQpfo biefe felbft, bem CbijRenä bte $eimle^t DerKinbenb; über ber 
97aufilaa bod geft beim Slftnoog ; über ber ©rotte Statotifta, bie bem CbqjTeu# im 
©türm er(i^cint; enbUtb an ber EinganßSnianb boä ©elag ber greier, bann bet 
Sampf mit 3cos, liJtung ber gteier unb aßiebererfennung burcfe $fnelo))e. 

i^S mar ein SSert, bem bamols toaifl fein tBürgerljaud in 3)eutfi^lanb etipaä ^^n^ 
liditi an bie ©eite gu fejen ^atte. . 

5Diit ©t^orn« SBelrot l)atte [it^ bie ©rofe^erjOflin SRaria ^aulorana iai Siel ge- 
fegt, ben neuen 5IüßeI hei Sefibenafc^loffeä in ber äBeife auSfc^müden ju laffen, bßfe 
ba3 Sanb unb feine gürften, jumeift ober bie ®iä)ter baburc^ gefeiert mürben , beren 
unoergänglid^er StuEjm jugleic^ ^eimarä ^u^m bübel. ^uiiäc^li rourben für ben ©aal, 
melcber ben ©t^ungen beä ©toatäminiftertumä bienen [oute, eine Slnga^l ©emätbe beftetit, 
unb ä»at aeßfn 5ßreIIet8 SJunf^ unb SRat Clbilber, mit ©egenftänben jut ®efctit(^te 
beö Sanbeä. Iiabei fönten bie oetfc^iebenen Reiten unb bie oerft^iebenen Sunbeäteile 
jwr ©eltung fommen. Sler atufttag für ^rettet ifl Dom 15. Sfanuat 1835: fünf Ct* 
Mtber, je fünf g«! brei S°^ ^°^ "ub »ier gufi breit, Bier ju 380 unb ein* gu 
320 laier. SJie erften ©egenftänbe maren: bie SSartburg, im iSorbergrunb Sanbgiaf 
griebric^, fein S^öcötert^en gur Saufe nai^ SReint)arbäbtunn geleitenb, im ßampf gegen 
ben feinblid&en UbetfaD ber ©ifenai^er {1836); fi'arl Sluguft auf bet ^letjagb 5ei bet 
großen Siäie im Slmenauer gorft (1837). gür biefeä a»eite SBilb ift bie in Mb- 
bilbung 30 miebergegebene iRaturflubie gemacht, bet in Stbbilbung 31 eine um biefelbe 
3eit gemalte ^orflinbe gegenübergefteüt roerben mag. Sag bie SSai)! ber Weiteren 
©egenftänbe Sopfgetbref^en berurfocite, jeigt nQ(^(lcf)enbe ©teile aü6 einem SBrtefe 
^retterä an ©d^ürn: 



51 

„(sc^on feit löngeiet B^it befc^äftige ii$ mi(^ mit unftiet tliüringifi^en ®e|^i(^te, 
tiefonbeiS um ein moüv für baä Slllftäbtn tSilb ju finben. ^^omad aRünjei if) lein 
SRann, bem bie grau iStD^^eriDflln ein SJenfmal fegen ttiürbe, unb anbereS finbet 
fi(^ in bet flöteten ©eft^ii^le äflfiöblS niifit tjor, ©eine 3;aten, bie tut einen 
anbeten Qntd fe^r fi^Iii^ unb ^Sc^fl malecifi^ tsättn, faSen o^ne^in nti^t in bie 
Seit feine« Sttufent^Qlt« in Kaftobt. ©err ®et|. SHat ödh Sc^iPtiäer Tonnte \o wenig 
raie i($ etlvaä auffinben, nai unä ^ätte bienlic^ fein föntten .... S^araltettiilbtr 
springend ani ftü^erec 3cit finb teiditei gu finben unb baninter denig mani^e 
Don gioget iBebeutung, j. S. mit Subtoig ber iBättioe, tvfttz @raf in Stiüringen, baS 
ßonb onfünflt urbor ju motten (ein fi^öner Anfang ju bet ffletfienfolfle}, Subnrig ber 
©Ifetne in Stu^ta, Subloig bet ©tJtinget, ben SEBattbutobou 6eginnenb, u. a. m." 

3)iefe ESorfi$lÖQe fonben jebtx^ nic^t Sene^migunQ. Semalt mutben noc^ : ^erjog 
SBil^elm, im Xambai^ägtunb bie erfte Sänne jum @i$Iopau fäQenb; Sutfür^ ^otiann 
t^debti(t| mit Sulai Stanai^ am Sütftenbtunnen bei ^ena ; bet Sinjug bed Sibprinjen 
fiotl gtiebti^ mit feinet jungen ®tma^Un In SQieimar; auterbem noi^ bie Siiporiug' 
lopeCCe bei @ieuj6utg mit einem SBaOfa^ieijug. iSon bem erßen biefti SBilbei gebe 
ic^ ^tet imi @fiisen (Stbb. 32 unb 33) lnteber, bie etfte mit Siefem, bie bann butc^ 
Sannen etfej^t mutben. 

Sei feinen 3Imenauer Stubien ^aite fitfi SßteHet natürlich aui^ in ^oet^e- 
^innetungen ergangen. 3nit feinem Schüler Rummel rootinte er einige 3eit tn bet 
flülgetnen |iütte auf bem ®abelba(^. 3)ie SSittin Stau @aalfelber, bie mit @Det(|e 
jung gewefen unb alt gemotben mar unb biefen oft mit Sran! unb @|)elfe gelobt 
^otfe, muBte i^m ju einet Seii^nung (STbb. 34) fifen. ®etabe in jenen Sagen cmi)fing 
fie ben SBefut^ bet ^ürftin Oon ©t^Watiburg^Sonbetö^aufen , bie iftt ein $aat felbft- 
gejltidte @tr&m)?fe bcai^te unb ^um SonCe Don i^r auf bie @i$ultet gepatfi^t, untet 
ben ?trm genommen unb l)etumgefü{)tt raiitbe. äIHt ^etjll(^m aSotilgefallen betit^tet 
bieä bet Sünftlei feinet ®attin. 

^teilet fönte obet au(^ einen 9lnteil an bei Stuäfü^tung bet S)i(!^tetgimmet im 
®(^lDg ett)alten. Sc^on im {^Üt}jat}t 1835 tnat et, eben etfl oon einem nemöfen 
Sl^ee genefen, vaä} aBüni^en gef^idt luotben, um im bortigen Sdnigäbau, ön beflen 
SluSfc^mÜifung u. a. i8ern[)iitb Sieger noc^ arbeitete, bie fogenannte entaufttft^e SRaletei 
mit SSac^äfaiben ju etroatget ft)ätetei Slnmenbung lennen ju lernen. 9iun rourbe Ü)m 
— Kä^tenb Sieget 
bae (Soetl}e - unb 
baö Sctiillet'^iuimcr 
malen foüte, bie 
Üierffigung über baä 
^frber'3immer ober 

nod) DDtbeljalfrn 
blieb — bie aiuö- 
idimiicfung beä 3L'ie^ 
lanb\*iimmete über- 
Irageii. ©etoßc biefe 
■Jlufgobe iifiieri i^m, 
ber not^ üon ber 
i)onient<ftenaBtlt er- 
füllt mar, feinet 3ln^ 
läge nici^t gemdg, 
unb « fttäKbte fidä 
[iinge, lim einen 
'Sdiifd) !,a (treltUen, 
jtboti) Vtxf^' " ~ 



f 




Ileinei aU W anbein 3>ic^tftjiininer. Qi mürbe naä) ©(^inlelä (Sntiputf bur(^ eine 
9tif(^e eripeiteit unb mit einer jieilic^eii Su^ipct Deife^en, beten £)ffnunQ ein Ober- 
licht geUiAtirt. 

3)ie nat$rte(|enbe SBefc^reibunfl iß Im liiefentli(^n bem Xuftage ©c^ontd in 
SBeimarS Sl^unt (1840) entnommen; mit il)m ^at $teCCcr mä^renb bet 9Ir6eit, bie t^n 
neben anbeten big 1841 öeft^äftigte, in petem Setfe^t flellanben. 

S>ie ai6)l Iei(^tt Slufgobe, ben p^antafttfc^en unb anmutigen KfiaraWer her SBie' 
[anbft^en SKufe eintgetma|en tutebttjugeben , fui^te er ^auptfäc^Iii^ butc^ bie ^n« 
Dtbnung bet gefamten Sefoiatton gu lüfen. Sie unteren 9täume mürben für bie 
romontifc^en 3)i(J(|tungen, für Obeton unb einige Süär^en unb (Siiä^Iunfien bestimmt. 
^iftotifi^e, lonb^oftllt^e unb 2ttabeälen - Sompofitioneu foßten, in nic^t ju gtogen 
SBilbem, ton einem lebliaft roten ®tunbe unb Don kickten unb brisanten Ornomenten 
umgeben, f|ier neben einanber flehen, gut bie oberen gelber eigneten f\^ bie antifen 
Segenpänbe. äJtet Sünetten unter bet ßu)]pel {outen @eenen auä bei IStjä^Iung 
„3;ie ®tajten" enthalten unb bie Ornamente bet Sögen Wiebet fleine SJotfteHnngen 
nai aRu[arion unb Slgot^on. gut bie Oüfte bfg 2)ii^terS bot fidd ein Stanm in bet 
aJHtte ber SUtfcbe bot. 

gut bie fünf ai^ötei:«" Silber au8 Dberon, bie in Sempera auSgufü^ten maren, 
mät)Ite er ©cenen , bie t& geftatteten , in Ianbf{^aftli{^et Se^anblung ben @ang ber 
Stjö^Iung einigermaßen anjubeuten. ^n bem ^ofe bed grtec^i{^en Slofterg, ber ttau= 
lid) mit Orangenbäumen bejegt unb Don einem ^eujgang umgeben ift, fie^t man bie 
SßÜnc^e nnb Slonnen nai^ ben 3nnbertönen Oberonä tanjen, roä^renb im üSorbergrunbe 
$üDn unb @^eia8min bog l^ilfret^e $orn unb ben Sedier ani feinet |ianb emp- 
fangen (Wii. 35). Sonn geigt fii$ eine meite mocgenblic^e fionbicl^a{t mit ber 9tug= 
fic^t auf ben $afen tion 9dfalon unb bie offene @ee. Unter $a(men unb Ötbäumen 
ftf^en ^üon unb SImanbo, unb ju i^nen tritt Obeton ^eron, bei auf feinem @c^iiianen> 

mögen ba^ä oetgef« 
fene^äfti^enmttbcn 
Salinen unb iönrf' 
Laoten beö Sul- 
tans tferbeigebtac^t 
bat. leitet finben 
mit ^iion ouf bet 
ftitten 3nfel; boö 
9Ibenbli^tglä[)tauf 
benaSipfelnbetSfl. 
ftanienbäume , unb 
fc^on bunfelt ber 
ferne §orijont be* 
SWeereg , mä^renb 
bei (Sefeffelte oer- 
laffen an bem Sau« 
me le^nt, Don bem 
i[)n bIo6 OberonS 
aHac^t lüfen fann. 
3um Xobe Dereint, 
flehen bann bie bei* 
ben Siebtnben auf 
bem ^oljfioge, ben 
ftbon bie SHo^ten 
inSBranb geftedt^o- 
ben, als bei @i$aQ 




ifHftiriAniinfl, 1M4. 



1 



ergreift unb ©{^era^mln ju 
5ßferbe unb Qemappnet f)er. 
btitiit, fie )u befitien. 3<n 
fünften Silbe enblii^ finbtn 
fit fic^, am 9RotQen nai^ 
bent Slufentl^alt in Oberonä 
3aubtipalail, ddc bie @tabt 
S)Jatiä oerfe^t unb fe^en 
freuMg übetrafc^t bie Sitter 
aud ben Soten jum fur- 
niere jie^en. 

3)ie ßDm)]Drition bei 
ergänjenben Slrobeälen ^tte 
^le^anbet <siinon ü&ernom' 
men, bei ebenfalls mit am 
Wimäitnn ^önigSbau be- 
fc^äftigt xoax. ^teOet, bei 
il|n fc^on in 9tom fennen 
gelernt ^atte, lü^mt feine 
arbeiten aU „^ö(^^ geift^ 
unb fi^ntafieieic^". ^m 
felbei fielen abtx aad) noc^ 
eine äKenge £om)]ofitionen 
ju, bie jenfeit beä Don ifiin 
bidtier be^anbelten @ebietä 
lagen unb bei benen guni 
XeilbieenfauiHfc^eSRaleiei 
jur 91nivenbung [am. O^ne 
auf bie @eQen|iänbe ein- 
juge^en , ba bieä ju weit 
fügten mürbe, gebe ic^ ^iei 
einige groben feiner @tubien unb @ntroürfe. Qa bei einen ©tubie (9Ibb. 36) foH i^m 
fein jttjeltei ©D^n alä SDiobetl gebient ^oben ; bann mii^te aber bie 3nI)«*äot|l un- 
richtig fein, benn biefer roar eiff 1836 geboren. Se^t luftig ip bie Stubie ju bem 
Sii:^el $erDDnte (?lbb. 37}. 3)ie beiben ®enien mit bem 3)elpl)in (Mbb. 38) unb bei 
gejüc^tigte Slmor {Slbb. 39) jeigen, mie anmutig fit^ ber SünRIer au(S auf biefem 
neuen (gebiet ju bewegen mufte. 

3m ®efamteinbtu(t oetiat bad 9BieIanb>dimmei eine 3aibenfreubig[eit unb einen 
@inn für bie @ifoibeiniffe bei fRaumfi^müifung , mie fie in ben anbeien ^i(^tei> 
jtmmein ni(^t im gleidien Wa^e ma^ijune^men fttib. 

3)ie Sluöfic^t, im ^ümifc^en $auä in Sei^jig noc^ ein gnielteiä ^immei mit Sanb- 
molereien fc^müifen ju buifen, mar junäi^ft babui(^ in bie S^ine gerüdt rooiben, ha.% 
gältet baS $auS, bad t^m bur<$ baS ESttfagen ©eneÜtiS etmaS verleibet morben mar, 
^c^ aber au^ alä 93o^nung fßt feine Samilie nic^t geeignet eimieä, im ^erbft 1837 
Deitauft t)atte. ©einem i8efit)nai$fDlgei @tabtiat $aul Se)]lat; ^atte ei Über feine 
^efpiei^ung mit ^ßreDet SRitteÜung gemacht, auc^ roeiter^tn liefe er bie ©at^e nic^t 
aui ben Slugen. SepIoQ trat fd^on 1838 mit greller in lSett)anbIung. Susletc^ 
moQte er bai bon @eneQi nur teilmeife gemalte 3t>i>iii^^ "»4 ^^^ ©tudmaimoi unb 
üiabeäfen üeiäieren taffen , mofüt i^m ^ßreHer feinen ffioßegen ©imon empfal)!. 3m 
©ommer 1839 befugte greller auf ber Sluic^reife na^ Kügen mit $ummel hai 
fflömifcbe $au8, baß biefer gern miebeife^en moHte, unb na^m nai^ fllürffliiacöe mit 
Seplaq, bei bie ®äfte begrüßte, bie Suoei^^t mit l^inmeg, bafe er bemnä(^^ ben enb^ 
oftitigen ^uftiag erl^alten werbe, baö fiaglicbe 3i>t<i>t" vt't norbifcben Sanbf<$aften 
~ Ttanüilen. ^giäitel forgte nacb Gräften bafür, bafe bei Seploq ber Sßille nic^t 




54 

crfaltcn möd&tc, unb nod^ im 3anuar 1840 fd^rlcb greller on bcn grcunb: „Sic 
glauben nid^t, mit loeld&cr grcubc iä) an bic Slrbctt bcnfc." Mein bic Hoffnung 
tourbc ju SSaffcr. Den ®runb bejctc^net ein Srief gärtet« öom Sebruar: „®er 
äRann . . . finbet alle SSorfc^Iäge, bie id& il^m mad^e, angemeffen, entfd^Iiefet fid^ aber 
ju nid^t^ befinitiö, unb fo fommt fein SRcfuItat l^crau^. @g ifi ein »al^reS @Ienb 
mit folc^en SRenfd^en/ 

äRel^r unb mel^r l^atte fid^ $reKer mit ber norbifd&cn Slatur befreunbet. §atte 
er bod^ fd&on anbertl^alb Saläre nad^ feiner ^etmfel^r an ^eftner gefd&rieben, er toünfc^e 
nld^t« fcl^nlid^er aU einmal mit .il^m ba^ liebe beutfc^e SSaterlanb ju genießen unb ju 
bettjunbern! „®oQtc ejJ toirfUd^ Seute geben, bie e^ verleugnen, bann bebaurc ic^ fie 




mb. 53. (S^riftian@(^u(^arbt. SSIeiftiftaetc^nung, 1844. (3u Seite 63.) 



öon $er5en, benn bann fel^It ed il^nen fieser an ber l^errlic^ften bon ®otted ®abcn: 
am ®emüt. SBaltet nid^t l^ier toie bort ber SlQmödfitige, unb fd&uf er nur etload, toa^ 
nid^t bie l^öd^fte ©ettjunberung berbiente? ©ei e§ groß, ernft, l^eiter ober trüb, alleö 
ift fd&ön unb Hingt in ber ©eele bed ed^ten Sünftler^ toieber. 3d& finbe il^n überall, 
ben ^öd^ften, unb bin mit aller Siebe ber l^errlid^en Äunft ergeben, in ber id^ micö 
auf^ eifrigfte beftrebe, il^n nad& Sröften auf meine SBeife ju loben unb ju preifen." 
Die ©efinfud^t nad^ Stalten feierte boc^ nod^ oft toieber. Um fie ju be!ämpfen 
— fo berichtet er felber in feinen Slufjcid^nungen — befd^äftigte er ftd& mit norbifc^er 
$oefie, namentlid^ mit ber gritl^jof^fage unb mit bem (bamaK nod& für ed&t gel^altenen) 
Öffian. Sin ©ommer 1837 ging er jum erftenmal nad^ SRügcn, unb bie l^erbe ©c^ön= 
f|eit ber fagenreid^en ^n\ü regte feine ^l^antafie lebfiaft an. „3Rit bem Dffian in 
ber Safd^e trat ic^ meine SBanberung bur^ öerfd^iebene Seile ber ^n\d an. ©anje 
Sage brachte id^ an ben ©eeufern ober auf alten Hünengräbern ju. ^d^ l^atte toieber 
ein gelb gefunbcn, auf bem id^ Slcue« unb S^tereffanteö ju fd^affen badete, ^öl^ern 



55 

@cnug, aU in Sitnb unb fetter einjam burc^ bie ^eibe ju ffreifen, fannte Ifij nic^t, 
uiib fo rüiltc mit ber ©üben tmmet ferner — gecnbe baä ^ntgegengefe^te fing an 
mti^ jn ertoärmen." Sloei ^affit fpfifet roiebet^olt er öle Steife no^ JRügen tn Se- 
gleitung bon Sat\ $untme1 ; i^ceS iufentt)alt3 in Sei)?jig auf ber Slui^teife ift fc^on 
o6en gebälgt werben. Unterroegö gefeilte fit^ ju t^nen nott) ber ftonege öeDetmann, 
bamalä in ©rfutt n)o^nf)aft, bet feine Saufba^n in SSeimac begonnen f)aite. 2)ie 
Stutzt bietet beiben Steifen rooc eine Steige oon ©emölbfn, Sei^riungen unb IRatit' 
tungen Dormtegenb emfter ©timmung. ^n SCbb. 40 unb 41 ftnb jIDfi babon wieber^ 
gegeben, beibe mit ^ünengtöbetn : ein Mquaretl auä bet gewollten ©ammlung beö 
^errn Ebuatb Si^oriuä in Seipgig (jegt in 3)te8b«n), bet au(^ ble Slbbilbungen 19 
unb 20, foroie einige fpöteie entnommen finb, unb eine Stabierung, bie $ieQer 1839 






/ 


Vp 


f 


V. 




1 


t 


U} 


a*6. 54. si 


ii( Stible 


. ei(i|li|tielHiiunj. 1814, I3U Stilt 6S.) 



für iaS Don 3ultu<^ ^ubbfuä herausgegebene Hlbum beutf^et Sünftlet (^üffelborf 
1841) gefettigt ^at. Iiaafflbe SKoüi) ^at et miebettiDlt oerwertet, foroo^I in Del alä 
in Hquürefl unb in ©epla, aber immer mit Setänbetungen. S^^i anbete botjügti(^e 
dlabietungen mit Stügener ^Dlioen : Sidgen im <sturm unb ^^ifetböume mit einem 
»eibenben ^fetb unb Schafen, belbe gleii^ ben obigen mit 9(u#blt(f auf bie ®ee, 
ttogen bie ^at)teä3a^I 1837. %a% et bamals fetteren ^atfteQungen roenig jugänglic^ 
mar, fddreibt er feinem öftere leibenben @>efunb[)eit<äiuftanbe ju. 

SIntegung unb Anleitung 5um Siabteten fiatte i^m fc^on balb naä) feiner ^im- 
fe^r au^ §t<ili^" '^''^ i^tieatetmalet Jtdtl $otbermann gegeben, ein iDunberlid^et ^aug, 
on beffen lebt)ü|tet ^^antafie — u. a. etjä^Ite er gern ton feiner tSegegnung mit 
$etet bem ©toßen in Serlin — StJteDet feinen ©paß f)atte. Sei ben Uebungen im 
SRalerfaale beä 3:f|ealer0 beteiligten ft^ fpäter auc!^ einige Don ^leUerä ©c^ülem unb 
Sreunben. Xie Su))fett>latten , bie fie benugten, naren nid^t jum beften Dorbereitel, 
au(^ bie ®eröte unb ©toffe liefien ju TOünf^en übrig, unb für bie SßDtjüge, bie ber 




?tabterung gegen- 
übet bem Rupfer- 
fticti eigen finb, 
ijaiie man banial<£, 
»D jene eift Wieber 
aufzuleben begann, 
nocÜ Wenig i8er= 
Pänbni«. aSer bai 
düii in Setrac^t 
jie^l, wirb beii £et- 
ftungen ^o^e ain= 
erfennung nii^t Der- 
fagen. ^teOer [)ot 
im Saufe Don an- 
bectl)aI6 3al)cäeffn- 
ten gegen breifjig 

platten tabierf, 
teilä Sanbft^aften, 
baöon bie grögte 
eine anfi^t ber 
Saitbutg im oiet' 
je^nten Si^t^un- 
bett mit jUiet ®e- 

^ainif((ten ju 
Sßfetb, teilä ©tlb- 
ntf(e, augetbem ei- 
nen jungen 5oun 
nai$ einer Qtiü)' 

nung don ©(fewinb. ®t mufite ieboc^ biefe Sef c^äf tigung , bie er anfangs als ®r- 

^olung tietraditet Iiatte, ft^lieglii^ aufgeben, rceil fie i^m bte 91ugen angri^. 

3m 3o^x 1S40 uetorbnete il^m, ba er fi^ uieber unnol)! füllte unb fogai mit 

lobeSgebonfen trug, ber Sftjt eine InU' 

gere Steife, roomöglii^ jur See. Sr ent' 

f^ieb fic^ für Slotroegen, baä i^m but(ft 

3)at|I empfofilen mar. SRit feinen ©i^ü' 

lern Rarl Rummel unb ©ift II)on, ber 

fpötei in ber II. Staffe ber 3elcbenfd&ule 

Unterriebt gab, unb bera fi^on genannten 

SSeCiermann reifte er, bis jum $aag uon 

feiner ©attin unb ber (Jteunbin hei 

^aufeS (irräulein Olinba ^Duteirceif be- 

gleitet, nadi Ümftetbam unb Don ba ju 

@(i)iff über Hamburg unb £ot)en^agen 

nad) SreberifSDaern unb @^riftiania, mo 

fie in ben erften 3;ogen beS 3uni an= 

famen. Sie nötbUcöften äiele waten ®oJ= 

uont unb Salliolm am Sogne^Sjorb, bem 

bauptfäd|Ii<$en @^au)]Iag ber 3ritt)jofS- 

fage, bann ging'ö übet Sergen, meift ju 

Siaffet an bet Mfte ^in , jutüif nat^ 

(Irreberifäuaern, roo fie fi^ am 1 1 , §[uguft 

jur ^eimreife einfc&ifften. Bot il)nen 

mar äuget Slnbtead ^c^enbac^ nocb faum 

ein beulfd^er Mnftler in Slortvegen 




taidfliftjtlAnung. 



57 



gereift; aud^ toax ed bamat^ nod^ nid^t fo leidet gemad^t toit je^t, eine 9ieife bal^in 
gel^örig t)ot3ubereiten , fonft l^ötten fte tpol^l, tDie mir ber tpadete alte Rummel be* 
fannte, manc^ed ^itoa^ anbetd eingerid&tet. Sn unb um El^riftiania lernten fie bie 
norbifd&e ®aftlid^!eit in überüoHen äüflen fennen. Defto mel^r ©ntbel^rungen gab'^ 
auf ber Sanbfal^rt, bie aber auf 5JJreIIer^ Sefinben, ebenfo toie bie ©eefal^rt, über 
®r»arten günftig »irfte. ,,!3c^ toeife toal^rl^aftig leine Slrt," fd^reibt er bon Sergen 
au^ an feine S^au, „tpie 3^r bie Steife nur jur ^ölfte l^öttet mad^en ttJoHen, benn 
bie !ör))erli(^en ©trapajen finb grofe, unb »ir l^atten unfere ganje Segeifterung für 
bie 9tatur nötig , um fte aud^ul^alten . . . 2)ad Srot bon ^aferfleie mit ranjiger 
Sutter fd^medt bod& bei aller Segeifterung für Sanb unb SSoIf verteufelt fd^Icc^t . . . 
S)ie Unbcquemlid^feit ber Steife tt)irb 
®ud& Har toerben, ttjenn ^Iji bebenit, 
bag n)ir bei gön^Iid^er Unfenntnid ber 
@))rac^e nod^ mit fd^Ied^tem, ja bem er* 
börmlid^ften gul^rtoerf, fc^led^tem SBetter, 
großen iagereifen, ben fleilften Sergen 
unb fd^Iec^ter ^oft ju Ump^tn l^atten. 
Die ftarren, auf benen »ir bid je^t 
einige fiebjig beutfd&e äReilen jurüi 
legten, befielen blog aud jn^ei fleinen 
Stöbern, auf bie ein ftaften gefegt »irb. 
Darin liegt ber Soffer, über biefen »irb 
ein SSrett gelegt, unb barauf ft^en je 
gn)ei unb jmei. ®efal^ren mirb aber 
mit btefem fc^recflid&cn gul^rtoerl, bafe 
einem im tpal^rften Sinne bei^ SBort« 
bie ^aare ju Serge fiel^en. SSerfd^iebene 
fleine Abenteuer unb Unglüdte fel^Iten 
auc^ nic^t, mir finb aber aUe mit l^eiler 
^ant bat)on gefommen, unb bie befte 
Saune lieg an Summer ober Serbrug 
nic^t benfen.'' Die Süjlenfal^rt mit gu- 
ter Soft tourbe bann aber bod^ aU @r- 
l^olung empfunben. 

^reQer l^at für feine Sinber in 
einer Stetige öon J^umoröoIIen SIeifiift» 
flijjen bie Erlebniffe ber Steife gefd^il- 
bcrt: SRalftubien mit ^inbemiffen, tt)o 
i^m bie ®efa^rten gum @d^u^ gegen 
©türm unb Stegen ben SRantel ausge- 
breitet Italien muffen; Unglüdt (SSerluft 
eines StabS) um 2Ritternad&t ; gal^rt 

bergab, mobei fic^ ber junge SESagenfül^rer aU ^emmfc^ul^ hinten anl^öngt; Stad^trul^e 
im grcien ufto. 3d^ gebe l^icr bie «bfal^rt öom ©tationS^aufe (8lbb. 42) toieber, mit 
ber bie Steil^e beginnt; fie jeigt am beften fenntlic^ bie SReifegefellfd^aft : 5JJreQer fi^t 
auf bem einen Sarren, ber Heine Rummel fielet neben il^m unb l^eftelt fid^ ben 3KanteI 
JU ; Il^on ift am anbern Sarren befd^äftigt, unb ber lange SeHermann überttjad^t bie 
Serftauung beS ®tpad^. 3ur (Srganjung mag noc^ eine $robe (9lbb. 43) auS bem 
rei3t)oIIen Wbnm folgen, in bem Xl^on auf tttoa 1 30 Slättd^en eigentümlid(ien gformats 
bie Steife gefc^ilbert ^at (jefct ©igcntum beS ®ro§]^erjogI. SRufeumS) : Il^on felbft, tt)ie 
er, no^ ^alb feelran!, ah ©prac^funbigfter mit bem redenl^aften SootSmann über 
bie SBeiterfal^rt öerl^anbelt, toä^renb bie anbern beim SRal^Ie fi^en. 

SBelc^ tiefen ©inbrudt Slortoegen auf ^ßreHer gemacht l^at, gel^t an^ einem Srief 
an Seltner bon 1842 l^eröor: „SBaS ic^ ba gefeiten, l^at fid^ mir tief eingeprägt, unb 




*t. > 




f * • .'• I 



■-r 






4 / « « '* 



M * « 



_:_^2_IL- " '*" T" 



Vtib. 57. Scnfl ^tedec. »leiftiftfliasr, um 1853. 

(8u Seite 65.) 



5S 

id) wüut^te moI|I «tne Seranlaffung ju fitiben, um in ffiünil(erart \>a9 feleöte wiebec 
gum Sorfc^ein ju ttinflen." „SRlt fte^t btefe 9intut nö^er aU ber ©üben," fügt « 
^inju. Stn (einftt Sugcnbfieunb S^Stei obtt ft^ceüt ei: „^ie Silnnerung an bit}ti 
tienltc^e, staitbiofe Sanb unb an Ut Sloibfee, bie man bort in i^tec ganjcn ^tac^t unb 
^trclti^felt fieljt, neunte ic^ mit inS ®tati unb merbe mic^ aodi im £)imme( an biefe 
Seit eiinnein ... S)ie anbtid lägt fii$ boc^ Stomitgen nehmen, als ed ^al^t getan Ijat!" 
S)aä Seimarift^f SRufeum befit)t btet noTinegifi^e SSilber Don greller: ben fc^maijen 
®te bei Sergen, bog felfige Sotgebirge ©tubeänöS, bo« bet Sanbjunge üon ©ta- 



I 



m 




(8m Seite 



i<bit. e[ei[1if1jei(bnunB, IBSl, 



Bonget norbroeftli^ ßegenübetJiegt , enbli(5 eine fletne felfiße §albinfel mit einem 
Stngfet, üon ^B^tten Sergen umgeben, im Katalog Slugene genannt — tetmutlii^ 
Dgne, 50 km fübllc^ Don ©füDanger. ^it gelfennaje bei ©fube liatte ei i^m be= 
fonberS angetan , unb alä i()m ein äKenfc^cnalter fpäter ber 9tuftrag erteilt routbe, 
für aßeimatä Siebllng, ben ©änger gecbot Don SJiilbe, aU Qubelfeftgabe ein Si(b ju 
molen, iöät)lte er ©fube«nö3 ("Übb. 44); xedfii in bet ^etne mirb ber „fliegenbe gol^ 
länber" ficfetbar mit bem toten ©egel, auf ba« ein cmi ben ÜBoIfen ^erüotbtecfienber 
©onnenftra^l fallt. Slbb. 45 jeigt eine ältere ©fijje bet S^etjennaje. aiuc& no^ an= 
bete ©arlienungen bet betoegten ©ee entffanben bamalS; fo baö in 9166. 46 loieber^ 
gegebene, loo hai 9{ettung<^boot flott gemacht toitb. Übet ein 99ilb, baä et fut ^öttelä 
©(^»eftet Srau Don ©urc^atbi gemalt ^tte , f^reibt IßreHet biefem , ti fei eine 




ium-, «[ef|llfl|!iij(, 1M4, (SuStfKM.) 



SrinnetuTiQ an jene Stbenbe, bie man nui in dlortDeQen ciletien fSnne : ein SacCiSfang 
an bet ^üfle bei iSeigtn. „@anj einfam, nur Don roenigen ganj allen 9]tännern 
beroo^nt, liegen oft biefe Slöje toeit ^inawS in See. 3)Drt erinnerte i^ mic^ nnt 




«66. BO. $cM[tcl «lel 



SIHftift|ti)l(, 183«, (3u Stite 68.) 



60 



aQermetften bet alten @agen, bort 

leben fte anc^ nod^ ganj im SSoIfe.^ 

3)a« 8tlb ift jefet in $riöatbeftfc 

in Serlin. gut ^ätttU ©d^loaget 

ffird^enrat Dr. ^afe in ^na malte 

$reIIeT jttjei norloejifd^e £anb= 

f(^aftcn. S)ie eine jleat bie 

©egenb bei »al^olm bar («bb. 47); 

nad^ bem ©etoitter, bad leidste 

Slebel über bem lal jurüdtgelaffen 

^at, glanjt ©onnenfd^ein auf ben 

l^ol^en ©d^neefelbem unb auf bem 

gjorb, ber jloifd&en ben alten 

Sannen beS SJorberßrunb^ l^in- 

burc^fc^immert. S)ie anbre (2lbb. 48) 

jeigt bie ftüfte unter büftcrcn SBoI- 

!en; fd^aumenb bred^en fic^ bie 

SBogen an einem geföftüd. 3" 

einem Sriefe, ber fic^ barauf be- 

jiei^t, fprid&t 5ßreQer öon bem tie- 
fen Srnjl beg Slorbcnd. „^d^ 

fül^Ie il^n jutoeilen lebenbtg unb 

bin bann jlücflid^, meinen ®efül^Ien formen öerleil^en ju !önnen. ©old&e Seiten 

finb bie glücflic^ften im Äünftlerleben, unb !ein anberer aWenfc^ mag fie tool^I fo oft 

l^aben." @in anfprec^enbe« ®egenfiücf 
ju fold^em Srnft bietet 8lbb. 49. 




«tbb 61. g^acie $tellec, geb. Sric^fen. 
9{elitf toon «tbolf 2)onnborf, 1853. (3u 6eite 71.) 



r 



7 



\ 




) 



> 



/^ 



> 



N 



r 




/v~v 






\ 









9lbb. 62. SBern^acb boh Qlrndtoatb. 
SBIeiftiftfüäae, 1858. (gu Seite 80.) 



Die nortoegifc^e Seife bilbet einen 
SRarfftein im Seben unfere« Äünfttcrd. 
35a mag fid& fd^idflid^ ein »lid auf fein 
Seben im ^aud unb in ber gamilie, auf 
fein lünftlerifc^eS SBirfen unb auf feine 
Sel^rtotigfeit anfd^Iicfeen. 

@in befc^eibned ^eim mar e^, bad 
5JJreIler mit feiner grau, feinen brct 
©öljnen unb feiner ©d&»tegermutter in 
ber 3Kanfarbe be« Sägerl^aufe« innel^atte. 
aber t^ »ar ein ed&ted föünftlerl^eim, 
unb ber ©intrctenbe l^atte fofort ben 
©inbrudt einer fricbltd&en, l^armonifd^cn, 
fonnigen Stimmung. Die fd^röge SBanb 
mit ben bciben l^inauggerüdten genftern, 
an beren einem ber 3lof|tifd6 ber ^OLVi^-^ 
frau ftanb i^^b. 50), gab bem gamllien- 
jimmer, bajJ ber große runbe Sift^ am 
©ofa mit ber traulid&en ^ongeIam))e unb 
ber Sel^nftuI)! ber ©rofemutter mit bem 
©))innrab al« fold&e^ fennjeit^neten, einen 
malerifd^en SReij. Den ©d^mudt ber SBänbe 
bilbetcn — neben ben bcften ©tiefen 
nod& ber ©iftinifd^en unb ber ^olbein- 
fd^en 3Kabonna ber Drcdbner Valerie, 
©d^toerbgeburt^g Sari «uguft mit »e« 
gicitung im Sctgbtoagen (©oetl^e ju 5ßferb) 




unb 8Ketf(5el8 3Sei^no*täenfleI — ^auptfäc^Iic^ gümilienbilbniffe , Don ^Oet fertfi 
gejett^net, botunter ein entjüdeitbeö SBilb ber betben ölteten Knaben im Sabe. 

Sie ÄtDne be« |ioufe« mar ^tellerä ®attin, grau SKarie, eine ^taa, Kte man 
fie jebem eckten ^ünftler nünfi^en möchte. @ie Kxc ni<$t eifientlic!^ (c|Qn ju nennen. 



62 

aba in t^ier ^oltung, i^ren l^eineeunaen, t(|rei Stimme Ioq eine Rpunbet^are 9Inntut, 

unb öuä i^ren Slußen fpra^ bie reinfte ^erjenäflüte. 3n iV« SeflentDart roagle pc^ 
nic^tä Ungejiemenbed ^ertpor, unb anü) bie ©ü^ite berilanb fte mit i^cei rul^igen, fieberen 
9ltt faft D^ne SQorte ju gÜQeln unb ju lenfeit. Stuf bie Strfieiten i^reS ^anrte« ging 
fte getäuWlDö mit 2ie6e unb feinem SBetftönbniä ein, unb roenn it)m einmal ber äKut 
fan!, richtete l^n i^ie guüetfii$flti$e Sufproi^e balb wieber auf. Unübettrefftid) war 
itire ^'unft, alleg ©(örenbe Don i^m fernju^alten ; Befonberö Wenn er an bem quülen' 
ben Sofifme^ litt, ba« i^n iuWeifen auf einen ober groei Süße ^eimfu(^te. tzta-- 

lic^ unterftüjt fflutbe 
t^au äRatie Don i^ 
cer 3Rutter, bie man 
foft ftet« mit ^äu«- 
lid^er Strbeit bef(5öf- 
tißt fanb. ©ro^mut- 
terEric6fen(?üib.51), 
ba« Silb eines ge-. 
fegneten unb fegen#' 
üDlIen StbtttiaieabS, 
»ufeteint^remgflen«' 
turger $Iatt uerftän- 
bigen 9tat ju erteilen 
unb ju tiQÄen, Wo eS 
not tat, unb mar bei 
jung unb alt beliebt 
unb Dete^rt. 

Saft aU ^mf- 
Itenglieb galt aadj 
„lante Sinbo" — 

gröulein Olinba 
SouteriDeiI(ia6b.52). 
Socöter beä ©öttinger 
«ßtofefforä ber tft^e- 
tif, mar fie na^ bef- 
fen Xob im Anfang 
ber breifeiger Sa^re 
mit itirer ©c^mefter 
aiiolmina, bie {lä) bei 
bem bejahrten 9Sei- 
fter ^ofiann iKepomuf 
Rummel in ber SRufit 

fottbilben rooHte, 
nac^ SBeimar gejogen. 
©(^on ftü^ fatte fie 
iai itäfit ttuQt Der- 
toren, aud) war fie ftarf fdiWet^Qrig, abtv fie erfegte biefe 9]tängel burc^ feinile Sluä- 
bilbung beä innern Sinnä. ©ie war eine ber fleifeigilen ©ctiülerinnen IßceBerä, Uon 
i^ren arbeiten befam jeboc^ ntc^t leitet jemanb etwaä ju fe^en, unb ebenfo ft)ra<^ 
fie, ju betä Wei\ttii ^reube, in ^unftfac^en nur auiS, roüi fie fic§ burt^ 9nfi$auung 
unb Siac^benfen üüllig ju eigen gema(igt ^atte. ^tir ^eruf War, ju Reifen, wo fie 
tonnte, unb fie fa^ tafcö unb ficfeet. Wo ti fehlte. Stbenbö war l[]r ^lag ein= unb 
für ademal im ^relletfcfeen ^omilientteiö , an ber linten ©eite beä SDlcijierä, ber ficft 
itir gut Detftänbltc^i ju moctien wufite. „9tn ©ui^ unb fie," ft^teibt er einmal bon 
ber Seife nac!& ^aufe, „muß i^ immer äugleii^ benlen, benn fie gehört ja fo ju unä 
Wie niemanb fonft." 




5reunMi(^e Seäie^ungen roalteten auc^ ju ben |iflu«genoffen ob: ju ßl)riftifln 
Stfiuc^arbt, ®oetI|e« DotinaUgein ©efretär, nebft feinet gnuiille wnb ju bet ^ofmalerin 
Suife Seibier, bie gteid^faHS ju @oet^el ©diü^lingen get)i)it tiatte. 

©ctmi^arbt (9166. 53) ^atte nucö ®oet^e8 lob noc^ lange mit bem Orbnen unb 
SötQlogtfieren Don beflen ©ammlungen ju tun, bann loat et mit feinem SBetf übet 
Sutaa ffitonac^ b. ^. unb mit bet ^etouggabe bet ©atftenöfcfeen 3eiiiinunaen bef*üf= 
tiflt, bie 2B. aRüCet in S'u})fer fto^. Sei aßen biefen Arbeiten luor i^m ^reHetS 
3iat roetlUoH. ®i aquateHiette unb rabieite übtißenä auä) — bilettnntifc^ , aber 
mit ©efdiid unb onfeetotbentUc^et ©otafalt. gin ücn il)m robiertet SSiftellopf, Uon 
fummeln befegt unb umf(^n)3tmt, ift ein fleined Sobinett^ftüd. 

fiuife ©eibler (abb. 54), 
bet bie überma^unfl ber 
Sunftfommlung übetttagen 
mar, leiftete im ^opieten 
altet ©emälbe unb im äR«- 
len Don ölumenfiüilen unb 
Silbniffen, befonbetä Sin- 
berbilbniffen, SSorjüglicfee«. 
Sie l)ot Qut^ gute Stltür^ 
bilbet gemalt, ^enn fie 
abtx, wie ei juroeilen Dör- 
fam, bie ©c^tanfen i1)xti 
Sonnend überfdjritt, bann 
I)ielt ?teEer mit feinem 
Uiteit nid^t l^intetm S9etge. 
'^udj gaben il|m ti^te fünft- 
li^n Soden unb itit etmaä 
altjüngfetUd^eS «Jefen — 
fie toaz a(^tjet)n ^a^te öltet 
ali er — ioo|l einmal 2tn- 
laö jn Siedeteien. Bog R* 
fi{^ bann getränft iumd, 
fo baueite eä nic!^t lange, 
bis $ce0er, ber i^r ebleö 
Streben unb aut^ if|r Sön« 
nen ^ocbfi^öt^te , fie in 
tE)xem 3i>Kin^^ auffuf^te : 
„9Ia, ©eiblet'n, Sie laffen 
^cb ja gat nicbt me^r fet)en? 
@ie ^aben bocb nii^t etma 
bd« ntuiiü) ttbeigenommen? 
Sie niiffen bo<$, bog Wi 

gut meine. SoHen ©ie nit^t ^eut obenb rommen?" Unb fie tarn. So etn?a ging'8 
öfter«; [\t nannten bol i^ten Dreifeigjätittgen ^eg. Son anbeten ffünftietinnen, 
bie mit bet Samilte *BreHer in langiä^tigem Sßetfe^r ftonben, feien ^iet bie ©üb- 
^auertn Slngelüa Saciut^ unb bie Stumenmaletin StanjiSfa Bi^üX^e genannt; auc^ 
fie Ratten fit^ mo^lmonenbec götbetung burtfi ®oet^e ju erfreuen gefiobt. 

SBei atter SBcftbeiben^eit ber ffler^öttniffe — in ben etften Sagten mag oft genug 
©cftmal^anä ^i^enmeiftet geinefen fein — wat e# ein gaftlicbeS §au8, baä fi* beä 
Sbenbä tegelmäfeig ben greunben Öffnete. Sie aSeroittung War fe£)t einfail : See unb 
falte ftüäjt; mnn^e Säfte famen aut^ etft nac^ bem Slbenbbrof, um an ber geiftigen 
Soft teiljunebintn. $reEet felbft roat ein ^iJc^fl lebenbiget ffitjäfiler, unb feine 3Jeife= 
erlebntffe, Dot allem ouä Italien, &oten teicben Stoff; au^ (annfe er Diele güge auä 
bem Seben filteret fotöol^l wie nocb lebenbet fiiinftlet. ®r liebte ben ©(^erj unb 




eitiftifUfiUC, IBM, 




launige , auc^ bttbe &t' 
f^i{^ten, toenn fte nur nic^t 
ins @eineine fi^ielten, unb 
fonnle JD fKrjtiaft lochen, 
bag er ben ganjen Sieie 
bamit anftedte. @in Ilet- 
neö @elbfatlbntä (%[6&. öh) 
mi htm 3a^t 1844 mag 
l)ier ^Ia$ finben. Iiet 
SBottbatt, ben iai %itelbiV} 
jetgt, toat ad)tunbtitergiger 

©tn $(ic()8emi6 roaz ei 
für jebeö empfänglit^e ©e- 
müt, uenit eine ber großen 
aTIatipen mit ^upferftic^en 
ober Sit^ograptiien ^erbei- 
gefc^Ieppt unb buri^gefelien 
niiirbe. ^eQet ^atte aß.' 
mä^Iti^ eine für feine iSei- 
I)ä(tniffe fe^i fietrfi^tticbe 
«Sammlung erretd^t; an bem 
heften, maS bie ßun^ ge* 
fi^affen , fi(^ niieber unb 
loieber ju ediauen, gehörte 
i^m jum tfigfttften SSrot. 
Seim ffletrac^fen fprac^ et 
nur Wentß; um fo fieffer 
prägten fi4 feine Semer- 
lungen ein, menn er auf befonbete Stgentümlid^feiten eineS Mnftlerä ober auf be= 
fonbere ©c^Ün^eiten beä äBerfeä ^intuteö. „SBie fein ift fo mad empfunbenl* toar 
eine oft gel)Örte SJenbung; babet pfiegte er mit jurücfgeboflenem ®öumen ber Sinie 
jU fofgen — fetb^Deriiänbtl^ , o£)ne je boä SBIatt ju berül^ren , roie er benn übtt- 
|aupt fhtng auf tBeobad^tung ber @oet^ef($en Sel)ren für bie Betrachtung bon Snn^- 
merfen I|ielt. 3m engeren Greife touibe gunieilen boä llbum bei $auä|rau burc^' 
blättert, für boS er oon feinen Silbern eine Sopie in Sepia ober 5ß!afferfarben ju 
nehmen pflegte, auilt manche ft^öne 3ci'4n)''>S *">" Sunftgenoffen eintauf^te. 3"' 
meilen , jeboc^ (eltenei , Murbe Dorgelefen : ein eingegangener ^ünftkrbrief ober eine 
fiemertenSmetie SIeHe auö einem SBu^e. Ser äKeiper felbP loa ni^t olel, aber et 
toat in ber Sluärcat)! gut betaten. @tn in ber Sauiilte ^oc^gefc^ägteä Su<^ mug id) 
befonbetS ermähnen: @rjäf|tungen Don ^enbrif Sonfcience (Dlämif^); batin bie rei' 
jenbe ©ef^idite: „SBJte man SKafet roirb", in welker bon ©ree eine SÄotte fpielt. 

3n befonbeiS genietl)len ©tunben aber lamen bie ®Det^e> Erinnerungen and bem 
SBerfi^Iuffe jum SBorft^ein: bnö oben {©. 18) erroäi)nte Statt oon beffen eigner $anb, 
ba8 ergtelfenbe Silbniä beS S^oten , geii^nuitflen bom ^ugetn unb oom Innern bei 
Sretfer^Suö^enä auf bem mdet^Ql)n mit SEBnnbererö Siad^tlieb: „Über aOen ®ipfeln 
ifl IRufi'' u. a. m. SBer (oli^e @tunben mit erlebt ^at, bem ftnb fie unUetge^n^. 

!£ie ^erantoai^fenben ®i>^ne burften an biefer @iefelligleit unbebenttic^ teilnehmen. 
3)en älteften, (Srnfl, brachte, al8 er im je^nten ga^re ftanb, ber Sotet nof^ bet ton 
grübet begrünbeten trefflichen (£rjiel)unglanftalt teil^au bei 9{uboI|tabt, bie hamaU 
unter ber Seltung Don SRibbenborf unb Sarop ftonb unb wo „ber ®eift ber ©ttten^ 
finfalt, bet Steilheit, bet ©etoö^nung jur ©elbftjut^t" ^errf^te. Qa aSei^naditen et' 
^ielt er „@lrüge aus bem eltetlictien ^aufe" : ein Sllbum mit ben »om Sater gejeti^neten 
Silbntffen ber gamiüenglieber , ber Sertoanbten, ber ^auSgenoffen, bet ®(^ület, beä 



65 

meiitxi ufni.; UM bie geliebte ^auäfage (%ib. 56) burfte ntdit fe^(en. fßlti)xett 
bet obigen unb bei nadifte^enben ^Mlbungen finb bieftm Sflbum entnommen. Unb 
bei ttnem Seluc^ in Seilt)QU jeic^nete ^teÖer audi hd(^ bie Seltet ber Sttnftalt unb 
beien Stauen unb bie Stifxtt bti @o^ne8 hinein. 9Ia^ SegiünbunQ bet beutfc^en 
giDtte rourbe @rnft, in bie SuSflnpfen bes ©roßünterä ©tti^Ien tretenb, Seemann. 
9Ia^ ber fdimälill^en iSerfteigeiung bet glotte beachte if)n ber Siatet, mit guten 
@ni))fe^lun(ien auSgerüftet, auf einen {joHänbifc^en Sauffa^tet. S>ag SilbniS mil bet 
fi^mucfen Uniform, iia^ bid ba^tn auf bem 9}äl)tif(f| ber SUfutter geftanben liatte, rourbe 
jeßt flegen ein IleineS £(bilb im SRatrofen^emb Uettaufi^t, baä ^rellerd ©t^iilet 
|iöt(t^e(niann nai^ einer ©fiije beS SKeifterä {Ibb. 57) gefettiat ^atte, 33Er einitge 
nodd lebenbe bet Sö^ne, mar er feit[)er an ber ©eeroarte in ^ambutfl ongejletlt, iß 
aber EütiUc^ in SRu^eftanb getreten. 3>er jmeite So^n, Smil, befucfite baä S^mnalium 
feinet SBoterfiabt unb ftubierte bann SDIebiäin. Später übetro^m er bie 5BflfferI)eiI< 
anflalt in ^Intenau , bie et beträifil(i(6 erweiterte unb auf ©tunb teic^er @rfnl)rung 
unermüb[i(^ Uerbefferte. (£r nafim unter ben Soi^genoffen eine ^erbonaQenbe Stellung 
ein. SRit feinem ^un^- unb Slaturfinn machte er ficg au^ um bie iSerfc^ünerung bed 
Drte8 unb ber Umflebung oerbient. 33er jüngfte, ^rtebricb, jeigte jut 3re«be beS 
SBaletä fc^on früli glii(flid)e Slnlagen für bie bilbenbe Sunft, baneben aucb für SRufil 
unb btamatifi^e SlatfleUuug. 3""'"len erfreute er, ^inter einer fponifc^en 93anb 
ftetienb, bie abenblicfte lafelrunbe burd) Sfuffü^tung Don Sjenen ouä ©oet^ef^en unb 
©(^iKertc^en ®tü<fen, mobei er @enaft unb anbete, au(^ melbdcbe ©rögen iti rceima< 
rif^en iJ^eaterö täufi^enb nad^a^rate. Später trug er aud^ Selbfterlebteä mit ergö^» 
lid^er ^atfteQungdtunrt Dor. 
$Dn t^m roirb noi^ me^t 
bie iRebe fein. So (onnfe 
^eOei 1852 fteubig an 
Seflner betid&ten : „3)ie 
tunjit tft aaen in ber Sa- 
milie SebürfnliS, unb jebe« 
beroegt fi(^ batin nai$ Um- 
ftönben." 

©tnftö Stelle in ber 
Sotinung niurbe balb burt$ 
einen Schüler bejet)t, l£mÄ 
$emfen, ber Oom Seebienft 
jur Sunft überging. @r 
mürbe in jeber fiinfic^t alS 
ffinb beö $flu[c8 gegolten 
unb nennt nodi Iieule bie 
bier Derlebten 3a^e bie 
[tbön^n feineä £eben#. 
9ui^ UifiU et fpätet oft auf 
längere Qtii na<b Seimat 
jurüif, um unter ^reHerä 
Seitung ju arbeiten. I)aS 
gleitbe gilt uon einer ^flege- 
tocbter, bie etroae fpatet 
in8 §aug lam: ©reti^en 
Subolff Quä Serlin, bie 
fcbon tn jungen 3al)ren 
fc^ttierliQrig geroorben roar 
unb pd( nun ber Sunft 
wibmen rooUte. 3^r bc- 
jeigte bet 3Jleiftet, bet [läf »uimnntmanf,, issa. fflmsseriDflT. 




I. (Sriinat, (S" 'Seiu 



66 

aaä) fonfl ^tii xütniiä) tnoiti, befonbecä jaite Slü^c^t. Senn ec fie oeieinfamt 
fo^, brttHi^te er ftc^, um fie aufgutieifern, nur i^t „Süt^el" auäiMbilien: ein ©tamra- 
buä), faum giögei ali iifit ^anbfläc^e, in hai et i^r nac^ unb na(^ eine änenQe 
Stibnjffe, ®zwpiftn, lanb((^aftli(^e (Srinnetunflen — fo allein Don bet SBaitburg fe^l« 
ober fteben IBIatt — ehrgeti^nete. ^^nt finb u. a. bte Slbbilbnngen 1 unb 26 ent- 
nommen. 3n bte Samilte einflefü^rt mar ©reichen Subolff bur^ il^te iJante Stau 
änna ©toti^, bte im SBinter 1848,49, Hef ßebeugt Don bem lanflen Seiben unb 
bem Xob i^ieS @atten, bei @e^. gtnanjiatd @tor(6 in Seilin, buit^ Sm\t @etblei 
mtt $rellerö befannt Qeroorben mar. Siefc Ratten fie, roie fte (elbet fagt, „bem Seben 
iBiebetgefleben", nnb fo war smifc^en i!|nen etne titfgrünbifle gteunbf^afl etmai^fen, 
bie fürä Seben baucrte unb füt betbe 3!etle eine Cuelle bei (Si^ebung tontbe. 3^19' 
ni^ bafüi ftnb bie Don ^teÜet an fie genuteten Briefe, bie fo tei^e Sui^ute für 
bo8 9loq«eHef(5e SBut^ geboten tioben. "^ttitz ^at 1851 bie 3freunbtn mit i^tem 
®oE|n Slnton, bamalä ©<^fllec bet Ißforte, unb i^ret 9Ii((te im $iofil gejeic^net, unb 
e9 tß mir betgönnt, biefe 3ci<^nun(| l^iet miebergugeben (3lbb. 58). ISt ^tte bie 
Steunbin gern ganj füt bie ^nft gemonnen, boi^ lonnte fie fic^, junäc^fl i^rex ®e- 
funb^eit Wegen , nic^t baj« entfc^Itegen. 3^re Slumenprfe , Don benen u. a. bo8 
a9re#lauer ^ufeum gmet befigt, jeigen fc^öne Begabung unb ein at^tungätnetteä 
Sonnen, baä jie ^d) nntet ^teOetd Leitung angeeignet unb bann in S^on toeitei 
auigebilbet IiaHe. 

Sir ^oben oben gefe^en, raaö füt ein f(^H(fttet SSan e# war, bet sptedet« 
.Stnblnm" — fo (iflegte ei feinen 9Irbeit«taum jn nennen — feit 1835 beherbergte. 
9a6) bnö innere (Kbb. 59) »ar fern Don jebem $tunt. Sine SSü^ beS Wi^tl- 
ongelp, SlotenmaSfen berü^mlet EDtännei, bie figenbe $aije Don Satßend unb ein 
))iiar anbete weibliche Statuetten, einige Gopten nai^ ben ^oufftnd unb nadi Stuiöbael, 
£10ubten unb dn<^t»"tSC)t beä äReifteiä felbet unb feiner ®önnei £di$ unb Steinhart 
fcbmüctten bie SBönbe. 3n einem @laöf(^tante waren feine (Sitiäabgüffe Don SSetlen 




«ti. 6S. Bilftilinl 



«[eiilinlhtbir, HU. (3u £cit 




>. 61. XsifMcItidi, eittRiliRatii'. l^^^ (Sn Scttc 83.) 



beS franjüfifi|en XuT&ilbnerS mknt gu felien : $ferbe, ^unbe unb Wüb ; fetn» äRobeOe 
üDn ©d^iffen unb fflooten, beten SWarfdiilbung et für eine befonberS lelirreic&e Äufß'^e 
erotfttete. 3n bec Sitilte ftanben auf ©taffeleien aufeer beut getabe in Ktbeit befinb= 
Ii<$en Silb 5fteT<S tiod^ ein ober jtoei anbete, oit bie ei bie (e^te $anb anlegen wollte. 
Km t^enjlet ein Xif^ füt eine obec jmei ©i^üleiinnen. Untet ißteOet ^atte ber 
^iftotienmalet SFJnctetfteia fein Sttteliet. Eben t|örte man, Waö unten laut gefptodien 
loutbe, unb umgetelirt, unb ba betbe in i^ten Viugetungen fet)t offen^erjtg maten, gab 
tä mitunter äRig^eÖigCeiten , bie unter ben beibetfeitigen @(^ületn it)ie SeHenCieife 
goflen, Daä ge^ötte jut SBütje bei täglichen ©roteö. 

^teilet niot, foknge ni(^t ^onf^ttt i^n ^inbette, überaus fleißig, auc^ wenn er 
einmal eine i^m nic^t jufagenbe Aufgabe ju {5fen tiatte. „^ui$ in bet ^u4übung 
bei Sunß," fc^ieibt er an feine UDt^tn genannte $fIegeto(i)teT, „bringen bie Set^ält' 
ntffe oft gegen unfete SBunfc^e boiS, ma8 man gern Ilntä liegen liege. Sdfi fage mit 
bann: rcer nietg, rooju aüä) ba8 gut ift? unb getie mit 9tu^e unb ^eig baian, et^ 
martenb , bag bie loQenbe ^eit balb raiebet eine anbete @ette ^etouäfe(|tt , unb ii^ 
täufi^e mi[^ ni^t." Sr atbeitete Dom aßorgen, mit nicfit langet äRittagäpaufe , im 
SEßintet Üi jur einbtei^enben ^Dämmerung, h)Ql)tenb Im ©ommer bie fpöleten 9Jad|= 
mittagäftunben bei St^olung geioibmet roaten. ffam (Befuc^ , fo malte et mä^tenb 
bet Unterhaltung tut)ig raettet. 39emeifungen , bie äJeiftänbnid befunbeten , mai^ten 
i^m fic^tlii^ greube ; fiob^ubeteien mochte et abet ntcftt Ijüten, ein berebtet SBIid übet 
bie 91^fel l|ieg fie aliäbalb oerftummen. 

@tne lange ditUji uon 3at)ten t)inbuti$ fiif|tte fein Spajietgang faft legelmägig 
bie patflii^e ßinben' unb taftonienatlee nad& SBelüebere ifinaui, Wo er mit 3;^Dn, 
Rummel unb ein paax anberen ^efonnten gern eine Don munterem ©efproi^ begleitete 



08 

$atHe ©oule fpielte. 2(13 fit^ fpätet ein Üm4 jiingeret Btif&lti utib ©töiiletinnen 
jufammengefunbtn fiatle, tuanbcrte et gern in if)ret ftö^ic^en @efeH[(^aft butt^ 9Salb 
unb 5Iut, fötbette babei if)« 9iatut(enntniä utib roieö fie auf gotben- unb Suft= 
roiitungen ^in. Stut^ batin f)alte er ooit ®i)ett)e gelernt. 

■Aüi anlQl M ©aueä ber SöeimaciiAen Banf icurbe fein ateliet 1858 ob^ 
flebrpc^en, unb et «^ielt Rolt beffen einen befferen Saum im Obetgcfc^og ber §of' 
gärtnetei, haä fpüter Siijlö Segnung würbe, niefit iceit com 3Äger[)auS (Mbb. 60). 
St war gröfeet unb bei)QgItc^er. „Slucfi bin irfi," (cfireibt SßreCer an einen jungen 
Sreunb, .ni(^l me^t in ®efaf)r, büß mir ber SHegen in bie ^otfe läuft." ^e^t Rauften 
[\d) bie SBefucße, befonberä auc^ uon ftemben S'ünftletn; übet nitfit jebem, ben man 
Dom genftet aui bie Slrafee entlong fommen faij, lourbe bie tixt geijffnet. 



-•'■v-f-V 




3n feinen perfönlicden Sebörfniffen mar greller fef|r genügfam ; gelflige ©eltänfe 
gennfe et füft gar nidit, unb mit einem 3;alet iaftfiengelb reichte et lange, Beft^eiben, 
aHju befc^eiben roar et üudi in bejug auf bie greife feinet Stlbet; auf Dot^eiige 
Seftimmung bed ^reifeö lieg et fii^ in ber Stege! nidiit ein, aber fc^mcrlicfi ^at fti^ 
je ein SefteHer über bie $öE)e ber 3orberung bellügen tonnen. 3IK ein fülltet ein^ 
mal — fo lüurbe mit ou# bem Dettiauteften Steife berichtet ~ baö 'Bop^ielte fcfiicfte, 
mugte bie ^rau SDIeiftetin , bie ti bo(^ recfit gut fiit ibre Siittfcfiaft ^ätte btaucfien 
fönnen, ba« SDic^r jutücfft^itfen. Stft ouf miebertjolteö drängen einer greunbin, bie 
mit ben anberroärti üblichen greifen betannt wac, liefe et ficfi aus SHiidfic^f auf bie 
©einigen ju einet allmählichen Grt)öt)ung feiner Jorbeningen l)et&ci. 3iit Seicfinungen 
iuäf)lte er gern ben 2Beg, fie buti^ ben iE)m befreunbctcn Sunfttjänblct ß. ®. SSoernet, 
bem fpfitct fein ©o[)n ißaul folgte, frbä^en 511 loffen. ©roSe 3reube motzte if)m aber 
auc^ bad iSetfcfienfen, unb feine J^teigebigteit ctftrerfte fii^ ido^I nicfit feiten auf folc^e, 



69 

bie fie nit^t oerbienfen. Sür feine fflilbet ^atte et aadf unb natfi einen Sreiö Don 
©efteHetn gefunben, bie il)ten ®ett erfannten. „3)ie SJenigen," ft^reibf et ein- 
mal an 3mu ©touc^, „benen toir mit un|erem mitteilen unb ©treten n)irni(5e 
Sieube machen, finb öiel me^t mett olä baä ganje ttiettermenbifi^e Sßublifum, roelc^eä 
®t\(f)mad unb Slnftc^ten tnettifeU roie bad Stiamäkon bie 1$arbe." Xiel()alb mai ec 
aui) (ein Steunb ber Muöfielluneen, Bon benen er meinte, baß fie ben Hünftlet leitfit 
auf fflIWe Bahnen lotftcn. ©amit fiängf jufaBimen, bafe fic^ bie abineffungen Jein*r 
@^mälbe in befc^eibenen @tenjen hielten, um oui$ In ein gut bürgerliches ^o^nfiauä 
ju po[(fn. Man Wirb roentfle ©toffeicibilber Bon i^m finben, bie fw^ ntc^t mit auS= 




flebteiteten Strmen bet Sänfle nai^ umfpannen tiefen; bie meiften [mb Diel ffeinet. 
^on manchem mobertien 93ilb loürbc ^reflet urteilen, bag ti burc^ ^erfletnetung auf 
(in Viertel ober aut| auf ein 9ieuntel feiner t^di^e an @ij}ge beä @tnbtudd nur ^ätte 
geuinnen fönnen. 

gut bie junflen Äünftlet, bie bei ^eeflet lernten, toar im Söger^ufe felber ber 
®'vpi]aal eingericötet, ein langer noc^ ber ©artenfeite gelegener JRaum, ber buwfi ®(tier= 
mönbe geteilt war. 9ifli^ altem $ec(ommen .ber Sutaä-Silbe nannten fie i^n etnfacft 
ben aKetftet, unb Stou SRatie, bie mütterlitfi für fie forgte, njar bie grau SReifterin. 
greller pflegte Don fti$ ju fagcn, er fei nic^t jum ©töufmeift« geboren. Iier ©c5ul= 
meifiet ift aber auct» nic^t, roai ein junget Mnfller braucht. ®er äJteiftet mu§ bor 
aUem eine ^erfünUc^feit fetn , ein ganjer Vtann , ber aber aui^ ftembe SigenatI gu 



70 

achten meig; ein äRann, bem feine Sunft nlä ein Slbglanj bed gSttlic^en Sunfend in 
ber EDIenfc^enbiuft fettig ift ; bei felbei bem borgtfteAen 31^'^ "Oi^ unermublic^ na$< 
jagt unb füt boö SHinßen beS Stnfängerä SSeirftänbnid [jat; ein fc^orffilicfenbet äünnn, 
ber aui$ feinen ®ebanfen ^uäbiud ju geben tceiB. ^iefe Sotbetungen eirfiiOte ^teDei 
in ooatm IDta^t. Seine @(^ülei fül)lten fi(^ buttg i[|n in itjuei Sunftanfc^auung unb 
tn itirem Streben gehoben, fie binflcn mit ^ittie an t[|in, unb np<^ in fpäten fSnefen 
finbet ftc^ faft immer bie fcblic^te Stniebe: Stebei, Dete^itet SReifler! 

Son bei Sit unb Steife, mie ei fii^ gefien bie jungen Sente übei aOgemeine 
unb befonbere Stagen ber fiunfl ju äußern unb wie ei füi it|ie SBilbung ju fotgen 
pflegte, geben feine ^liefe 'Oai unmtttelbarfte B^ugtitd. 

^or aOem legte ei Stemii^t barouf, bä|i ber junge Mnfüer niäit mit ber SriQe 
beS 3Keifter4 fet)e, fonbern fein Signe« gebt. @o fi^ietbt er on eine Si^ületin: „^ie 
$auptfac(ie ifl immer, gu einer @elbftänbigfett ju gelangen. Z)afüi ifl baä ©tubtunt 
ber Statut bie eifte, befte «nb leftte Se^terin." IJemer tn einem SBrlef an greunb 
^ärtel, bei i(|n um fein Urteil über ben jungen SKaler $einric| Subtoig (geb. 1829 
in ^anau), einen ©c^üIer ©c^irmerS, gebeten ijattt: „^r ift an jungen ^nfitern 

nictit« [o h)ert unb tc 
fieulic^ tote eine un = 
fi^ulbige 9nf(^au= 
ung bei 9Iatni. SWit 
DOTCüctenben Sauren 
unb rechtem begriff 
bonßunRent»i(feltrt^ 
bann itai Eigene im* 
mer lein unb fc^orf . . . 
Unfeie 3eit verfahrt 
bie Seute ju lei^t, 
auffollenb ju roet- 
ben, unb baran f)aben 
bie SIuäfteKungen fei* 
nen geringen Anteil. 
!3n@umma,i(^Wiinfcbe 
bem $errn S., bag er 
Don jegt an ben @d|ii' 
met abflreife unb [id) 
noi^matiä Submig tau- 
fen laffe.* 

Slbolf ^onnborf 
Derbanft e« 5ßrener« 
@influg, bag er bem 
innern ffleruf jur Silb- 
(lauerei ^at folgen bür- 
fen. ©Dl)n eine« ein= 
fairen Xifc^Iermei^erä 
in Sffieimar , befut^te 
er bad ist^ulle^rerfenii' 
nur, boneben bie öf- 
fentliche 3ei(^etif(^itle, 
bann au<$ einen an 
biefe angeglteberten 
anobeOier^äurfug. $ier 
geigte er atäbalb eine 
folc^e iSegabung, bog 
greller fi<^ bemogen 




71 

\ati, mit Stietfc^el in 
iSeinetiinen ju tre- 
ten, um i^n ju bic 
ftm niid^ Xieeben gu 
bringen. ffltetftfiel 
anttoottcte fteunbli^ 

entdegenfontmenb. 
«tnetn bie Eltern 
fhäubten fi(^. „9iM," 
fttgte ber Sßater auf 
geller« 3uwben, 
„lolf^eä ©eptjetäeug 
il mir ju Qibjxä)-- 
It^eSEBarf." SPteKer 
»erbig fvi) boS Sa- 
iden , unb F^Iieg' 
U(fl gelang eä, beit 
madern SHeifter ju 
übecjeugen, ha% auc^ 

bieftiJ ^onbrnerf 
bauer^afte ätibeit ju 
leiten ttermöge. SRun 
würben bje erften 
S8erfu(6e beö jungen 
SDIenfc^en nac^Slieö- 
bengefcfeidt. „Stettin 
übeijeugt," jcfireibt 
^reHer an Sietf(fteT, 
„ein fitinlii^er Satl 
ift 3)ir fo roenlg Wie 
mir im Seben Uor- 
gelommen. ©ebente, 
bog ber ^unge noi$ 

öor (ecbiä SEBoi^en auf bem Seminar mar, bnfe er am festen Sßfingften mä) fein 
anobedtet^olj flefelien fialte ... Die gfaujel loegen Slufna^me in bie Stfabemie ^at 
mi(^ bei ber genaueren Kenntnis 'S).i erfcl^iecft . . . Siefe 9iatur i|l nii^t imftanbe 
aucb nur ein ^albeS ^atir auf bet @)i))^bonf ju lutfc^en. ^ie frifc^e Statur allein fann 
t^M, entmideln." §iet folgen einige Siorft^läge, bann I)eif;i eä roeiter: „Sfiacfi meinen 
(Erfahrungen mug jebe ^nbiuibualität eigend be^anbelt roerben. ^(^ fefie befonbern 
92aturen il)ie @igentümli(^Feiten abjulaufcben unb burc^ ttorfiditige 3)e^anblung bie 
guten ^etauäjuloden. Xamtt befeitigen fitb bie fc^Iet^ten fc^on oon felbft. 3)arin 
mag ti liegen, bag aOe meine @(^ülei tl]re Originalität befiatten ^oben unb fein ein^ 
jiget mir ä^nltcb gemorben ift. ^iefe Sigentümlicbfeit oi^te ii$ t|5t|er al§ aOee Slu" 
gelernte, Waä nic^t in i^iet 9iatut ®runb unb SBoben liat." 

3118 ^onnborf in ben Serien nac^ $Qufe fam, fertigte er u. a. ein Sllbniä ton 
^rettet« ©altin, baö beren aSefen fo tteffenb luiebcrgibt, bafe eä l)ier aufnähme finben 
mag {fLbb. 61). SPreDet Oetfolgle fein ©treben mit UebeUoller Mufmerffamfeit. „?luf 
3^re ©fijje ber I)ciliflen ©lifabefl)," f^reibt et i^m im 3)eäembei: 1854, „bin itb fo 
neugierig rote ein Sinb fünf SJIinuten Bot ber SBieilinactitebefcberung. Siaft Sie bomtf 
noi^ immer nit^t guftieben finb, ift mir baS bcfte ^eitöcn Stire« ©trcbenö. SRäge ber 
^irnmel ein 5Bio^Igef alten an 3f)ren eigenen ^robuftionen nocb lange, lange Der^üten, 
benn bamit ift ein Stiafte^en auf« engfte berroaubt. SRit bem ©ntfifiluS, Sunftfet 
roerben ju rooden , Detfcbteiben roit unö jugleii^ bem Seufel , b. ^. ber nie enbenben 
^Inge — tiorau§ge[e^t, bafe roir'ä ernft mit bet ©at^e meinen . , . 3)ie Si'ünftlerleiben 



,}^igS|M>INM 


ra^ffis^f 


^R 


R^l^ 


BfllB^i^H^--^ 


^ 


^Pl^ 




B 


^^PBä^aHu^I 


K vjE \/i3r(^,jr 


m 


^^m 




m 


^P 


K^j^jis 


1 


1^ 


üi 


1 



1Ra4 [inn S^togiap^ie Don fifmltin. 



72 

finb äuget uns nittnanb befonnt, benn baS DoDenbelt Kunftloerf fc^tvdgt bation ttoit 
befTei als btz ^ttn^Ier ]e\t% Sttet bafflt fenttf au[| niemanb bie ©eliflfeit beö Sunftletiä. 
änfttengung unb 2cl)n luä^renb bet SIrbeit |elbft irtegtn [i(f| oft ouf, unb i(t| loentflpenS 
roid beibel mit ni(ftta oettoiifc^en," 

®i toeife üb« aud^ SJiut eiitguflöBen, „Betaroeifeln Sie nur nii^t," fc^ieibt « 
clntr @^ülerin, „beim äRigtingen einei; Slibeit, unb benfen @ie, \>a% Sie alle ju 
©enofftn ^abeit, bie toixlliä) mit ®rnft nac^ tttoaS $ö£)erem fltebeii . . . ©pielenb ift 
noc^ nteinanb ju ettoaS !7u(f|tigein in ben Sünflen gelongt. Sie giüglen Saltnte 
pluQtR H<l fifi tmtnei am meiften , unb bai baueit an , folange man lebt , btnn je 
i|öt|et ipii ßeigen, befto toeiter fönnen mli au^ [e^en, unb mir mttfen, bag iDtc ftett^ 




iiiteiiblic^ Diel uor uns [)aben. - @c|du baö @treben fod beilüden unb tut ei audi, 
fubiUb wir über bie erften ©^iBierigfciten ^innjeg finb." 

Wn feinen frütjeten ipflegefoijn ^ernten It^teibt er au« ä^nlic^em Sinlog: „^i^ 
roci^ im iet)igen Stalle nicbt<^ ju raten ali: nifaitt ^ir bie Siebe unb l6e{i$eibenf)eit 
in btr fiunfi, betrot^te jebe Stufgabe ali eine ®elegen^eit, etroaS babei ju lernen . . . 
^(!l t)nbe ti ftet^ getan unb bin babei nie ganj unglü(fli($ geiuefen. SSor allem, mein 
liebt': Srnft, fi^recte Dor feiner ©t^wierigfeit jurütf, {onbern fie^ t^r ru^ig inS ISuge 
iinb ge^e il)t mit Studbaner ju Seibe. 9Iur auf biefe aSeife roirjl S3u alS ©ieger ber 
Sntlie flegenfiberftet)en , fei ei ftüfjer ober fpfitet." Unb Sionnbotf tröfiet er: jebet 
flvrbcnbe äRenfc^ luerbe jii feilen mutloS, ja ciüi SeijWeiflung faul; bag 3). badn 
fti'rfi'ii bleibe, baUor fei itjm nl^t bange. „2)icfer Äampf ^at für eine ftäftige Ulatur 
und) etioofl SInfeuernbed, unb ba er einmal burd^gefämpft fein mug, ift eä immer ein 
Wiiiff, Wenn man bie löefiiinung nt(bt ücriiert. jürcfeten Sie olfo 3t)ien flfeinb nirfit, 
bniii babnrd) ^ibt man ii)m bie ^affe in bie $anb. Ti\t ^uitamt entreigt man 
t[)iM jrben lag einigt Üot ?ilel|tö, unb julc^t gibt er freiroillig ben ®eift auf." 



73 

5u ^reHerö grofe« Sreube (ormle tn (einem «teilet iRtet((6eI 1854 eine Sttfte 
bn $nnjeffin SRaiie ©a^n • ffiittgenftein, ble ^ßreller itirer füblic^en ©c^öntjett tilgen 
„im tnbift^e äRäit^en" gu nennen ^iflegte, unb ein äüebaillontiilbniS Don fitf|t ^ent 
jungen Jlrreunbe \lfii<i)t er fein Urteil übet blefe Sltieiten nul , baö mit ben SBorten 
Wit^i- «Seibf finb Sunfiroette, 3Keiflec SietMelS unb jebeä großen SKeiftetä würbig. 
. . . 5)a6 et felbfl noc6 oteleä iefTer toia, ift ein SBeweiö feineä fielen fflorfc^teifenö." 
Iiann fätirl er fort: „SBtr ^otien oft unb mancherlei Bon S^nen gefproc^en, unb 1(5 
barf 3^nen o^ne ©(^eu fogen: düetfc^el erniaitet, bag ©ie beteinfl Xüc^tigeä WU' 
büttita. X)a& ©ie unenbtid^ Diel Dot ftd) ^aben, tvoft flbcEtvuttbett tpedien mu|, brauch 




ic^ :3t)nen nii^t ju fagen. %n ifim ^aben ©ie ieboc^ ben Pann, ber, ico eS fein 
rann, 3^en ftetö olä matter greunb unb SKeifter gut Seite ftel)f, beffen ©tolä e« 
tfi, feine ©c^üIer ju fit^ ^eran jubilben. " 

Sie beim fflefrottiten oon ffiunftroetfen, pflegte gießet aud) beim ^urt6ael)en ber 
©c^üleiarbeiten nur tDenig gu fprec^en. @etn fanb er aui^ bei fifimacben Seiftungen 
etrool ^etau«, bem ein üob gebütirte, bomit bie ^etbe fftiti! bet übrigen Xeile ben 
93etroffenen ni^t tnutloö mac^e. äjteift maien ti furge fflemerfungen übet hai , toai 
anberä metben mugle, nic^t feiten in einen @c^erg geftelbel, bet im @ebäc^lnid ^ftete. 
BJefonbeten SBett legte er babei auf ble Sicblffi^rung, alä ein ^ouptmittel foroo^I füi 
bie beutlic^e Unletfc^eibung („äbtiebung") ber äüaffen alS füt ben etnften, trüben ober 
leiteten Sluöbrud bet £anbf{baft. Ofl genügte au(f) ein mofilgefältigeö „^ml" 

©in an«fül|tliifteö Urfeil finbe idf in einem Srief an feinen ©ot)n Sriebricti; e* 





1 


Äi't^P^'^ 




W0^^ 




^^^^^^MlM '^kWe^A^ 


JM 

^ 



74 

bejietit fic^ auf bai 9ilb, 
büS je^t in ber ftönig- 
liefen @einäIbcgaUrte ju 
uneben ^ängt: Sloftet 
©onta ©c^Dlaftico. Su- 
näc^ft fpric^t f r fein« Sreube 
auiJ über bie fünftlerift^e 
Kuffaffunfl unb bie mättit' 
ließe, gefunbe Xedinif, bie 
einen flrofeen gorifi^ritt be- 
funbe. 9?a^ einigen ^ifi* 
fcßenbemetlungen (ommt er 
auf bad, Woä nacß feinte 
9Inficßt „bem @anjen gu* 
gute lommen" mügte: eine 
(leine Setönberung bei ßuft 
unb einigte @tii^e in bet 
^ldt)aitie xt(t)ti, bie „an 
innerem Seben ettoaä ju- 
tütfbleibf. ,S)ie Rettung 
in ber ßuff," fügt er, „^t 
nicßt ganj ben rit^tigen 
Son , bieQetcßt büifte fie 
milber unb tfmai tpäimer 
fein. 3ernet ift juDiel 
Heine bunfle Sorra nadi 
oben. aSäre bie Suft rc(ß- 
ter^anb nad) ber $5t|e (|in 
nieldiei, fo mürbe bie groge 
Silhouette beä fd|bnen Sergej Iräftiger, bad ttieigbeleuc^tete Ulo^tt nocb feiner roirfen. 
33ie liefe nai^ unten ift fe^r gut, bie Slcßlfü^rung uortreffliiS, unb mit blefen fitcinig- 
(eilen roirb hai ISilb entfd^ieben nocß geroinnen. 9to^ me^r ju fc^mä^n, überlaffe i^ 
ben fieuten, bie nichts tierfte^en unb boä) gern !Iug tun." S>er $rief ift auä bem 
ffleginn ber fiebiiger 3o^re, er entfpricftf aber buri^auö ber SIrt, wie ber SKeifier ouc^ 
fißon frütier feine ®(ßüler untertoieiä. 

SBarmblütig unb offenfierjig , loie er toar, fonnte greller im SBerbni^ ober tln< 
utDen bitter merben ober fräftig aufbraufen, unb bann fi^og er in feinen ^ugerungen 
oft über hai 3'cl ^inauS. 91ber fetne @uti)erjigtett f)eitte ben @cbaben balb mieber. 
^ler jmei «eifptele. 8u feinen Scbülern gehörte feit 1849 grfermann« ®of|n ffarl, 
bem ber $ater, früti Sitroer getuorben, eine eigenartige Slatur = Srjie^ung angebei^en 
lieg, ^er junge 3Kenfi$ mar längere 3cit o^ne Sntfc^ulbtgung toeggeblieben. Strgcr^ 
ließ ßatte ber SÄeifter mteberf|olt naä) üjm gefragt, al« eine* Soge« ber iöater erf^ien, 
mit einem Silbe beiS Sotineä unlerm firm : @änfe im ^ampf umö ^uller gegen einen 
$unb. „SSaä fügen Sie nun büju?" „$m," etmiberie ?ßreller troden, „gebraten 
mären fie mir lieber." „9tun, ^err Sßrofeffor," erroiberte ber Mite fpi&, „3V* 
Tannenbäume ^ätt' i(ß aucb lieber in meinem Cfenl" %tx 3<D>cft)(ilt Ivar bnlb auä> 
geglitten : greller, felbft ein marmer greunb unb Seobacßter ber Xiere, ertannte bereit- 
miOtg an, bog baä iBilb feßSne Anlage Derrate, unb mar fortan bem S^üler be[|i(flii$, 
fii^ in biefer IHlcßlung metteriubilben. ©in anbere« ©effßicbteßen oerbanfe icb bem 
$rofeffor ffänolbt, ber in ben fei^jiger Satiren ^reUerö S^üler mar. S;afl «telier 
mar bamaltj, aucb für bie @(f|üler, im SSittumiJpalaid , bem X^eater gegenüber; ein 
groger, mit Ceferfd^en SWülereien gefcßmüdter Slourn. Sanolbf mar eine« ©onntag« 
fef)r früß Eingegangen , um etmaö Crbnung gu f(ßaffen — ba b^tte er ba# Unglfid, 
bie Staffelet mit bem Karton gum barm^ersigen Samariter (ogl. ^bb. 128) umjumerfen, 



Slfisnitc SriutnbuA. 



75 

on bem Sßtt'Uti ((fion tfn faav läge geartieitel l)otte, unb biefet Utam ein Qio^ti 
Sotö- ©(iftleunig fui^te Sanolbl ben ©^aben gu befferti, inbem er ein StüÄ ^apiet 
bafiinter flebte. Segen neun U^r (am ber SReiftei mit leinem greunb SBetn^arb oon 
%[inätoalb, bem Sommanbanten btr S^artbutg. 3(Iä er ben @^aben fa^, bra^ et in 
fieHen 3"" o"ä unb jerfc^lMfl mit ßtbaü.ttx 3o"fl ben ganjen Karton, auf bie ©nt:' 
fc^ulbignng , bie Staffelet fei unoetfeEitnä umgefallen , ectoiberte er barf^ , in feinem 
(Stubium bttrfe nii^td umfaQen. ^amit ging er ob. 3n Sßerjweiflung tiolte ^anolbt 
anbete« '^a.pin, fpannte eö auf unb bllbete biö jum (päten Mbenb SßreßetS «rbeit 
forgfältigft nac^. SKit Sittem unb 3agen erwartete er am nSc^ften SRorgen bie ?tn' 
fünft bf« Sßeifterä. ,9Ia, baä ^aben Sie gut gematfei," fogte biefer rut)ig; „fprecben 
n>ir ni^t roeiter bauen !" £urj bnrauf fromte er in einer ^appt, tiolte eine ent< 
jüdenbe iSepta)ei(^nung bon SiDtteÜa ijerOor unb überreichte fie bem be[(bfimten @(^üler, 
auf beffen SInfänge gu einer ©ammüing anffiielenb ; „Wo Sauben finb , fliegen 
Zauben p." 

3m Sauf ber 3f^*i'^nt* W ^itütx eine grofee Sa^l Don ©cfiülern ouägebitbet. 
Stufter benen, bie ft^on erroä^nf roorben finb, mögen roentgrienS not^ einige ^ter qc 
nannt roerben. SBiQiam ^mlein manbte fii^ bem äBieber^erfteUen , bann aucb bem 
^^otogcaptiieren öon Silbern ju unb blieb in bauernber Serbinbung mit bem SHeifter, 
Don beffen Strbeiten, namentlii^ auc^ ©tubien, er bie WlifmatH nac^gebllbet b«*- 
Sbuarb Slonner, ein gefc^ttfter, feinfühliger Sanbfc^after , ift buri$ einen Unfall in 
ijronffurt a. äß. uorgeitig umä Seben getommen. Srang ^äbe lebte ncii$ am <Snbe 
be« 3(ttÖ'')unl'«l* ttlä ein otelbef^üftlgtet Seiebner unb Qüi^tnlt^ttv in 9Seimar. SJet 
la^me %iilt|elm @eDrg9 mar In Seif>iig tätig al6 überaud fteigiger, fieinlic^ forgffiltiger 




76 

SHuftiatot; fein fiefonbereg &tUtt toaren (letite 2anbfc^afl8= unb Hetbtlber für gute 
Sufienbfc^ciften unb füi natunpiffenfc^aftüc^e fflü^n. 9iebnt Satl Stfeimonn ortitlteten 
in bei ecflen ^älfte bei fünfjigei ^oitzt im @)t))äfaal hdc^ jnei ettvoS junge» SBei' 
mataner: ^aoieö SKarffiaQ, @of)n beS ©ettetfitS bec SrbgroSlietlogin Sophie, unb 
Otto ©(^toeibgefiuitti, So^n beä £u(ifecftec^ei!ä. S)iefer, beffen „(spajtetgang Doi bem 
Xoie" (nacti bem Saujl) ju fc^ünen Hoffnungen berechtigte, ift fiflfi oeiftoiben; itbei 
jenen ffoU id, in bei Sei*f*rtft för fiilbenbe Sunft 1903, ©. 256 ff. Beilegtet, »et 
IlDC^Beeatite Subroig 9Ieubert ftorb Int heften SRanneäolter in geiftigei Untnoc^tung. 
Stienfo bei geniate ^efDioHonSmalei ©c^allei, ben ^leUei Don ber $erbc meggt^olt 
Iiatte. ßtleic^jeitig mit biefem arbeitete in ^leQerä Stubiunt au<^ Dr. m^aih @d|öne, 
bei je^tge ®eneiaIbiieftoi bet SSnidlidien SDtufeen in Berlin, ber bann noi^ longe tn 
aniegenbem Srieftoet^fel mit beut aReiftei geftanben ^at. 

$ie @teae be« ^ireftorS ber 5ffentlid|en Beic^enfc^ute wai nacti Mt^trS Xobe 
bem Don SRünc^cn ^ei Beiufenen Dr. Subivig ©(^otn üBeitiagen Uorben , bei fpälei 
aui ^ntag feinet S8ermfll)lung mit einer §ofbame geobelt niurbe. @i ftarb f^on 1842, 
^an^Ier tion äKttHei niibmete it|m einen 9Iac^iuf unb räumte baiin auc^ fein eifrige^ 
Semü^en, bie S^i^^^f^^'^ Quf ^'"^ Eiü^eie Stufe gu ffebtn unb in^befonbere eine 
freieie Untenicfitömet^Dbe elnjufütiien, SllefefS Semüfien, fügt er ^ingu, „moib burtS 
bie öeiliilfe gefcfiidtet unb bereittDlUlger 2eI)Hr oon bem bejlen ffitfolg belohnt", §ter 
bürfen mit in etRet SRei^e an Spteflet aU ben Sel)ret ber oteifien Klaffe beulen. Hu4 
bti biefem Unttttic^t luai eS boi oQem ^reUerd $eifünli(^feit unb bie aue feinem 
sausen SBtftn ^etODiieut^tenbe ^Df)e Sluffaffung ber Sunft, ma# eijielienb unb tiefiuc^tenb 





auf bie <Si$ülfi miifte. 9(uc^ ^iec galt i^m aU @cunMage baS iSeiftänbnU beg 
inenfc6(i(^tn ßöcperä unb in^befonbeie beä |)au))lcä, audi bei $anb. @^ rouibe na(f| 
gut gewätilten iSoiIagen, nac^ bcrn SRuäfelmann , not^ bem Sotenfopf, nac^ &i\>i- 
obgüüen uon |iänben ufm. de^eic^net. Sor bem ^ciEum, waä mnn einrahme, fei ein 
Sunfttoett, tourben bie Schüler gtünblic^ bemn^rt. 9eße[)rte einei; Dorieitlfi Saitb^ 
fc^aften ju jcic^neii ober ju malen, fo f|ieg ti: eifl etmaä Oibcnili^eä lernen, bann 
luirb [vi) Hi 5ffieitere finben. 3n ber %at bot auf folget ©riinblage bnd ßonb^ 
fi^aftdjeif^nen , aui$ nat^ bec 9Iotur, geiiiiQeie Sc^roieiigfeiten. 'Uli Ü6et(|ang jum 
Slatucftubtum gaben bie eignen Stubien beS ÜReijlerä in Sleifttft, in @epiä unb 
SBaffetforben Irefflii^e SSorbilber. 

3ioit ^tetterä Urteilen über anbete S'iinftler unb beren SJerte ließe ^d) nuö 
ÜSriefen unb anbeten Slufieit^nungen leicht ein IQuc^ äujammenfteUen. ^ij muß mtrfi 
^ier auf 9ta^eliegenbf(S befcfitänlen. %Drange[(^iift fei aber ein ^eifpiel bafür, roit er 
fic^ menfiilit^ ju ÄoIIegen fieHte, mit benen et nic^t butc^ gteunöfcfeaft uerbunben 
mar. %li fic^'ä um bie roeitece <Si$mücfung tti 3)ümifc^en .t)au{eä in üeipjig ^anbelte, 
I)atte fic^ Dr. §ärtel für feinen Stcfi^nacftfolger Sediat) erfunbigt , ob man fic^ nuf 
ben äli genial em()fDl)lenen Simon auc^ l)infii^tli^ be<^ Steiget unb ber 9Iu$bauer 
öerlnffen fönne. SpreÜcr gibt ju, ©imon fiabe bie SDIeinung nieler gegen fu^, et 
gtaube aber gemiß, „bafe man nnir gegen feine fogenannfe gofflofe ©t^nonje eimcii 
linbcn tonne". @r, prellet, fei ber einjige, bet fii^ baron nitfet geflogen f}aU, unb 
er tünne oerfictiern, ba6 hinter ber unongene^men äRaäte ctlunS feftt SBottrefflii^eä 
ftede. ©imonS aHenI{^eni[J)eu unb ber roieberI]otte aSecEifel bec Sefc^Öftigung etttäre fic^ 
auä feinen Scbitfinlen. „^afe er abet," fnt)tt greller fort, „einiaö unöollenbet gelnffen, 
tft mit ni(t)t befannt, im @^egenteil Ijabe tc(| ftetd eine männliche ^Vraft unb Slu^bauec 
an it)m berounbett, jelbft bei ©ekgenfieiten, nio er Opfer ju bringen I)atte. Um nbec 
feine aSetantroortung auf mii^ ju nehmen , fprnc^ i(^ offen ju i^m. ©eine antmnrt 



m^ -^ 




«i^^^ 
^.^. 


p->5?; j^^^Hj^^^t 







^ai) einrc SbotogiMiiiic von ltcm[c(it. 



lautet Iiauptfäi^licS ba^in: et roetbe bie Sttbeit nic^t onnetimen, njenn tv ficö nic^t 
tüi^tig bafÜT Qloutie unb tjreube baten ifobt. SSäre Wi abex bet gfaH, fo ipürbe er 
gern babei fein , unb menn et fein ^a gegetien , fQnne man aut^ auf bie flemiffen^ 
^flfte SJoUenbunQ bet ©ac^e ledinen ; unb baä glaube iä}." 

ffion SatI Slottmann, ber gewöfmlitfi neben Steuer genannt rottb, JctiÖ^te biefec 
bie ttalicnifc^en Sanbf{^aften in ben ^ifaben ^o^, inä^ienb i^n an ben gtitt^ifi^en in 
bcr dleutn ^inafot^ef bie gefuc^te Beleuchtung ftörte. 9In Stffingä Sanbl^aften 
tüfimte er bie männliche ^eib^eit, unb er ^eOte i^n beä^nlb über @c^irmer. üSon 
ben jüngeren W»at itira Sranj.Iirebet belonbetS lieb. Setner!enäHiert ift fein Urteil 
in einem ©rief an feine gtau uon t847 übet einen Sütiftlet, ber, Oor bet QtH im 
3rten^u|e Derftorben, bamald fonft menig genannt niurbe: ä^arl iBIec^en. „Stn il)m," 
fagt er, „oetlot Säetlin [einen geniatften Sonbfcbaflöoialet , feine {Jreunbe einen ber 
beflen SKenfctien." ®en ©(^tteiäer Ealame ftöä^te et fo ^o(^, bafe et ben Sonfut 
@(^(etter in Seipgig, burd) beffen Stiftung ffiäfer taS ajfufeunt bie t>iet gtogen Sanb^ 
f($äften-bicfeS Mnftleiä ali mertDoSen iSefi^ erhalten ^at, burc^ ^äctel um Sriaubnid 
bat, fic^ ufltft feinem „©türm" eine Stiaie ju fertigen, um [eine SDialnieife genauer ju 
ftubieren. ^te tec^ni[(f)e ^Sotienbung beinunberte er aui$ an ben O^ranio[en, tȊt)ienb er 
^in[i€Ötlti^ be« tinren SBetftänbniffeS unb bet Eijrliföfeit , b. ^. ber ^ermeibung be« 
^o^lcn Sc^eina, [eine Sanbäleule DotanfteUte. 

Gotneliuä unb ©i^norr cete^tfe er ft^on Don Som Ijet, Biegen il)rec SSerle unb 
i^rer Stellung unter ben beutfrfien Sünftlern, bie [tcö auf i^re fittlit^ t)ol)e $et[ön= 
lic^feit grunbete. ©(ftnott lernte et er[t in ben fünfjiget 3(if)«n per[önli{^ tennen, 
[eitbem ftanben fie in mannigfachem Sluätaufc^. ^ür tRetiftX unb Scu^rbad) ^otte er 
auftidittge ^ewunberung , eben[o etlannte er fc^on frü^ bie ^o^e ^ebeutung Hßenjeld, 
niäitrenb ffoulbat^ö Stbeiteu — mit ?luöna^me etma beS DJeinete SJuc^ö unb bet 
$unnenf{^Iacbt — feinet 9Iatur juiuibet mnten. Sr »ermigte barin bie fc^lit^te ®töge 



79 

unt> nanntt bie ^ompDfttionen t^eatroltfc^ , btc ®efid|ter madlen^aft, bie Seleu^tung 
unb (Partie unruhig unb gefut^t. Sttitgelö 91atur, fagte et, itoingt if|n, baS ju tun, 
naS er tut; ßaulbat^ fagt: ic^ luill baö tun, tnae ii^ von Statur nit^t Detmag. 
©ffonbetö boö aiefDrmationäbtlb fnitb n mit hinter bem Ofgenfianbe aurürfbleibtnb, 
unb nadibriicßic^ {ttmmte et bet Sleugerung beg ^atl)Dliten SoineliuS ju : „^(^ ^ätt' 
i^nen einen anbein Sut^er maten moCen!" "äuü) ben tomantifc^en „(Sügtgteiten" 
ber ©üTTelbotfer (onute et leinen ®e((^ino(f abßeroinntn. 3)afle8en tjegte er für Subiuifl 
91ii$ter freunbfd^aftltc^e SJeie^iung. Stienfo War ©t^mlnbS ^unil gonj nac^ feinem 
^erjen; rounbeibai, meinte er, niaö ^tntet biefent ^loggefic^t füt eine feine, eble 
Rünftlerfecle iriotjnt! 

Sßit bem SntiDurf für ein ^oppelbenfmal ©(^tllerä unb ©oetl^eS naz urf))rüngli(^ 
9tauc^ bettaut lootöen. ^aH) lanijen Sei^onblungen gab er itbod) 1852 ben Mufttog 
jurüd, l|au)}tfäc^Iicb ttieil bie 93ebingung , bag bie beiben Siebter im B^itfoftüm bat» 
geßeQt metben foQten, feinem tünfllerifi^en ©eiuiffen gumibtrlief, unb empfahl füt bie. 
au8füf|tung ffltetfc^el, ber f^Dn feinen £e(fing fo gebitbet f)atte. 5)ie fiopümfroge 
mutbe bamotS unter ®ünfttern unb Sunftfteunben fel)r lebhaft erörtert, Sßreller ftfmmte 
mit älietfc^elä Sluffaffung überein unb Derfolgte beffen $Irbeit mit ftetet ^etlna^me. 
9(W bann im ^erbft 1857 bie ®nt^üHung feierlich begangen mürbe, ronren baö aucft 
füt i^n unb bie ©einen ^oEie i^efttage, unb gern (|ätte er t^teunb Sättel a\i f e ine n 
@laft babei gehabt. 9lo(^ je^t, fcigteibt et biefem nac^^et, fei et übetgeugt, ba| bie 
Zage i^m eine fc^Qne ^innetung fürä Seben ^interlaffen ^aben mürben, „ällii tommt 
ei Dor, aXä fönne man o^ne @(^eu fagen : ein beffere^ SRonument befi^t 3)eutf<^Ianb 
nii^t, unb lange 3a{|ie fönnen tierge(|en, e^e einem Sünfllet roiebet foI(^e Aufgabe gefteüt 




80 

ttinlien lann." SSJcnn $reOei fpätei feine SDtetnung übti baä ^enFtnnl änbeite, |d ijl 
ba* bem öjenben ©pott befl geiftreic^en Slatfiäipcn ©eneHi ^ujutcötetben, beffen mäc^^ 
tlget IßetlönlidileU fc^roet panb5u^nTten mar. Sie ©teint]äuf«fctie ©oel^e-Siuppe, bie 
injiDi|i^en int Sotnuter 1853 Don fRom ongelangt roai (jegt im S:Mti()eni)aufe beö 
Sfufeumi^), nennt ^relleT in einem ÜStief an Sonnborf „eine ^äc^ß refpeftable Slrbeit, 
in beten iSefi^ fit^ SJeimar [c^on freuen mag", 

©ein geliebte^ (Stfenac^ ^atte freuet feit feinet 9tü<ffe^t and Italien oft befu<^t. 
9te6en anbeten Selannten unb 9JettDanbteu ^atte ei bott einen Dätetlidien ^teunb an 
feinem $aten, bem 91at 3. &. Mttniti, bet als ©tubent @oetl)e^ botanifc^er @el|ilfe 
getcefen ttiat. ®c^on feit 1S40 bef(i)äftigte i^n ber ©ebonfe einet Siebettietftettung 
bet bebenfltc^ oetfaDenben Saitbutg, ben junöc^ft bet fc^on me{|cfai$ genannte @imon 
ongetegt fiotfe, o^ne jebDcfi in ben ma^gebenben Steifen SBeac^tung füt feine 5ßtäne ju 
finiien. Ein 3af)rje^nt fpotet, noiibem injiöift^en *BteIletä gteunb a3etnE)atb Don Sttnö> 
.toolb (SIbb. 62) ffommanbant bet olten fflutg geworben roat, (am bet ^lan aümä^lif^ 
jUr Steife , unb bet %}eftfate Saumeiftei $ugo Slitgen rourbe mit Sntmecfung eine^ 
^taueä unb bann mit ber 9Iuäfü{)tung bettaut. Obgteii^ freuet ber Meinung tnot, 
bafe biefec bet i^o^tn Stufgabe tiinfic^tlic^ beä ©tilgefü^Iä nic^t ubttig gemacfefen fei, 
auij^ ein Bubiel in bet Umgeftaltung bellagte, Ite!) et bet Sttbeit tege Seilna^me unb 
tic^tete fein Slugenmerf befonbetd auf bie innete SIuSfdEimücfung , füi bie ii)m j^reunb 
©ciilDinb ber geeignete SRann ftfiien. ©einem ffiinftu^ ift eä mol)l WefenfUc^ ju bonfen, 
bn§ biefet ben $out)tteil beä äuftiage erhielt, ällä bann bie Slutg in i^tet neuen 
@eftalt eingeloeil)! muibe, roat ouc^ ^teilet unter ben S^tengäßen. 

9(uc^ an aQem, wai in toeitetem ©inne mit bilbenber ^nft gufammen^ängt, na^m 
er gern täligen SInteil. @d unterftägte et ben trefflidien ^ofgättner S. ^e^olb gern 
mit feinem JBat bei bet Pflege unb Söeitetbitbung bcö »eimarifc^en 5ß«tf6, ber bie 
@ttunbiiige feiner Slnlnge bet tunbtgen $anb ©oet^eS Verbände, bui^ hai SBai^ätum 
n>ät)Tenb bet ^a^ije^nte abet fii$ fo Deränbert f)ntte, bog i}it unb ba ein tiefeä @in^ 
greifen unerläßlich wutbe. ^enn f)ier6ei größere Säume fatten mußten, ^ettfc^te 
natüili^ junäd^ft allgemeine^ (Sntfegen , Ui mon fo^ , mtldje lanbfc^aftli^en 91eije 
baburd^ and XageSlit^t Famen. Sem 9}ate ^^teUer^S roat u. n. bie (Ireilegung ber 
9(u8fi(5t auf ®oet()e« ©artenliauö an einer SBiegung ber 3Im ju bauten, bie Rummel 
in einer Stabietung {W)i. 63) feftgefinlten fiat. Sie Sluäfic^t ift injroifi^en toieber 
cermac^fen, bie große Sft^e im ^orbergtunb fü^rt abet noc$ jegt ben Stamen „^reQet' 

iäfctie", ben fie nac^ beS 
älleifferö Sobe ju beffen @e- 
bät^tniä eti)alten ^atte. %en 
jenfeit bet 31m na^e on 
@oetf|eg ©atten gelegenen 
„©tem", einen ber älteien 
^eilebeS$Rt(d, ^at greller 
in einer ©eijiajeii^nuna 
borgeftent (W}f). 64). 5u 
^egolbä ©c^dft übet bie 
Sanbfc^öftäßäutnerei (2eip- 
aig 1862) liefetle et bie- 
fem einige etläutetnbe3eitft- 
nungen. 

©clbft für eine fiefepbel 
äettftnungen ju fettigen i)at 
^teOet nitbt oerfc^mä^t ; 
galt bo(^ auä) fc^on i^m 
bnö SBcfte all fÜt Sinbet 
gerobe gut genug, ©eine 
eignen Snaben unb beten 





Stubic in 2u|(6r. (3u SfiU 86.) 



®efpieleii lieferten t^m tüfHrommenen Stoff für tiefe Silber. 5;ie Siliel ifCit nlele 
Auflagen erlebt. 

gut ^Belebung beä Sunftfinnö in weiteren Srcifen riefen im Seginn ber fünfjiger 
3a^re SUnftler unb ^unftfreunbe ben Suta<£-S3erein ins Seben. greller ftanb mit an 
ber ©ptje unb mar befonberö tätig beim ©teilen lebenber Silber — Slnrbietungen, 
bie andi) ber |)of regetutägig burc| feine ©egenronrt au^geic^nete. Steben ^eiteren 
tiodänbifc^en @ittenbi(bern tcuiben einite ^iltoiil^e Silber, Mie 9tafaelä @))Dfalijici 
unb $orna^, Seitä SRarien am @knbe bti $eirn, @i$norrd 9tücffef)r beä Derlornen 
So^nä ufw. gefleOt. Sefonberä ber ^ßarna^, bei bem für bie SRufen ein ffiranj fc^önet 
grauen unb Sßäbc^en gu ©ebote ftanb , burfte q18 eine SRufterlciftung gelten , unb 
$rellei ^atte feine l^eOe gieube am @telingen. 

3ui 3a^r 1848 mar JJrnnj Sifjt mit feiner ^oi)cn greunbin, ber gürPin ©ntol^na 
©apn-ffiittgenftein , nad) SEeimar gefooimen, unb ti mnr bamit frifc^eä Seben nitftt 
bloi auf mufitalif^ent , fonbern überhaupt auf fünftlerifc^em unb literarffcbem bebtet 
in ber Ileinen ©tabt eingejogen, bie fii^ lange genug bantit begnügt ^atle, von it)iem 
alten 9Ju!)me ju je^ren, 9luf ber 9tltenburg, einem ineitröuniigcn, fonft Wenig an^ 
fet)nlt(^en @ebäube, bnä aber, Don einem großen @arlen umgeben, auf ber Stn^Ö^e 
jenfeit bei ^Im gegenüber bem ©c^lofi eine fcbüne Sage f)al, eröffnete bie gürftin eine 
überouä bDriiet)me, geiftig belebte @te|elligfeit : 



„Wo man nitfit 
Sonbern, nää < 



[tagt: woS Ijat ber ffiann? 
c i[t, unb toai n Innn." 



@ie felber, beren ^efen ber Sludfpruc^ fcnnjeic^net , eä fei baä Sog bei (Sänger unb 
jutoeilen auc^ ber grauen, hai ju geben, roaä fie nicftt ^aben : bau ©Iiltl — fie felber 
unb i^ie fi^üne Xoitter SKarie , nachmalige Sürftin ^Df|enIo[)e , halteten mit SInmut 
unb ^ürbe it)red gaßfreunblic^en SmteS. Seibe brachten ebenfo ber bilbenben ^unfl 
nie ber äJiufif feinfinnigeä Serftänbniö entgegen. @o mar auc^ ^reder ein gern ge= 
fe^ener ®aft in il^rem Sfrelfe, unb ba er feinerfeitö gleichfalls ber Sßufil jugetan war ~ 




StpiaßuCi 



ffiigfi^ijogl. IRiilniin, ffirintiic. 



nur Don SoIoraturdefatiQ mm^te er ntc^td toi^tn — , na^m et an ben Stuffü^iungen 
bei @onn tag» DI mit tage nic^t feiten teil. 

Son ben Sifglfi^en ©töülern oerteÖrten meliere In ?ßieller« ^quö. ©o nument' 
lid) $etec Someltuä, Steffe be^ 3Rälei3 unb (Sdiü^Iing Don SiäuTein SRaltoina 
^DuterlDed, an beffen Siebern fid) bei (Jamtlienfieiä gern erboute ; O^etbinanb ©c^ceibet, 
bei fpälet bem beiuMmäSißen ffloDterfpiel feiner ©efuitb^eit megen entfagen mugte; 
llriäuiein älJacie ©oeft, mit bei Reeller noi^ iljtem äBeggang Don S^eimai in lebtiaftem 
iSriefiDet^fel geftanben ^at (Stuögfige baraui} t|at je^t ^relteiä Sc^nitegeitnlel 33ttting 
im Verlag Don $. :@öi|Iauö Dlacftf. Deröffentlti$t). (Sbettfo bei junge Songeitmeillei 
Soai^im, beffen [eelenDotlem ©piel bei SWeifler mit befonberet S^reube taufc^te unb ben 
et einmal, tnie er gern tat, unoeimerft gejei($net i^at {Uü. 65). 

Untei Sifätä SßorfiJ würbe bann 1854 ber „SleU'SJeimaDSßerein" begrünbet. Uie 
jtvblf ©ebote, bie ber @[l)iiftfu^iei ^offmann bon J^nQeiäleben in lujifige 33iftlc^en 
gebracht I)atte, enthielten u. a. ben Sa^ : 

Slfib' Ddt'SBcimar für fii^, roir bleiben für unS, unb e^ ift unä 
Ocgliiftet §eimt(c^c ftemb, aber wilKommen ber @a[t. 

iPteUec, bei ]ii) iDenigfteng mit (einem Denlen unb ©i^affen ni(5t auf bie enge 
^eimat beft^iünfte, louibe unbebenfli(^ guin (Sintiitt aufgeforbeit unb fanb ^iei 
Staiirung füi ®ti\t unb 6lemUt. t!für hai $eiein#albuin , boä nad) bei ^tuflöfung 
beä Sßereinä in« ©ematiriani beä ©ropeijoglii^en aKufeumö gelommen ift, ^at er 
im Saufe ber 3«Ö« f'"« '^^^^ ""n aWilgliebetn gegeli^net. 1>H Silbniffe oon Sifjt 
unb Jiiebrif^ ^jebbel gebe ii^ ^ter öetficinert miebet (Mb. 66 unb 67). Sßit beiben 
ftanb et in antegenbem S8er(efir, obloot)! |)ebbelä aufenttialt in aSeimat niefit lange 
mährte. SBejeiffenenb ift Sßrellerß äu^erung übet it)n: „®t etinneit in nicfitiä an 
bie mobeinen finffeetifcfibicfitei!" ®aä SSilbniS bcS jungen Eorneliul ift bei Samm- 
lung feinet ®ebic(ite »oiangeje^t. 3n näfiere SBejie^ungen ju SpteHetS gamilie trot 
auc^ ^Dffmann Bon tjotleräleben mit feiner iungen ©attin. ^offmann ^at ben Slleifter 
raieber^ott, u. a. einmal burc^ einen SBetgIei(^ mit Db^ffenö gefeieit. 



SBir ttitttn je^t ju ^lelletä Strbetten juiüif. i^n ben 3a()ien, bie auf bie nDi> 
roegift^e ^aifxt fclgten , I)Qt er gtöfiere ©tubUnretfen nic^l unternommen. 29o8 et 
bort dnge^eimft ^alte, Iiielt längere ^eit doc. daneben bot audi bie tl)uringif(^e 
^imot mancherlei Stoffe. Stnem ©fi^jenbuci) , bad bie ^al^teäjal^len 1845 unb 46 
jetgt, entnehme ii^ bie Slbbilbungen 6S, 69 unb 70. Xie ©Cijjen finb auf nifi|ein 
$ai)ier mit Sleiftift gejctc^net, bie Si^atten lei(^t mit fiaffee übergangen. 3)ie erfte 
geigt einige Don ben fi^ünen t^ic^ten beS ^azU bon ^ilt)elm<$tal, bie jroeite ein ;)(iat 
3)oTfn)eiben , bie brttte Ulmen unb ntebere<^ ©ebiifc^ am SSalbeäranb. daneben mog 
no4 eine ©fijse Bon 1848, auS lebenbiget Erinnerung gejeic^net, ^ier luiebet' 
gegeben luetben {Slbb. 71): ein ©cbüf^irt, bet mit (einet befc^eibenen ^erbe in ber 
äbenbbämmerung bcm ^eimifc^cn Storfe juronnbert. ©ie erinnert an ein Silb, bad 
ben 3)}etfl(t Don feiner am tuenigßen betannten , bem mobernen @ef[bma<f aber btel^ 
leicht am nöc^ften ftei)enben ©eile jeigt — ein Sßilb, Bon bem mit leibet biöiier 
niemanb f|at fagen tünnen, mo ti ()tngefommen ift: eine ben 2)DifbQc| überroülbenbe 
Srüde, über bie ber ^irt feine $erbe nacb Docn auf bie SSeibe fü(|rt, irä^renb bie 
aWotgenfonne ben aufgewirbelten ©taub golbig bui[bleu(!tilet. 3^ taffe noc^ jtpei nnbere 
tBitber folgen, beren lanbfi^aftli^et Seil t^ütJngtfi^e 3}Iotit>e geigt: ffialbige ijfelä' 
fc^lut^l mit einem 
(Sinrieblet (Slbb. 72) 
unb SBalbbadi mit 
einem SJaun im ißot' 
bergtunbe (Slbb. 73). 

3m@ommetl846 
mar ipreUer buri^ 
feine fi$n)anfenbe®e^ 
funbl)eU ju einer iBa= 
befur in granjenä^ 
bab genötigt, ^aä 

„pflic^tgemä|e 
Slicbtätun " niollte 
ifim gar nic^t be^ 
I)agen. 3Bit öetban- 
fen biefem ^ufent- 
balt ein anfprec^en^ 
be« rieine« ©ilb, baä 
oul bem 99efi{^ be€ 
^ettn a. Suciul in 
(Sebefee bei ©ifurt 
an bai ©rog^etjog' 
lic^e SJtufeum ju 
SBeimar gelangt ift: 
(Segenb bei 3rün- 
jendbab , com ein 
SBilbftod (abb. 74). 
3)et mbilbung liegt 
eine ©eptaäeidinung 
jugrunbe; mit eini- 
gen Anbetungen ^at 
bec äßeiiler ben @e= 
genftanb in einet 
91abietung bet)onbelt. 

3m ©pätfommer 
1847 finben luir it)n 
jutn btittenmal ouf 




S4 

Slügen, ivitbtr in Skfellfc^aft mt^icrei Schüler. %ui$ oon biefer Sltift ift ein ©fitjen- 
Jmü) ei^alttn, tini hti TtigboH^m: I|t(IgiaubTauiiei^ $af)icr, bit Bet(^nun9«n mit 
D9Itt)Hft, ©epta nnb 3Seig auägefü^rt. Unftie ^nfCIti hielten fic^ junät^fl in Sautii- 
bot^ auf unb befuc^ten Don ba ju ffloot — \ebt Überfahrt foftde rintn Sairr — bi« 
fleine SnftI Stirn, btt buic^ i^ren Unoalb aui^ ^eutt noi^ fcEji anjit^tnb iß. tßon 
ben bieten ^tci tntfianbtntn Stijjcn n)ä!|te ii^ ben 9lt(t tion Sautctbaü) auf ben 
Silm, $ap|)fln im SBtnbf unb SBalbung auf bcnt SÜm (SEib. 75, 76 unb 77); trfimi 
tdnntt für ctn fertiseä 99tlb selten, fo ieijt>D[l ifl fotno^l bie ferne ^n]tl aii bai (Semölf 
nnb ber fleine ^afen mit (einer uitDüc^|tgen 9onbung€brü(te unb ben Dm Sinter liegen^ 

ben Schiffen be^anbelt. 

„gt^t,' fi^reibf ^nütt 

f _^ feiner (Sottin am 3. ©ep- 

^^B|^ ... tembei, „fängt tö an flür- 

■^^^" '** mif[^ ju merben, unb ^dlt 

eä an, ge!|en mir balb 
nad) ^ibbend&e, benn bort 
^aben mit bie Stürme aud 
erfier ^önb," 9iun, bie^ 
[ec ^unf(^ mucbe grünb- 
lid) erfüllt; befonber« auf 
ber Sa^rt von fiibbenSöe 
über ben tiefer iSobben 
nnb bann ju Sanb nacfi 
Srlona pulten Sturm 
unb Siegen um bie SBette, 
unb bie 9tetfenben tonnten 
oon ®lfi(f fagen, bog fie 
o^ne Unfoa i^r 3iel er- 
reichten. Stuf bei 3*td|- 
nung ber $ibbenä5ec Büt- 
ten mit i^ren djatafterifti' 
Sä)tn SJQc^ern (f. SIbb, 78) 
ift btr Sturm in ben 
SÖDlfen beullicft erfennbar. 
Sine @tubicn jejd)nung Don 
Mtfona ift leiber, ba fie 
über gmei Seiten beä SBüd[i- 
leinS reicht, nidtt gut mie^ 
bergugeben. 2;er fjelfen 
iji öuf bem Stranbbilbe 
(«66. 79) an fe^en, Käii- 
renb bie großen Stilen 
(916b. 80), bie ißreller mit Sßerönberungen metjcmülö, u. a. für ben Sreifietrn Julius 
Don eic^el in ffiifenacö, gemalt ^nt, ii)re SJorbilber TOo^t auf bem SBilm [)oben. ®in 
Sonnenuntergang an ber Süfte, icie i^n 91b6ilbung 81 geigt, ift im Sefitj ber 5ümilie 
beä Sunft^änbleiä 93Dernei in fieipgig. (£nbli(6 mag fic6 ^ier noc^ ein ißilbdien mit 
bemolbetem Ufer (366. 82) anreif)en , beffen ä«otit bei Wflbtd ju fut^en ift. aSenn 
man jeneö Stiigenbucfe burc^blöttert , bnö hod) nur einen leil btt SJulbeute feiner 
91ügenfat)rt umfaßt, bann begreift man no^l bie Stugerung in einem ißiief an bie 
@attin: „^^ roeibe in 3i'f>"tf' meine Stubien n)o[)I nur ^ier madjen, benn reifer 
I)abe i(6 nie ein Sanb flefe[)en, felbft Italien ni^t, o&gteirfi in ganj nnberer SBeife." 
3;o(^ babei blieb e§ nic^t; er foHte ttod) Diel meljr Doii ben fo mannigfaltigen 
©(^ön^eiten unfeieg Snterlanbeä lennen ternen. ^m 3uU 1849 unternahm er — Diel' 
teilet Deranlagt burtö grau ©tordi, beten SHuttet et bei biefer ©elegen^cit 6efu(|te — 




n ficmlcm. (jn ' 



85 

eine Steife nai^ beut Stiefengebirge unb bei @iaffi^aft @Ta^, in ^Begleitung ^ummelft 
mit feiner jungen t^iau. ^iei leinte ei ben beutfi^en Slabeltoalb in feinec ern|ten 
@cö6e fennen unb be(nm „einen gewnliigen Siefpelt". @o ttogig Inonige Pannen 
unb 5i(^itii gab ed boc^ in St)fiiingen nii^t. "SHai @ebiige unb befonbeiiä bie 7oIei 
mit lf|ien ftattUc^en SSafferfäden eiinnerten it)n oft an ^tonregen. älnftiengungen 
unb <^tbel|iungen gab ed bei bem bamaltgen ^ufianb bei äSege unb bei 9}erfif{egung 
IVD^I genug, aber bie 
Heine ^au ^untntel 
fanb [id^ in alles 
unb erhielt fi^ ifiie 
flute Saune. „33ie 
^ampelbaube," fo 
ftftieibf greller fei- 
net Sröu, „liegt in 
bet 9iöt|e bei Sieic^e, 
eine flute ©tunbe 
übei bei notroefli' 
ft^en ftiitfte, bie mit 
gemalt ^oben, auf 
einem nadten Sfeld' 
tütfen. Sie wirb 
»on aQen befuc^t, 
bie baä @ebixge Don 
biefer Seite etiiei« 
gen. 91dc^ am le^' 
ten Sage fnnnte (ein 
älpfel jut Sibe, fo 
DoQ toat ti, benn 
brausen mar cö fo 
neblig unb regnete, 
ba§ jebeimann nur 
Obbdt^ fut^te. Sine 
große aWenge SRen- 
fc^en ging ben an- 
bem %aQ obet au(i) 
fcbon om ?lbenb ju= 
lüÄ, otine etwas 9In- 
berea gefe^en jn tio- 
ben alä fünf Schritt 
SRebel Bor [vk- ®e- 
fcblafen tolrb auf 
bem ^euboben ouf 
©treu, nur ac^tfleine 
Letten finb ba, bte 
mir als fte[)enbe 

Sofie jum Seil innefiatten, biefe aber fo bic^t betfammen, bafi immer einer fii^ erft 
niebeilegen mußte, e^c bet anbete baS ^ömmeic^en betreten fonnte. Stoti Iianbfltoße 
£ä(^ei tiertreten bie Stelle bei ^enflei. 2)ie ^oft tft einfach : Sier unb SRilcb obei 
9MiI<J(| unb ßier. SJIeifc^ gibt eS nic^t, Suppen ätoelertel : Sier= unb Sffielnf uppc. So 
lebt man oergnügt unb geftärfl in bei I)eirli(^en Suft. SRot^ ben Dotierten lag be= 
jlieflen mit bie Soppe, bei feljc gttnftigem aSetter, b. f). für ben ÜRalei — onbete 
mürben Biel boran ouSgefegf ^oben." 

3nt nöc^flcn ^a^r ging et bann mü) Sirol, inä eigentlii^e ^oddgebitge. 3)lefe3 
unb bie 9Ioibfee bilbeten in ben folflenben ^aliien feine Steifejtele. ,3$ muß @)DtteS 





§QUc^ im ©türmt Wieb« füllen," fc^reibl er nn bie ©otff, „unb barin mati SeBen 
für bSe übrißt geit ^olen." Unb luieber an ^ätlel: „Site @ee nitrH auf mli^ ntit ein 
ungeheurer Magnet auf ein Dein Stüif Sifen." Xagrolf^tn loiften if|n aui$ bit ut^- 
olten ffiit^en bei 9Ieuenburg Weftllf^ Born 3abebiifen, Kio er in 3eüer bie gltern feine« 
^flegefo^nd ^ernten befui^t ^otte; feinet bei $afe>Sruc^ im Snünfterlanb unb ber 
^abi^tämalb bei Saffel. 

3c^ gebe ^ier junöt^ft einige 9ia(^6ilbungen Don @tubten : ätbbilbungen 83 Mi 85 
aus lirol, 86 auä bem ^afe^Sru^, 87 bei Neuenbürg, 88 biö 90 bei ORenbe. ^ie 
überaus flotte unb fiebert ^tnfelfii^ning fommt aSeibing^ in bei Seifleineiung nii^t 
ddQ jur Geltung, „^mprefrionimud" loai bamais noi$ nic^t erfunben; fonft mürben 
befonberS Sir. 83 unö 89 btefe SBejeicönung erl)allen %nben. ®urlitt ^at bie Ölftubie 
5Rr. 90 fc^roeilit^ ßtlt^en, [k ^ongt oerboigen bei IßreaerS Sßitroe ; aber pf gib* un* 
ein bcfonbeiä tieffenbeö Seifpiel ffli baä, vtai er (Xeutfc^e Sunfl beä neunzehnten 
Salir^unbertd, @. 187) über beffen ©eebilber fagt: „fSi ifi eine überauä beachten«* 
merte Sr|(^einung, ba^ greller bie beivegte ®ee gu malen cerrtanb. 3)agu gekürt ein 
lafc^ei, facblic^ flaiet 99(id unb eine teijinifc^ geübte $anb. 3)enn bie @ee I)ält ntd|t 
ftlll; fie tDid au# bem im Stugenblid erfaßten l^inbrud mittel« bed ®ebä(f|tniffeS im 
9ilbe miebertiergeftellt tperben — mittele eine# ©ebät^tnlffeä , bem fic^ aQe ^ugen<= 
bliÄe etroaö tetfinberte, bocd öermanbte SBilbet Berwirrenb aufbrängen. ®ie ift awS) 
bo8 @tement, baä Slbflraftion am memgften oertidgt, bem Serfut^ ber ^bealifietung 
ben ganjen ®if(5t it)re« $ol)neö inä ®efic^t ftbleubert." 

(Sä ifl nic^t gang leicht, aui ber ^üQe Don (Semälben unb Sci^uuno^n, bie in 
jenen Satiren entftanben finb, eine ^u^ma^l ju treffen, bie von bem reidien Scbaffen 
beö Stünftlerd eine Sorftetlung ju liefern geeignet i^. ^c^ gebe gunäc^ft (in ben 
Slbbilbungen 91 bis 93) btei ^Dibgebirgdlanbfc^aften wieber. ^le erften, beibe mit 
©eiern belebt, finb bot^ in Sbaraftei unb Stimmung roefentlicfe oerft^ieben. lieber bad 
^Dc^gebirgälal (93) iiai ficJi prellet felbet in einem ber foeben Deröffentlic^ten ©tiefe 
an Fräulein <Soeft (S. 3) audgeft^roc^eit, unb gtoar t)erglei{^e er ei mit bem nac^^ei 
ju eiroäbnenben Seeftuimbtlbe, „ße^tereS ift entfcfiieben letbenfijaftlitö unb geroaltlg, 
\>ai tiroler mtijz a^nungSDolI, ja geEietmnilDoQ. ^ie ft^raeten Slebelmaffen loffen 




ScpiafhiSit, 1854. (3u S*ilt M.) 



melit eiroarten aU feE)en. ^te ^ä^flen ^6i)tn finb »fi|i$leiert, unb nui Wenige Xurc^= 
blide tertalen, luie ti oteHeii^t bort oben ftin bütfte. 3ft eö in unferem Seben 
anbetä? 2)aä Xal, Don @(^Iu(^ten unb anbeten fletnen %älttn burc6|(^niti«n, bui(^= 
biouft ber fc^neüe SJote Don oben, baö (MIetfdienDafiei. @r bringt und ntc^tä me^i, 
Ol« bft| bal Oben Dot^anben ; eilt metter, reifet nicber, ift anbeten bel)ilfltc^ unb ftetßt 
enbli(^ Wiebei ju feinen ^Ö^tn ati IKebet em;)ot. Sin itotiM @ilb unfeieä SebenS! 
Slie unterfte iHcgton nur, ju ber bie alten Xannen gel)öten, liegt und dar gegenüber. 
<Stt fi^auen mit t^ren ergrauten $äuf>tern ben $ü!)en entgegen." 

8lu(^ atbbllbung 94 jeigt unS Wieber einen (Sefiirgöboc^, ber buri!^ ein Salbtal 
laufest, älbec ijitx befinben Wir und gmift^en ben Slullöufern eineiä ^Rittelgebitge«. 
Sin et^t beutfdier taufc^tger Suc^enmalb ; burc^ bie Sichtung im aRittelgrunbe flutet 
leHei: ©onnenfc^etn , unb In bem SJafferbetfen Dorn fpiegeln fic^ bie 3el«blö{fe, bie 
mot|I ftfeon feit grauer SJorjeit l)ier liegen. 

^ai nä(|fte SBilb (Stbb. 95) trägt gleidifaU« ba« Gepräge fetertie^er Slu^e: 
©onnenaufgang bei ^elgolanb, bie t^erne in leue^tenben ^uft gefüllt ; leife plätfddem 
bie aSeEen, jlcei Sifcfeer finb in Setroc&tung beS ©^aufplelS Betfunfen, ba« jeben 
SDIotgen neu ift. Sie beiben folgenben (?Ilib. 96 unb 97} jeigen bie See in tf)tet 
furi^tbaren Silb()eit. (£rftereä - — ba^^ nämliche, Don bem ^. Don @eiblit^ bie ^o^le= 
jetc^nung in fein Sammelnierf „8tiii)tiunQta beutft^er Sünftlei. Son ^aißend bid 
SRenjer aufgenommen t|at — ift bemetfenönjert burt^ feine ©efi^tc^te. 3rau 
Dr. Seeburg, burt^ beten SÜermäditniä ti fpäter an baä Seipjiget SRufeum gefontmen 
ift, ^atte Ei* f(bon 1863 butcb ben genteinfamen gceunb Dr. gärtet bei SPreder befteHt. 
(Sä fodte baä @egenftücf jU einet Sdiirmerfc^en Sanbfc^aft in ^ocfiformat bilben. 
,3cö male See fo gern," ertjiberfe Spretler. „Stbet wie ifi baä in aUet Sffiell 
möglich in etl)Öl)tem ^Dimat, roo bo<^ bie ^orijontlinie Don giüfeter 99ebeutung ift? 
Unnüg Wäre ei inbeffen fic^ 1S53 ben Sopf ju jerbredien, ba man i^n 1854 
noi^ nStig ^at. 3d| möd^ite übet(|au)}t baö Sßilb fe^en, bamit fit^ betbe nic^t gat 
iu Dermunbert anfc^auen." @r War bamaU mit Stufträgen fo überhäuft, bag an 
Sludfüliiung fo balb nt(bt ju benfen not. Xrei ^a^re ffiäter mürbe baä 39ilb 
gemalt — in ber lat ein ©eebilb in ^oc^fotmat. Die ^orijontlinie ber See 



Derfi^npinbet faft unter bein bunfeln ®möU, aln ber Sinbiud ber ^tmt, aul 
bei bie SSogen batitTrodcn , toizb babuidi et)er ütrj'tärft. ^m t8t(be fetter roizJt 
ntUn bet bunOen SBoHenfc^idit, bie [i^ Don UnU nadi rei^l« ^tnaufsiefit , ein ©tötf 
illauer ^itnmel, bad ^eUece ®ett)i)(I obtn unb unten buci^Iiiedienb , (tc^t&ar, nai bie 
$(|oto9rapf)ie leiber nt(|t erfennen Iä|t ; auc^ bie ffatlernben WörotR finb in ber ^tx- 
ffeinetiing taum ju fe^en. 

^ie Sranbung an ber norroegift^en ^{le (tlbb. 97) ift nadi einer ©epiajeic^nunQ 
roiebergegeEien. Sin Ölbilb na^ bemfelben SKotib, aber mit einer firmeren Öteniitter< 
tVDlfe in ber SRttte unb einem äSratf rtüiii Don ben Seifen, befinbet fi($ im Seipgtger 
SHufeum, aui bem Sermäc^tutö be« $errn aKorlp SDIa^et. Stuf biefeS fflilb roolil besiegt 
fitfi bie tußetunß in *preßei« »rief an Fräulein ©oefi (©. If.): „Sil« ©egenfiüd be« 
Ittolet Silbe« (Cßl. Slbb. 9.1) tomfonierc ic^ jejt einen ©eefturm mit grofeen Klippen, 
an benen baö mäi^tige Clement ftc^ erprobt. ^<i) benfe babei meiner je^tgen <Stimmung 
ben Qüitl fct)ie&en ju loffen unb fjoffe , fo fod ti Srifc^e unb fielen ert)alten. Sie* 
ajienfct)en SBett ge^t babei unter; am Seifen liegen bie iriimmei eineö ©i^iffeä, über 
tuelc^e bie @ee ^inßäubt. Xüfterer ©c^merj mu| ben ganjen @ebanfen burc^gie^en 
niie bie groge üßlutaber einen ntenfd|U<$en ^brper. SnQiuen umfreifen bie fi^recflic^e 
@cene nie böfe Dämonen unb treifi^en ttai @)rablieb in bie ^eulenben Slftorbe bti 
©lurmeö." 

Unb nun not^ ein lierjerfreuenbeö S8ilb^en (Abb. 98) : ein oUer Sotfe fi^t, fein 
Snfelfinb auf bem @(^og, Dor feiner $ütte am €ltanb, an bem unten ba# Soot liegt; 
mit einem gfi^nc^en in ber $anb begrübt baS ^nb bie fiernnfliegenbe Wbmt. ^ie 
gebiöunte |iaut beä ätlten unb bie rote ^aite neben bem meigen ^embc^en, ber grüne 
Vogelbauer unter bem über[|ängenben ©troljbac^ , oßeö ftimmt frö^Iic^ äufommen mit 
bem blauen Fimmel unb ber ©ee, Pon ber man eine frif(^e fflrife herüberwehen fül)It. 

®a8 ift ber Künftler, beffen äßefen Sinft gärfter in feiner ©efc^ic^te ber beutfc^en 
ftunp (ßetpjig 1860) alfo ft^ilbert: „Sine energife^e 9Iolur, poH Sreue unb 3Saf}tVi'. 
Don ftarem Süd unb fefter $anb, Dertraut mit ber ©c^üpfung biä ju blättern unb 




SBuTjeln, ju ^eße 
unb ©ttin , einge- 
btungen in ben @etft 
ber giogen Steiftet 
fein« ffunft, oon 
einet feltenen fitoft 
bei (Sigcntümlit^fett 
unb Sülle bet ^^an- 
tQpe, bttngtermol)!- 
i)aft et^ebenbe unb 
^etjfiörfenbe SJetfe 
Ijettor. 9lm ^ei- 
mi)(^ften ift er auf 
beutfc^ei Srbe, im 
Xannenivalb , am 
noibif^en aKeeteS^ 
flranb, im SHpen- 
t)Oc^tal; ©lutm unb 
äSoUen etquideni^n 
me^t al« Sonnen- 
untetgänge, unb fo 
toentg als eine n)eid|> 
li(^e, füfetic^e ©litn- 
mung batf man bei 
i^tn eine Oerilafene 
iBe^anblung etWar- 
ten. Sllleäiftftäftia, 
netoifl, urgefunb." 

Xie 6el|nfu^t «bt. si. i 

md) Sialien unb Cmt» ip 

md) bet ©elf $o- »6""9"P«' 'o. n« 

metS ^atte boc| un- 

tet ber Slft^e fottgeglommen. Sßcelleti ®attln, bie in ber Db^ffee jo gut ju $üufe woc 
mie et feitet, (legle fc^on löngft ben SEBunfi^, Bon ben SBilbern im 9lDmifd(ien ^aai in 
Seifijig, hai fie mit i^m kfni^t ^tle, Kopien füt i^t ^tbum gu ^ben. 3e{^t bot fic^ 
ein befonberet Slnlng jur SrfüEung biefed SBunfc^eä: ^reflet ecful)t, ba§ bet beijeitige 
Sefitjet beö ^aufefl baö Db^tfee^^immet alö fflüc^Etlogei: bcnude unb baß bie SBilbet in 
®efo^t feien jugtunbe )u ge^en. 91at^ SJetftänbigung mit biefem begab et fi(^ tm 
$etbft 1855 mit feinem ®ot)n ^tiebiic^ nuf ein pmt Socken nact) Seipgig, um bie 
^o)]ien )u fertigen. Sriebrti^ jei^nete fie, et felber füt)tte fie mit Sepia neiter 
aus. ®(^on bamalä Itug er ftc^ mit bem @ebanfen , bie Steige bet SSilber butc^ 
einige neue gu etgängen. 

2Bäl)renb eines Stufent^altö in Süfternbroof an bet Sielet SBuc^t, im ©ommer 
1856, teifte unter bem etmuntemben Einfluffe feinet ®attin biefer ®eban(e me^r unb 
mel|i. ^uf bei Steife bott^in ^atte ber ^elfter in ^onnooer tieim 9Irct|iDrat Kefiner, 
bem Sruber beS römifc^en Seftnei, bie nac^ beffen %D'bt baliin Deipfdinjte Sunftfamm^ 
lung beä Oerel)rlen ®ünner§ eingeijenb befid^tigt. „3c^ burt^Iebte," fcöteibt et an bie 
©oeff, »nochmals bie glürftic^e fc^öne ^tit in SRom. SJie meiften ber I)etrlic%en Sachen 
maten mir teure alte Setannte, unter benen id) mit bem Seligen siele fdiüne @tunben 
betlebte . . • 2)urc^ i^n »urbe mir Siom jur ^etmat." ©i^et ^nt biefe Erinnerung 
baju beigetragen, ben Obqifee=®ebQn(en ju beleben. 3m ÜioDember ft^on fann et 3rau 
@tor0 mitteilen, bog et, neben ber üuefütitung berfditebenet älterer äluftrSge, „fünf 
ffattone bet ^örtetjcticn Silber", b, ij. ber Umarbeitung ber früher im Sömilc^en |tauä 




:c Moöltltidjniirg. (8u ©rilc 8fl.) 




«uSflefüfitten Dbljf« 
(ee-Sont>fi^aften Doli' 
enbet^otie. ,3ttube 
am Slibeiten," fügt 
ci f)tnju, „ifabt ii) 
nie nte^r ge^atit aii 
jejt." 3n bet %ai 
toai ti, auc^ tiet ben 
fc^on früher bet)Oii' 
betten @tgenftänben, 
ttne großenteils neue, 
ungleich reifere Sir« 
beif. Um bie ^ai)- 
resnienbe wer biefe 
betnbet. 2)ie Sat- 
tone (ic^ folge bem 
aneijler im ©ebrauc^ 
btr beutft^en (Snbung 
bet ber SDie^rjQ^I), 
auf bräunlich getön^ 
tee $a;iiei mit So^le 
gegeic^net, finb 70 
ciu ifoäi, alfo et^eb« 
li{^ fletnet ali bic 
©emälbe im Stömi- 
fd&Hi $aufe. 9Iui^ 
iegt noi^ mar bad 
einjige Sieitenbilb 
bie 9Iaufi(öa ; bie 
fec^ä ^öl^enbilber 
Ratten tn bei WlOfi- 
laffl eine etwod 
ßrögere ©reite im 
iKet^ltniö jut §ö^e 

»■■^■(■^^^^^^^■■^^■■■^^^ auf «itten ber 

2fröu©töt(6, bie ha- 
mal» Biel in ^teö- 
ben bei it|tet franfeit 
aHutter lueilte, ^atte fid| ^ßrefier ent((^loffen, im 3rÜt)io^x 1857 biefe Strbeit unb einige 
Kartone mit noTbifc^eit £anb)(^öfttn in jireäben au^jufteUen. Ülocti Dörfer f(^i(fte er, 
ber ^ufforberung bd 9(T(^äoIogen ®ÖttIing folgenb, ben <It|{Iuä noc^ ^ena, loo er bie 
©etpunberung eineä gtmä^lten, aber met)r n>iffenfi$aftli^ ald tünftleiifc^ gebtibeten 
Steifes fonb. 3n ^wäben erregte bie ffluSfteHung nic^t geringem Slufft^en. 3)ie 
^aki @(^nocr, ^übner, Senbemonn, Sticktet, bie Silbt)auer 91tetfc|el unb ^ät)net, fo 
mannigfadi fie fonfl in ifiren Urteilen unb in itiren Slic^tungen auSeinanbergingen, 
niaren boc^ einig in ber Slnerfennung, ba^ biefcm (X^fluä eine ^ot)e iSebeutung in bei 
f|iftodf(^en Sönbfdioft gufomme. Sefonberä erfreute ben SHeifter, bet felber nai^ 3)re5ben 
gefornmen mar, baä anbauetnbe Suftrömen bet jüngeren Siinftter. 3n einet ©e- 
fprec^ung im Slreäbnet Sournal (Dom 4. äptit} ift bai „innige 3i'f"n"f*n3ff)E" DD" 
9iatur^ iinb SDienfc^enleben" ^etöDiget)oben ; barin liege „boiS grofiatlig SJicfiterif^e ber 
©eforntroitfung", „SRirgenbö," Reifet eö bann weitet, „ttruai Scereä unb ffonDenttD^ 
neHeS, fonbetn aQeS auä ber lebenbigften ^Inturroitflii^feit ^eiauägefc^aut unb burc^" 
gebilbet; unb hoä) ifl bnä ©anje Don fo loatir^aft flaffifcöer ^beolität, bag bie grofee 



n $»4o' 



. Stiita- unb luUjEiAnung. 



91 

Sotmenroell bei fiibllc^tn 9!aturlebenä mit bie einfalle ^olieit ber alten ©AgenQe^alten 
ju (6enfD anfiSnuIit^et wie gtofearfig btcfeterifctiet Slorfiellmig gcfominen finb. Iier 
innig milbe unb bo(| fo tjeroifrfie ®etft ber Dbtjff« liegt über biefen Sitbetn." 

aajeit melir aU on ber SJuäfteHung in Dreäben, roo ^ßretlei boc^ fc^on Dörfer 
@teltung eclnngt ^atte, V>a.x ber greunbin im ©runbe baron gelegen, ha% feine Serfe 
in SBerlin eingeführt loittben. Utlein f« Innnte nur ju gut beä aJietfterS fixier un- 
überroinblidie Stöneigung gegen bie ©tobl, in ber ein Snutfiacti becflöttett, ein SorneliuS 
jurüdgefetft rourbe. Sin on fi[(i betiüblii^er Uraftanb führte fie bennoc^ jum ^iele. 
greller ertronfte nn einem lieftigen SlnfaK oon ©aUenfteinfoIif , wie er beren f(^on 
Borger einige in aSeimar ertebt tiotte. S^et alte greunb Dr. Snruä, ber juerft böö 
Übel rii^lig ertannte, Derorbnete itim eine ffur in fiartäbob, ^lau ©tox^ ober, beren 
@aftfreunb(i^Qft er gegen feine ®eiijof|nI)cit angenommen ^atte, mnr iniraif^en mit iljrer 
©ctiroeftex unermiiblit^ in "bet Ißflege beö Stranfen. HI« bie ©c^merjen noc^gelaffen 
Ratten, brang er in fie, ti)m einen ffiunfc^ auSjuiprei^en, er muffe ber treuen ^ßflegetin 
etmaö fo rec^t Siebeö ermeifen. ,®inen gtoßen Sunft|,' fagte fie, ,^Ötte iiÜ) fc^on,' — 
,a)en Icd erfüllen fann?' — ,®mi% tonnen ©ie i^n erfüllen. 3)te ^onb barauf, bog 
©ie iBoDen?' — Spxettei fc^Iug ein. 9f«n rüdte fie mit bem SBerlongen ^erau«, er 
muffe in SBerlin nueftetlen. ,^erfl— ,' fu^t e« i[)m f|erau8, ,bn tfait id) mic| fc^Ün 
gefangen !' 

SRit tDunberbarem @ef(^i(f brachte bie flrreunbin bereit« Snbe SIprit bie 9Iu«< 
fieHung in ©oc^fe« ffunflfalon an ber ^ägerftraße jwRanbe. ©ie umfafete aufeer ben 
in Iireaben auägefienten ©adien nod) eine gtöSere änja^I oon Snuaiellen unb ©epia- 
jeit^nungen. greller mar injwifc^en nadi Weimar gucüctgefe^rt unb bcn bn in ber 
jnieiten 2Bod|e be« SRoi mit feiner JJrau nac^ ßartöbab gereift, loo i^n bie Sreujönnb- 
fenbungen unb SSiiefe au3 SSerlin in ber ®oIbnen iHcfe trafen. Siei briefliche SBerfei)r 




92 

l)iH unb I|£t iDor Itb^a^ttz unb tiefer, afä iljn fonfl ftatiflbaber fturgöfte ju führen 
pPegen, aber er loat roenigflfnö erfccult(^eit 3nl)altö. ^it SluöfteKung würbe oufeer' 
orbentlldi ftail bcfuc^t, unb bie Urteile lauteten übtr aUeö Smarlen anerfennenb. @ä 
mar ^ein SieigniS". @(6on in feinem elften $iief auä Sarlöbab fc^reibt ^teUet: 
,9Itteö, »aö öon ©erlin ütier mic^ gefummen, ocrbient, ba6 ic^ mi(^ Sfl""i 3" Süfien 
lege unb in jettnirftfitet ©elfe SIBMtfe tue. Unb baö tue idi otfo in biefem ?tugen= 
tiltde. !9eiin <£r^etien auä biefer Sage eclautten @ie mir nio^I eine ^tant. $atie idi 
benn jemals an bei Kunflbtlbung einjetner Seiliner ge^meifelt? SIein! ^(^ ^abt nur 
feinen Sinken für bo8 ^ublifuui unb für mii^ barin fe^en lönnen, baß icfi mitö über 
bad ©emö^nlic^e erfjebe unb ttmai (ringe, boä bie SRaffe nid|t Derftt^t unb aoä) 
weniger fi(^ bemühen wirb Derftefien ju leinen, ^c^ ^abe ntd)t bie entferntere ^bee 




€eltt 86 u. 81.) 



gehabt, ba| fidi bie tüt^tlgflen Seute bamit abgeben Iveiben, bie @ac^en in ein Sii^t 
gu fteden, in beffen SSärnie bie Keinen Scüdite boc^ om ISnbe ju einet geniiffen JHetfe 
gelangen fönnen. ®e^e eä mie eä nione, id^ mug midi freuen — unb baS tue id) 

in SSJa^ifieit — , bafe idfi auä) bort Serftonbnll gefunben." 

^ie erfte aulfül)rlic|eie 9ef;)tec^ung bradite, wenige Xage noc^ ber (Eröffnung, 
bie 9}o||if(^e 3'itung (Dom 2. SRat, 1. $eil.); unlerjeii^net ift fie „v.ä.", bie geiftige 
Uitiebeiin aber ^aben wir in 3rQu ©tordi ju fudien. I)ie SBefptec^ung greift auf 
Sob" 3[o|man jutüd. „2)er genannte englift^e ffiünftler," fagt fie, „gab in feinen 
Obqffee=©i(bern eine tHci£|e plaftifc^er ©eftolten, locl^e jene ^omcnfcbe 5ISeU, ben ((eiteren 
Seife^i ber ®ötter unb ber üßenft^en unb qH bie tü^tenben 3üfle eblet, finbli(^ei 
äBenf^Iit^feit fo einfncfi, wie ein ^eHenifc^er SJIaler feltft fie gebatbt ^ötfe, an un# 
Dorubeifü^Ten. ^ir bagegen bliden in ba« Slltertum uiit ^iftortft^en Singen ; in 
un|re SJoifteDung Born flaffifcben 9(Itertnm ift ber ®ebanfe elngebrungen, bafe ja feine 



93 

totalen @eftaltun(|en in Stbtn, &un^ unb $oefie ebenfaQe einen natütlic^en Soben 
Ratten, unb eine junge geogiapiitfc^e 3Bi(fen[<^aft geigt uns bie eigentümlichen gotmen 
biefeä Sobenä auf unb le^rt feinen 3uf^°ii"^ii^^>i9 i"i' bem ®eifte bed ^olti unb 
feinet ©efc^ti^le. Stuf bem fünfilerif^en ©elitete nei)men bie ^reHetftfien Db^ffee-Silbet 
biefen ©tanbijunft ein; fie betonen neben ben |)anblungen her (Söltcr unb bet 3llenfi$en, 
beren iau&et[)afte ©i^ön^eit i^nen beö^olß tiit^t oerbotgen 6lti6t, bie munbertiolle 
9}otui, in meieret jene8 göttlii^^tnenfi^lit^e Seben fi(^ entfaltet, ja (ie betonen Bot' 
^eirf(^enb tai Sanbfc^afttidie; abei feineänpcgä mit bem ^nfpruc^, in il|m bie 
^^^fiognomie icgenbeiner beftimmten roiTllic^en ®egenb fo raieberjugeben, rote fie etma 
bem Setfenben, Weither burt^ ben engen *ßfab jmifdien ©c^tlii unb Gfiar^bbiö ober 
QU ^ttiafad ®eftaben jef^t Dorübeif ä^rt , etfd^einen mag , fonbern in jenem ^ö^eren 




Itrmlfiii, vuSi iei £t|)iii)ti(^niiRg. (3» Sc'tC 67.) 



Sinne beS lonbfcftofttiijen SbealiSmuä, bem fi(^ Sßatur unb ajienf{i&«nbflfein jum äug- 
btud einer einjigen 3bee äufammenfc^Iiefeen unb ber fifö ba bie i)üi^fien 3'*!' V}ti%, 
tvo am beiben gemeinfam fii^ ein @anjeä Don eroig menfc^Iic^er @iÖge unb M' 
gemeingültigleit geftaltet. <£in folt^eä aber finb unä bie (Stfänge fiomeid unb roerben 
eä fein, folonge aSenfc^en^erjen fc^Iogen. Unb inöbcfönbert ift bie Obqffee bet OueH 
für biefe auä 3!atut unb ®efc6tt^te ft^öpfenbe fiunft. 5;a« mardienÖQfte ^leübunfel, 
ba# übet bie reiche gotge lanbfdfaftlttfeet Silber, nn benen bie 3ttfal)tlen beä ObgffeuS 
Oorübetfü^ren, Ijingegcffcn ifl, fann bem Stünftlet nur roiatommen fein, benn e« mufe 
bie 5ß^anfafie ^etouäfotbetn, mi! ben ibealen ©eftalfen, roelcfie bet epifc^e ^JicfiteT unb 
bie bifbenbe Sunft in unüberttefftic^ plafttft^er Sßotlenbung batblelen, eine gleit^ be< 
beutfame, gleicfi tbeale 9tntur ju einem (^anjen I)armonifi$ ju Derbinben, ^n biefem 
Sinne ijat 5ßtellet in bet Jnt feine Aufgabe etfafit." 

am 5. SHüi brockten bie „Sßerlinifdien Stodirit^ten Don ©taat§= unb geleierten 



94 

Sachen" (2. Steil.) einen Sluffaty oon Sil^elm Sübfe , bei fii$ furj batauf nodi aui' 
fü^ili(^et int tieutfi^en ßunftblatt (©. 171 ff.) augettt. Xie 9IationaI)eituiiQ entl)ielt 
in i^r« SRr. 215 Dom 10. 9Hat eine »efprec^una Don Stlii« Ulridi. 2)iefet ^ebt 
befonbeiä bie norbifc^en Sanbft^aflen tietOot. „Siiefe SSerfe," faflt et, „flel)öteii ju bem 
fflebeutenbften , vmi und itmcili Doigetommen. 3" ^^^ otanbiDfen Stl|abenl)ett bei 
Slorbenä, in bei iAut)en ^aft feinet @ifi$einungen et()el)t fic^ bei geniale Sünftlei auf 
ben ®ipfel feiner f(^ö})fertfi5en aRaf^t." Den weiter oben (©. 88) erwähnten ©c^iff= 
biu(^ an ber noiniedifi^en ^fte nennt et einen „^teiftanQ auS SKeet, ^tü unb 
3BettetQtauen , auä biefen biei Elementen in tt|iei leinften Unutittelttorfeit ; einen 
SBItoib fo liarf, baß et unö wie bet gemattifle atem bei Diotut felbei anniest", «ut^ 

benDb^iTee-Silbein, meint 
ei, mifdie {iifi m«nd)mal 
ein leifei Sloiblanbäton 
ein — eine SBemcttung, 
bie IßteOei unumluunben 
ali tic^ÜQ jugibt. 3m 
übrigen ertennt i^m Ulxid) 
QUt^ in biefen „eine ^o^e 
SKeifteifc^aft" ju. „Sein 
©eftfimncf ift efienfo ge= 
bilbet, nie feine S(bft<^ten 
tvürbeuoQ unb ictn finb. 
aJiit tratet ffleftimmtlteit 
^ält et baS aSefentli^e 
bei @ifc^einun(| feft . . . 
Der ffitnfller bebient fit^ 
bet einfai^ftcn SDHtlet unb 
ge[)t bnbei bennodi beiatt 
auf bie anannigfaftigteit 
bet 9Iatutfotnten ein, bag 
fein Seil bei SemSIbeS 
leei obei bebeutungäloö 
erfc^eint. <£i liegt in ben 
9)iotioen buK^roeg eine 
ftifc^e Sebenbigfeit beä 
9IuäbiU(fe, unb t[|ie @te- 
(taltung Wie ©tuppierung 
folgt ben ®efegen eine« 
in oHen feinen Sonfequcn- 
jen freien unb f(^loung' 
^ften ©til«." ISimäi 
Sübfe« UiJeil füllte fic^ ^ßieHei tnfofein noc^ wofiltuenbet beiüf|tt, al8 et barin ein 
noi$ tieferem SerfiänbntS feiner (ünfilerifi^en Stgenatt unb feiner Slbfic^ten fanb. |iiei 
mögen nur einige @äge mü bei SBefprec^ung in bei genannten iSetlinet 3<itung ^ei- 
Ootgeljoben Ketben. „SBit finben wxi in eine ibeale SJelt Dcrfcßt, auf beten SBoben ein 
®ef(61etbt öon ^eroifi^en SJienfc^en ftet unb noiütlit^ mit ben oIt)mptfc^en ©Ottern oei= 
le^rt, Übetalt jungfräuliche Eibe, iibetaH unenblic^e güEe, Örifc^e unb Ätaft utfptüng- 
litten Xafeinö . . . TOit beui öorroiegenb plnftif^en E^atafter, ben mit nl« boö 3ffie, 
SHännlidie begelc^nen möchten, berfiinbet fii^ eine Jfnnigleit bet ©emütsfttmmung, meiere 
mie mit bem feetenDoClen Si^u^^^ meiblic^ei Smpfinbung gu uni fpric^t, fo ba| man 
Bon ben ^teHerfc^en Obqffee-SSiftietn baäfetbe fagen fann, maä alä eigenfleä 9Sefen bei 
@oet^e3 Spliigenie ju öegeic^nen ift: bnß bie Mntite mit bet ganjcn Snnetlic^fell beö 
germaniidien ©eifteö erfaßt ift." 

»Sennen Sie Sübfe," fditieb ^ßteHer barauf bet ffreunbin, „fo fagen ©te i^m, 




SfiPlifl- (8u Seite 





f ^'iS^r^^l 


1 


^^Eft^l^^l 


i 






?ta(6 tintr ^liatBoraptli 



bag i(^ n)at)i{|aft it^iäii bin, tn i!|in einen Sltenfi^en tne^r ju wiffen, ber mit ec^t 
fünfiltTifi^ent Sinn unb ißerftänbmd mic^ «uf meinem ^ege begleitet. ^^ 6in lange 
genug aaetn gemonbelt; fold)en Segletter ju Iia&eii, i[t I)oI)eT Senug. äJItt i^m möchte 
ic^ nio^l einmal eine ©tubienietie mattien. SBJir würben einanber oiel mitjuteilen 
ttotten." ^n bei %at enttoidelte \\äi jroif^en beiben ein regei unb frui^ttiatet S(ue< 
tauf<^. 

^on tBerlln gingen bie auSgefteQten Steife weiter noc^ ^uffelborf, rco ber ^unft< 
oetein fcfeon nac^ ben elften SBefpredfeungen barum gebeten ^ntte. 3lu{^ ^ier mutbe 
bie SluöfteHutig als ein ©reigniä empfunben , man Itug fic^ fogar mit bei Hoffnung 
auf eine SBeiufung beä SReifierä. güi (eine Sluffaffung ift be^eic^nenb, Kai er an bie 
©oeft l^reibt: „S)a| bei ^immel mic^ mit lolent bejdienrte, ^aie Id) fi^on läuflft 
geloufit unb, niie Sie loifjen, btiä ©efc^enf banfbar angenommen, niemals ober bie 
Steigung gefüllt, bnmit Bor bie Cffentticbteit ju treten , . . SKan (priest unb fd^teibt 
meinen 9tamen me^i, al# mir gefäEt. S)a ei aber nun fo ift, roünfc^e ic^ nur, ba§ 
anbere boburt^ ermutigt nierben unb ti ncdi beffet macöeu." 

iffiie fi(f| nnn bie 9tett|e bei Obqffee^Silber aümä^lic^ etttieiteit, bad ju oetfolgen 
ift ebenfo reiättotl roie le^neic^. 2;a§ wir e« fönnen , cerbanfen mir ber 91etgung 
$ret(eie , fi{^ gegen SBertraute , bei benen ec Setftänbniö bafiir gu finben fielet mor, 
offen , icb m5ct|te faft fagen be^nglicb über feine ^bfit^ten auSgufprec^en. iSoi ber 
©reebner 'ßulfletlung, unter bem Ü. Januar 1857, ^otte et an 5iaw ©torc§ geftörieben: 



97 

„Spgtei toiU id) bte ©fti^e ganj abcunben, inbem i(^ noi$ btei bagu lomponieie." 
3)ie bTei @egenftänbc, bte l^m ba Dorfc^loefiten , roa»n: 1) bet göttliche @c^u| bei . 
aitiene, 2) bie MeHunfl bu«^ ble ©öttin StufoÜtta, 3) bie löfung ber 9Hnber beä 
^cUdS. SIber fc^on Don ffiotllbab auä bertt^tet er an bie ®oeft (17. Suni): ,33ie 
legten Xage Iiabe tt^ gegen aüti SSeibot gejünbigt unb einiget gesei^net. 3)et ^omer 
lügt [nt(^ je(t nii^t me^i ru^cn, unb ti$ roor geniffeitnagen gejiuuitgen, einige neue 
tSebnnfen fejlju^alten. Z)te @ac^e be^nt [ic^ in meiner (Seele immer meiter unb um< 
fafyenber aai. tSc^on fe{)e i(^, bafi bet CE^fluä Ui ju Dierje^n unb fünfje^n ^eran^ 
ivÄc^fl. Sünf neue SRottDe liegen in fleinen ©fijgeii Dot mir. Um bem ©anjen eine 
[(^ttflitfte Einleitung ju geben, ^abe iti^ gebai^t, mit ber ©inii^iffung aßentorö unb beö 
Selemac^ ju beginnen . . . leinet l^abt ii) bie Seufot^ea unb bie XSlung ber SRinber 
loDtfioniert. Set^tered ifl, glaube idi, eine bei beften Sompofitionen ber ganjen Steifien- 
foljje unb foH in bem Soimat bei Dtaufifaa tueiben." ^ti einem Srief an giau 
@ioi(§ Bom 2. Dftobei finbet ft(^ ba8 Serjei(^niä ber gangen ^Reihenfolge Oon Biei- 
)ti)n 3)aifte[Iungen , tnie fte ber Sßeiftei bamaB beabtic^tigte (bie gefperit gebruiüen 
al« iBiettenbilbei gebac^t): 1. 3agb; 2. $Dlqp(|em; 3. Ob^ReuS funbfdiaftenb auf bet 
3nfel ber fiiife; 4. ^ermeä bem Ob^ffeuä bai HRolq leic^enb; 5. (Eingang 
jut Untetmelt; 6. Sirenen; 7. Sinber beö ©elioö; 8. Äaigpfo; 9. Seufol^ea; 
10. 9}aufifaa; 11. Sanbung auf3t^a!a; 12. Orfc^einung ber Slt^ene ; 13. 3;etemo4 
beim ISumaiol; 14. SOSieberf e^en beim SaStteä. S^t Sileiditerung bei ä&er< 
Tic^t fei baran eitnnert, ba^ bie 3lin. 2, 3, 8, 10, 11 unb 13 bie bereite auägefleOten 
ffiattone finb; id SRr. 4 ift an ble ©teile ber jlnetten Sompolition »teber eine neue, 
ein iBieitenbilb, getreten. 9}on ben neu E|ingugeFommenen ftnb 9h. 1 unb 12 fpöter 
roeggef allen. 

3n bem jule^t etniätinten 99iief eutroidelt IßreUei beieitd ben ®ebanfen , bie 
abenteuet bei Db^ffeuö buid^ eine jiiieite 3IeiI)e, bie ©c^Wfale bei ^enelDpe, be« 
3:elemac^ unb ber fielet entE)alienb, ju eigänjen. Xa3 Sanje roai ald @c|mu({ etne# 
^immeiS gebac^t; unter ben lanbfc^afttic^en iStlbern [oltte, nie er burdi eine fleine 
gebetjeic^nung eiläulerl, übet bem ©ocfel ein SBanb mit fflrobeöfen Einlaufen, in 
tpetdiem biefe (Srgänjung „in fleinen SUbetn bargefteüt tcerben fQnnte, unb jroai in 
etiurif^er Seife auf fc^tDarjem iSrunbe". 3)at|tn ift nun %eltma(^i Steife mit SRentot 
naturgemäß Deiroiefen. Sübfe ^atte ben ®ebanlen bei bcforaticien ünorbnung fofort 
eifltiffen unb bur<^ einen befreunbeten Slrc^iteften eine größere ©tijäe fertigen laffen. ©0 
banibar Riedel bie Xellna^me roflibigte, für bie eigenttli^ ble ©oc^e not^ ju menlg teif 




98 

fei, fo toax CT bod^ nid&t bamtt ctnocrftanbcn, bafe bic lanbfd^aftltci^cn Silber aU grieg 
gebac^t xoaxtn, 2)ie Untetfante, meinte er, bürfe nid^t ^ö^er liegen aU ia^ menfc^Iic^e 
Sluge ; bie Sinfaffung erinnere ju fe^r an eingerahmte Silber, tt)ä^renb boc^ bie SRaleret 
aU jur 3(rd^iteltur gehörig gefennjeici^net werben muffe. „2)ad ®anje mu^ j[ebenfaQd 
bic 8lrt Snmut l^abcn, bie feiner gried^ifd^en S^ragöbie mangelt." 

S)ie Sriefe üerbreiten fic^ aud& über bie eingelnen S)arftellungen, unb burd^ ia% 
^od^^erjige Sermöc^tnid gi^iebric^ ^reller^ b. ^. an bad ©ro^erjoglic^e SRufeum in 
SBeimar ift ber ffiunftfreunb inftanb gefefet, fid^ il^r aUmälflid^ei^ Steifen au^ bem erften 
Snttourf ju öergegenn^örtigen. (Su beachten ift babei, bafe bie auf ben ©üjjen unb 
©tubien erftc^tlid&en 3a^re^jal|Ien jum Seil nad^träglid^ beigefügt unb irrtümlid^ finb.) 
3d^ mufe mi^ I|ier auf wenige Seift)iele befd^ränfen. 

Setrac^ten tt?ir junäc^ft ben erften Entwurf ju ben Slinbern bei^ $eIio^ (8l6b. 99); 
aller SBal^rfc^einlic^feit nad) ift eS berfette, ber fo furwibrig, aud iperjen^brang, in 
Karl^bab entftanben war. Sie Sanbfd&aft mit bem ftoljen 3feIfentor unb bic 8rn= 
orbnung ber menfd^Iid^en ®eftalten, in^befonbere bie (Sruppe mit bem Stier, feigen wir 
faft fc^on fertig öor un^; nur bie beiben (Senoffen, auf bie ber $elb junod^ft pfet, 
feljlen. S)ie Oeftalt be^ Db^ffeui^ felber jeigt ^ier nod^ bag erfte ©ntfefeen über ben 
furd^tbaren greöel, wo^renb bie folgenben ©fijjen, üon benen ic^ nur bie in Slb* 
bilbung 100 erftd^tlic^e ^ier wiebergebe, ben Übergang ju ber ^p&itt (f. u. W)b\ 122) 
gewählten bro^enben ober wo^l rid^tiger warnenben ®ebörbe öeranfd&aulic^en. 

Sßunberbar ift bie Sntfte^ung ber Seufotl^ea, bie bod^ fo ganj ben @inbrud mac^t, 
aU fei fie fertig aug bem S^aupit be« SKeifter« entfprungen (f. u. 8lbb. 123). SJer- 
gegenwärtigen wir unö bie ©teile be^ ®ebid^t^: 

Unb wie ein SBafferl^ul^n im fjlug' au^ bem Strubel \x6^ fd^wingcnb, 
©eßtc ftc ftc^ auf beg gioffcg ®cbälf unb rebcte alfo: 
Slrmcrl ufw. 

IßreUer ^ält ftd^ junöc^ft genau an ben Sejt: in ber ©üjje 2fbb. 101 fe^en wir bie 
®öttin auf bem ®tbäif ft^enb. SlUein il^r übermenfd^Iic^e^ SBefen mod^te i^m fo ni^t 
genügenb in bie ffirfd^einung treten, unb er wöl^It ben öorl^crge^enben ?[irgenbttd, in 
bem fie ba^ Sal^rjeug befleigt (9lbb. 102). STud^ bag genügt i^m nod^ nid^t; er ftettt 
fic^ freier ju bem ©ebid^t unb lägt fie öon ber SBoge au^ ju bem gelben reben 
{Slbb. 103), Stber erft in ber vierten ©Hjje (&bi. 104) fommt ba« (£mt)orfc^wtngen 
aug bem SBaffer jum 2tu«brudE. S)ie ©öttin l^at jefet in i^rer Haltung einige ^^n^ 
lid^feit mit ber ä^^^^^g glajmang gewonnen. Stber beweift fd^on bie öorftel^enbe 
tRei^enfoIge bie Unab^ängigfeit öon biefer, fo ift fie i^r aud^ an Sebenbigfeit ber 83e» 
toegung weit fiberlegen. Sluf bem 93ilb ift bie ©teHung ber beiben ®cftalten ju 
cinanber in ber 3Beife geänbert, bag SeufotJiea erlfö^t jur Sinfen auftaud^t, wäljrenb 
Cb^ffeu^ t)on red^t^ unten, an bad Soot geflammert, ju i^r auffd^aut ; bem entf^ric^t 
fd^on bie Stftftubie Ubi. 105. 

Sluc^ bei ben Sirenen ^at ftd^ ber Sünfller in feiner erften SHjje (Sbb. 106) 
fireng an ben S^eyt gehalten, ber nur üon jweien fprid^t. ^^ ift noc^ eine Slijje 
öor^anben, bie fie mit SSogelflauen ftatt ber güfee barftettt, wie ba« auc^ ©enetti 
getan ^ai, oI)ne bag bie Sid^tung einen Sfnl^alt bafür böte; ob biefe Sfijie fc^on 
bamal« ober \pättx in 9lom entftanben ift, wirb fid^ faum feftfteHen laffen. Sic^t* 
lid^ gel^ört ^ierljer bie Sfijae Slbb. 107 (beren oberer Seit obgefd^nitten ift) unb bie 
SHtftubie 2lbb. lOS. ©ier ^at 5ßreaer — wie üor i^m anbere Sünftler, aud^ fc^on 
im Altertum, e« jur befferen äbrunbung ber ®ruppe für richtig gel^alten l^aben — 
bie 3)reiäa]^l gewählt. 5Rod& wäf)renb ber Arbeit, bie in bem ffiarton Slbb. 109 
il^ren 8lbfd^Iu§ finben foHte, ^pxxd^t fid^ 5ßreller in einem 93riefe an grau Stord^ au^* 
fül^rlic^ über bie ftompofition au^. „3)ie Stimmung beg ®anjen ift Reiter ju nennen. 
8lm ^orijont bereitet fid^ ein 3Better üor, bie nod^ ju beftel^enben ®efa^ren anbeutenb, 
unb jie^t fic^ in bie Sd&lud^ten beS felfigen gegenüberliegenben Ufer^. 3d^ l^abe mir 
ben ei^arafter öon Slmalfi gebadet, bort liegen nämlic^ bie Sireneninfeln, Ifeutc unter 



09 

bem Flamen isole dei Galli befannt. S)ie fi^önen Säeiber ^aben alle mufifalifi^en 
Socfungcn Derbtauc^t . . . unb vetfut^en bai le^te, bte glitt^tigen burt^ SBtnFen unb 
buic^ i^ie ^nmut juiüdguiufen. Umfonß, bei: ©teuecmann f|ölt Dom Sanb ab, 
Db^neu« winbet [lä) nui^ elnmol, unb bie ®efa^r iR üßcrflanben. — ?)aä ©c^iff rottb 
butc^ baä ©fQel ganj tn Schotten gelegt unb gibt fo bem Standen ettvag Siitfteä im 
@tgenfab ju ben fonnlg beleuchteten ^eibein. 3)ie obere Su|t tf) ganj Reitet. 3c^ 
ben!e, in Sorbe mügte baä S8ilb ^öc^ß unmutig auSfefien." 

Semetlengwert ift anä), mit SßreHer in (einet ouf gegentö^lit^e Etgänjung fle= 
lichteten Hxt ble beibcn juiet^t ctmä^nten Silbei ju einanbec in Säejle^ung fe|t. 




„Seibe ©egenßnnbe," fi^cdbt ei im ^uli '^^^ "n bie @oeft, „finb toie füc einanbec 
gemat^t. ^n ben Sitenen ift aUeö Iieiter, reigenb, im ^öddfiten @tabe Detlodenb, 
tDä^renb im ^inteigiunb baS 9Setb«rbfn laueil. ^a bet S(ufotI)ea ift aÜtS fii^tbare 
©efa^t, \a DorauSfid&tlfc^et Untergang, roS^renb in SBIigeöfc^neHe JRettiing unb §cil 
in bei gigut bet M^mp^e etfi^eint. Selbe SJormittfe finb DoÖ ^oefie unb @^ön= 
^eit, unb ic^ ^obe nur ben Sßunfi^, ba§ it^ ber üuäfü^iung einigermaßen gemoc^fen 
[ein möge,* 

9Itö näc^fte Wirbelt mürbe ber Saiton Dorgenommen, bei bie 91etI)enfolge einleiten 
foQte : Obt)f[euä mit $fctl unb EQogen auf bet ^iegenjagb in fcböner malbiger iSerg" 
ianbfc^oft. Uebet baö »Jiebetfelien beim ßaetteS, baä @(^|bilb, fffireibt et unter bem 
6. SJejembet 1857: „3)ieä Witb ein ftta länblii^ ^eitetel Söilb. Stuf einem fünften 
^iigel liegt bie äJfeterei mit bet Stent nod^ bet offenen @ee, ein ^lebengang begienjt 






^ , , , _, - - 








:^w^ 


13^ 


&' 


i...,^-''' 


'.1 
1 



■,- ■ 




^ V 


Ä 


-1! 


<^v^ 




'* 








-^^^- ■ 




,>- . 



«bb. MM. «jcitc Stii)( auc CcutstbcD 



ben 9}oi:)?1at^. OliDen (efc^atten ttilraeife ben ^flgel, an ivelc^em ber ^egaitgene 9Sfg 
jMi Sefitunfl ffitirt, Ritten unb ©cftnittcrinnen treiben t^rt ©ejc^äfte. gm fflotb«- 
griinb fte^t bei alte ^öittg gebeugt an einem jungen Släuntdien, roel<$e3 ei anbtnbtt. 
©ein ®o^n nal)t Don ber iSeite, bie ganje @jene mit ausgebreiteten 9inien begrügenb. 
©n großer Apfelbaum bet^attet bie|e ©jene." S^ie fc^öne Kelte Sanb^aft mugte 
fpäter einem ^S^enblTbe loet^en. 



101 

Scftt würbe nod^ bct ^alaft bct Ätrfc mit ^etmc« unb Dbtiffcu« im 9Sorbcr= 
flrunbe ju einem Srcitenbilb mit präd^tigct ©artenlanbfd^aft umgcfc^affcn. ^3)a ic^ 
nun," fd^reibt 5ßretter bet greunbin am 6. Januar, ^aufd S)ufeenb gefommen, ttjill 
ic^ öorberlianb oBfc^Iiefeen unb bie jwei nod^ fel^knbcn auf gelegene ©tunben üer» 
f (Rieben." SnQltxd^ fünbigt et für bie jtoeitc ^älfte be^ SRonatd ben fc^on langer 
in Studfid^t genommenen 93efucl& in 93erlin an, fragt, ob ftd^ bamit eine Slu^ftettung 
ber Kartone berbinben laffe, unb fpric^t bie Slbfid^t au^, ba^ ganje 3Berf ju ber für 
ben ©ommer Beöorfte^enben großen SRünd^ner äu^ftettung ju fd&icfen, „üorauggefe|t, 
bafe Kartone ©intrltt erl^alten". S)er SSerfe^r in bem erlefenen Krei^, in ben t|n 
Ofrau ©torc^ einführte, gemofirte t^m ^ol^e Sefriebigung , bie in feinen nac^^erigen 
©riefen »iberflingt. gär feine ffiunft fanb er SJerftonbni^ in einem SKage, mie er 
e« nid&t erwartet l^atte. ?lm meiften jog il^n Sfibfe an. „3)ie SSerbinbung mit Sübfe," 
fd^reibt er banfbar an bie grcunbin, „ift ein Sic^tpunft in meinem Seben, ben i^, 
menngleid^ er fe^r fpdt erfc^ienen, ju fc^ä^en n^eig, unb ben 3U fd^auen ic^ mid^ 
glücKit^ preife . , . SüBle ift ber erfte SKann , ber ein SSerftönbni^ meine« SBoHen« 
l|at, unb Sie fönncn n^o^I begreifen, baft e« mir greube mac^t, wenn ic^ füljle, ba§ 




9lbb. 105. «(ftftubtf auT Seufot^ea. (Su Seite 98.) 



ic^ nid^t ganj umfonft Ijeige S^age unb 9{äd^te t)erbrac^t Ijaht." Wer auc^ in ben 
SRufeen öerlebte 5ßreIIer genug« unb leljrreic^e ©tunben, befonber« unter ben antilen 
Silbtoerfen. Über alle« begeifterte i^n bie SSenu« öon SKelod, öon ber er bie 93üfte 
ber greunbin öerbanfte unb je^t nod^ eine titint Stad&bilbung ber ganjen Sigur für 
fein ©tubium erwarb. „SRir gc|ört e« jum ßebcn, üon ©d^ön^eit umgeben ju fein . . . 
äBirb auf bem ©tern, ben id^ nad^ bem Sobe bejie^e, auc^ Kunfü getrieben, fo werbe ic^ 
Silblfauer, unb ba Ijoffe ic^ 93effere8 ju üollbringen aU auf unfcrer fonft fd^önen @rbc." 

S)ie Kartone würben bei biefer (Selegenl^eit in ber Settefd^en Slnftalt pl^oto» 
gra^l^iert. 99id jum Vpril waren auc^ bie beiben rüdftönbigen t)oEenbet worben: 
ber (Eingang jur Unterwelt unb Slt^ene, bie bem t)om ©c^Iummer erwachten gelben 
bie ^eimat entfd^Ieiert. Stnfang« SKai reifte ^ßretter wieber nac^ KarlSbab, üor^er 
würben bie öierjel^n Kartone, baju noc^ jwei mit ©ceftürmen auS bem 93efi| bed 
®rog{|er)ogd, nac^ SRünd^en abgefanbt. 

©pdtcr famen aber ju ber SRei^enfoIge öon üierjel^n Sanbfc^aften nod^ jWci er= 
gänjcnb l^inju, bie nac^mal« mit jenen für bie SRationalgalerie in 93erlin erworben 
würben: Db^ffeu^ unb bie ©einigen bei ber Slbfal^rt öon ber S^^fel $ol^pI)em«, ber 
il)nen öoH ®rimmd ein geteftüdE nad^fc^Ieubert (bie ^a^rjal^I ift im Katalog irrtümlid^ 
mit 1854 wiebergegeben, ba« Silb iß feine^faH« früher aU im $erbft 1858 ent= 
ftanben), unb Kirfe, bie ©enoffen be« Db^ffeu« in Schweine öerwanbeinb. 



Sübfe ^atte Me 
SHeinunQ geöugert, 
bie SorfteDungen 
tDÜtben {i0 aui$ als 
Clgtmölbe Dortteff' 
li(5 Quöne^nwn. 3n 
betlot ^flt berSWei. 
ft(r einige baDon — 
nii^t o^ne mbev 
{lieben, ha fte bafüc 
nic^t gebucht roacen 
— inOtlauägefübrt. 
®tof SiSad, bet 
roä^ienb ber STOün« 
(^enei SuäfteCung 
bie Seutottiea unb 
bieS)alQpfo,nac^ fei- 
nem Urteil bie fei- 
len ber flaitjen Steige, 
umi tiatte, be- 
trachtete eäatö „einen 
bopfieU ff^ögbaren 
S8orjuß",benäitfanfl 
bantil gemacht ju 
^ülwn. 3n SBa^r« 
^eit Ratten fc^on Dor 
i^m bie Stau ®rD&- 
^erjogin ©op^ie bie 
Sirenen, bie gürftin 
Saqn - aaJiHgenfiein 
bieSeufot^eain^uf- 
troQ gegeben. iSeibe 
«ilbet, jene« 1858, 
biefe« 1859 gentalt, 
erhielt St[jt jum ®t' 
((fienl, ou3 beflen 
tRac^lag fte bann an 
baö Sroi^eijDQlic^e 
SKufeuDi gelontDien 
finb. ©päter, 1864, 
^t ^eQer noc^ für bie @räfli4 dtocj^ndüfc^e @alerie bie 9taufttaa gemalt. 

Wai bie äßflni^ner SIuäfteKung für einen Sünfller uon ^eDerS Slii^tung be> 
fonberö anjie^enb machte, baö toax Dor aüem i^re Siroeittrung juc ^ifloTtf^en %u#= 
fteHung : ald folc^e roar fie nii^t alletn bie er|1e, fte ift au(^ taum Don einer fpätercn 
in Seutfc^tanb übeitioffcn loorben. |)iei naren, mit ßurftenä antiebenb, bie SReifier »er- 
treten, bie ißieüei ali bie iBegiünbei bei neueren tbealen äunft Dere^rtt unb Don benen 
er bie meiften petfönlitfe fennen gelernt ^atte; 9}ein()att, Koi^l, GorneliuS, ©c^norr, 
Oberbed, Sü^rit^, $eit, @enelli; bann Scbroinb, 9iet^el u. a.; unb gmat mei^ mit 
i^ren beften ^ifen. Unb Don Htm burfte man fagen, bag et ,fHII fic^ fieuenb anS 
ffinbe biei« frönen ffleitje fidi geftßloffen" fa^. "Slufiercn Erfolg Dertprat^ er fit^ toumj 
bie guten SSünc^ener, meinte er, fficn ju ftltr Bon iftrer „Oebtrg^nubelei" eingenommen, 
um für feine arbeiten Sinn ju baben. ^ibei feben noQte er bie Hu^ftellung , unb 
jniar nicb* allein, [onbetn mit feiner 3tau unb feinem So^n 5riebri(6, an beffen ^ott= 
((^ritten et ^erjUcbe greube ^atte: auc6 feine ^ifIegeto(^ter unb fein ®(^üler äRoif^na 




I. (3ii Stile M.) 



103 

Begleiteten tl^n. ©d^on nac^ ber Eröffnung ber Stu^fteUung , bie am 22. ^nü ftatt^ 
fanb, toax ii)m üon öerfc^lebenen Seiten berichtet Sorben, ba§ feine S^id&nungen fe^r 
ungünfttg aufgel^ängt feien. @r ließ bie Slufforberungen , auf 2lnberung anzutragen, 
unbeachtet, mußte fid& aber bei feiner Stnfunft tjon ber Sltc^tigfeit überjeugen; eine 
o^ne fein B^tun t)orgenommene Slnberung ijaitt nic^tiS gebeffert. Sßa^ i^n babei 
fd^merjtc, »ar, baß ©c^irmer, beffen biblift^e Sanbfd^aften freiließ burc^ bie Db^ffee* 
Kartone in ©d^atten gefteUt tDurben, bem er aber fleinlid^ed SSefen nid^t 5ugetraut 
^attc, anfd^einenb an ber Su^üdfeftung ftar! beteiligt toar. föurj entfc^Ioffen fd&rieb 
er an ba^ Komitee, e^ möge, fall« „ein wirflid^ anftönbige« Slufl^ängen" feiner Slrbeil 
nit^t möglid^ fei, biefe fofort abncf)mcn unb öcrpacfen laffen. „SRit bem beften SBitten," 
fügte er ^inju, „fann ic^ in ber mel^rfad^en ^urädfe^ung nid^t« anbere« fcl)cit, aU 
baß ha^ öere^rte Komitee meine 9lrbeit für untoürbig erfidrt, unb fo mag fie benn 
einer beffern ben ^ßlafe räumen." S)a# ^alf fofort. Unb mef)r unb mel^r brad^ fic^ 
bie anfid^t Sal^n, baß 5ßretterg Db^ffee unb ©c^wlnbS Sieben Stäben bie Ijeröor« 
ragenbften SSSerfe ber gegenwärtigen Sunft auf ber Slu^fteHung feien. Seiben »urbe 
neben ber Snerfennung burd^ baS ^ßrei^gerid^t nod^ ein befonberer SSorgug ju teil. 
S)ic Sieben Stäben erwarb ber ©roßfierjog öon 3Beimar, ber fc^on burc^ ba8 ^erlei^en 
öon öierje^n ®arften«fd&en 3^^"Mngen feine Seilnalime für bie 2tu^fteHung banfen«= 
wert betätigt Ijatte; 5ßreIIer aber erhielt öon i^m, in Erfüllung eine« SBunfd^e« ber 
©roßfürfiin, ben Stuftrag, bie Db^ffee in einem eigen« bafür ^erjurid^tenben Staum 
audjufü^ren. ©ein fünftlerifd&e« ©cwiffen erlaubte il|m nid^t, biefen Sluftrag einfach 
anjunel^men; er erl^ob ba« Sebenfen, baß er bie Slufgabe nid^t würbe befrieblgenb 
löfen fönnen, ol^ne bor^er wieber eingel^enbe ©tubien in Stalten gemad^t §u ^aben. 
^oc^^erjig öerwiUigte il^m ber ©roß^ergog bie ßoften. ^ 

SSor Antritt ber Steife blieben nod& eine 9teil|e übernommener SSer|)flid^tungen ju 
erfüllen. 3n ber S^^U^^^ttJ^ti wanberten bie Db^ffee^^ffartone, jefet auf fed^jel^n öer* 
bollflänbigt , nad^ Srüffel, Wölfin fie bringenb jur ?lu«ftellung begehrt worben waren. 
3)ort fanben fte wieber ungeteilte Sewunberung unb Würben t)on ^^ierlant« in größerem 
äRaßftabe ptfotograpl^iert. ^ann gingen fie aud^ nod^ nac^ SIntwetpen. 



J 











{ 



n ' V C 



■^ 



• — -• '■ •r:>--'^*^' ^■» ■ ■■■' 



■»v 






«^ 



«bb. 107. SBeitere Slijae ju ben Sirenen. (Qu Seite 98.) 



104 

3m grü^iaf)r 1859 bcfud^tc ^ßrcUcr noc^mafö Sartöbab. pitt befd^äftigtc t^n, 
foiücit ed bic Äur irgcnb gcftattetc, bcr gric«, tüclc^ct bic Srcigniffc im $aufc bc^ 
Dbtiffcug öorftcHcn foHte. „3m Anfang, " fd^rcibt er an bie ©ocfi, ;, machte mtr bic 
Sotm t^iel 3U fd^affen, ba bie ©ad^en mel^r flaftifd^ aU maletifc^ lomponiett werben 
muffen, woöon bie S)eutlic^feit unb ÄIarf)eit in ber S)arfteIIun8 oBl^ängt. S^fei 8^^^ 
ed fc^on leichter, unb el^e id^ bamit ju @nbe fomme — id^ brauche nämlic^ einige 
öierjig ©jenen — , toixb mir bie ©ad^e öoUfommen geläufig fein." hierbei befonbcrd 
mar i^m bad SSorbilb unb ber Stat ®eneQid, ber, nic^t oI)ne ^reEerd 3uiun, nac^ 
SBeimar berufen worben mar, fc^r wertöott. gür bie ^auptbilber erhoffte er fic^ 
l^ol^en @^eminn t)on bem S3erfe|r mit Sorneliu^, ber fid^ bamaU lieber in Stom auf« 
^ielt. „3d& erbittere oft," fc^reibt er im Sluguft, „bi« in« Snnerfte, »enn ic^ ed für 




W}h. 108. attftubic au bfn Sirenen. (8u Seite 98.) 



möglich l^alte, biefem $erod bie ^önbe mieber ju brüden. S^W^n je^t unb ber 
3eit, too mir und perft in Stom fa{)en, liegt t)iel, unb t)tel merben mir und ju fagen 
^aben. Unter ben Slugen biefed SRiefen ju leben unb ju fd&affen, ift für ben S^ünfiler 
l^öc^fted (Slücf, unb biefem gelje lij entgegen." 

S)iefe jmeite italienifd&c SRclfe, bie öom ®zpkmhtx 1859 bid jum Sunt 1861 
bauerte, bilbet ben ^öl^epunft in ^reUerd Seben. ©ein fünftlerifc^ed Spönnen mar in 
unablöffiger Slrbeit jur SSoUreife gelangt, babei ftanb er nod^ in ungefd^mäc^ter förper= 
lieber unb geiftiger Si:aft, bie er in ben S)ienft fetner l^öc^ften fünftlerifc^en ßebend« 
aufgäbe ju fteHen fic^ anfd&icfte, 5)ad Sanb feiner ©el^nfud^t foHte er nid^t nur felber 
mieberfel^en, fonbern ed mar i^m aud^ öcrgönnt, feine teure Scbendgefäljrtin unb feinen 
jum Äünftler Ijeranretfenben ©ol^n in ade bie ^errlid^Ieiten einjufü^ren, über bic er 
einfi mä^renb ber langen 93rautjeit jener nur l^atte brieflid^ nad& bem fernen gfanbem 
^in berichten fönnen. 5)cr jmeite @oI)n ©mit foHte nac^ bem Seftel^en feiner örjt* 



106 

liefen 5ßtüfunfl nad^fornmeii. 9Son üorn^crcin aber geliörtcit jur StctfcöcfcHWaft btc 
treue tJreunbln be« $aufe« groulein Dttnba 89outertt?ccf unb ber efiemalige ^ßPegcfoIin 
unb ©c^üTcr Srnft ^emfen; grau ©tord^ toar burd^ I|ou«Iic^e SSerl^oItntffe ju aU- 
fettigem Sebauern öerl^inbert ftd^ anjuf^Iiefeen. S)ie Steife ging burc^ bic ©d^toeia 
unb über ®enua unb ^ifa nad^ Slorenj, bann toeiter nat^ SRom; im grü^jal^r 1860 
nad& 3ltaptl unb beffen Umgebung, öon too bie ©efeUfc^aft im 3"li "öc^ Slom jurücf^ 
felirte , um teil« ba, teil« in Dleöano bie geit bi« jur SRütfreife au berieben, griebrtc^ 
blieb in SRom, um feine ©tubien no(^ fortjufefeen, bie anbern ful^ren anfangt 3uni 
mit bem SJetturin über gforeuj mit mannigfa^en Slufentl^alten bi« SKantuo unb bann 
mit ber ®ifenbaf)n ]^eimtt)ärt«. 3)er beabfic^tigte 93efuc^ öon ©ijilien Ijatte ber 
Sriegöunrulien tt^egen aud& bie^mal unterbleiben muffen. Breuer« Sagebuc^ gu lefen, 
ba« bie ^auptftüdEe ber Steife umfaßt, ift ein l^ol^er ®enufe, jumal wenn man bic 
gel^altreic^en ©fljjenbüd&er boju nimmt. 3n ®injelf)eiten tüirb eg burd^ btc auf« 
aeid^nungen bon groulein 93outertt?ecf in lieben^würbiger SBeife erganjt. 3c^ muß 
mic^ jcboc^ l^ier auf ba« befc^ränfen, toa^ unmittelbar gur ®adit gehört, unb fann 
ba« um fo e^er, aU fd^on Sloquette ausführliche äugjüge au« jenem 3:agebuc^ gc» 
geben l^at. 

SBenn 5ßreller eine Steife nad^ Stalten al« Vorbereitung jur Slu«füf)rung feiner 
Db^ffee = Silber für uncrläßlid^ l)telt, fo badete er babei mol^l in erfter Stetige on ben 
l^eitcrcn ©inbrudt ber füblic^en Statur überl^aupt. Slid^t oljnc ®runb toar bon feinen 
Sartongeid^nungen gefagt toorben, e« fei l^ic unb ba ein Son bon norbtfd&em ®rnji 
barin ju fpüren. gaft brei Sal^rjcl^nte I)inburd& l^atte er fid^ bortoiegenb mit ber 
raul)eren Statur be« Storbend befd^äftigt; jefet galt c«, ben „grol^blidt" toieber auf« 
jufrifc^en , ben man nad^ ®oetf)e« SluSfpruc^ nur im ©üben gewinnen fann. . Unb 
ba« »urbe il^m befonber« erlcid^tert burd| bie ©egentoart feiner ®attln, bie mit i^rer 
fonnigen Slnmut unb il^rcm feinen ©inn für Drbnung unb ©auberhit i^m überall 
ba« ®efü^l eine« bef)aglic^en Saf)eim ju ertoedfen wufetc. 

gene ^eltcrfelt bcrbanft bie füblid^e Sanbfd^aft bor allem ber flarcn Suft; biefc 
genoffen unfcre Stetfenben toä^renb ber ^erbfttage in Dlebano, bann in ber Kam= 
pa^m in boHen ^ügcn. ,,9Son ber !Rlarf)eit unb ©d^ön^eit biefer gernen," fagt 5ßreHer, 
,,fann nur ber einen Segriff Ijaben, ber Sialien gefe^en I)at. 3)ic 8leinf)eit unb ber 
©lang finb nur mit ©belfteincn ju berglcid^en." Unb an einer anbern ©teile: ^3e 
mef)r id^ bic Eampagna befuc^e, bie römifc^e garbe fef|e unb ftubicre, um fo tolber« 
toärttger »erben mir bie meiften neueren 5ßrobuftionen. Stallen ift unenblid^ reijenb 
in ber garbe, aber biefe ift ftet« in ber ftrengften Harmonie unb nic^t au« gelben, 
blauen unb roten unten jufammengefe^t toie eine $arlefin«jacfe. S)er Son ift tief 
aber Har, im ©d&atten bi« toeit in ben SJtittelgrunb ftet« bie Sofalfarbe fic^tbar unb 
nur fd^einbar blau lafiert, bie Siebter im fernen ®ebirge ftet« fatt unb ftiH im Son, 
bie Siefen im ©d^atten oft brennenb in ber fd^önften blauen garbe," SBenn man 
ba« malen kooDe, bemerft er einmal, möd^te man oft ba« STtalgeug gu Soben toerfen, 
bafe einem bie ißinfel um ben ffiopf f^jringen. 9Son menfd^lic^em SRad^tocr! fennc er 
nid^t«, toa« il^m nac^ biefer ©eite boDcnbeter erfc^eine, al« bie SJlül^le bon ©laubc 
ßorrain in ber ®alerie S)oria. 9Son ber Umgebung SRom« liebte greller befonber« 
bie ®egenb um 2tcqua acetofa unb toeiter öftlic^ bi« 5ßonte Stomentano (,,ßamentano'' 
im SSolf«munbc) unb $onte SRammolo. „S)iefer Seil gel^ört gu ben fc^önften be« fo 
reid^en Sanbe«, unb bod& gibt e« SRenfc^en, toeld^e bie Umgebung bon Stom lang- 
joeilig finben . . . SBie ift e« möglid^, pd^ ein Urteil in ben fünften angucignen, tt)o 
ba« Sluge für gorm unb garbe in ber Statur fo gang fel^lt, unb loa« fud&en fie in 
Stom?" 3)ie ©tubicnblätter laffen fid^ toegen il^rer ©reite (58 cm) l^ier nic^t toieber^ 
geben. 3)en ©^arafter ber (äegenb beranfd^aulid^t aber neben Sbb. 17 treffenb eine 
Seic^nung be« SJteifter« au« bem Sal^r 1871, bie I|ier 5ßlafe finben mag (2tbb. HO). 
S)ie barauf folgenbe geberffigge (Slbb. 111) geigt ba« Slofter ©t. Dnofrio am ®iant= 
colo, toü Saffo bie lefete Stulpe gefunben I|at; ^ßretter ftattete i^m einen pietätbotten 
93efuc^ ab (bgl. Stoquette, ©. 230 f.). 




93i(^tiQet noi^ aU bte ©egenb um SRom toat für ^ceUeiä befonberen Smti b« 

©üben: bie Snf«! Gopti, bie ffüfte bei amalft unb rooä bajiritMen (legt. „3Jon 
neuem überia|i^te mi4 bte ^xa^t unb ®rogaitigtett bteter fteilen Ufergegenb. ^Ü) 
träumte mt^ lebenbig in bie ©jenerlcn ber Db^fT"-" 1^"^' icieber; „$ter erß oe> 
fommen bte SBerle ber alten Sit^ter Seben unb aSirfIttfif eit , jn man (önnte fic^ 
rounbern, bofi un8 ni^t ^eut wie bamais ©iienen unb 5Rereiben lodeu unb neÄen." 
3)ie $|antafie miib noc^ tneiter angeregt burdg bie eigentümlichen gucgeinbtn, fifeifen- 
ben, finflenben Söne, bte SBJinb unb öranbung an ben Klippen ^eroorrufen. Sluf 
©flpri Derlebte Eßteller mit ben ©einen — 3;ante Stnba, bie bei jeber Seefahrt aig 
litt, flutte fi^ auäflefc^toffen — bie ^eifeefte 3eit. 3ur ftei^igen 3lrbeit routben 
. ^auptfSc^Ii^ bie frü^eften iDicrgenftunben benu^t, mä^ienb beä ftäifften Sonnenbranbe^ 
unb für bie 9lQ(^f bot baä treffliche §au3 ißagano (366. 112) ©c^u^. S)ae Selfentoc 
auf bet Snffl , ber areo naturale (^66. 113), ecft^ien tt)m aU ber geeignelfte hinter" 
grunb für fein ©irenenbilb. Qi^n ^aifxt fpöter fctiTieb Don ©apri auä SBi(l)elni 
SRofemann (Sßom ©eftabe ber S^nopen unb ©irenen, 2. Stufl,, Ceipatg 1880, ©. 305); 
„SQJir finb im ©irenenlanbe ; baö ganje ©eblet umijer tff fitenifc^ . . . iiicfe alten 
3)teer1oreleqen finb bie $erfonifiIattonen Oon flippen, »eli^e, uon uerlodenben Ufern 







n iicnKcin. (Su Stttt lOB.) 



109 

empottcgenb, ben ©i^iffern gefä^ilic^ roaren; bei Sturm, ber jäljfingö Botü6ert)tauft, 
»irb an i^nen jum ©tfonfl«." 

Muc^ bem SDfecr galter bte ©tubien ber Reiben SKalet. Win SBorgeblrge bei 
©otrent (atien fie eine« Sageä eine ^ranbung, bie, fogt ber 3Jietfter, „an ^radft unb 
©rofeartigfeit in Seroegung unb Sarbe alleä übertraf, moä Ic^ in biefet SJei(e jemals 
gefe(|en. 3n folc^en äRomenten !;abe ic^ bie 9torb|ee Diel ge{e{)en , unb untaiHIürlic^ 
lommt man ju einem $ergtei(^. 2tber luie oerf{^ieben , unter ganj ä^nli^en Se- 
bingungen, ift ber Sßorben Born ©üben ! ®ie 9lDrb(ee in tl^tem ^Öc^ften Srnft möc^ie 




idj mit einer <st^idfa(ögi)ttin oergleii^en, bie unauf^Ilfam Oernic^tet, tnaä itirem 91at' 
I^Iug entgegentritt. 'ülta.ptU blaueä Sßeer gleicht einer ernften 3Ru|e, bie i^ien ®t-- 
(onfl Bortrögt. 3m ^Bc^flen Slffelt bleibt fie immer fc^ön." Slber ^uglei^ empfinbct 
er bie @i$npierigfeit , bie ©c^öntieit ber Sarbe roieberjugeben. „3)qö Unnac^al)mlt^e 
iP bte ffroft nnb Jtefe ber Sarbe bei bem ©lange unb bem btenbenben Sichte ber 
%mofp^äTe. Strebt man na<$ ber ^«ft ber Xvnt, \o fet)It eben baä Sii^t barin, 
unb bringt man boä iljnen gehörige Sic^t hinein, fo fe^tt bie Staft unb ©cfiörfe. 
@enug , man füEilt nirgenb beutlii^er , bag mit ber bloßen 9!ac^al)mung ber ^atur 
no^ immer luenig in ber ÄunR etreicbt mirb." 



110 

mibintte $ieQer ou(^ 
ber ^fCanjentDtlt beä 
©üben! tntuiti 
©tubium. Ein flti- 
mi ©figjentiuc^ ent- 
hält u. a. tine iHdtie 
Don 91(|aDen, ber ic^ 
eina9latt(91b&.114) 
entnehme; dn an-- 
beteä ßqpreflengtup- 
peti (?IB&. 11 5). Saß 
größte Su^ . ß"^ 
bem ble ffiünial- ^a-- 
Honalgaleite in SJei- 
lin eine ^Ingo^I !B(ät- 
ter ertooiben ^at, ent: 





^ 


. « * 


-M 




'.J 


^mm 


[!K!^£-- 





»(. »i(i|HflHubte. (8u:S(i« 1 




»rtidiftllulit. (8a ®fi" 110) 



^telt neben @tubifn au^ 
bei ©egenb von CleDano 
unb Don Sapii jmei i^t&^- 
ttge Dliiiengi:u()))en auä 
bei UntgeiiiinQ oon ®in> 
lent, Don benen bie eine, 
freiließ fiorf berdeinert, 
f|iet toiebeigegeben ift (»gl. 
91bb. 1 16). 

Sieben bem ©tubium 
beu 3iQtut moUte \iii aber 
^ceUei <tu^ bie ^üc^fien 
ffiunftroetfe buti^ Sln^t^au' 
ung wtebet na^e bringen. 
„iRom ift eben bie Sunb= 
griibe für nlIeB ^Ünftle- 
rit^e, eS moß Reiften rote 
es roitl." SBefonbtrö (|offfe 
er über bie befotatioe Seite 
(einer Slufgobe , über Me 
tiefet Itegenben ©efege bet 
iRaumf^mücfung ^lattjett 
unb juglcirfi bie beften ißot- 
bilber ju finben. ^u4 
bafür fc^icnen i^m bie Ar- 
beiten be« über alle onbern 
oere^rten IRafael im SBo- 
tifan Bon größter Sebeu= 
tunfl. SRtt ^o^er Srnpfe^- 
lung Derfefien, erbat unb 
erl)ielt er com Sarbinal 
?lntonetti, ben er mit ber 
Übetjeugung Dtrlieg, ,bag 
feine @egner einen fc^n»* 
ten ©tanb liaben", bie ®r- 
IdubniS, in ben Soggien 




fttnlgl. nalionalaiilf 



unb Stangen jn gdi^nen. .Wti^x ali jemals," fi$Teit)t er, „beft^öftigfe miäj juetfl 
bte $(nIose unb unvergleichliche ^rnc^t beS @Sanjen, uon bei bic heutige @r{c^etnung 
nur eine 9tutne tft." 91&er auc^ fonfi ncfitete er jegt auf bie Slr^iteftut unb aneiJ, 
»a« bantit jufammen^ängt, lueif mtiix, a\ä STialer tS ju tun pflegen unb al^ er felber 
ti frül)er geton t)atte; in erfter Slei^e auf bte 91efte bei anttten ^unft unb tultur. 
Z)te Siiolfuien bed SRonte (SacaDo, ^ouipeji, bie %mptl Don ^afturn, bad aRufeo 




SBorbonico ju Jfeapel oet- 
fegten if|n im @ei{i in 
jene« von @cl(iQn!)eit um- 
ffDffene Seßen ber Slltcn, 
Bon bem mir lanm in un- 
feten beften Stunben uai 
auäi nui eine Sfiorflellung 
Bilben fönren. 

Slal Xagetiuc^ jeigt aber 
Quc^, tute aufmerffam ^ttU 
Iti bad Seben unb ^riibeil 
um itin E)ei; beobachtete unD 
tpte ei in 3%om unb int 
©üben, befonberd auf iS^apn 
unb am ®oIf Don ©alerno, 
an ber ©(^ön^tit btt ®e' 
ftaltcn unb an bet Slnmut 
in 39enie{|ungen, auc^ iei 
bf n untecften Soltöfc^it^ten, 
feine Sreube f)atte. ®ie 
SeobaiStunfl ber ffite^en- 
ben ®ebäiben ^ot auf ben 
©odetftieö jur Ob^ffee 
fii^tlic^en Stnflug geübt. 
©eine ©fijjenbnc^et iiieijen 
Diele ©eftolten Dan ^irttn, 
SBafferträgerimien, !B»bel= 
fadbläfetn , fomie &'äpft 
Don SRönnem, Stauen unb 





'.'. 


'<■■ -^ 




s. 


^fe 


', ''' ' '-"s ' '-,-1^ ' 


; 




■<■■■ " . •■-*-:■ ' . '. 




1 




9in\il, Vcrnn. 




SlAblilit« 



ffiinbetn auf, wie et benn audj feint Sanbft^afMftubien meift mit 3Renf(^en belebte. 
^iebei^Dlt ^ebt ei tieiDot, tvic bie mit auffaneiiber @(^dn^ett begnobeten Sltäbc^en, 
bie ifjm unb feinen SSegteUetn jum 3"c^neit fofeett, fo gar feine ©efaClJut^t ober 
Sltelfett ä"8'fn- ®i"* l>" frfiönften ©teilen im S'aQebu^ — Soquette [nennt fit 
(S. 216) mit SRecbt ein Ilcine3 ftunfinjerf bcr &rjäl|lung — gilt bem £Be(u(6 tm 
fi'Ioftet St. Slntonio ?lbbate, beffen $tioc $oter ^mbtoflio, einer coineiimen JJamiUe 
om Sibnnon entftammenb, ben Sefuc^ern buid) feine ^otie (äc^ün^eit „auf 9UigenbIi(fe 
ofie <Bpxad)t nn^m" unb jie bann bui^ feine geiftcotte Untcr^ltung feffelte; ic^ teile 
I)ier fein Söilbniä i,ab6. 117) norfi bem Sfijjenbuctie mit. 




116 

©eine Hoffnung, aug bem Umgang mit Eorncliud ©ciuinii für feine 8tr6eit ju 
fc^öpfen, ^af) ^ßrellcr rcic^Iic^ erfüEt. ,,3ebed SBort/' faßt er, ,,ift öon ©cbeutung bei 
il^m; er fprtd^t nic^t, um 5U fprcd^en. SRit feinem SlblerbÜcf überfielet er in größter 
9tafd^I)eit bad ganje SBefen ber @ac^e unb lägt ftc^ burd^ Spifoben nic^t befiec^en 
ober täufc^en. Sabelt er ettuad, fo folgt im nöc^ften S(ugenblicf bie geiftretc^fte Ser» 
befferung." @r befc^öftigte fic^ eingelienb mit ^rellerd (Sntmürfen. SSad er an ben 
Sirenen, an benen bie[er bamald arbeitete, au^jufe^en I)atte, erfal^ren tuir burc^ Xante 
Sinba: fie toaren i^m „ju jalim". Saraufl^in ol^ne S^^if^ ^^t t^nen greller (ögt. 
Wb. HS) bie bi^ bal)in fe^Ienben S^ügel aU 3ctd}en il^red übermenfd^Ii^en SBefend 
unb eine !rof tigere Haltung öerlieljen, ^ai er ferner fiöpfe unb ffnod^en „mobernber 
aWönner" l^injugefügt unb bie ©erlange im SSorbergrunbe , bie frül^er fc^on einmal 
üorl^auben, bann aber meggefaHen toar, toieber aufleben laffen. @o ergab fic^ benn 
ber neue Rarton (S(bb. 119), ber jugleic^ ben arco naturale jeigt. 3)ie SSerglei^ung 
mit bem früheren («bb. 109) ift überaus leljrreic^. Unb in ö^nlic^er SBeife liege ftcft 
bad allmö^lic^e SBerben ber anberen Silber öerfolgen, fotoeit fie fc^on in einer ber 
beiben frül^eren folgen entl^alten pnb. 

Sum Schlug noc^ ein paar Süge öon ber italienifd^en 3leife, bie für ^retter^ 
SBefen bejeic^nenb finb. 3n 3lom fuc^te er fofort Rod^d ©d^toiegerf ol^n , ben HRoIer 
SSJittmer, auf unb lieg fic^ t)on ben legten Salären bed Stlten erjöl^Ien, lie^ fic^ auc^ 
beffen nod^ t^orl^anbene ©Üjjenbüc^er unb entnal)m bat)on eine Slnjal^I Saufen. 3n 
fein ©lijjenbuc^ jeic^nete er bie brei @nlelinnen beS 3((ten, ftattlic^e Jungfrauen. 
3n DIeöano toar feine erfte Steige, ob er wie einft in ber Eofa Salbt SBoIjnung 
finben (önne, unb er blieb ba mit ben ©einen, obgleich bad ^aud, j[egt im Sefi| 
einer Sertoanbten gleichen 92amend, mel)r aU biUig t)ertoal)rloft n^ar. @benfo tool^nte 
er in ©orrent toieber in ber SRofa antica, too er öor breigig Salären bie SBirtin 
aU junget äßäbc^en fennen gelernt unb mit bem 2)i(^ter ^laten t)erle^rt l^atte. 

3(m ©c^Iug ber Steife nal^m er einen t)terto5deigen 9(ufentl)alt in Rarl^bab, unb 
auf ber ^eimfal^rt befuc^te er nod^ ben alten greunb ^ärtel in Seipjig, bem er foöiel 
5U erjäl^Ien l^atte. 

Site greller nad^ SBeimar jurücf feierte , fanb er eine wichtige Steuerung — bie 
unter ber Seitung be^ ®rafen ©tani^Iaug Don ffalcfreutl^ begrünbete ßunftfc^ule — 
äU eine Dottenbete Satfac^e öor. S)er Orog^erjog l^atte fic^ fc^on feit Salären mit 
bem ®ebanlen getragen, eine fold^e ind lieben }u rufen. @r l^atte auc^ nac^ ber 
äßünc^ner SludfteQung ^reller^ ^at barüber eingel^olt unb i^n, aU er fic^ abföEig 
erflärte unb einen ©egeuDorfc^Iag machte, um ein fc^riftüdied ®utac^ten erfud^t. greller 
^atte barauf feine Überzeugung eingelienb bargelegt. 3)ag er fein greunb ber 2lfabemten 
toar, fiaben toir fc^on frül^er gefeljen; bie ©rfal^rung ^atte il^n in feiney Anficht nur 
beftorft. 3)er afabemif^e Unterrid^t, meinte er, l^inbere bie ^udbilbung ber Eigenart 
ber Sefol^igten, locfe aber anberfeit^ folc^e ^erbei, bie öon Statur nid^t berufen feien, 
unb förbere fo bie SRittelmogtgfeit. ©ein Slat ging bal^in, einjelne tüchtige Künftler 
JU berufen unb il^nen ©elegenl^eit jur äu^fül^rung monumentaler SBerfe ju geben, 
im übrigen ober, auc^ l^infic^tlid^ ber SluSbtIbung \)oi\ ©c(}ülern, t^öHige S^eiljeit unb 
©elbftänbigfeit ju laffen. SBä^renb feiner Slbmefenl^eit l^atte man nun bie ©ad^e boc^ 
fo, Jüle fie urfprünglicf) beabfic^tigt toar, ind SBerf gefegt. Über ben attmä^Iic^cn 
Sortgang l^atte ber getreue ©c^uc^arbt bem Slbtoefenben mieberl^olt berichtet, nic^t ol^ne 
f)ie unt) ba ein fc^arfe^ Urteil über bie neue naturaliftifcbe Sichtung einjuflec^ten. 
2tuc^ ©enetti blieb babei nic^t unerioä^nt; öon einer öorneljmen S)ame in einer ®e= 
feUfc^aft aU 5ßrofeffor an ber JJunftfc^ule begrügt, ^atte er bied fel^r beftimmt ah' 
gelel^nt, bie gtage aber, in welcher fonftigen @igcnfd)aft er benn berufen morben fei, 
in feiner fartaftifc^en SBeife furj beantwortet: „ald Seforation." 3)ag greller fic^ 
ebcnfowenig in bie ISunftfc^ule eingliebern lieg, öerflanb fic^ nac^ bem Hergänge ber 
®a(^e öon felbft; bag er fid^ beu 5ßerfonen gegenüber junäc^ft abtoartenb öerljlelt, 
mar in feiner biÄl)evigen ©teHung begrünbet. „5)tc Ferren," fc^rieb er an einen au^* 



118 

iüärtigen greunb, „Ijabcn cd nic^t für gut Bcfunbcn, mir ©cfud^c ^u machen; fic !|abcn 
mic^ bamit bcr Slottücnbiöfcit öon ®egcnbcfuc^en übcrl^obcn.'' 3)cn Seifhxngcn bcc 
neuen ©c^ule in feinem Urteil gerecht ju mcrbcn, toax fein el^rlic^er SSorfa| ; if)n aud= 
jufül^ren, fiel il^m freiließ nic^t fo leicht toit ^ie unb ba ein berbeS ©d^erjiport über 
il)re @(^tudc^en, bad bann t)on fogenannten guten t^reunben gefc^öftig n^eitergetragen 
tourbe. 3m gonjen fümmerte er fic^ toenig um fic — Ijatte er bod^ mit feiner eignen 
großen 3lufgabe genug ju tun. 

3)ic ©ntfd&Ilefeung über bic 2lrt ber Sludfül^rung ber Db^ffee= Silber fc^ob fid) in 
einer SBeife t)inauö, bic il^m oft fc^toere Sorge machte. 3)er ©roßl^erjog öerl^ielt fic^ 
jeitnjcifc auffallenb lau; inmielocit babel ber @injlu§ neuer SRatgeber im ©piel ge* 
iDcfen ift, muß baljingeftettt bleiben, ©c^ttefelid^ tourbc bod^ eine befriebigenbc Söfung 
gefunben: anftatt eined nur für biefen S^Jecf beftimmten SSautoerfö, tt)ie ed urfprüng« 
lic^ beabfic^tigt toar, mürbe bie Srric^tung eined größeren ©eböubed befc^Ioffen, in 
bem bie bereite öor^anbene ffunflfammlung toürbig untergebrad^t unb tint bcfonbere 
monumentale $atte für bic Db^ffee== Silber gefc^affen »erben foffte. 3m 5rü^jal)r 
1862 öermittigte ber Sanbtag einftimmig ben nac^gefud^ten Seitrag öon 60 000 laier. 
^er Sluefc^ugberic^t l)atte cd ald eine bed meimarifc^en Sanbtagd n^ürbige Sufgabe 
bejeic^nct, mit beijutragen jur Sludfül^rung namentlich ber ^retterfc^cn SBanb* 
gemälbe, „aU eined unt^ergleid^lic^en aßonumented, bed aßcifierS unb bed t^ürfüen 
tourbig, ber cd mit ind Seben gerufen". SRit ber Sfudarbeltung ber ©ntioürfe tourbe 
ber öfierreic^ifd^e Saumeifter 3ofef 3^^' beauftragt, bcn Bretter in 3töKcn fennen 
gelernt unb mit bem er bie Slngelegenljeit einge^enb befprod^en l^atte. Unter feiner 
Oberleitung tourbe bcr Sau im Df tober 1863 begonnen unb im 3önuor 1868 btS auf 
bie innere Einrichtung t)oIlcnbet. 

9?ac^ ber Slücffelir au§ 3tölien l^attc 5ßreller junäc^ft an ben neuen Sartonen 
fleißig gearbeitet. ®rji nad^ Seftimmung ber 3lbmeffungen bed SRoumc«, bcn er 
fc^mücfcn foffte, fonnte bcr K^flud feinem Sn^ß^tc nad^ abgerunbet locrben; erft ie|t 
empfing er ben für ben monumentalen Sl^arafter bed SSJerfed unerläßlichen iRl^^t^mud. 
Sie $affe foffte im Srunbrtß bie Scftalt eined langen 9%ec^tecfd t)on runb a(^t}ig 
guß Sänge unb jtoanjig guß Sreite erhalten ; an ber einen ßangfeite bic gcnftcr, in 
ber SDHtte jeber ber beiben ©c^malfeiten eine Jür. S)ic So^^ bcr lonbfc^aftltcöen 
S)arfteffungcn lourbc auf fec^jeljn feftgeftefft : je jtoei fc^male ju ben Seiten ber beiben 
S:üren, on bcr ben genftern gegenüberliegenben Sangfeite aber, burd^ Pfeiler getrennt, 
t)ier @ruppen t)on je brei Silbern: einem breiten mit jmei fc^mäleren ju beiben 
Seiten, gür bie ©ingangdfeite beftimmte Treffer jmei neue ©cgcnjitänbc , bie eine 
fac^lid^ angemeffene Einleitung bed ©an^en bilben : bie ^bfal^rt ber ©riechen ))on bem 
befiegten Sroja unb ben t)on bem gelben Db^ffeud gebecften Slücf^ug aud bem Kampfe 
mit ben Sifonen, beren Sanb loir und nid^t fern öon Sroja, in ber ®egenb ber 
jefeigen 5ßrooinj Cftrumelien, ju benfen l^aben. 9?un bie erfte ®ruppe ber Songfeite 
(bie Srcitenbilber toicber burc^ gefperrte Schrift ^eröorgel^oben) : glud&t aud ber ^öblc 
bed ^ol^p^em; 3lbfal^rt öon beffcn S^f^^r i>ic er burc^ ben SBurf eined gf^ld* 
flütfd iu ücrcitetn fud^t ; Kunbfc^aft bed Db^ffeud auf ber 3nfel ber ßirfe. — 3mcitc 
®ruppe: Sertt>onblung ber ©enoffen burc^ ffirfc; Segegnung bed Dbtjffeud 
mit^ermed, ber il^m bad ^eilfame ^raut SRolt) reid^t; Sefragung bcd ©el^erd 
letrefiad am ©ingange ber Unterwelt. — S)ritte ®ruppc : bie Sirenen ; lötung ber 
SRinber bed ^eliod; 3lbfd^ieb öon ^al^pfo. — Sierte ©ruppe: Slettung burc^ 
Seufot^ca; Segegnung mit SRaufifaa; Sanbung auf 3*^'ci. — äudgangdfeite : 
3Bieberfel)en bed Selcmac^od beim ©umaiod; SSieberfcl^en bed Saerted. äßan braucht 
nur bie frühere Slei^enfolge (S. 97) ju öergleid^en, um bed Sll^^tl^mud inne ju toctben, 
8uc^ fad^lic^ fc^ciben fic^ je^t bie ®ruppen fc^irflic^ öon einanber ab — mit einer 
Sudna^me, auf bie fc^on 91. Schöne in bem nod^ l^cute fel^r lefendmerten (obne SRaraen 
erfc^ienenen) Sc^riftc^en: griebric^ ^reffcrd Db^ffec=Canbfc^aften (Seipjig 1863) ^in= 
geroiefen l^at: bie Kunbfc^aft auf ber ßirfe=3"fe^ ift ber ^^}ol^p]^em = ®ruppc beigefefft, 
n)ät)renb fic ftreng genommen jur näc^ften ®ruppc gel^ört. 





^^^ Ji 


B 




M 


^^^^V^5(.' -t ^^H 


*>!■ -j^ a 




g| 




■^ai^iBi^^^H 


3 




Mi. IW. HIti 



ißteK« f)atle bie Sar= 
tone Qufeer ber Stei^enfolge 
bDcgenommen, je nac^bein 
i^m bie Stimmung ben 
einen obet anbetn ®eflen- 
ftanb iiäl)er beachte, ^m 
e^ät^erbjil 1862 lagen 
beten breije^n fertig not; 
eS fet)He nocd ber Sbjug 
Bon ^Toia, fetnec bte SBet' 
roanblung ber ©enoffen 
hutäi Ritte unb bte 8e< 
gegnung mit ^tetmed. ^a 
traf i^ti unetwottet ber 
[cfeioerfte Schlag feineS 8e- 
benä: bie @attin mürbe 
if)m iiat^ futjet fitanl^eit 
nm 2. S)ejem6et butc^ ben 
Sob entriiTeii. ©ie root fiü) 
über i^ien ^uftanb flat 
(jeroeien, f)ntte ntier topfet 
bem Sttjt' unb bet ©t^roö« 
gerin Solte, bie fie pflegte, 
iaä Sjetft^rec^en abgenom- 
men, gegen ben 3Xann unb 
bie ©ö^ne jw fc^meigen. 
„@ie iDugte genau," fagt 
^tetler , „bfl| t«^ btefet 
fcÖrecflicöen @Eliii6^ett un= 
ieilegen wate, ^ött' ic^ fie 
3ulDeiIen mar i^m ber Sebanfe na|;e getteten, i(|n 
~ " ~ ■ \)a% i^m bie ®efäf)riin 

äSie fie iifm tai Seben 



»KiBiftjfiAnung 1870. {gu 



mit mir tierumtrngen muffen." 

felber motzte Dor ^ottenbung beö SSerfe« bet 3:ob eteilen, 
entriffen luetben fönne, mat if)m ni(^t in ben Sinn gelouimen. 
erleichtert, etl)eitert unb Detfc^5nert t|iitte, mürbe i^m erft je^t DoQ bemüht. „SlU baä," 
ff^reibi er an bie ^flegetot^ler, „rocrbe it& jule^t bctämpfen lernen. ?lbet bie innigfte, 
mötmfte leilnn^me an meinem ©(Raffen, itir liebeüofteä $etj unb ©emüt, mit bem fie 
mir fo oft äur Seite flanb, Wenn iä) erliegen moDte, mit bem fie mid) fletä erfrtfc^te 
unb für bnä ©{^luetfie ermutigte, baö irerbe i^ mit nic^tä onc^ nur entfernt ertegen 
lernen. Siiefe Süife (ann ni^tä in ber Seit auffüllen, mir tft eben bie ©eele ent- 
riffen." ®rft aIImäftli(S fanb er einigen Srofl in ber Sltbeit, metic noc^ in bem Sor= 
fo^, mit feinem äSerf i^r, bie i^n bnju angeregt unb eg hii jum ^obe mit i^rer %n\' 
nn^me geförbert Ijotle, ein bnuetnbeö SJenImal ju fegen. 

iRa^ SBoHenbung ber Sattone blieben oor ber eigentlichen SluSfülirung no(^ smei 
große ?tufflaben ju erlebigen: bie Satbenftijien für bie Sanbfcftaften unb ber Sotfel- 
frieiS, melc^er, me[)r al8 jiDeif)unbert SHenf^En- unb oiete liergeftalten umfaffenb, bie 
Sttenteuer beä Selemacfi unb bie ÜSotgönge im ^aufe iti Obqffeuä lpfit)renb (einer Stb" 
loefentieit unb nacb feiner SÜidtetjr bnrftettt. 3)iefe Sltbeit roirb, ba jie Ijier nur be« 
gleitenb unb ergönäenb auftritt, in ilirer 93ebeiiiung leitet unteift^ogt. %n bie 3'fl««li 
ftettte gerabe ber Umftanb, bafe fie nur in Umdffen erfcfieinen, ganj befonbere gorbe* 
rungen, in beten Erfiillung mot)l menige Uanbfcöafter mit unferm Siinftler t|Ötten mett= 
eifern mögen. 3luf eine Darlegung beö 3nt)nltä im einzelnen lonn icft oerjii^ten, ba 
ber 5rieä butc^ bie ton aSaj ^orban beforgte, Don atlp^on« Surr (Seipiig 1875) «et. 
legte Stu^gabe ben Runftfreunben bequem gugängig gemacl)t ift. ^d) gebe ^ier nur jmei 
MuSft^nitte Wteber, bie, ol)ne meitereö oerftönblic^ , leW üug bem 3i'(c"nn'Ei>^''i'Ö i« 



121 

löfen iDOren : Ob^ffeu^, icie er Den feinem fteibenben $unb unb bann Don bec ©ctiaffneiin 
Surqfleio roiebct etfannf rottb (316b. 120 unb 121). ©ie [inb nac^ b(n 3e*<^nunflen 
))f|OtDgiap()iect, bie mit ben Ballonen in bem ai^tedigen Suptiedaum be# ©läbtifc^en 
3)Iufeuinä gu fieifijig eine mücbtge ^uffteHung gefunben ^ben, mö^renb bei <3d}a^, ben 
bie Ülationnlgalerie an ben früljeten Kartonen fie|i^t , jnm jjro^ten Seil feit Sauren 
cergroben liegt. Sie Sftrbenffiijen — in S!Ba^if)eit ftnb eä ou^gefüiirle ®emällie — 
bilben einen fürftlic^en Scftmurf bet SJor^alle be« Sttfeelfi^en i?nnb^aufeä bei Sifenac^. 

Um bie SanbfdiQften für boö ®to6f)ctjoglic^e SKufeum fc^on mü^renb beä iBaueö 
malen jii fönnen, tjatte M ^«Ilec etferne 9ta[)men mil einer auf 3)ra^tgittei fluf= 
getragenen ^cmenttaltfcfeicöt ^etrt^ten fofien, bie bnnn in bie SDtauei eingefügt würben; 
bie Ausführung gefcfen^ in 3SJac^öfatben. 'Jintfi einer büfen ©cfaEirung — bie crfte 
platte »urbe wäfirenb bti SDialeiiö riffig, weil bet ®runb „ja feit" aufgetragen niat, 
— eilDieä fi(^ ba^ä !8erfaf|ren ali imdm&^is. l>ti ©orfelfrieä bagegen mußte in bem 
@)fbäube felbR auigefü^rt »ciben; mit biefer Slufgabe ^atte greller feine @(f|üler 
^ernten unb ^auolbt Jelrout. 'Sitx ®ruiib ifl bräunlt^ft^roarj, bie gigureu finb bunfel- 
rot. <Bo fte^t bei ^liti in Iräftigem Segeufo^ gu ben leui^tenb (leHen Sanbft^aften. 

@d iDüibe eine befonbere SRonograp^ie crfoibern, inodte ic^ bie fämtlii^en Silbei 
beö ßqlluä in feiner enbgülligen @eftalt mit ^inroetlen auf bie SBorarbeiten befc^reiben 
unb fte, fonieit fc^on ber erfte ober boc^ bei jroette Sqflud biefelben ©egenftänbe ht= 
tganbelt, mit biefen früheren Xnrflellungen Dergleidien. 3Ür bie Seft^ieibung ift bie 
bequemfte Quelle bei Don Srnft ätebälob Derfa§te Katalog ber „$rfller = @alerie'' in 
SJeimnr; nörfiftbem baS ©c^öneftbt ©t^iiftc^en unb baä JRoquetleft^e SebcniMlb. S)ie 
$au|)lfat5e bleibt natürlich bie Slnft^auung. ßuij uor iBoßeiibung ber gegenroärtigen 
äRonogTa))i)ie if) eine treffliche ^aifteQung bti !Rümi|ct)en ^aufe^ä uon ^uliuiä Sjogel 
etfi^ieneii, weither bie bartn enthaltenen Silber in Sic^tbrurf beigegeben finb. Xie 
Sierlantlfc^en $^olograpI|ten na(b bem jtoeiten (Stiflud finb ft^mer ju ^aben. 3)te legten 




»oA rintT Sf|[itDg[(i|i^l( 



122 

Äartone finb Don Slbeit in SKüncöen, farbige 9ia(ö6tlbmiflen bei ®emälbe oon ffltuil= 
monn in 3Jtünc%en, $^otoarQpE)ien in terfc^iebener @c5ge bon fi. ©c^rairr in ^timat 
Deiöfftntli^t. Snbltc^ tft no^ ber |)Dljfd^nitt^91ueg([be bei Sanbfc^aften , mit ben 
aiige^Diiflen ©telteii bei Dbqüee, bcn ailpljDnö Diitr in Setpjig ju gcbenfen. 

3^ gebe jum St^Iufe biei ©emölbe rotebet, meiere b«i 4ii*l)epun!le ber Slic^fung 
Detanft^QuItttien : bie 3:ötung bei Stnbet beö §eItoä (3(66. 122), Seutotitea (?lbb. 123) 
unb Siaufitaa (Slbb. 124). ^n beut erften tft baä SQer^ängniä, boS bie Senoffen buT(^ 
il)ien (ifieoel [)eraufbe[{ftn»öieii, in bem jroeiten bie Stetlung beS gelben aai (t^roerfiter 
®efQl)r erflnifenb ge|(^ilbert. 5;eiii meitet oben ü6ci jeneä erfte Silb ©efagten i[t 
no^ ein ^linnietä auf bie iat)Itei(^en S(fiftubten ^injujufügen. S)ie 9!aufifaa, bie in 
adtn biei Sofien entfallen tft, (|flt bem lÄ'ünftlei am meiften ju fc^nffen gemalt, ^ie 
ffönigöiotbtei felbft, wie mit fie im SHömiftiien !^au\t (ennen gelernt l)nben (?Ib6. 27), 




eif^ien ii)m fpöter in i^rei Haltung ni(^t (üniglic^ flenug, ttt berliner S'atton jeigt 
fie in einer Dorneijmeren Haltung, bie Sinfe leicht an bie ©i^ulter, bie 9letf)te an bie 
^iifte gelegt. Slucf) bamit mar er, eis er 1802 ben neuen fortan jcic^nete, ni^t ju- 
trieben, ti fehlte i^m bie jugenbUifte Wnmuf. ®r änberte TOiebet unb loicber, biä er 
f^lieglicfi bie ©tetle mit fiif^em 5ßapier übetfleben mufttc, unb feljrle nun annäl)ernb 
ju bei urfptüiiQlic^en Haltung jurüd. ?[m (iicmälbe fe^en mir fie ieboc^ abermals in 
neuer Seftalt, äSiirbe unb Slnuiut in fid) tierciitenb. Srft a\i baä 3}iufcum fcf)on 
lüngft tingemei^t mar, l)ntle fie greller, mie er ou Stanolbt fc^reibt, noi^mülö meg- 
gemaft^en unb „eine onbere an bie ©teile gefeßt, bie Diel beffcr ifl." CbtjffeuS, ber 
erfi linls, bann red|te finnb, fniet jett llinter beut ©cbüfdj. 9tucb bie ©efpielinnen 
finb jebeömnl miebcr anberö flruppiert. S^ie Sobengeflaltung unb bie Säume nät)ern 
fit^ in iljreut Etjarafter fdpn auf bem berliner Sarlon ber neueren Inrftetlung, bot^ 
fel)Ii I)ier ber reiiDoCle Slueblid auf ben in ^eHem Sichte ftral)leuben ÜReerbufen mit 
bei tbnifläburg, Don bem fi(() bnl im Schatten f)"'if"be SRauItiergefpann fo mirffam 
abf)ebt. aSenn iigeitbiro, fo tft I)icr ber 3iat befolgt, ben Sconarbo ba Sinei ben 



123 

Sunßletn (jibt: [ie muteten befonbece Sorgfalt baiauf ocilDfnbtn, bie @fiu»ti ber 
mütifeligen Sfrbeit jii Dtrtcifc^eti, bie in beut SStrFe ^ttii. 

Äuä ben üötigcn SJorjieHungtn n)if[ ic^i nur loenigeä noc^ ^erüDrt)elien. Xie fiölile 
beä $oIqfiI)ein ift mel)r nac& Ijintfn geriidt, wie benn bie ineiften Silber eine grägett 
ißeittefung ber Sanbic^aft geigen; 'Oai um^eituftenbe UngeEjeitei feUft fe^it uni ^alb 
ben 31ürfen ju unb tft üon beui ani bet ^bijlt bringenben Jtnuc^e me^r Berijültf. 3)er 
$of, in bent auf bem älteren Karton fiirfe if)ren Boubet ü6t, ift ju einem monumentalen 
@aden etroetlerl ; bie ®eftnlt iü flfl)enben 3üngltng« tft neu, unb bie SSerrconblung 
inirb nur erft an bem einen @(efäE)iten fic^tbar, ber om 99oben fauernb ani ben dtüden 
juWenbet. 3n eine tucite parabiefifcöe ®nrienIonbftöaft mit Stu^bliif aufä SRcer ijt 
bie Begegnung gmifc^en €bqf|cu!^ ""i* $ernie# gelegt. Seim Slbfc^teb con ber SalQtifo 




tft ber i9aumn)ucf)e gegen bie urtpiünQlii^e ^arfteßung menig beränbert, ber @tranb 
aber ift flarer, bai SDfeer ruliiger gerocrben ; Cb^ffeud, früt)er ber SH^mpiie gugemonM, 
bliit Itmiic^tig in bie Sernc. ^Jie Sanbung auf St^afa l)at baburcf), bafi bie (ic^ 
über bem gelben roöl&enbe ©tolte (öergl, 9Ib&. 28) nic^t me^r fic^tbar unb bofe bet 
frühere SKoment geioätill ift, reo bie ^ß^ainfen not^ mit bem äudfiiitffen ber ®efi^enfe 
6efiiäftigt fmb, meineä ©rächten« — out^ S?übte urteilte fo, beögleicfien Sriebric^ ^ßrettet 
b, 3- — 01 tmetift^em ffleij etrooS Berloren; gerabe baS SSerfc^roinben bei Sc^iffeä 
^tntet ben ^tl\ta roar befonbetö geeignet, ba3 SDlitgefü^I mit bem fi^Iafenb ^eim- 
gefelitten Siulbec ju erregen. §lu($ für bal le^le Silb, beffen Detonbette Sanbfdjnf) 
(Dergt. @. 99 f.), loenn au^ auf fi^malem 9iaume, fetir antieimclnb roirlt, ^at ber S'iinftlei 
einen früi)e«n TOoment borgejogen, ^iet fitfier jum SBorteil beäSilbeS: ber grabenbe 
Safiteit roenbel bem Dom ®e^öflc tommenben So^ne, bet tl)n finnenb betrachtet, nti^t«= 
a^nenb ben ißiiifen ju ; bet näc^^e Slugenblitf foll bie (£rfüäung ber ®el)nfui^l bringen. 
Sn ber früheren 3Jei^enfoIge öerljäft fit^ büÄ ®flnje niie bie tiotle S91üte jur jungen 
finofpe; jebe i)at i^ten eignen SReij. 3)ort bo« Derf)et6unfleociIIe ©tpftngöroert beä 



124 

nietbenben ^üii^Itig, Ijter bie gereifte ©c^äpfung be# SDleifteiä. ^üIltbilT untnieE|t und 
in bet $te(let=®alerie ju SSeimnr bie Cuft bei ©üben«, unb e8 leuc^lef un8 bürin 
ble @onne $Dmerö, bie mit einem i[|iet (Slra^len fogar baä ^aupt bei ben Singang 
jur Unteitoeli fc^irmenben Selfenmanb fügt, ^urc^ bie ganje Steige Itinburc^ giefit 
\\äi, faft auf allen SBilbein fidit&ar, ali gleiche ^onjontlinie bad bloue SReei, an $einei3 
SBort öon ben meetburc^taufc^ten SläUern beö unfterblicfeen gelben gebic^itö erinnetnb. 
Unb mit ®iirlitt rufen mit: SJaa ift bie SBelt, in bet ein Cb^Reuä gelebt t)at! 

SIoc^ tcäi)renb bei @ntftel)ung beä großen ^edeä geftalteten fi^ audj ^redeiä 
eigne SebenäDerliältmffe roiebet freunblidjer : er oer^eiratete fic^ roiebei unb begog ein 
eignes bel)agli[^eö §au§ mit ©arten an bet often Selöebete'StHee. Qu tief lag in 
feinem ^e|en bad ügebürfniä nac^ gegenfä^Iidiei Srgönjung , nac^ OoQct Se6fnä= 
gemeinfc^aft mit einer tceibliifien Seele begiünbet, ali bog ei ei auf bie SJauet D^ne 
fit aufgehalten l|ätte. ©eine Sdiroeftet Sottc^en tat jroor aüti, um tä U)m im $aufe 
rootinlic^ unb nett ju motten, unb fein @D[)n 3rtebti(^, ber mit t^m gufammen rooI)nte 
unb lebte, mar fein befter 2:rofl unb feine @tüge. iDai erfennt er in einem Srief an 
feinen ©o^n ®mil Bom 3rüt)iaf|r 1863 Qufö bonfbaifte an; bann ober le^rt bie ftlafle 
um htti, roai et oerlcren, um fo eigieifenber roieber: „^d), litbtt (Smü, uaä [dH 
au# mir roerben ! @o fann eä nid|t bleiben , aber mie änbern ? ^cti füijle , bag tc^ 
biefen 3"Ro"b ni^t ertragen lann, it^ gefie in St^merg unb SroftlofigteU unter." 
Sin Sluäflug bti innigen Sltitempfinbend bieftt Sude mar ti niotil, ba| gtiebtic^ i(|n 
eineß Xageg umarrale: „ffloter, bitte, gib unö wieber eine aJiuttet!" SBeim nä(^flen 
SIufentEjalt in ^arlßbab mar S^xtRtx, luie eine ber nä^ften Süertrautcn eS begeit^nenb 
auäbrürft, „fo glürfli(f|, fic^ etjtücö unb tii^tig ju oerlieben". Sine junge ^itue, grau 
SennQ bieget geb. Sien^f^ au3 Breslau, bie if)m fc^on Don früfier betonnt tnar, 
loutbt fetne Staut, unb im t]rTü(|ja!)r 1S64 fanb bie ^oc^geit ßatt. 0tau 3ennq 
brai^te auä erfter @{|e jroei ^nber mit, üon meieren befonbttd bae (leine aRdbi^en, 
„ber Sputt" Ge^t grau ^rofeffot ©c^öK in ^eibelbetg), beä neuen fßateri Stebling 




125 




«bb. 180. »ruc^flfid beS (Enttourf« sunt ©eneKt^l^ried. (8u @eite 128.) 



rourbe. Über fic fetter fc^reibt blefer an feinen cl^cmattflen ^flcgefol^n: „3)u ttjürbeft 
bie @teDt)ertreterin meiner unt)eTgegücl^en äßarie gemif anä) lieb getuinnen. ®ie 
befi^t eine unoerfiegbare S^eunblic^feit unb ^erjen^güte, unb bie feiige SRarie (iebte 
pc, feit fie il^re Sefanntfd^aft gemacht l^atte. 3l|r Sufeere« ift feljr 5ort, $önbe unb 
Süge ftnb au^nel^menb fd^ön unb iierlid^, unb bad ^pfd^en mit fcl^tuar}em fc^önen 
$aar fieljt an^, aU ttJäre eg aug 3lom öerfd^rieben." ©eine @öl|ne, fügte er l^inju, 
fc^ttjärmten für bie neue 9Rutter, unb biefe fei n^ieberum il^nen l^er}Iic^ jugetan. Seiber 
toav bie junge Sfrau, beren SRutter bid ju il^rem Sobe mit 5um ^audftonb gel^örte, 
in ben erften Salären öftere öon ernfter ftranll^eit Ijeimgefuc^t. Sie belogen junäc^ft 
eine äRietmol^nung in ber ©tabt, im gfnilijal^r 1867 mürbe ber S9au beiS eignen ^aufe^ 
begonnen, bad, bem ®efc^macfe bed S9efi|erd entfprec^enb, bad ©epräge fc^Iic^ter äSor« 
ne|m^eit trägt; ganj „o^ne ben öerfl— ©tucf". ^ier enttoitfeltc ftc^ balb lieber 
ein in^altrei($eö, befriebigenbe^ 5J)afein mit ber alten ßofung : lage^ 3lrbeit, Slbenb« 
©äfte! Seinfü^Iig taugte fic^ bie junge gfrau in bie Sunftn^elt bed hatten einjuleben 
unb fic^ in feine @igenl^eiten ju fc^icfen. 9Bad er an i^r befonberd fc^ä^te, n^ar 
il^re ]^er}Uc^e $ietat gegen il^re SJorgängerin unb gegen ben alten Sreunbe^treid. 

3u ben neuen greunben gel^örte ber öon Seipjig l^er jur ©nric^tung unb 
Seitung beä SRufeum^ berufene Dr. Ättert öon S^^n {W)i, 125), ber fc^on an ber 
S)ürrf(^en Ob^ffee-'^udgabe mit $reDer }ufammen gearbeitet I)atte unb nun feine 
Stellung in enger gül^Iung mit bem öerel^rten SKeifter befleibete. gerner ber neuer» 
bing« an bie Sunftfc^ule berufene Seigier 5ßrofeffor K^arle^ SSerlat, bem Bretter im 
Sa^r 1870 ju bem je^t im ©rogl^erjoglic^en äRufeum beftnblic^en iBruftbilbe fag. 

9Som 1. 3uli 1857 ab I)atte greller au§ SInlag einer abgelel^nten Berufung (tuol^I 
nacö 5)üffeIborf) eine ©e^altgerl^öl^ung öon 200 Salern erl^alten, bie ber ©rol^erjog 
unb bie ©rofeljcrgogin = SKntter auf il^re ©c^atuUcn übernommen l^atten. 6nbe 1864 
erljielt er lieber einen 9tuf nad^ Sre^ben, ben er, fetner Überjcugung getreu, glei(^= 
faE^ abfel^nte; auf ben Seric^t barüber n^urbe fein ©el^alt t)om 1. Januar 1865 ab 
mieber um 500 Saler er^ö^t, toot)on bie ®ro^]^er}ogin ©opl^ie bie $ölfte trug; ed 
belief fic^ je^t einfd^Iiegli^ bed SBoJ^nung^gelbed auf 985 Xaler. 3laä) ©c^u^arbtd 
lob, 1868, toarb bem SReifter bie S)ireItion ber 3cic^enfd^ule übertragen, bie er bi^ 
1873 führte; ba^ ®efc^äftlic^e f)atU Dr. öon Sc^^n ju beforgen. SSon SSien erhielt 
er 1868 ia^ ajiplom aU toirllic^e« SRitglieb ber 3Kabemie ber bilbenben fünfte. 

©n ^o^er S^rentag für unferen Künftler toar ber 27. 3uni 1869, an bem bie 
(Sintoeil^ung bed neuen äßufeumd ftattfanb. äßit gutem Stecht fonnte ber (Sel^eime 
Staatsrat Dr. @ti(^Iing biefe« aU ein S)cnfmoI ber l^od^ftnntgen gürforge begeic^nen. 




mit meieret SßeimarS Büiften{)au3 Don altera Ijti ebit Siltiuitg ya forbern geliiugt ^at ; 
aU ein würbificä ®lieb in bet lebenbigen Sfette beutfc^en ®eiftegletiend, beutfc^er Strt 
unb ftunft. jJiteftDt Dr. Ooii 3fil)n icieä in feiner Stnfprac^e auf bit SKeifterloerle 
Doti EatftenS, 5orneIiu§, ®enetli unb ©(^minb t|in unb fu^t bann fort: „©o leitet 
und In aü feiner DielfeittQen giiCle unb Slrajt einOteift beutfc^et ^unft ju ber ^aUe, 
in iDflc^ec baä unfterblic^e ®ebid|t ^omeiS uoi unfere Singen tritt: ju neuem fieben 
erlueilt burc^ ein beutfc^eä ff ünftlerjjemüt , ipelc^eS bie ftumme Sprache lanbfi^Qftlttfter 
Statut bem Siebe beä alten ©änflecü oeceinigle gu einem ^erriic^en Sintloiia!" Un^ 
mittelbac nac^ bei getei übergab bei @ro§I|erjog {leTfünlii^ bem „Hofmaler" prellet 
bdä Somturfreu;« unb bem ^rofeffor QiM bog S^itterfreug 1. Mitteilung be« (lralfen< 
orbenS. 9?oin fflönifl Bon Snijern erl|ielt greller ben SRoEimillanöorben, bie SlfabcntJe 
ber ffiinfle in Seilin ernonnte i^n gum äFlttglif be , unb bie @tabt SSeintat Derliet) 
tl)m ba§ Gl)ren6urgerrei^t — eine Bößig unentiartete §(nerfennung, bie if|n I)oc^ et' 
freute. "Um 3. ^uli fanb bann ein Seflmal)( ju Stiren beS tünftlei« ftatt, unb am 
SIbenb mürbe er bur(J| ein oon 3}Iatft)aQ entroocfeneS finnlgel Itnnipatent, but^ 
EBeleuc^lung feinel ®atten# mit bunten Samfien unb burd) ®e|änge überrafdit. 

Steuer ^atte an ber SSoUenbung feineS großen SSerted, an ben 3'i<$"ungen für 
ben ;poIg(4nift uiib an bet Srlebiguug gutüdgefleDtei Mlufträge mit foIc|et Mlnftrengung 
geatbettet, bag er bringenb einet &rI)olung bebutfte, um ^afl für neue ^aligfett gu 
fcftöpfen. St fnnb fie auf einer abermaligen SReife nacd Italien, in Segleitung feineiS 
©o()neS gtiebticft, bet jut 9IuSfüf)rung eineö Slnfttagä beö .{letrn öon (Sii^cl bo^in 
ging, fomie bc3 l^m befwunbclen jjinangtatä ^eetinart unb cineä ffoburger iSetannten. 
^ii ^eenuariiä Urlaub nur fec^ä %)oifien baiiette, mugte bie Sleife anber^ cingetiifitet 
merben, alä eS in ^RUerö 91eigung log: guetft mürbe SSeuebig befucbt, mo bet alte 
J^teunb 9!et(q il)nen güE)rer mar, bann glorcng, SHom, IRcapel unb Gapti. Sgon 
^ea|)el anö bcfudite 'greller mit einem bet Begleiter abermals ''^ompeji, um bie neuen 
9(u^gtnbungcn gu fcljen; bte 3^i'tctreife fii£)tle oon iRom über ®enuo. ^a« 3st(6"*n 
nnb SRalen bem ©o^n nflein gu nberlnffen, tialte ber 9(Ue bot^ nic^t über« $eig fle= 
lirai^t. „Wein förpcrlicfieS Sefinbni," fd|teibt er narf)I)cr, „licjs Biel gu luünft^en 



127 

üMq , \>Dä} ^at hit JReife ini(^ Qetflig loieber eifitfc^t unb für neue i^ätigleit an^ 
fleregt." 

^üz neues Schaffen mai t^m tnjn)tl(f|en auc^ ein neuc8, in btc 91äl|e feinet 
SEÖD^nung ^iiiQuiiä aitelier im 5ßJeftpm(c(ien ^niiä (9166. 126) einaetöumt loorten, 
bai aud) für eine gröfiere Qa^l Don @^ulennnen Slaunt tiot, roät)Tenb bte Stautet 
mte flutet im Söger^aufe malten. Scn ben ©i^iileiinnen fet ^iei aoi^ eine genannt, 
bie )u ben tceueften gehörte unb an ber ec befonbere Snube ^atte: Suife ©tic^ling, 
%oä)itz beä @el)etmen ©taatdratä. 

SBon ben 93itbern, bie ^ß"^^*"^ *" feinem testen Wteliet gemalt ^at, gebe i(^ 
!)ter junäcöfl ilnei Wtebet (abli. 127 unb 128), bie fic^ im ftfibtif^en aKufeum ju 
Seipjig befinben. ®a8 etfte, ein Sermfi^fniö bei iHei^tSannialta anoti^ ffla^et, ftettt 
DteDano in fonniger ©elen^tung bor. S8ei bem onbern, baä ber beCannte äTIuftffreunb 
Satl ißoigt 1870 gum ©eböt^tni« feineä ftüfi oetftotbenen So^ne« gefttffet ^at, ift 
bai lanbfc^aftltc^e Wotiü bie @ett)entaia bei Clebano. %äi)Tenb abec bott nur Sanb' 
leutf bie Staffage bilben, fte^t ^ier bie ^anbtung im iSorbergrunb : bie Pflege bed 
Don Säubern ÜberfallEnen burdi ben bQrmt)erjigen ©amoritet — ein SJegenRanb, 
ben ber ftünftler fc^on früher einmal mit befonberer Siebe be^anbelf ^atte; bo§ WanU 
tter graft- an ber (Biegung beS ^egS, auf bem ber Seott ungerührt neiterfi^reitet. 
^emfelben ^a^i entftammt ein etma gtetdi grolel !0ilb auä ber römtfdien (£am))agna, 
baä Sreunb »oerner befiellt ^Qlte unb boiS noc^ im ÜBefiJ Don beffen gamilie ift: 
atuinen mittelaltetfic^er Surgen, baüor ©ebüfc^ unb ein Soflercften mit tnetbenbem 
iOie^; über hai @ebirge bei ^intecgrunbl giel^t linfl ein @eroitter ^in, mä^renb rei^tl 
unter blauem ^immel neige ^aufenmolfen crglänjen. S)ie ^^otograftiie ^at [eboc^ 
bie Sleije biefer Seleui^tung fo Wenig mieberjugeben Uermo^t, bafi auf bie ^ufnaijme 
Derjtc^tet werben mußte. 91ul no(^ fpälerer 3ett finb jlnei Silber, bie in ber gamilie 
beS ^ünftlerl geblieben finb: Slcqua acetofa in mi(ber iSeleuc^tung unb bie Sluinen 
Don ^äftum (^bb. 129), bte ii)m einen mä^tigen Sinbrud fiinterlaffen galten. 




128 

3ni Sloöcmbct 1868 mar ©cncHl gcftorbcn. ^ßrcllct fcfetc ll)ra ein cc^t frcunb^ 
fd^aftUd^ed Senfmal in einem für bie Soggia bed eigenen ^aufed befiimmten Figuren« 
frie«, ju bem er 1872 in ftartebab ben erften ffinttourf ieic^nete: einer im ®eifte 
bed Si^eunbed gebadeten ibealen 3)arfteIIung bon beffen Sebendgang mit 3(udbli(f ind 
3enfeit«. 3n ertoeiterter ®eftalt mürbe bcr grieS jpöter im ^au« eine« Hamburger 
^unftfreunbei^ nod^mald au^gefül^rt. 3(bb. 130 jeigt ein 99rud^ftücl üom @ntmurf be^ 
barin entl^altenen 99acd^ud3ugeiS. Samit l^angt ed mol^I jufammen, bag ^reUer in 
biefen ^dSjxtn mel^rere Sanbfd^aften mit m^tl^ologifd^er Staffage gemalt l^at: babenbe 
3l\)mpf^tnf tanjenbe ^annt, S)iana unb Slüöon u. bergl. 

9}tit SSorliebe bel^anbelte freuet in ben legten Scbendjaliren Stoffe au« bem eilten 
Seflameni SBal^renb eine« längeren Slufentl^alt« in S^menau im Greife ber föinber 
unb Snfel l^at er ein Üeine« ©ftjjenbuc^ grogenteil« mit 99leiftift^ unb S^ber^eid^^ 
nungen folc^en Snl^alt« gefällt; eine $robe baüon gibt ba« 99egrabni« ber ®ara{) 
(9U)b. 131). SSon audgefül^rten 99i(bem gehören l^ierl^er jmei, bie fic^ im 99efi^ ber 
Samilie bon Sid^el in Sifenad^ befinben: Slia« in ber Sinöbe t)on ben Stäben t)er« 
forgt (SIbb. 132, ber Sarton im ©roBl^erjoglid^en äRufeum }u äBeimar) unb (Sliefer, 
bem 9tebel!a ben ßrug jum ^rinfen reid^t; im Sanbfd^aftlid^en erinnern beibe an bie 
®egenb bon Olebano, ba« groeite, ein« ber größten, bie $reQer gemalt l^at,. atmet ben 
bollen Sauber, ben im l^eifeen ©üben ein fd^attiger Särunnen übt. Sbenfall« in ®ifenac^ 
befinbet fid^ ein« ber eigenartigften Silber be« SReifter« : bie auf SefteHung oon tJrSuIein 
^ebmig ftörger Qefet tjermittoete tJrau 5ßrof. ©iebert) gemalte Sintflut. S)er Auftrag 
l^atte il^n anfang« etma« befrembet, boc^ fanb er balb t^reube unb Gefallen baran. 
3)ie tJlut l^at ben ^öl^epunft erreicht, auf ber Sirene, bie rec^t« in ber gerne fid&tbar 
mirb, fi|t, bon einem au« ben SEBolfen l^eroorbrec^enben @onnenftraI|l befd^ienen, ein 
@nget; t)orn linf« jmei ftc^ in bumpfer Ergebung an eine flippe anflammernbe 
SRenfd&en, jmifd&cn il^nen ein britter, ber, aufrecht ftel^cnb, eine üon ben SBogen an» 
ge(c^toemmte Sfrauenleid^e 5U erfennen unb fid^ i^r entgegenftürjen ju iPoQen fd^eint. 
tJür ^ermann 33öl^lau in SBelmar malte 5ßretter al« eine« feiner legten Silber Soa« 
unb ^utl^. 

Srftaunlic^ groB ift bie Soijl ber S^ic^nungcn, bie ber äRcifter nod^ in ben 
Salären nad^ 1869 gefertigt l^at; bie unter ben 3?rn. 17, 110 unb 111 mieber^ 
gegebenen gel^oren btefer 3cit an. ^talienifd^e Sanbfd^aften begel^rte namentltd^ Sllp^on« 
S)ürr, ber eine ^Reihenfolge oon jcl^n Statt in ^oljfd^nitt mit Sejt oon äRaj 3orban 
]^erau«gegcben ^at. 2tud^ biclc gebergcic^nungen finb in ben legten Salären entftanben ; 
mit bem Sleiftift, meinte er, fönne jebcr jcid^nen, ba fönne man ja mlfc^en — l^ier 
muffe jeber ©trid^ fifeen. ©eine $anb mar bi« in bie Icfetc Seit feft. 3)a« SKugcn« 
lic^t aber mürbe fd^mäd^er, fo bag er für größere S^äd^en nid^t mel^r ba« fiebere 
9Rag l^atte. S)ie« geigte fic^ namentlid^, al« er an bie 9lu«fül|rung be« il^m bon 
äRünd^en au« zugegangenen Sluftrag« l^erautrat, eine Steige bon großen 3^ic^nungen 
nad^ ber ^lia« }u liefern; nad^ einigen Serfuc^en mugte er baoon abftel^en. 

SSom ^erbft 1875 bi« jum grül^jafir mar i^m noc^ ocrgönnt, feiner ©attin unb 
feiner ©ticftod^ter ba« geliebte Stellen ju jeigcn unb fic^ an iljrcm (Sntjüdfen ju 
mciben. Äurj jubor l^atte er, ber e^renoollen Sluf f orber ung bcr ®encralbire!tion ber 
äRufeen in glorenj folgcnb, fein ©elbftbilbni« für bie gro^e ©ammlung ber Silbniffe 
berül)mter Sünftler aller Stationen cingefanbt. „®er $utt,'' fd^rcibt er au« gforenj 
feinem ©ol^n ®mil, ^Ijatte mein 5ßortröt balb aufgefunben, unb ic^ l^aite bie 8freube, 
bafe fid^ ba« Silb beffer probugierte, al« id^ gefürd^tet. Sefd^ömt aber mar ic^ immer« 
l^in , mid^ in fo üorneI|mer ®efcHfc^aft ju feigen . . . SWan l^at mid^ jum berül^mten 
SRaler mad^en motten . . . ®ott mcig, bafe id^ folc^en ®eban!en nie gehabt, ic^ l^abc 
gearbeitet, meil ic^ bie Sunft liebe, unb bin meinem Scrufe nad^gefommen. 2)ie 
greube ber äRcinigen ift mir immer eine greube, unb fo mag bie Sad^e gut fein." 

«Hmä^lid^ mad^ten fid^ bie Scfc^merben be« Sllter« fühlbarer, unb ba« ®ebäd^tni« 
für jüngft Vergangene« marb auffällig fd^mad^, mä^renb ^Iiantafie unb Seben«mut 



130 

no(^ reße blieben. Mm Ofterfonntofl 1878 ^otte SßreHei mit ben ©einen «nb ein iioat 
^Kunben in frofiet Stimmung einen @ang nac^ Xiefurt i^tma^t, am ^enb füllte 
et ft^ unnio^I, eine Sungenentgünbung raarf {t)n aufd Sager. Son feinem Sol^n 
giiebrit^, her lu. Se|u^ gefoinmen root, Heg et fic^ über Me 3)nebnec greunbe bt= 
ri(5ten. SBiebet^Dlt Derlangte er nocö bie ©onne ju fe^en. fflereitä am britfen lag 
ober, am. 23. Slpril, mai^te bet Sob feinen Seiben ein ffinbe. Sn feinem 74. Oe» 
buttätage roarb er an bet @eite feiner etften @attin beftcftet @ine gto^e Sßerfammlung 
Von t^unben unb @(^ülecn auö ber 9iäl)e unb auä bet Seme na^m batsn teil. @o 
^atte i^m, toit am ®tabe ber ®etieime ßtti^enrat Dr. $effe fagte, bei Sroige naä) furjem 
Seibenäfnmpf ein fanfteS Snbe bereitet, bebor bie ©onne feineS Stu^mS unb ®lniti 
pm ©(Reiben fii^ geneigt, unb baburi^ einem ft^önen Seben aut^ einen fc^önen Slb' 
f^Iug gegeben. 

Sßon i^m gilt mie Don ntenigen, bag et „ben heften feinet 3eit genug getan*. 
SSet i^m jemald na^e geftanben ^at, bem lebt er im ®ebäi$tniä ali eine e^te, ur* 
f))tiinglti$e Sünftletnatut , aU ein ebler 3Ren|c^ Von großen ©ebanfen unb teinem 

6"m- 




Vev^eid\nxs bev Tibbilbungen. 



W)h. @eite «166. 

gfricbric^ «ßrctlcr. (2:itclMIb) .... 231. 

1. ^a$ alte ^ifenad^ mit ber 9Bartburg. 32. 

»Iciftiftffiaac 3 

2. «ßrcHerÄ aUotcr. ©Icifhftacic^nunfl . . 4 33. 

3. 6:. &. Sarui». Sn SBac^d mobeUiert ton 

3)oöib b'Slnger« 1834. 3)rc3bcn, SIU 34. 

bcrtinum 5 

4. ©iSfal^rt ouf bcm Sä)toan\tt, SBeimar. i 35. 

ßlbilb 1824 6 

5. SWdcr Dan SHoQ. 33Icifaftfü j^c , §lnt* 

lücrpcn 7 36. 

6. Ölftubic jum SBärcnfü^rcr. ^nttotxpm 37. 

1824 8 38. 

7. SWaric (Sri^lcn atö 83raut. Ölbilb 9 

8. ©ilbni« ^rcÖcrS, ^JUcaironb, 1827. »rci- 39. 

ftiftjci^nung üon Sublüig QJruncr . 10 

9. Siegcnbcr ^unb. ©c|)io*©tijje . . . 11 40. 

10. 33ttcf ouf SRjom. «nßctufc^tc ©leiftift- 41. 

^cid)nun0 12 

11. 3ofcf 9lntoniä^o4 9toml830. ©Iciftift- 42. 

jcirf)nun0 13 43. 

12. (Safa $albt, Oleoano. 9J^it @epta taüierte 

gcbcr^cirfinunö. Slui8 f|)ätcrcr Qtxt . 14 44. 

13. fianbfd)aft bei DIeüono. ^Ingctufd^le 

gebcrjcidjnung, 1830 15 45. 

14. IduonaDentura ®enelli. ^leiftiftfTij^e, 

1833 16 46. 

15. Scgotioni^rat Äeftner. ©Iciftift^eic^nung 

um 1830 17 47. 

16. «or «ßorto 6. fiorcnjo. SIRit Äoc^, aWora 48. 

1831. SBIciftiftftubie 18 | 49. 

17. SSor foxia bei $o|)oIo. Qpätzxt S3Ici- 

ftiftjcic^nung 19 50. 

18. ^al bi $uffino. fiaöicrtc gebet jcic^nung 

oug f»)äterer 8eit 20 51. 

19. iRoma üec^ia. ©tubie in SBIeiftift, (Bepia 

unb 2:ufd)e, 2. ffebruor 1829. . . 21 52. 

20. «m ^^falatin. Stubie in »leijiift, Btpia 

unb 2uf^e, SIptil 1829 .... 22 53. 

21. $rellec ouf ber ©tubienreife in ber dam* I 

paqna. ^quoreQ 23 i 54. 

22. Gräfin 3ulie üon ©gloffftein. »leiftift- : 55. 

^eic^nung, 1830 24 56. 

23. Dr. jur. ^ermann ^ärtel. 33(eiftiftffi3äe, 57. 

^txpixa 1834 25 58. 

24. Xorre bei quinto. Ölbilb, 1832 . . 26 

25. 3)0« Slömifd^e ^ouä in Seip^ig (<Sto^I- 59. 

ftid^) 27 60. 

26. 3)oig ?(tcliergebäube in 3Beimor, hinter 

bemgägerfoug. 33Iciftiftffi5ae, uml853 28 61. 

27. Obt)ffeug unb STiaufitoa. 3m SRömifciien 

^eouS 5U fieipjig 29 | 62. 

28. Sonbung be« Db^ffcu« ouf St^ofo. 9lö* i 

mifd)Ci8 $ou§, i3eipjig 30 63. 

29. @umoio^ begrübt ben äclemoc^o«. 9lö* 

mifc^eö $aug, üei|)^ig 31 

30. 2)ie große eid)e bei Simenon. Ölftubic 32 i 64. 



Seite 

^orfUnbc bei Xonnrobo. Ölftubic . . 33 
@tubie ^um Soumfäüen für ben ©^log^ 

bou 34 

äBeitere ©tubie jum Baumfällen für ben 

©c^togbou 35 

^ie 86iö^rige ©obelboc^-SBirtin. ©Ici* 

ftiftaeid^nung, 1836 36 

^er Xarii im Älofter; ou3 „Obcron". 

3:em^ero, im ©roß^er^ogl. @d)lo6 ju 

SBcimor 37 

©tubie für bog 2Bielonb'3inin'cr . . 38 
©tubic ju ^eröonte, 2Bielanb*3i"iJ"cr 39 
©enien mit ^el|)]^in. @nttt)urf für boS 

SBielonb* Simmer 40 

^er ge^üditigte ^mor. @ntn)urf für boS 

SBielonb 'Simmer 41 

^ünengrob ouf 9lügen. $(quarell . . 42 
Sid)e mit $)ünengrob auf Stügen. ^o^ 

bierung 43 

SHeife in 9?ortt)egen. ©leiftiftlfijje . . 44 
SReije in S'iorttjegen. Seic^nung oon ©ijt 

^l^on. ^rog^er^ogl. SU^ufeum, Beimor 44 
^er fliegcnbe ^oHönber. aJiotio üon 

©tubegnä«. ßlbilb, 1873 .... 45 
^leiftiftftiaae üon ©lubeiSnöd. ®rog« 

l^er^ogl. äJ^ufeum, SBeimar. ... 46 
glottmod&en,beg ^Rettungsbootes, Sior* 

tt)egen. Ölbilb 47 

®cgenb bei S5al^oIm. filbilb ... 48 
Sin ber norttJcgifd)en Äüfte. Ölbilb . 49 
©onnenuntergong an ber nortoegifc^en 

ieüfte. ßlbilb 50 

3)ie ^ouSfrau am «Rä^tifd). 93leiftift- 

jeic^nung, 1844 51 

GJrogmutter @rirf)fen. ^Bleiftiftjeidinung, 

1844 52 

Otinbo ^outtitotd. ^leiftiftjeidinung, 

1841 53 

(S^riftion ©c^udiorbt. ^leiftiftjeic^nung, 

1844 54 

fiuife ©eibler. öleiftiftaeic^nung, 1844 55 
©elbftbilbni«. ©Ieiftift5eict)nung , 1844 56 
^ie ^ouSfo^e. Sleifttftjei^nung . . 56 
(grnfi Breuer. ©Iciftiftffijae, um 1853 57 
grou ^nna ©tori^ mit il^rem ©o^n unb 

i^rer «Richte, ölciftiftjeici^nung, 1851 58 
Breuers „©tubium". ©leiftiftffijae, 1844 59 
^rellcrS Atelier in ber ^ofgärtnerei. 

93Ieiftiftf!iüje, 1858 59 

SRorie greller, geb. @rici)|en. Slelief üon 

«bolf 3)onnborf, 1853 60 

93ern^orb üon 5trnStt)olb. 33Ieiftiftffi55e, 

1853 60 

2)ie $rellcr*(£fci)e im $or!, mit ©lief ouf 

(Syoet^eS (Siorten. diobierung üon 

Rummel 61 

2)er ©tern im $orf. ©e|)io3ei^nung . 62